Große Gruppen, große Probleme?

Wir empfehlen meistens, dass die Gruppengrößen überschaubar bleiben sollen – auch und gerade auch Online. Die Gründe dafür liegen wohl auf der Hand: Besserer Überblick und mehr Potential für individuelle Betreuung.

Allerdings bekommen wir auch immer wieder Fragen von Trainer*innen oder Dozent*innen, die Online-Seminare mit einer sehr großen Teilnehmerzahl bewältigen müssen.

Gerade die digitale Welt hat viele Vorteile und öffnet viele Türen. Daher findest Du Dich vielleicht unerwartet in einer größeren Veranstaltung als geplant. Auch wenn Schulen oder Universitäten ihre Formate digitalisieren, musst Du gerne mal einen virtuellen Hörsaal mit 100 Teilnehmer*innen anleiten.

Wenn Du nur einen Vortrag hältst, verändert sich im Prinzip nicht viel, aber natürlich möchten die meisten Trainer*innen auch interaktive Elemente und Gruppenphasen integrieren. Die Frage ist also: Wie sorgst Du in einer großen Gruppe für Ordnung und Interaktion?

Hier sind einige Tipps, die Dir dabei helfen können:

Struktur rettet den Seminartag

Grundsätzlich ist deutliche Kommunikation und Struktur immer eine gute Idee. In großen Gruppen kann es Dir aber förmlich das Trainer-Leben retten. Denn unstrukturiertes Vorgehen endet bei vielen Beteiligten gerne im Chaos.

Das bedeutet ein guter Plan auf Deiner Seite und die kontinuierliche Kommunikation des Ablaufs an die Gruppe. Ablaufpläne sind in kleineren Gruppen manchmal zu starr, aber in Großgruppen erleichtern sie Dir die Moderation durchaus.

Auch die Kommunikations- und Dokumentationsprozesse sollten nicht dem Zufall überlassen werden, insbesondere wenn Ergebnisse erzielt werden sollen.

Dokumentation

Da wir gerade beim Thema sind: In großen Teilnehmergruppen passiert oft viel und gleichzeitig. Daher ist die organsierte Dokumentation der Ergebnisse besonders wichtig.

Kollaborative Tools für eine große Gruppe zu öffnen kann schnell unübersichtlich werden. Daher kannst Du etwa ein Whiteboard teilen und nach Wortmeldungen oder Gruppenphasen die wichtigsten Ergebnisse festhalten.

Je nach Format und Zielsetzung kannst Du auch die Dokumentation auslagern und stellvertretend von Teilnehmer*innen oder weiteren Moderator*innen übernehmen lassen.

Co-Moderation

Normalerweise eine freundliche Empfehlung, bei großen Gruppen fast schon eine Notwendigkeit.

In großen Gruppen kannst Du Dich nicht um jede einzelne technische Schwierigkeit selbst kümmern und permanent die Hauptveranstaltung unterbrechen. Eine Co-Moderation oder ein Technik-Support können sich diskret im Hintergrund um individuelle Teilnehmer*innen kümmern und Dir auch sonst zuarbeiten.

Mit den Co-Moderator*innen solltest Du Dich im Vorfeld gut austauschen und sie in den geplanten Ablauf einbeziehen. Zudem sollten sie so genau wie möglich wissen, welche Materialien oder sonstige Aufgaben sie vorbereiten können.

Falls Du keine Möglichkeit hast, externe Co-Moderator*innen einzusetzen, kannst Du zur Not zu Beginn designierte Rollen an Teilnehmer*innen vergeben. Eventuell stellt Dir ein Unternehmen auf Anfrage auch jemanden zur Verfügung, mit dem Du zusammenarbeiten kannst.

Puffer einbauen

Wie oft passiert es Dir, dass Methoden und Arbeitsphasen schneller gehen als geplant? Vermutlich eher selten, oder?

In großen Gruppen unterschätzt man gerne, wie lange einzelne Schritte dauern. Daher lohnt es sich auch genau zu überlegen, ob und wie beispielsweise Präsentationsphasen nach Gruppenarbeiten eingebaut werden. Die Ergebnispräsentation und -besprechung dauert selbst in kleineren Lerngruppen oft länger, daher lauert hier ein großer Zeitfresser.

Wenn Du in Großgruppen also interaktiv und auch in Gruppen arbeiten möchtest, plane immer eher weniger als mehr Inhalte ein.

Gruppenarbeiten

Ein intuitiver Schritt ist eine große Gruppe in kleinere Teilgruppen aufzuteilen. Je nach Deiner spezifischen Gruppengröße solltest Du darauf achten, dass diese Untergruppen dann nicht auch zu groß werden. Denn wenn auch die „Kleingruppen“ aus 15 Leuten bestehen, wird das eigentliche Problem nicht behoben.

Wie bereits angedeutet können viele kleine Gruppen dann allerdings eine Präsentationsphase erheblich ausdehnen. Sorge dafür, dass jede Gruppe stellvertretende Sprecher*innen ernennt, die die zentralen Gedanken aus der Gruppenphase kompakt vorstellen.

Abhilfe kannst Du auch über verschiedene Methoden schaffen, die Ergebnisse auf das Wichtigste reduzieren. So darf etwa jede Gruppe nur einen Satz oder ein Bild auf das Whiteboard setzen.

Es kann Dir auch helfen methodische Ansätze zu wählen, die nicht unbedingt eine Ergebnispräsentation erfordern, wie etwa Diskussionsrunden oder Pro-Contra-Szenarien. Alternative Methoden für Gruppenarbeiten kannst Du auch in unserem Artikel hier lesen.

Die richtige Methode

Es gibt verschiedene Ansätze für die Moderation auch großer Gruppen. Ein paar der bekanntesten stellen wir Dir hier als Anregungen kurz vor:

RTSC (Real Time Strategic Change)

Eine besonders strukturierte Herangehensweise für die Aktivierung und Projektplanung in Großgruppen. Es werden (oft über mehrere Tage) 4 Phasen durchlaufen: Aktueller Stand, Zukünftige Vision, Problemdiagnose, Handlungsbedarf zur Zielerreichung.

Diese Phasen sind natürlich für Deine Zwecke anpassbar, grundsätzlich ist die Einteilung in konkret abgesteckte thematische Phasen wichtig. Auch das strategische Denken soll so besonders geschult werden. Grundsätzlich wird beim RTSC Ansatz eine hierarchische Struktur eingehalten, die sich an reale Arbeitsabläufe anlehnt. Heißt also, Du als Leiter*in gibst Themen und die Marschrichtung vor.

World Café

Am anderen Ende des Spektrums befindet sich die World Café Methode. Hier stehen die Themen der Teilnehmer*innen besonders im Fokus. Ebenso ist eine offene und kooperative Kommunikation wichtig und es finden verschiedene Gesprächsrunden statt. Die Moderator*innen greifen hier nur wenig thematisch ein, sondern strukturieren eher den Ablauf.

Die Aufteilung in Gruppenräume ist hier besonders wichtig und in Präsenz-Runden wird auch gerne ein wenig dekoriert, um das lockere Café-Feeling zu bieten. Aber auch virtuell sollten sich die Teilnehmer*innen eine Tasse Kaffee oder Tee machen.

Die Zielsetzung dieser Offenheit ist der relativ geringe Aufwand und die minimale Anleitung von Deiner Seite. Es geht darum, die Gedanken und Herangehensweisen anderer Menschen kennenzulernen und konstruktive Gespräche zu erzeugen. Ein solcher Ansatz eignet sich also eher zur Themenfindung und offenen Diskussion.

Open Space

Auch der Open Space Ansatz orientiert sich an den von Teilnehmer*innen eingebrachten Themen, ist aber stärker auf Handlungs- und Ergebnisorientierung fokussiert.

Es werden zunächst im Plenum Themen gesammelt und dann einzelne Arbeitsgruppen geöffnet, die lösungsorientierte Ergebnisse und mögliche Projekte erarbeiten. Ablauf und Kommunikationsstruktur werden hier etwas strenger organisiert und eingehalten, aber grundsätzlich steht die Entwicklung von Ideen und Ansätzen durch offene Kommunikation in den Gruppen im Vordergrund.

MOVE

Der MOVE Ansatz eignet sich auch für die Bearbeitung komplexer Fragestellungen und umfangreicheren Projekten. Am Anfang steht immer ein konkretes Problemszenario. Darauf aufbauend folgen vereinfacht drei Stufen:

  1. Moderierte Themen- und Ideensammlung im Plenum
  2. Input der Teilnehmer*innen wird in Gruppen selbstorganisiert verdichtet und nach lösungsrelevanten Schwerpunkten gefiltert
  3. Verschiedene Intensiv-Gruppen zu einem Ergebnisziel, an dessen Ende ein konkreter Maßnahmenplan stehen soll

Speziell Online

Du hast über Online-Tools ein paar wunderbare Möglichkeiten, um eine Veranstaltung zu strukturieren. Grundsätzlich ist es nötig, dass die Stummschaltung immer aktiviert ist, wenn nicht aktiv gesprochen wird.

Mache auch auf jeden Fall Gebrauch von Breakout Rooms. Online hast Du den unschätzbaren Vorteil, dass Du Menschen ohne viel Aufwand in Gruppen bewegen kannst, ohne dass es Zeit kostet oder Unruhe im Raum entsteht.

Online solltest Du für einen reibungslosen Ablauf die Breakout Rooms entweder vorplanen oder von Deinem Support entsprechend einrichten lassen.

Durch die Bildschirmteilung kannst Du ebenfalls garantieren, dass alle Deine Teilnehmer*innen den gleichen Blick auf die jeweiligen Inhalte haben. Grundsätzlich hast Du durch die Zuschaltung vieler einzelner Menschen auch weniger individuelles Ablenkungspotential durch Nebengespräche im Raum. Um dieses Phänomen nicht virtuell über den Chat ersetzen zu lassen, solltest Du das private Chatten aber unbedingt abstellen!

Der Chat sollte nur offen für Fragen oder Kommentare an alle sein oder bewusst methodisch genutzt werden. Dabei sei allerdings beachtet: Wenn die einzelnen Ergebnisse hier relevant sind, kann auch der Chat eher Chaos stiften. Für ein Chat-Gewitter und ein wenig Aktivierung eignet sich der Chat aber auch in großen Gruppen!

Die Lerntrends für 2022, die Trainer*innen auf dem Schirm haben sollten

Was war Dein persönlicher Lerntrend in diesem Jahr? War es vielleicht Gamification oder einfach das Thema Rückkehr in die Präsenz?

