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Vom Lehren durch Vortrag zum Handlungslehren

Selbständig, kooperationsfähig und flexibel werden Lernende nicht dadurch, dass diese die Wichtigkeit dieser Fähigkeiten mit dem Verstand einsehen, sondern nur dadurch, dass man sie in reale Handlungssituationen bringt, in denen diese Fähigkeiten gefordert werden.

Diese Einsicht löst in den stark verschulten Institutionen der beruflichen Bildung eine Art pädagogische Verweigerung aus, denn man hat erkannt, dass die klassischen Formen des Unterrichtens und Lehrens – Lehrervortrag und Lehrgespräch, Anleitung und Unterweisung, eben alles, was unter dem Stichwort „Frontalunterricht“ den Kern der pädagogischen Bemühungen geprägt hat, dieser Forderung nicht genügen.

Ich lehre, also lerne wie ich es vorgebe

Beim Lehrkonzept Frontalunterrichts, bei dem der Lehrende seinen Besitz an Wissen und Können auf einem von ihm genau geführten Weg auf die Lernenden zu übertragen versucht, lernen Lernende in vor allem, Vorgegebenes aufzunehmen und anzuwenden, aber nicht unbedingt, Probleme zu lösen. Das liegt daran, dass die Teilnehmer meist sehr eng durch den Unterricht oder Lehrgang geführt werden und lediglich „Stoff aufnehmen“, dabei Wissen erwerben, aber nicht selbständig arbeiten können.

Die Gefahr besteht, dass die Lernenden dadurch einseitig und unflexibel werden, da ihr individueller Lernweg verhindert wird, ihre Lernfähigkeit abstumpft und viele letztendlich demotiviert und lernmüde werden.

Handeln als Zufallsprodukt lernen

So wird dann „Handeln“ in offenen Situationen eher unbeabsichtigt, gelernt nämlich z.B., wenn es darum geht, sich in der Lerngruppe zu behaupten oder Anforderungen der Institution zu unterlaufen.

Frontalunterricht hat seine Berechtigung, wenn isolierte Wissenskomponenten systematisch vertieft oder Wissenslücken durch gezielte Übungen geschlossen werden sollen. Er fördert weniger individuelles und persönlichkeitsorientiertes Lernen. Es lassen sich Wissen, auch Verständnis, und klar definierte Vorgehensweisen vermitteln und einprägen, wie sich in der Unterweisung auch Fertigkeiten bilden lassen– niemals lassen sich auf diesem Weg jedoch Handlungskompetenzen bilden.

Niemand kann gelernt werden

Dem stark lehrerzentrierten Lernkonzept des Frontalunterrichts bzw. der Unterweisung steht das des selbstorganisierten“ oder „selbstgesteuerten“, auch „entdeckenden“ Lernens gegenüber.

Es beruht auf dem Grundsatz, dass „niemand gelernt werden“ kann, sondern selber lernen muss (und dazu Unterstützung braucht). Im Rahmen dieses Lernkonzepts haben sich Methoden herausgebildet, die das selbständige Lernen unterstützen können.

Dazu gehört u.a. die Leittextmethode. Sie kommt aus der beruflichen Bildung und diente ursprünglich als eine Art Trainingsmethode dazu, Auszubildende zu systematischem beruflichen Arbeiten und selbständigem Lernen zu befähigen. Angesichts der vielen Varianten, Unterarten und Aufweichungen des ursprünglich sehr strengen Konzepts kann man hier auch fast von einer Methodenfamilie sprechen.

Es ist aber auch deutlich, dass im Grunde sämtliche Methoden des Handlungsorientierten Lernens nur fruchtbar eingesetzt werden können, wenn sie mit dem Lernkonzept des entdeckenden, selbstgesteuerten Lernens verbunden werden

Das Lernkonzept des „Handlungslernensist die große Alternative zum Frontalunterricht.

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