Wenn wir hier das Wort „Trend“ gebrauchen, dann meinen wir einfach nur Entwicklungen, die sich in Bildungskontexten als wichtig oder beliebt herausstellen. Dabei musst Du natürlich auch als Trainer*in nicht jeden neuen didaktischen Ansatz verfolgen, sondern Dir eher einen möglichst breiten Überblick über das Angebot verschaffen.

Denn es gibt sicherlich Elemente, die einfach niemals aus der Mode kommen. Handlungsorientiertes Lernen wird immer eine gute Idee sein. Aber selbstverständlich steht auch die Bildungsbranche nicht still und es entstehen neue Schwerpunkte.

Was kristallisiert sich gerade als Tendenz heraus, das Du als Trainer*in in 2022 vielleicht umsetzen möchtest? Denn darum geht es hier: Dich und Deine Seminar-Angebote bestmöglich auf das neue Jahr vorzubereiten.

Stellen wir Dir jetzt also die 5 größten Lerntrends vor, die sich derzeit abzeichnen:

1. Lernen nach Bedarf

Lernen war zwar noch nie eine Einheitsgröße, aber in der Praxis haben traditionelle Bildungsinstitutionen das schließlich trotzdem viel zu lange umgesetzt. Mittlerweile bewegen wir uns in der Erwachsenenbildung immer weiter davon weg – zum Glück!

Denn Lernen erfordert eben nicht nur starre Vorträge und stundenlangen Input. Je mehr Individualität ein Konzept berücksichtigt, desto erfolgreicher wird der Lernprozess sein. Das nennt sich auch „Adaptives Lernen“ und stellt die Lernenden ins Zentrum.

Auf die individuellen Bedürfnisse und Präferenzen der Lernenden kannst Du mit standardisierten Inhalten oft nicht eingehen. Jede Zielgruppe braucht andere Wissensbausteine im Arbeitsalltag. Das ist für Dich natürlich manchmal mehr Aufwand, aber liefert Deinen Teilnehmer*innen eben genau den Mehrwert, den sie wirklich brauchen.

Insgesamt entwickelt sich Lernen zu einem immer flexibleren und unabhängigeren Prozess. Das schließt auch mit ein, dass Lerninhalte genau dann zur Verfügung stehen müssen, wenn sie gebraucht werden.

Dazu zählt im Übrigen auch der Gedanke „Mobile first“: Das Lernen von unterwegs und zu flexiblen Zeiten wird immer wichtiger. Das schließt oft eben auch mobile Geräte ein, also solltest Du bei der Erstellung digitaler Inhalte auch immer auf eine Optimierung in dieser Hinsicht achten.

2. Projektbasiertes Lernen

Wir sind uns vermutlich einig, wie wichtig Handlungsorientierung und Anwendungswissen für Erwachsene sind.

Das lässt sich einerseits durch eine direkte Verschränkung von Theorie- und Praxisblöcken erzielen. Andererseits wird aber auch das projektbasierte Lernen und Anwenden immer beliebter. Vielleicht integrierst Du ja auch bereits ein Abschlussprojekt in Deine Seminare.

Aber auch grundsätzlich eignet sich Projekt-Lernen als Konzept. Denn durch ein möglichst realitätsnahes Projekt-Szenario förderst Du gleichzeitig die konkrete Anwendung des Gelernten und lösungsorientiertes Arbeiten.

Ein Projekt simuliert eine Situation und erfordert deutlich mehr kreatives Denken und Anwenden als eine reine Wissensabfrage. Das ist nicht nur für die Entwicklung von Handlungskompetenz wertvoll, sondern erlaubt auch den Lernenden eine sehr individuelle Herangehensweise an die gestellte Aufgabe.

Falls gewünscht kannst Du hier auch gleich noch einen langfristigen Gruppenaspekt einbinden und die Projekte in Kleingruppen erarbeiten lassen.

3. Hybrid-Formate

Digitales Lernen wird auch kommendes Jahr nicht weniger wichtig! Es geht mittlerweile aber auch viel darum, wie Du Online-Konzepte integrieren kannst. Diese Elemente werden auch einfach deswegen wichtig, weil sich die Gesellschaft wieder mehr auf die Präsenz zubewegen möchte, ohne die liebgewonnenen Vorzüge der digitalen Welt zu verlieren.

An hybriden Veranstaltungen sind viele Auftraggeber*innen und Trainer*innen interessiert, aber die Umsetzung schreckt viele noch ab. Das liegt auch daran, dass eine gleichzeitige Betreuung von virtuellen und anwesenden Teilnehmenden wirklich fordernd sein kann.

Aber es zeigen alle Zeichen darauf, dass hybride Veranstaltungen nächstes Jahr eine zentrale Rolle spielen werden und daher sollten Trainer*innen ernsthaft überlegen, sich ein souveränes Hybrid-Konzept aufzubauen.

Du brauchst dabei noch Unterstützung? Ab dem 17.01.2022 bietet Andrea auch ein ganz gezieltes Hybrid-Modul an, dass Dir beim kompetenten Aufbau von hybriden Veranstaltungen helfen wird. Du kannst Dir >>hier den Kompaktkurs während des Weihnachts-Presale zum halbierten Preis sichern!

4. Immersives Lernen mit AR/VR

Du hast sicherlich schon einmal eine Virtual-Reality-Brille gesehen. Vielleicht verbindest Du VR aktuell auch noch mit Videospielen oder einfach unnötigen Technik-Spielereien. Auch Augmented Reality ist seit Jahren ein Technik-Trend und ist den meisten Menschen trotzdem höchstens in Form von Apps wie Pokémon GO bekannt.

Dabei ist das Konzept der Immersion, also des „Eintauchens“, auf unendlich viele Szenarien anwendbar. Daher bieten AR/VR ganz neue Möglichkeiten für Lernerlebnisse, die so nah wie nur irgend möglich an die Realität kommen. Für viele Arbeits- und Trainingsbereiche kann das unschätzbar wertvoll sein.

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Hinweis: Das Video ist ein VR-Training für Rettungskräfte! Es enthält u.a. nachgestellte Simulationen von Verletzungen!

Natürlich sind die meisten Unternehmen und Trainer*innen im Moment noch nicht mit einer vollen VR-Ausstattung gesegnet. Aber zum Glück lässt sich solches Equipment auch mieten!

5. Soft Skill Training

Reine Inhalte vermitteln ist die eine Sache. Deinen Teilnehmer*innen gleichzeitig auch noch wichtige soziale und gruppendynamische Prozesse nahezubringen, nochmal eine ganz andere.

Wahrscheinlich integrierst Du Soft Skill Training schon auf die eine oder andere Art, beispielsweise in Form einer Feedback-Kultur. Das kann ein wichtiger Baustein sein, genauso wie konstruktive Kritik, offene Kommunikation oder andere soziale Kompetenzen.

Diese Art von Schulung ist zum Beispiel im Führungskräfte-Training sehr verbreitet, aber lässt sich grundsätzlich in jedes Konzept einarbeiten. Denn Soft Skills sind überfachlich und können alle Lernenden unterstützen. So lernen Deine Teilnehmer*innen nämlich gleichzeitig Inhalte und wichtige Fähigkeiten, mit denen sie ihren Arbeitsalltag noch erfolgreicher gestalten können.

Denn viele Menschen fühlen sich etwa im Job oder Team zu wenig gehört oder wissen nicht, wie sie berufliche Konflikte bewältigen können. Diese Skills lassen sich trainieren und vertiefen, um ein Arbeitsumfeld insgesamt angenehmer und effizienter zu gestalten. Oftmals lassen sich diese Trainings auch inhaltlich einbetten!

Viele Lerntrends halten an!

Wir haben also zusammenfassend eine gute und eine „schlechte“ Nachricht.

Die Gute: Viele bereits bekannte Trends bleiben uns für die vorhersehbare Zeit erhalten. Du musst als Trainer*in nicht unbedingt das Rad neu erfinden. Aber wenn Du Dich bis jetzt noch nicht mit einigen der großen Lerntrends der letzten Jahre beschäftigt hast, solltest Du das vielleicht kommendes Jahr nachholen!

Viele  Lernkonzepte sind gekommen, um zu bleiben. Daher unterstreichen wir hier auch nochmal die zentralen Trainingskonzepte, die Du kennen solltest. Wir haben zu vielen Konzepten auch bereits Artikel aus diesem Jahr, die Du Dir zu Hilfe nehmen kannst:

Die „schlechte“ Nachricht: Seminare und Trainings entwickeln sich immer weiter weg von Einheitslösungen. Individualität und Flexibilität rücken immer stärker in den Fokus. Das bedeutet nun mal auch, dass es für Dich als Trainer*in eventuell arbeitsaufwändiger wird. Aber: Wenn Deine Grundkonzepte und technische Settings stabil stehen, wird Dir auch die individuelle Anpassung immer leichter fallen.

Haben unsere Teilnehmenden sich verändert?

Die anhaltende Covid-Krise hat uns alle auf viele verschiedene Arten beeinträchtigt. Wechselnde Bestimmungen, Sorgen und für viele Menschen auch das Gefühl der Isolation.

Bei einem unserer letzten Live Coachings berichtete eine erfahrene Trainerin, dass ihr bei einem ihrer ersten Präsenz-Termine nach einer Weile auch eine deutliche Veränderung unter ihren Teilnehmer*innen aufgefallen sei.

Auch wenn sie als Trainerin happy war, dass es endlich wieder Präsenz gab, hatte sie das Gefühl, dass die Stimmung in den Lerngruppen insgesamt trotzdem gedrückt war. Einzelne seien sogar deutlich sichtbar von negativen Gefühlen geplagt worden.

Natürlich kannst Du sagen, dass Du als Trainer*in nicht Therapeut*in bist, aber: Teilnehmer*innen, die mit solchen Gefühlen beschäftigt sind, sind natürlich nicht offen für ein echtes Lernerlebnis. Auch die Gruppendynamik leidet darunter. Es ist daher durchaus in Deinem Interesse, dass die Grundstimmung positiv ist.

Haben die letzten 2 Jahre uns und unsere Lernenden also vielleicht so nachhaltig beeinflusst, dass wir auf die psychische Verfassung unserer Gruppen noch mehr eingehen müssen?

Wie kannst Du als Trainer*in dafür sorgen, dass Du die Grundstimmung anhebst und mehr auf diese Faktoren eingehst? Denn nur negative Entwicklungen festzustellen, reicht uns natürlich nicht, wir suchen nach konkreten Lösungen:

Lösungsansatz 1: Isolation

Menschen, die allein leben, waren in letzter Zeit besonders viel allein. Und selbst Menschen, die zusammenleben, wollten sich wohl nach Lockdown X irgendwann nur noch aus dem Weg gehen. Außerdem fehlen vielen natürlich die freundschaftlichen Kontakte außerhalb des häuslichen Umfelds.

Daher hast Du in Deinen Seminaren vermutlich viele Teilnehmer*innen sitzen, die sich dringend austauschen müssen. Dabei musst Du keine wertvolle Lernzeit abziehen, sondern eher während der Pausen und zwischendurch die Interaktion bewusst anschubsen.

Dafür gibt es einige Wege:

1. Austausch-Plattform bereitstellen oder anregen

Die Zeit während des Seminars ist schön und gut, aber der informelle Austausch kann sich natürlich erst außerhalb der Arbeitsphasen wirklich entfalten. Erstelle für Deine Teilnehmer*innen direkt eine Austausch-Gruppe oder gib Ihnen die Aufgabe, eine zu bilden. Da musst Du auch nicht unbedingt dabei sein, sie können gerne ihre eigene Whatsapp-oder Telegram-Gruppe aufmachen.

2. Gemeinsame Aktivitäten und Gruppenarbeit

Es kann die Gruppendynamik besonders stärken, wenn gemeinsame Übungen durchgeführt werden, auch gerne während der Pausen. Da viele Lernende vermutlich relativ gestresst sind, bieten sich auch Entspannungs- oder Meditationseinheiten an.

Kollaboratives und soziales Lernen ist Online ohnehin wichtig, aber insbesondere bei bedrückten Lerngruppen kann es sehr wirksam sein.

Anstatt alle in den Pausen ihrer Wege gehen zu lassen, kannst Du auch einen (virtuellen) Pausenraum öffnen, in dem sich die Gruppe locker austauschen kann. Eventuell am besten ganz ohne Deine Anwesenheit 😉 Du kannst sie dafür zum Beispiel auch auf eine andere Plattform (z.B. wonder.me) schicken.

Lösungsansatz 2: Zu wenig individuelle Betreuung

In Lerngruppen ist natürlich nicht immer Zeit, auf jedes Mitglied individuell einzugehen. Dabei brauchen das aktuell viele Lernende wahrscheinlich besonders. Wie kannst Du für mehr Individualität sorgen?

1. Kleinere Gruppen

Wenn Du auf diesen Faktor Einfluss hast, kann es sich lohnen, die Lerngruppe überschaubar zu halten. So kannst Du die Bedürfnisse der einzelnen Lernenden wesentlich besser im Blick behalten und Dir auch die Zeit nehmen, auf diese einzugehen.

Falls Du die Gesamtgruppengröße nicht festlegen kannst, achte auf die Gruppengrößen bei den Arbeitsphasen. In Kleingruppen können die Gruppenmitglieder besser aufeinander eingehen und auch zurückhaltende Teilnehmer*innen beteiligen sich eher.

2. Offener Dialog

Vielleicht merkst Du wie unsere Trainerin letztens, dass einzelne Teilnehmer*innen besonders abwesend oder bedrückt erscheinen. Dies offen (und im Einzelgespräch!) anzusprechen, kann hilfreich sein.

Selbstverständlich respektierst Du dann aber auch die persönlichen Grenzen, wenn jemand nicht über seine privaten Gefühle sprechen möchte. Aber Du wirst vielleicht überrascht sein, wie viele Menschen sich öffnen, wenn sie einfach mal ehrlich gefragt werden, wie es ihnen geht.

Lösungsansatz 3: Grundstimmung anheben

Viele von uns können einen Serotonin-Schub gut gebrauchen. Zum Glück gibt es einige Wege, wie wir unser Gehirn mit positiven Impulsen versorgen können:

1. Bewegung

Hier gibt es einige Möglichkeiten: Gemeinsame Stretching-Übungen während der Pausen oder Energizer, die ein Aufstehen erfordern. Das Thema Energizer ist insgesamt bei schlappen Lerngruppen besonders wichtig. Regelmäßige Energizer geben dem Gehirn einen Reset und nehmen den Fokus kurz von vielleicht ernsteren Lerninhalten.

Es muss aber nicht unbedingt sportliche Betätigung sein: Du kannst Deine Teilnehmer*innen auch einfach zu einem kleinen Spaziergang nach draußen schicken. Das kannst Du sogar auch noch mit einer Walk&Talk Einheit verbinden und so gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. So bekommen die Lernenden eine Dosis frische Luft und können sich gleichzeitig noch ein wenig austauschen.

2. Lernraum angenehmer gestalten

Über die Lernumgebung hast Du bei Online-Formaten oft wenig Kontrolle. Und leider haben viele Lernende tatsächlich viele Ablenkungen in Form von Mitbewohner*innen, Kindern oder Lautstärke.

Dennoch kannst Du hier Hilfestellung geben: Du kannst das Thema direkt zu Beginn ansprechen und Tipps für einen besseren Lernraum geben. Falls möglich kannst Du sogar im Vorfeld Päckchen schicken, die kleine Aufmerksamkeiten enthalten.

Denn im Übrigen können auch alleine haptische Impulse bei langen Online-Einheiten die Stimmung heben!

Hast Du einen Lösungsansatz, wie Du mit bedrückten Teilnehmer*innen oder Lerngruppen umgehst? Wir freuen uns, von Deine Erfahrungen und Tipps zu hören!

Pausen sind keine verschwendete Lernzeit!

Wir machen uns oft und viele Gedanken über die Gestaltung der Lerneinheiten. Dabei sind die Pausen vielleicht eher etwas, das nebenbei geschieht.

Eventuell sind sie für Dich manchmal sogar eher ein notwendiges Übel, da sie insbesondere Online noch häufiger eingeplant werden müssen. Und wenn Deine Online-Tage ohnehin schon kürzer sind, dann kann Dir die Pausenzeit schon mal wie vertane Zeit vorkommen.

Dabei zeigen aktuelle Studien, dass Pausen genauso wichtig sind wie die eigentlichen Lerninhalte. Denn erst in der Pause können wir unser neues Wissen erst wirklich reflektieren und somit festigen. Folgt dann eine erneute Wiederholung, wird das Gelernte wirklich abgespeichert.

Wiederholung ist essentiell

Der Spacing- oder auch Intervall-Effekt besagt, dass wir uns an länger zurückliegende Dinge schlechter erinnern. Dieses Phänomen kann vermutlich auch jeder von uns bestätigen. Genau aus diesem Grund sind regelmäßige Wiederholungen so wichtig, um Wissen langfristig abrufbar zu halten.

Beim Erlernen neuer Fähigkeiten arbeitet das Gehirn auch während der Pausenzeiten weiter, ohne dass wir uns dessen wirklich bewusst sind. Die erneute Aktivierung der entsprechenden Synapsen stärkt dann die Verbindungen. Am besten ist es sogar, wenn diese Reaktivierung in Form von Handlungskompetenz erfolgt.

Eine besonders effektive Aufstellung kann also wie folgt aussehen: Lernen – Pause – Anwenden – Pause – Lernen – Pause – Anwenden

Ein Konzept wie das Microlearning eignet sich daher ideal für eine Maximierung dieses Effekts. Beim Microlearning sollen kompakte Lernimpulse gegeben werden, die dadurch besonders effektiv sein können. Wenn Du mehr über die Umsetzung von Microlearning erfahren möchtest, kannst Du unseren Artikel hier lesen.

Eine aktuelle Studie zeigt, wie wichtig Lernpausen sind

Erst dieses Jahr hat eine Studie des amerikanischen National Institute of Neurological Disorders and Stroke nachgewiesen, wie unser Gehirn in Pausen arbeitet. Die gesamte Studie im englischen Original findest Du hier zur Einsicht, aber wir fassen die Ergebnisse nun einmal kompakt zusammen:

Während des gesamten Experiments wurden die Gehirnströme der Proband*innen gemessen und so konnte veranschaulicht werden, wie das Erlernen einer (hier sehr einfachen) Fähigkeit abläuft.

Die Testpersonen mussten immer 10 Sekunden eine Tätigkeit ausführen und im Anschluss 10 Sekunden pausieren bevor sie die Tätigkeit erneut ausführen. Die Gehirnströme zeigen dabei: Während der Pausenzeiten erhöht sich unser Kompetenzlevel sogar erheblich mehr!

Darstellung basierend auf der Studie Consolidation of human skill linked to hippocampo-neocortical replay, Juni 2021: Quelle

Auch wenn wir während der Pausenzeiten nicht aktiv lernen, verarbeitet das Gehirn die vielfältigen neuen Informationen. Das nennen die Forscher*innen hier Waking Replay, was soviel bedeutet wie „Wiederholung im Wachzustand“.

Der Begriff grenzt damit von der bereits bekannten Wiederholung im Schlaf ab. Du hast sicherlich schon mal davon gehört, dass unser Gehirn während wir schlafen alles andere als inaktiv ist. Wir lassen die Informationen des Tages Revue passieren und hier entscheidet sich auch, was abgespeichert und was aussortiert wird.

Einen ähnlichen Effekt konnte die Studie nun also auch während der Pausenzeiten nachweisen. Nur können wir hier sogar noch effektiver damit arbeiten und die Lern- und Pausenzeiten verknüpfen.

Was ist also gute Pausengestaltung?

Wie sorgst Du also dafür, dass Deine Pausen diesen Effekten besonders viel Raum geben? Da eine Pause dem Gehirn wirklich Zeit zur Reflexion geben muss, sollten eventuelle Aktivitäten wenig komplex sein.

Heißt, eher keine aufwendigen Spiele mit vielen Regeln. Was sich immer eignet, ist dagegen etwas leichte Bewegung. Gemeinsame Yoga- oder Stretching-Übungen können nicht nur entspannen, sondern auch den gesamten Körper wieder mit neuer Energie versorgen. In Online-Formaten eignet sich allgemein alles, was den Fokus kurzzeitig weg vom Bildschirm lenkt.

Wenn eine Art Pausen-Routine entsteht, ist das sogar noch besser. Denn die vertraute Wiederholung einfacher Muster ist fast wie Meditation und erfordert kaum aktives Bewusstsein. So bekommt das Gehirn eine Pause von neuem Wissen und kann sich der Aufarbeitung widmen.

Insgesamt kannst Du Deine Veranstaltungen auch immer auf allgemeine Planung überprüfen: Gibt es in verschiedenen Intervallen Wiederholungen? Sind die einzelnen Einheiten knackig genug? Gibt es ausreichend Pausen, also wertvolle Reflexionszeit?

Und wer weiß, vielleicht planst Du ja auf Basis dieses neuen Wissens in Zukunft sogar lieber Pausen ein. Denn sie sind erwiesenermaßen keine verschwendete Lernzeit!

Wie viel Spaß darf Lernen wirklich machen?

Lernen kann Spaß machen – Das ist gewissermaßen das inoffizielle Motto hier und Andreas bekannter Hashtag.

Denn ihre Mission ist es, die Erinnerungen an scheinbar ewige Input-Einheiten und Frontal-Unterricht vergessen zu machen. Lernen kann Interaktion bedeuten und ein positives Erlebnis sein.

So weit, so gut?

Dennoch assoziieren immer noch viele Trainer*innen den Begriff „Spaß“ mit Dingen, die sich nicht mit ihrem Verständnis des Lernprozesses vereinbaren lassen. Sie haben Sorge, dass ihre Seminare zu verspielt und ihrem Thema unangemessen werden.

Dafür hat sich sogar der Ausdruck „Disneyfication“ geprägt, der sich an die berühmten Erlebnisparks anlehnt. Denn Kritiker*innen meinen, dass sich auch das Lernen durch Trends wie Gamification oder Edutainment zu sehr einer Unterhaltungsshow annähert.

Sind Quizze, Spiele und Gamification-Einheiten in der Erwachsenenbildung wirklich fehl am Platz? Steht Spaß am Lernen einem effizienten Lernprozess tatsächlich im Weg?

Die Mischung macht’s

Ein Seminar ist keine Gameshow. Deine Aufgabe als Lernbegleiter*in ist es nicht, die Lernenden permanent zu bespaßen. Das sind wir uns vollkommen einig.

In Deiner Verantwortung liegt die Betreuung des Lernprozesses und die Anregung des Lernerfolgs. Dabei musst Du oft die Balance zwischen der Zufriedenstellung der Teilnehmer*innen und Deiner thematischen Agenda finden.

Auch bei einem Gedanken wie Edutainment kann die Waage schnell entweder in Richtung der „Education“ oder des „Entertainment“ ausschlagen. Die Kunst ist es eben, die richtige Balance zu finden.

Konzepte wie Gamification haben sich als Weg zu messbarem Lernerfolg mittlerweile bewährt. Es soll uns über den angeborenen „Spieltrieb“ natürlich motivieren und langfristigen Erfolg versprechen. Aber natürlich kann es auch hier passieren, dass es zu viel des Guten wird.

Die Frage ist: Heiligt der Zweck die Mittel? Wenn Edutainment oder Gamification effektiv motivieren und vermitteln, ist das dann nicht ein ziemlich wünschenswertes Ergebnis?

Es scheint, als liege die Fehlerquelle nicht unbedingt in den Konzepten an sich, sondern eher in der Umsetzung. Gamification-Einheiten eignen sich beispielsweise besonders gut für Energizer oder Aufmerksamkeitsbooster zwischendurch. Diese sind nämlich gerade Online sehr wichtig.

Eine eher spielerische, weniger ernste Einheit kann hier also eine mentale Pause verschaffen und die Lerngruppe mit neuer Energie versorgen. Mehr Infos zur Idee der Gamification findest Du in unserem Artikel hier.

Wenn Du den Spaß also eher als Streusel und nicht als Kuchen begreifst, kannst Du Deine Seminare unter Umständen noch effektiver gestalten.

Nicht nur Spaß beim Lernen, sondern Spaß AM Lernen

Die Begriffe Gamification und Edutainment sind zwei Beispiele für eine didaktische Vorgehensweise, die mehr Spaß in einen Lernprozess integrieren sollen.

Dabei musst Du gar nicht unbedingt auf diese Konzepte zurückgreifen, um Deinen Teilnehmer*innen Spaß am Lernen zu vermitteln. Die wichtigsten Grundsätze für einen positiv empfundenen Lernprozess sind Interaktion und Interaktivität. Denn nichts untergräbt die Motivation schneller als stumpfe Rezeption ohne eigene Beteiligung.

Natürlich musst Du Informationen vermitteln. Aber manchmal vergisst man dabei gerne, dass Menschen erst wirklich in der Phase des Ausprobierens lernen und abspeichern. Indem Du die einzelnen Einheiten kürzer hältst und Theorie und Praxis immer verschränkst, haben Deine Lernenden automatisch mehr Spaß.

Selbiges gilt für Interaktion und gruppendynamische Prozesse. Durch interaktive Einheiten fangen die Gehirne der Lernenden erst richtig an zu Arbeiten und sie entdecken den praktischen Nutzen des Wissens. Die Interaktion innerhalb der Gruppe bereichert dabei den Lernprozess zusätzlich.

Spaß bedeutet nicht immer Spiele. Spaß heißt auch einfach, dass Deine Lernenden aktiv in den Lernprozess eingebunden werden. Freude kann auch einfach dadurch erzeugt werden, dass die Teilnehmer*innen sich motiviert fühlen.

Die Hirnforschung hat sogar gezeigt, dass wir unter Stress erlerntes Wissen später wesentlich eingeschränkter nutzen können. Auch wenn wir uns manchmal an negativ behaftete Dinge langfristiger erinnern, haben positive Erinnerungen einen entscheidenden Vorteil:

Sie motivieren uns dazu, die entsprechende Handlung immer wieder auszuführen. In unserem Fall also, Lernen.

Wenn wir sagen „Lernen kann Spaß machen“ heißt das also vor allem, dass Deine Teilnehmer*innen den Spaß am Lernen selbst entdecken sollen. Denn viele Erwachsene haben leider oft das Gefühl, dass sie nicht mehr so gut lernen und scheuen es daher.

Motivation ist Lernfreude

Selbst, wenn Du weiterhin keine Quizze oder Energizer-Spiele einsetzen möchtest, kannst Du also über verschiedene Wege für mehr positive und damit motivierende Impulse sorgen. Fassen wir noch einmal zusammen, wie Du auch bei Erwachsenen mehr Lernfreude anregen kannst:

  • Lernerfolge mehr reflektieren und positiv herausstellen
  • Mehr Praxisbezug und interaktive Einheiten zur Anwendung
  • Fokus auf Kommunikation und Gruppendynamik
  • Aktive Nutzung der Lerngruppe und des Lernraums
  • Freies und kreatives Denken fördern
  • So viele Sinne wie möglich in die Erfahrung einbeziehen
  • Kollaborative und soziale Lernprozesse anregen
  • Methoden und Lerninhalte variieren
  • Einzelne Einheiten kürzer gestalten und mehr verschränken

Deinem Gespür vertrauen, aber offen bleiben

Was genau „angemessen“ ist, ist sehr individuell. Wir können hier unmöglich allgemeine Aussagen darüber treffen, wie viel Gamification etwa für Dein Thema oder Deine Zielgruppe passend ist.

Glücklicherweise bist Du ja selbst Expert*in für Dein Thema und hast ein Gefühl dafür, was sich Deine Lernenden wünschen würden.

Aber verurteile das Prinzip der Freude am Lernen vielleicht nicht von Anfang an. Denn das ist keine Frage des Alters. Oftmals assoziieren wir Begriffe wie „Spaß“ oder „Spiel“ ausschließlich mit Kindern und denken daher, es sei für Erwachsene nicht angemessen.

Dabei brauchen doch gerade Erwachsene öfter mal ein bisschen mehr Spaß in ihrem beschäftigten Alltag. Wenn wir die Freude am Lernen wieder entdecken, bekommen wir wieder Lust uns weiterzuentwickeln. Am Ende steht immer das Ziel, Deine Teilnehmer*innen zu motivieren und ihnen Lust auf Dein Thema zu machen.

Im Zweifel streust Du einfach mal eine neue Einheit ein und holst Dir besonders aktives Feedback Deiner Lerngruppe ein. Das ist im Allgemeinen immer ein guter Ansatz, um auch Dich und Deine Seminare weiterzuentwickeln.

Pädagogisches Grundwissen – Wie viel brauchst Du als Trainer*in?

Wenn man sich in der Erwachsenenbildung bewegt, wird man schnell eines feststellen: Viele der Trainer*innen, Coaches und Dozent*innen haben ihren Weg in die Lehre über einige Umwege gefunden.

Insbesondere freiberufliche Trainer*innen haben oft ihre Bestimmung über die eigene Praxis gefunden und geben im nächsten Schritt ihr Wissen in ihren Trainings und Seminaren weiter.

Was Du auch feststellen wirst: Diese Trainer*innen haben Jahre oder Jahrzehnte an praktischer Erfahrung, die ihre heutige Arbeit so wertvoll machen.

Anders als in klassischer Schul- oder Hochschulbildung ist oft kein bestimmter pädagogischer Abschluss erforderlich, um als Trainer*in erfolgreich zu sein.

Ist es also für Trainer*innen überhaupt notwendig, einen anerkannten Berufsabschluss in der Tasche zu haben? Bringt es Dir als Lernbegleiter*in überhaupt einen echten Vorteil, wenn Du Dich in pädagogisch-didaktischem Grundwissen weiterbildest?

Praxis macht weise

Wir sprechen hier oft über die Wichtigkeit von Handlungskompetenz. Das gilt für Deine Lernenden, aber natürlich auch für Dich als Trainer*in.

Wenn Du seit vielen Jahren Berufspraxis gesammelt hast, hast Du sicherlich auch ein ganzes Füllhorn an Wissen über Lernprozesse erlangt. Erfolgreiche Trainer*innen zeichnen sich auch selbst immer durch das Streben nach lebenslangem Lernen aus und entwickeln ihre Seminare kontinuierlich weiter.

Du bist als erfahrene*r Trainer*in ziemlich sicher auch ein Mensch, der besonders gut aus praktischen Erfahrungen lernt und sie analysiert. Denn es ist unwahrscheinlich, dass Deine Seminare einfach so von Anfang an perfekt funktioniert haben.

Ein wichtiges Element aus der Praxis ist außerdem das Feedback von echten Teilnehmer*innen. Ein theoretischer Leitfaden ist immer nur so gut wie das Feedback der Lernenden. Und sicherlich hast Du schon auf Basis von Rückmeldungen Deiner Lerngruppen Deine Methoden angepasst.

Was kann eine Fortbildung für Dich tun?

Wenn Du Dir Dein pädagogisches Wissen autodidaktisch oder rein praktisch angeeignet hast, weißt Du sicherlich eines: Es ist ziemlich zeitaufwendig. Dir alle Informationen selbst zusammenzusuchen, kann anstrengend und langwierig sein. Zudem bleibt immer die Frage, wie gut die gefundenen Informationen in der Praxis wirklich sein werden.

Außerdem: Wenn Du gerade erst anfängst und vielleicht eher planlos Methoden und Tools zusammenfügst, leiden eventuell Deine Teilnehmer*innen als „Versuchskaninchen“. Sie geben Dir dann wertvolles Feedback und Du kannst Dich weiterentwickeln, aber Deine ersten Seminare haben vielleicht weniger Qualität.

Aber wenn Du Deine Seminare direkt mit einem pädagogischen Hintergrund aufbaust, kannst Du viel Versuch und Irrtum vermeiden. In einer Fortbildung bauen die Informationen genau aufeinander auf und geben Dir ein stimmiges Gesamtkonzept statt eines Flickenteppichs.

Abgesehen davon, dass wir hier ganz genau wissen, dass kompetente Trainer*innen nicht zwingend einen bestimmten Abschluss brauchen, gibt es durchaus einige Auftraggeber*innen, die darauf Wert legen könnten. Das heißt, Du kannst Dir mit Hilfe eines Berufsabschlusses neue Zielgruppen erschließen.

Manchmal haben Erwachsene große Bedenken, in einem gewissen Alter noch eine strukturierte Weiterbildung anzugehen. Sie glauben nicht mehr, dass theoretisches Wissen wirklich Wert für sie haben kann.

Dazu sind zwei Dinge anzumerken: Eine gute Fortbildung sollte immer auf das besagte Handlungswissen ausgerichtet sein. Eine qualitative Weiterbildung orientiert sich an Berufspraxis und hilft Dir bei der konkreten Verbesserung Deiner Seminare.

Zweitens muss man manchmal selbst als Praktiker*in in den sauren Apfel der Theorie beißen, um praktische Erfolge möglich zu machen. Denn pädagogisches Grundwissen kann Dir ganz neue Einsichten geben.

Welches Grundwissen ist besonders hilfreich?

Den praktischen Nutzen von theoretischem Basiswissen können wir also nicht abstreiten. Aber welches Wissen ist für Dich als Dozent*in oder Trainer*in besonders essentiell?

1. Lernpsychologie

Du kannst den Lernenden immer nur bis vor die Stirn gucken. Mit Hilfe von lernpsychologischem Wissen kannst Du ganz genau verstehen, wie der Lernprozess funktioniert und Deine Lernbegleitung daran ausrichten.

Dazu zählt auch der methodische Einsatz von Lernmedien und Lernmitteln und wie diese am besten wirken.

Als Lernprozessbegleiter*in kannst Du Deine Lernenden individuell angemessen unterstützen und zum selbstständigen Lernen ermutigen. Denn als Lernbegleiter*in sollst Du schließlich nicht nur stumpf Input vermitteln, sondern Deinen Lernenden zeigen, wie sie ein Lernziel erreichen.

Dieses Wissen wird Dir auch besonders dann helfen, wenn einzelne Lernende auf Schwierigkeiten stoßen und Deine Begleitung besonders benötigen.

2. On- und Offline Lernprozesse

Mittlerweile geht an vielen Bildungsstätten und in Unternehmen nichts mehr ohne Online-Angebote. Und auch wenn das Präsenz-Lernen nicht in der nahen Zukunft gänzlich verschwinden wird, wird die Online-Sphäre sicherlich immer wichtiger werden.

Daher ist es für Dich als Pädagog*in auch wichtig, dass Du (digitale) Lernprozesse verstehst und einen erfolgreichen Lernweg vorzeichnen kannst – sowohl on- als auch offline. Das ist ganz schön viel verlangt, aber dieses Wissen kann Dir viele neue Zielgruppen und Auftraggeber*innen erschließen.

Zudem kannst Du mit dem Wissen über beide Lernprozesse auch eine kompetente Verbindung in etwa einem hybriden Setting aufbauen.

3. Verzahnung von Aus- und Weiterbildung

Hast Du vielleicht einen Ausbildereignungsschein? Dann hast Du bereits grundlegende Erfahrung damit, wie sich ein Ausbildungsprozess gestalten sollte. Der Weiterbildungsprozess für Erwachsene ist sicherlich in einigen Faktoren ähnlich und beide werden in der Praxis immer mehr verzahnt.

Ein wichtiger Wissensbestand beschäftigt sich also damit, wie Du den jeweiligen Kompetenzbedarf eines Betriebs oder Berufes in einen Lernprozess umsetzt. Aus- und Weiterbildungen orientieren sich idealerweise stark an den realen Arbeitsabläufen und erzeugen Handlungskompetenzen.

Daher ist hier auch besonders Wissen über Lerntransfer von Nöten. Denn Transferschwierigkeiten, also die mangelnde Überführung des Wissens an den Arbeitsplatz, ist ein großes Manko von ineffektiven Weiterbildungen.

4. Planungsprozesse

Wir haben schon herausgestellt, wie wichtig und lehrreich praktische Erfahrung als Lehrende*r ist. Gerade die methodische Planung einer längerfristigen Weiterbildung erfordert aber besonders viel strategisches Vorgehen.

Eine effektiv aufgebaute Weiterbildung zu erstellen, erfordert durchaus pädagogisches Wissen. Hinzu kommt, dass es Prozesse für Evaluation und Qualitätsmanagement geben muss. Denn diese Aspekte machst Du in der Praxis häufig eher ungesteuert oder einfach zu wenig.

Zu Planungsprozessen zählt auch die adäquate Planung und Durchführung von Prüfungen. Diese sind vielleicht nicht in allen Fällen nötig, aber die Prinzipien lassen sich auch auf Tests zur reinen Wiederholung anwenden.

Fazit

Viele Dozent*innen und Trainer*innen halten tolle und effektive Veranstaltungen ab, auch wenn sie als Quereinsteiger*innen zum Beruf gekommen sind. Es gibt nie den einen richtigen Weg, auf dem Menschen zu erfolgreichen Trainer*innen werden.

Eine strukturierte Weiterbildung kann Dir dennoch viele neue Perspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen. Denn Du bekommst einfach viel erprobtes Wissen an einer Stelle strukturiert vermittelt.

Das spart Dir Zeit und Nerven und bringt Dich außerdem noch mit anderen Pädagog*innen zusammen, die den Weg mit Dir gemeinsam gehen. Denn vor allem als Freiberufler*in ist man so oft Einzelkämpfer*in und vermisst oft den regelmäßigen, wertvollen Austausch mit Gleichgesinnten. In einer Weiterbildung knüpfst Du also Kontakte und eignest Dir im Verband neues Wissen an, dass Dir zukünftig beim noch fundierteren Aufbau Deiner Seminare helfen wird.

Du bist interessiert an einer Aufstiegsfortbildung, die Dich mit neuer Handlungskompetenz und wertvollem pädagogischem Wissen ausstattet?

Dann können wir Dir den Masterkurs zum/zur IHK-geprüften Berufspädagogen/in empfehlen. Es ist die Fortbildung, die Andrea selbst absolviert hat und seit einigen Jahren ebenfalls als Lernbegleiterin und Prüferin begleitet.

Du kannst hier weitere Informationen zum Abschluss finden oder Dir das kostenlose Info-Paket herunterladen. Am Dienstag den 02.11.2021 findet ebenfalls ein weiterer Live Infoabend statt, an dem Du mit Andrea und verschiedenen Absolvent*innen sprechen kannst.

Die verschiedenen Sozialformen – Wie Du sie effektiv einsetzt

Ein Seminar wird oft durch die verschiedenen Input- und Arbeitsphasen strukturiert. Grundsätzlich unterschieden wir hier zwischen 4 Sozialformen: Plenum (Input), Partnerarbeit, Gruppenarbeit und Einzelarbeit.

Mit der gewählten Sozialform gibst Du den Rahmen für die jeweilige Arbeitsphase vor. Die Sozialform löst bestimmte Verhaltensweisen und gruppendynamische Prozesse aus, die Du methodisch nutzen kannst. Eine Sozialform bringt Deine Teilnehmer*innen in eine gewünschte Kooperations-Situation und initiiert bestimmte Handlungsmuster.

Wahrscheinlich wendest Du die verschiedenen Sozialformen schon regelmäßig an – aber vielleicht noch ohne System. Daher schauen wir uns hier an, für welche konkreten Anwendungskontexte die unterschiedlichen Sozialformen sich eignen.

Grundsätzlich gilt: Teilnehmer*innen sind verschieden und sprechen auf Methoden und Sozialformen unterschiedlich an. Daher empfiehlt sich immer, eine Variation an Sozialformen einzusetzen, um alle besser in den Lernprozess einzubinden.

1. Plenum

Bei einem Plenum stehst Du als Lehrende*r mit Deinem Input im Vordergrund. Plenum wird manchmal auch „Frontalunterricht“ genannt, aber die meisten Menschen haben zu diesem Begriff mittlerweile schlechte Assoziationen, da es die Gruppe praktisch ausblendet.

Dabei ist die Gruppe selbst und die einzelnen Lernenden im Plenum ein nicht zu vernachlässigender Teil der Dynamik. Auch im Plenum solltest Du darauf achten, nicht an Deinen Teilnehmer*innen vorbei zu präsentieren und ihnen Raum für Fragen und Reflexion einzuräumen.

Ein Input selbst sollte immer strukturiert und am besten auch visuell angereichert sein. Halte Dich im Zweifel immer lieber kurz und teile längere Einheiten auf verschiedene Plenumsphasen auf, die mit anderen Sozialformen verwoben sind.

Stärkere Aspekte:

  • Vermittlung von wichtigem Basiswissen durch Expert*in
  • Gute Steuerung des Ablaufs möglich

Schwächere Aspekte:

  • Hoher Redeanteil der Lernbegleiter*innen bedeutet oft wenig Interaktion
  • Kann Konzentration und Aufmerksamkeit schnell abbauen

2. Einzelarbeit

Einzelarbeit bietet sich immer dann an, wenn Lernende sich einen Inhalt wirklich selbstständig erarbeiten sollen. In Einzelarbeit muss jeder für sich arbeiten und daher können sich einzelne Lernende nicht hinter einer Gruppe „verstecken“ und abschalten.

Einzelarbeit kannst Du auch zur Aufteilung von Arbeit nutzen, wenn sich eine kooperative Arbeit weniger anbietet.

Stärkere Aspekte:

  • Konzentriertes Arbeiten ohne größere Ablenkungen möglich
  • Gibt introvertierteren Teilnehmer*innen Raum, sich mit Inhalten auseinanderzusetzen
  • Fördert Selbstständigkeit und Verantwortung

Schwächere Aspekte:

  • Gibt sozialen Lerntypen keine Möglichkeit zur Diskussion
  • Eher reine Rezeption statt Reflexion
  • Kann lernschwächere Teilnehmende überfordern und demotivieren

3. Partnerarbeit

Partnerarbeit umfasst Kleingruppen aus genau 2 Mitgliedern. Für Partnerarbeiten bieten sich auch immer langfristigere Lern-Partnerschaften an, um individuelle gegenseitige Unterstützung zu fördern.

Bei der Zusammensetzung kannst Du entweder bewusst leistungshomogene Gruppen bilden, um unter den Gruppen keine Frustration auszulösen oder leistungsheterogene Gruppen einsetzen, um individuell zu fördern.

Stärkere Aspekte:

  • Mehr Beteiligung des Einzelnen als in Gruppen
  • Die Kleingruppen lernen sich untereinander besser kennen als in größeren Verbänden (kann bei bestimmten Inhalten sehr von Vorteil sein, wenn auf Vertrauen aufgebaut wird)

Schwächere Aspekte:

  • Partner musst Du vielleicht sorgfältiger auswählen als Gruppen, um gutes Arbeiten zu ermöglichen

4. Gruppenarbeit

Gruppenarbeiten sind vom Prinzip den Partnerarbeiten sehr ähnlich, umfassen aber mehr Mitglieder. Auch Gruppen können über einen längeren Zeitraum gebildet werden. Trotzdem solltest Du aber auch auf eine regelmäßige Durchmischung an anderer Stelle achten, um die Gesamtgruppe zu stärken.

Partner- und Gruppenarbeiten haben den zentralen Vorteil, dass mehrere inhaltliche Bereiche parallel bearbeitet werden können und so innerhalb derselben Zeit eine höhere Inhaltsdichte erzeugt werden kann. Beide fördern außerdem kooperative und kommunikative Fähigkeiten.

Die Gruppengröße sollte dabei in den meisten Fällen 3-5 nicht übersteigen, da ansonsten die Beteiligung der Einzelnen sehr oberflächlich werden kann. Idealerweise sollten Gruppenaufgaben so konzipiert sein, dass jedes Mitglied einen Beitrag leisten muss. Das kannst Du beispielsweise erreichen, indem jedes Gruppenmitglied einen separaten Text- oder Videoteil zugewiesen bekommt.

Stärkere Aspekte:

  • Fördert breitere gruppendynamische Prozesse, die insbesondere Online sehr wichtig sind
  • Interaktion und Reflexion des Inhalts festigt das Wissen
  • Erlaubt auch immer wieder mehr informellen Austausch

Schwächere Aspekte:

  • Stillere (oder unmotivierte) Lernende können sich leichter hinter einer Gruppe oder einzelnen leistungsstärkeren Lernenden „verstecken“
  • Das kann eventuell auch die ursprünglich motivierten Mitglieder auf Dauer runterziehen

Sozialformen kombinieren

Welche Sozialform Du auch einsetzt, ein paar Voraussetzungen sollten immer gegeben sein: Die Aufgabenstellung, Koordination und mögliche Ergebnispräsentation sollten von Anfang an deutlich sein. Insbesondere wenn Gruppenarbeiten oder Projekte bewertet/benotet werden, solltest Du auf besondere Klarheit achten.

Bei komplexen Gegenständen kannst Du auch immer mehrstufige Methoden einsetzen, die mehrere Sozialformen verbinden. Du kannst beispielsweise erst einzelne Teilbereiche in Einzelarbeit erarbeiten lassen und diese Arbeit dann in einer längeren Gruppenarbeit zusammenfügen lassen.

Die Kombination der Sozialformen hat den Vorzug, dass die potentiellen Nachteile aufgewogen werden können. Indem der Inhalt in verschiedenen Phasen erschlossen wird, bekommen die Lernenden außerdem ausreichend Zeit, um das Wissen zu verinnerlichen und sich zu beteiligen. Zudem werden so alle Schlüsselkompetenzen der verschiedenen Formen gefördert.

Eine sehr effektive Kombinationsmethode ist beispielsweise das Gruppenpuzzle. Es vereinigt Einzel- und Gruppenarbeit mit einem abschließenden Plenum. Diese Methode besteht grundsätzlich aus vier verschiedenen Phasen:

1. Selbstständiges Arbeiten (in der Stammgruppe)

Zunächst einmal werden Stammgruppen gebildet und jedem Gruppenmitglied wird ein Unterthema des Inhalts zugewiesen. Du kannst praktisch jedem Mitglied eine Zahl von etwa 1-5 geben zur späteren Identifizierung.

In dieser ersten Phase bearbeitet jeder Lernende dann seinen/ihren Teil des Oberthemas in Einzelarbeit.

2. Austausch in Expertengruppen

In Phase 2 treffen sich alle Lernenden mit demselben Unterthema in Expertengruppen (also z.B. alle Teilnehmer*innen mit der Nummer 2 in einer Gruppe).

In dieser zweiten Gruppenphase können sich die „Expert*innen“ mit Lernenden austauschen, die dasselbe Thema bearbeitet haben. So kannst Du Missverständnisse ausräumen und eine weitere Reflexion durch den Austausch anregen.

3. Rückkehr in die Stammgruppe

Im Anschluss kehren die jeweiligen Expert*innen in ihre ursprünglichen Gruppen zurück und jeder stellt sein/ihr Unterthema den anderen vor, um am Ende ein Gesamtbild zusammenzufügen. Hier kannst Du auch eine Ergebnissicherung anfertigen lassen.

4. Abschlussdiskussion & Evaluation

Zu guter Letzt kommen alle im Plenum zusammen und reflektieren den Prozess und klären eventuell offene Fragen.

Nach einer so umfangreichen Methode sollte auf jeden Fall auch immer ein Feedback oder eine Evaluation erfolgen. Das ist auch wertvoll für Dich, um in Zukunft vielleicht noch einige Stellschrauben im Ablauf anzupassen.

Theoretische Themen lebendiger vermitteln – Tipps & Methoden

Viele Trainer*innen und Dozent*innen müssen regelmäßig sehr theoretische Inhalte vermitteln.

Okay, sagen wir ruhig einfach „trocken“. Denn vermutlich würden die wenigsten Menschen Gesetzestexte als lebendig bezeichnen.

Dabei ist theoretischer Background oftmals unerlässlich oder sogar Teil eines verbindlichen Curriculums oder Prüfungswissen.

Das heißt: Gewisse Zahlen und Fakten müssen einfach vermittelt werden und es führt kein Weg daran vorbei.

Dennoch gibt es Möglichkeiten, um auch theorielastige Einheiten mehr anzureichern. Auf diese Weise hältst Du nicht nur die Aufmerksamkeit Deiner Teilnehmer*innen über längere Einheiten aufrecht, sondern verankerst dieses Wissen auch noch langfristiger.

Denn es geht nicht darum, einem Thema die Ernsthaftigkeit zu nehmen, sondern für Deine Teilnehmer*innen einen besseren Zugang zu öffnen.

Deinen persönlichen Bezug finden

Als Trainer*in oder Dozent*in bist Du bei theoretischen Themen oftmals vornehmlich Input-Geber*in. Dabei kannst Du dieses Wissen sogar noch effektiver vermitteln, wenn Deine Teilnehmer*innen Dich weniger als neutrale Vermittlungsinstanz wahrnehmen.

Was hat Dich ursprünglich zu Deinem Thema gebracht? Was begeistert Dich auch heute noch daran?

Wenn Du theoretisches Wissen in einen persönlichen Bezug bringst, steigerst Du die Motivation sich dieses Wissen anzueignen.

Perspektive wechseln

Manchmal sehen wir Inhalte einfach zu sehr als unveränderliche Fakten. Wenn Du möchtest, dass Deine Lernenden wirklich interessiert sind, musst Du ihre Perspektive einnehmen.

Was ist der konkrete Nutzen dieses Wissens? Wie werden sie es in Zukunft konkret anwenden können?

Je konkreter und persönlicher die Anwendungszenarien sind, desto plastischer wird der Lerngegenstand. Dabei solltest Du auch immer Deine Zielgruppe bedenken und was für sie im Berufsalltag wirklich wichtig ist.

Du erinnerst Dich sicher noch an den fortgeschrittenen Mathematik-Unterricht, bei dem sich die Schüler*innen ständig gefragt haben, wozu sie das überhaupt lernen sollen. Und zugegeben können sich die meisten Erwachsenen wohl nicht daran erinnern, wann sie das letzte Mal bewusst den Satz des Pythagoras angewandt haben.

Das Gefühl des fehlenden Praxisbezugs kann also ein Motivationskiller sein. Daher ist es so wichtig, dass Deine Teilnehmer*innen den konkreten Nutzen Deiner Inhalte immer vor Augen haben.

Das Wissen, das Du vermittelst, kann für Deine Teilnehmer*innen eine Lösung für reale Probleme sein. Dein Wissen kann ein Geschenk sein, das Du Deiner Lerngruppe gibst. So fühlen sich selbst Zahlen und Fakten weniger wie eine Pflichtübung an.

Finde die Geschichte

Storytelling wird immer mehr zum pädagogischen Trend. Und das nicht ohne Grund, denn Kontextualisierung ist neurologisch wirklich effektiv. Wir merken uns Geschichten wesentlich leichter als isolierte Fakten. Daher ist ein übergeordneter Zusammenhang Deinem Gegenstand immer dienlich.

Finde den roten Faden in Deinen Lerninhalten und ordne die theoretischen Inhalte in eine größere Geschichte ein.

Dieser Ansatz lässt sich auch immer gut mit dem ersten Tipp verbinden, denn wenn die erzählte Geschichte auch noch auf persönlichen Erlebnissen beruht, ist sie doppelt effektiv.

Wenn Du Probleme hast, eine wirksame Geschichte zu finden, stelle die Fragen, die wir in den ersten zwei Tipps aufgestellt haben. Denn sie zielen immer darauf ab, dass Du den wahren Nutzen Deines Lerngegenstandes herausstellst.

Weniger Blocken

Teilst Du Deine Inhalte in vorgeschaltete Theorie und im Anschluss kommt die Anwendung? Das ist schließlich eine übliche Vorgehensweise, da wir denken die Inhalte können nur so logisch aufeinander aufbauen.

Doch Du merkst immer häufiger, dass die Lernenden Dir direkt zu Anfang aussteigen und sich überfordert fühlen?

Dann probiere vielleicht einmal, diese Struktur aufzubrechen. Indem Du eher theoretische und mehr praktische Einheiten abwechselnd einsetzt, fühlen sich beide Teile weniger separiert an.

Entgegen althergebrachter Pädagogik kannst Du sogar mit einer einfachen praktischen Übung beginnen, um den Praxisbezug von Anfang an deutlich zu machen. Gleichzeitig hilft die Verzahnung von Theorie und Anwendung dabei, den praktischen Nutzen über das gesamte Seminar noch besser zu erkennen.

Insgesamt gilt auch, dass die einzelnen Einheiten (insbesondere Online!) oftmals kürzer und knackiger sein könnten. Je besser Du einen komplexen Inhalt aufbrichst, desto weniger fühlen sich die Lernenden überfordert. Gleichzeitig können visuelle Hilfen Deinen Lernenden mehr Ankerpunkte bieten als etwa ein reiner Text. Grundsätzlich gilt für theoretische Gegenstände immer: Anschaulichkeit und Verständlichkeit. Für mehr Tipps bezüglich anschaulicher Lernmaterialien, kannst Du beispielsweise diesen Artikel lesen.

Die Gruppe nutzen

Die Lerngruppe an sich sollte auch bei theorielastigen Themen methodisch eingebunden werden. Eine längere Input-Phase sollte meistens mit einer Gruppenarbeit verbunden werden, bei der das neue Wissen häppchenweise reflektiert werden kann.

Das Diskutieren und Hinterfragen der Theorie füllt sie mit deutlich mehr Leben als reine Rezeption. Indem sich die Teilnehmer*innen über den Inhalt austauschen und ihn sich gegenseitig erklären, können sie ihr Wissen besser überprüfen. So werden auch Unklarheiten deutlich, auf die Du später erneut eingehen solltest.

Denn Du kennst es vermutlich: Wenn Du einfach nur nachhakst, ob es Fragen gibt, kommt meistens nicht viel. Das heißt nicht einmal unbedingt, dass alles verständlich war. Sondern vielmehr, dass die Lernenden noch keine Zeit hatten, sich richtig mit den Inhalten zu befassen.

Eine interaktive Gruppenarbeit kann den Teilnehmer*innen daher genau diese wichtige Zeit geben und das Wissen besser festigen. Zeit ist allgemein immer ein Faktor, der Trainer*innen im Nacken sitzt. Aber es lohnt sich wirklich, Dir für die angemessene Anwendung der theoretischen Teile zu nehmen – Deine Lernenden werden es Dir auf jeden Fall danken.

Wenn Du immer noch das Gefühl hast, dass Du Deine Lerngruppe nicht angemessen motivieren kannst, bietet sich vielleicht ein Gamification-Ansatz an. Mit einem spielerischen Belohnungssystem oder Team-Spielen lassen sich Gruppen oftmals natürlich motivieren.

Mehr Infos zu Gamification findest Du in unserem Artikel zum Thema.

Methoden für Gruppenarbeiten

Zwei verwandte methodische Ansätze, die sich gut für die Aufarbeitung theoretischer Konzepte eignen sind Rollen- und Planspiele.

Beide sollen reale Situationen simulieren und erfordern von Deinen Teilnehmer*innen Reflexion und Transfer des Gelernten. Auf diese Weise holst Du Deine theoretischen Konzepte in die Realität und gibst Deinen Teilnehmer*innen ganz plastische Anwendungskontexte.

Rollenspiele beziehen sich normalerweise auf eine einzelne, konkrete Situation. Ein Rollenspiel kannst Du beispielsweise auch in Form einer Diskussion durchführen, bei der die Lerngruppe in Pro- und Contra-Gruppen eingeteilt ist. Denn Rollenspiele befassen sich oft auch mit der Identifikation mit verschiedenen Rollen und der eigenen Interpretation dieser. So kann sich der Gegenstand besonders echt und persönlich anfühlen.

Planspiele sind dabei meistens etwas differenzierter und erstrecken sich über mehrere Runden. Nach jeder Teiletappe wird ein weiteres Ziel oder eine zusätzliche Information in die Gruppen gegeben, das sie in der nächsten Phase erreichen müssen. Besonders interessant (und anspruchsvoll) gestaltest Du ein Planspiel, wenn Du nach einer Phase einen Störfaktor einbaust, der eine reflektierte Änderung der Planung erfordert.

Da ein gutes Planspiel also natürlich genügend Zeit erfordert, eignet sich auch gut als eine Art Abschlussprojekt am Ende Deines Seminars.

So erstellst Du ein gutes Quiz

Falls das Wort Quiz bei Dir direkt die Assoziation „Prüfung“ hervorruft – keine Sorge!

Ein Quiz legt viel größeren Wert auf eine spielerische Wissensabfrage, die vor allem auch zur Selbsteinschätzung und Wiederholung dient.

Daher kannst Du Quizze auch in jedem Format einsetzen, selbst wenn Dein Seminar überhaupt keine Unterscheidung zwischen bestanden/nicht bestanden umfasst.

Denn das ist der feine Unterschied zwischen einem Quiz und einer Prüfung. Eine Prüfung kann nicht bestanden werden und hat dadurch eine ganz andere Wirkung.

Falls Dein Seminar mit einer verbindlichen Prüfung abschließt, kannst Du mit Hilfe regelmäßiger Quizze sogar die Angst vor der finalen Prüfung abbauen!

Durch die periodische Wissensüberprüfung festigt sich gleichzeitig auch noch das neue Wissen, da ein gutes Quiz immer auch auf Anwendungswissen abzielt. Dazu gleich etwas mehr.

Ein Quiz kann ebenfalls effektiv als Gamification-Einheit eingebunden werden und bei Bedarf auch in Teams gespielt werden.

Die Basics: Fragetypen

Falls Du Dich bereits mal mit Quizzen oder Umfragen beschäftigt hast, kennst Du sicherlich die verschiedenen Fragetypen. Wir zeigen hier kurz die 4 wichtigsten und klären, wie Du die einzelnen Fragetypen am besten einsetzt:

1. Freitext-Fragen

Diese Frageform ist für offene Fragen geeignet. Hier können die Teilnehmer*innen ihre Antworten selbst formulieren und auch mehr ins Detail gehen. Freitext-Fragen bieten sich also vor allem auch für Transferfragen an, da sie frei gestellt sind.

Mit diesem Fragetyp können auch die Lernenden am besten ihren eigenen Wissensstand überprüfen, da sie hier wirklich übertragen müssen.

Freie Fragen eignen sich auch besonders für Umfragen oder eine Feedback-Abfrage.

Für die Lernbegleiter*innen hat diese Frageform allerdings den Nachteil, dass solche Antworten einen größeren Aufwand bei der Auswertung erfordern – vor allem in großen Gruppen!

2. Multiple-Choice Fragen

Der Klassiker unter den Fragetypen. Hier werden Antwortmöglichkeiten vorgegeben und es kann eine oder mehrere richtige Optionen geben.

Dieser Fragetyp ist wesentlich geschlossener und gibt Lernenden auch die Möglichkeit, eher zu „raten“ als wirklich etwas zu wissen.

Multiple-Choice-Fragen sind in der Datenauswertung wesentlich einfacher und eignen sich gut auch für eine prozentuale Darstellung etc.

3. Skalen-Fragen

Dieser Fragetyp fragt Tendenzen ab. Dabei ist zu bedenken, dass der Mensch eine natürliche Tendenz zur Mitte hat. Du musst also gut überlegen, ob Du einen Mittelpunkt anbietest, oder lieber eine gerade Anzahl an Skalenpunkten anbietest – je nachdem ob für Deine Auswertung eine deutliche Tendenz wichtig ist.

4. Zuordnungs-Fragen

Dieser Fragetyp erfordert die Zuordnung von zusammengehörigen Aussagen oder Kategorien. Das lässt sich in Online-Quizzen besonders intuitiv umsetzen mit Hilfe von Drag&Drop Funktionen. Wenn Du diese Fragen anspruchsvoller gestalten möchtest, kannst Du auch überschüssige Antworten einbauen.

Fragen 1-3 erstellt mit Google Forms, Zuordnungsfrage über blink.it

Das macht ein gutes Quiz aus

Jetzt wo die Basics geklärt sind: Wie ordne ich diese Fragen in ein effektives Quiz ein?

  • Der richtige Schwierigkeitsgrad

Stelle durchaus anspruchsvolle Fragen, die aber trotzdem mit Hilfe des bis jetzt behandelten Wissens gut beantwortbar sind. Also am besten ein gesundes Mittelmaß, um Deine Lernenden nicht zu unterfordern, aber auch nicht zu demotivieren.

  • Ausblick geben

Mit den richtigen Fragestellungen kannst Du Deinen Teilnehmer*innen auch einen Ausblick auf die spannenden Anwendungsgebiete geben, die Dein Thema bietet.

Durch Transferfragen müssen sie außerdem wirklich ihre eigenen Überlegungen in die Beantwortung einbeziehen und ihr Wissen anwenden.

  • Variation

Seitenweise Multiple-Choice-Fragen sind eher stumpf und fördern nicht unbedingt eine aktive Auseinandersetzung mit der Thematik.

Also mache auf jeden Fall Gebrauch von verschiedenen Fragetypen und schaue auch welche Möglichkeiten Dein Quiz-Tool vielleicht noch bietet.

  • Auf das Wesentliche konzentrieren

Sorge dafür, dass Du Dich pro Frage auf einen begrenzten inhaltlichen Bereich beziehst. Teile gegebenenfalls komplexere Bereiche lieber auf mehrere Fragen auf. Durch abgeschlossene Teilbereiche können sich Deine Lernenden besser konzentrieren und die Informationen auch abspeichern.

  • Nicht im Dunkeln lassen

Wenn es auf Deine Fragen richtige oder falsche Antworten gibt, solltest Du auf jeden Fall immer die korrekte Antwort direkt auflösen. Ansonsten verfestigt sich schließlich nur das falsch abgespeicherte Wissen.

Quizze als Gruppenarbeit

1.

Zamyat Klein beschreibt beispielsweise eine Quiz-Methode, die Fragen unterschiedlicher Schwierigkeit zu verschiedenen Oberthemen abfragen kann. Sie empfiehlt die Umsetzung über geteilte PowerPoint-Folien, aber Du kannst diese Methode auch über ein Tool wie das Jamboard umsetzen:

Wie die Methode im Detail funktioniert, kannst Du hier in ihrem Artikel lesen.

2.

Ein weiteres Gruppenquiz umfasst gleich zwei Stufen, in denen sich die Teilnehmer*innen mit den Inhalten auseinandersetzen müssen:

Du bildest Kleingruppen und lässt die Gruppen in Breakout Rooms zu vorgegebenen Kategorien Fragen für die anderen formulieren – eine pro Gruppenmitglied.  Auch für diese Methode lassen sich Whiteboards wie das Jamboard sehr gut verwenden.

Du erstellst eine Punktetabelle und dann geht es los: Aus der ersten Gruppe stellt ein Mitglied eine Frage und die anderen Gruppen haben maximal eine Minute Zeit um eine Antwort zu geben.

Das erste Gruppenmitglied, das „buzzert“ (über Online-Plattformen wie Zoom kannst Du statt einem „Hier“-Ruf oder einem vorher gewählten Gruppennamen auch etwa die Hand-Heben Funktion nutzen), darf eine Antwort für seine Gruppe geben.

Befindet die fragegebende Gruppe die Antwort für richtig, bekommt die entsprechende Gruppe einen Punkt. Ist sie falsch, wird die Frage an die anderen Gruppen weitergegeben. Pro Runde darf natürlich nur ein*e Vertreter*in aus jeder Gruppe eine Antwort geben.

Let’s Quiz

Wenn Du Quizzes lieber als Wissensabfrage in Einzelarbeit verwenden möchtest, lässt sich das für jeden methodischen Zweck umsetzen.

Es gibt eine große Fülle an Online-Tools für verschiedene Quiz-Bedürfnisse. Daher wollen wir hier keine generische Empfehlung geben, aber ein paar Tools nennen, bei denen Du mit der Recherche anfangen kannst:

  • Mentimeter
  • Google Forms
  • Kahoot
  • Learning Snacks

Du kannst auch regelmäßige Umfragen als Unterform eines Quiz einsetzen, um Stimmungen und Feedback einzuholen. Umfragen befassen sich nicht unbedingt mit inhaltlichen Dingen, sondern eher mit dem Seminarablauf. So bleibst Du in Kontakt mit Deiner Lerngruppe!

3 Ideen für Gruppenarbeiten in allen Seminarformaten

Gruppenarbeitsphasen sind ein wichtiger Bestandteil eines jeden didaktischen Konzepts, das innerhalb einer Lerngruppe stattfindet.

Dabei können Gruppenarbeiten verschiedene Zwecke erfüllen:

Manche Methoden dienen der reinen Stärkung des Gruppenverbandes, andere dienen der praktischen Erarbeitung einer Aufgabenstellung.

Grundsätzlich fragst Du Dich als Lernbegleiter*in bei der Konzeption Deiner Methoden natürlich immer zunächst, welches Lernziel eine Methode erfüllen soll.

Das gilt sowohl Online als auch Offline: Die Methode muss dem Lernziel dienen.

Ein wichtiger Punkt bei der Erstellung von Gruppenarbeiten ist auch immer die Gruppengröße.

Bedenke, dass je größer die Kleingruppe wird, desto schwieriger kann die Koordination sein. Zudem bieten größere Gruppen immer die Gefahr, dass sich introvertierte Teilnehmer*innen wieder mehr zurückziehen.

Somit hast Du bei zu großen Teilgruppen wieder dasselbe Problem, das Du auch in der eigentlichen Gruppe hast.

Außerdem können die Teilnehmer*innen in Kleingruppen leichter Vertrauen aufbauen und kommunizieren.

Achte also darauf, dass die Gruppengröße möglichst alle einzelnen Lernenden zur Mitarbeit anregt.

Dabei sei eins noch gesagt:

Du kannst Gruppenarbeiten mit Online-Tools auch in Präsenz- und Hybrid-Konzepten einsetzen. Denn kollaborative Tools eignen sich auch ideal zur Ergänzung oder Auflockerung dieser Formate.

Breakout Rooms richtig nutzen

Mittlerweile bietet Dir wohl jede Konferenz-Software die Möglichkeit Deine Teilnehmenden in Gruppenräume einzuteilen.

Trotzdem scheuen sich einige Trainer*innen vielleicht immer noch vor der Nutzung – entweder aus Angst vor der technischen Koordination oder der mangelnden Übersicht über die Gruppe.

Wenn Dich die technische Seite noch unsicher macht, empfiehlt sich immer ein kurzer Testlauf mit Freund*innen oder Kolleg*innen, bei dem Du Funktionen ausprobieren kannst.

Hier einige Tipps für die effiziente Nutzung von Breakout-Rooms:

1. Teilnehmer*innen nicht vergessen

Gerade, wenn Du es mit Lernenden mit ausbaufähiger digitaler Kompetenz zu tun hast, solltest Du Deine Gruppe so viel wie möglich einbinden.

Die Idee des Testlaufs kannst Du in solchen Fällen auch ein weiteres Mal gemeinsam vor Kursstart mit der Gruppe umsetzen.

Moderiere die Funktion der Gruppenräume entsprechend deutlich an und erkläre den Ablauf. Dabei sollte die Anmoderation auch immer einen deutlichen Arbeitsauftrag beinhalten.

Am besten gibst Du den Auftrag auch immer in schriftlicher Form oder durch einen Link im Chat.

In Online-Formaten ist das insgesamt ein wichtiger Tipp: Kommunikation ist besonders essentiell!

Je mehr Du Deine Gruppe in Deinen Ablauf einbindest, desto besser behalten sie den Überblick und bleiben auch während kurzer Wartezeiten gedanklich bei Dir.

2. Das richtige Maß an Übersicht

Als Trainer*in kannst Du Dich auch regelmäßig in die verschiedenen Gruppenräume beamen.

Dabei solltest Du bedenken, dass Deine Anwesenheit aber auch immer die Gruppendynamik beeinflusst und den Flow stören kann.

In Online-Formaten sind gerade die Gruppenphasen mit die wichtigste Zeit des Seminars. Denn so haben Deine Teilnehmer*innen endlich ein wenig Zeit, um sich untereinander persönlicher kennenzulernen.

Denn der informelle Austausch kommt in Online-Seminaren manchmal doch zu kurz und somit werden die Gruppenarbeiten ein sehr zentraler Faktor.

Plane daher auch auf jeden Fall genug Zeit für die Gruppenarbeitsphasen ein, damit Du diesen Prozessen genug Raum gibst.

Wenn Du also nicht gerade etwas Organisatorisches klären musst, kannst Du die Kontrolle ruhig mal etwas abgeben.

3 Ideen für interessante Gruppenarbeiten

1. Eine Aufgabe, viele Ergebnisse

Ein typischer Ablauf ist ungefähr so: Alle gehen mit derselben Aufgabe in die Gruppenräume und im Anschluss werden die im Grunde ähnlichen Ergebnisse im Plenum vorgestellt.

Das ist eher uninspiriert, oder?

Auf diese Weise hören die Lernenden spätestens bei der zweiten Präsentation nicht mehr richtig zu. Und das kann man ihnen auch kaum verdenken.

Eine relativ simple Lösung kann bereits darin liegen, einfach jeder Gruppe ein eigenes Teilstück des Lerngegenstandes zuzuweisen, sodass es später bei den Präsentationen nicht zu viel Redundanz gibt.

Du kannst aber auch einmal Folgendes ausprobieren:

Du gibst eine Aufgabe und jede Gruppe muss ihre Ergebnisse anders aufbereiten.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten diese Idee umzusetzen. Du kannst beispielsweise jeder Gruppe ein eigenes Tool zuweisen, mit dem sie die Ergebnisse präsentieren.

Eine Gruppe nimmt ein Padlet, die nächste das Jamboard und so weiter.

Oder jede Gruppe bekommt eine andere Form der Aufbereitung zugewiesen: Eine Gruppe stellt die Ergebnisse in Form einer Geschichte vor, eine andere nur mit Bildern.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Selbst, wenn sich die Ergebnisse inhaltlich überschneiden, bleiben sie durch die unterschiedlichen Darstellungsarten interessant und die Variation sorgt auch noch für bessere Verankerung des Wissens.

Bei einer solchen Vielfalt solltest Du natürlich darauf achten, dass Deine Lerngruppe über die entsprechende digitale Kompetenz verfügt oder Du alternativ alles genügend anmoderierst.

2. Diskussion statt Präsentation

Es kann effektiv sein, sich neues Wissen zu erarbeiten. Es kann sogar noch effektiver sein, sich mit diesem Wissen wirklich zu auseinanderzusetzen.

Wenn die Teilnehmer*innen eine Position einnehmen, müssen sie sich mit dem Lerngegenstand wirklich beschäftigen und ihn verstehen.

Du kannst bei vielen Themen beispielsweise Pro- und Contra-Gruppen bilden und nach der Arbeitsphase eine Diskussionsrunde eröffnen.

Mit einer solchen Methode müssen sich die Teilnehmer*innen in ein Szenario hineindenken und nicht stumpf etwas wiedergeben.

Auf diese Weise reflektieren sie das Gelernte und wenden es auf neue Kontexte an.

3. Weniger ist mehr

Manchmal neigen wir vielleicht dazu, die Ergebnispräsentation zu sehr in die Länge zu ziehen.

Gerade wenn Du aber nur eine einzelne Aufgabe an alle Gruppen gibst, entsteht so bei der anschließenden Präsentation schnell Wiederholung und Langeweile.

Wie wäre es also mal mit der Reduzierung auf das Wesentliche?

Jedes Gruppenmitglied oder ein*e Vertreter*in aus jeder Gruppe hat die Aufgabe, seine wichtigste Erkenntnis in nur genau einem Satz zusammenzufassen.

Alternativ kannst Du auch erfragen, welchen Punkt die Teilnehmer*innen bei der Erarbeitung am überraschendsten oder vielleicht auch irritierend fanden.

Wichtig ist nur, dass sie es in einem Satz zusammenfassen können.

Natürlich kannst Du diese Ergebnisse auch auf einem Whiteboard oder ähnlichem Tool visualisieren lassen.

Diese Methode geht zügig und eignet sich besonders für weniger komplexe Gegenstände oder auch zur Wiederholung von bereits bekanntem Stoff.

Zusammengefasst

Gruppenarbeiten sind wichtig und sie immer nur nach Schema F abzuspulen, kann für alle ermüdend sein.

Bringe also mit kreativen Methoden immer mal wieder frischen Wind in Dein Seminar!

Denn Abwechslung wirkt am allerbesten der (digitalen) Ermüdung entgegen und verhindert, dass Teilnehmer*innen abschalten.