Mit Microlearning zu mehr Lernerfolg

Kleine Häppchen sind leichter verdaulich. Das gilt auch fürs Lernen.

Microlearning beschreibt eine Lernform, die auf kurzen Lernimpulsen aufgebaut ist.

Dabei ist der Gedanke, dass knackigere Lerneinheiten die Konzentration besser aufrechterhalten und einfacher zu kontextualisieren sind.

Auch die Tatsache, dass die Aufmerksamkeitsspanne bei uns Menschen immer kürzer wird, macht Microlearning zu einem produktiven Ansatz.

Man hört oft, dass das Internet für diese Entwicklung verantwortlich ist. Aber woher kommt das eigentlich?

Seit Anfang der 2000er hat sich der Content im Internet immer weiter weg von statischen Inhalten bewegt. Wir konsumieren nicht mehr nur, sondern wirken durch dynamische soziale Netzwerke immer mehr mit.

Allein die Fülle an Inhalten auf einer Plattform wie YouTube bietet uns so viel Variation und Vielfalt, dass wir weniger verweilen. Die Online-Inhalte haben sich zudem immer stärker aufgespalten und diversifiziert.

Das Scrollen durch einen Facebook- oder Instagram-Feed erfordert viel weniger zielgerichtete Aufmerksamkeit. Daher merkst Du diesen Effekt wahrscheinlich insbesondere bei jüngeren Teilnehmer*innen stärker.

Dass kannst Du einerseits mangelnde Konzentrationsfähigkeit werten oder diese Entwicklung auch ganz neutral annehmen und Deine Lerninhalte darauf ausrichten, um den Lernerfolg zu erhöhen.

Microlearning ist bereits Teil unseres Alltags

Grundsätzlich lernen wir immer in vielen kleinen Schritten. Uns wird nicht einfach ganz plötzlich ein komplexer Zusammenhang oder Ablauf verständlich.

Um neue Dinge zu lernen, müssen wir uns die Prozesse in kleine Teilabschnitte aufteilen.

Daher bedeutet Microlearning auch nicht, dass die einzelnen Lernimpulse banal oder irrelevant sein müssen. Denn sie setzen sich später wie ein Mosaik zu einem großen Ganzen zusammen, aber die einzelnen Teilstücke sind überschaubar und zugänglich.

Diese Definition unterstreicht eigentlich nur, dass traditionelle Vorlesungen absolut nicht auf unser natürliches Lernverhalten ausgerichtet sind.

Stundenlanger Input ohne die Möglichkeiten zur Reflektion oder Anwendung überfordert uns daher. Wir versuchen dann oft uns diese langen Einheiten automatisch in kleinere Lernaktivitäten einzuteilen, etwa durch Notizen oder Nachfragen.

Durch reinen Input bekommen wir nicht ausreichend die Möglichkeit, den Lernprozess in verschiedene kleinere Phasen aufzubrechen.

Da die meisten von uns mittlerweile viele Inhalte in Online-Formen aufnehmen und verarbeiten, sind wir an Microlearning eigentlich schon gewöhnt.

Hier ein Video, da ein kurzer Beitrag und wir finden so unseren eigenen Lernweg durch die Inhalte.

Im Rahmen eines Trainings oder Seminars möchtest Du diesen diffusen Prozess aber natürlich genauer steuern und auf ein Lernziel ausrichten. Denn wenn wir so durchs Internet scrollen, nehmen wir gleichzeitig auch viel irrelevante Information auf und werden schnell abgelenkt.

Grundsätzlich lehnt sich das Konzept des Microlearning aber an das informelle und eher beiläufige Lernen an, das uns ohnehin jeden Tag begleitet.

Wie funktioniert Microlearning in der Praxis?

Micro-Content kann individuell auf Deine Lernthemen und Zielgruppen zugeschnitten werden. Dabei gibt es einige grundlegende Rahmenbedingungen, die für die optimale Aufnahme und kognitive Verwertung sorgen:

  • geringer zeitlicher Aufwand pro Einheit (zwischen 30 Sekunden und maximal 20 Minuten)
  • in sich thematisch geschlossene Einheiten
  • handlungsorientiert und praxisbezogen
  • auf Bedarf erneut abrufbereit
  • lässt Rückmeldungen durch Lernbegleiter*in oder die Lerngruppe zu

Wie Du siehst, soll Microlearning vor allem das Anwendungswissen unterstützen, das insbesondere in der Erwachsenenbildung von großer Bedeutung ist.

Ein Beispiel aus der Praxis ist beispielsweise das Lernen über YouTube-Videos. Diese erfüllen alle Bedingungen eines Micro-Contents. Einzelne kurze Videos sind in sich abgeschlossen und lassen in Form der Kommentare auch weiterführende Interaktion zu.

Wenn Du mehr über YouTube als Lernplattform lernen möchtest, kannst Du hier unseren Artikel zum Thema lesen.

Micro-Content zusammenfügen

Der Nachteil an etwa einzelnen YouTube-Videos ist, dass sie zunächst in keinem übergeordneten Kontext stehen.

Daher ist das Deine Aufgabe im Rahmen eines Trainings: Einzelne Micro-Einheiten zu einem stimmigen Microlearning-Konzept zu vereinen.

Du baust aus den einzelnen Impulsen einen Lernpfad, der am Ende zu einem Bild zusammenkommt.

Dabei kann auch die Kombination aus Online-Einheiten und Präsenz-Lernen sehr effektiv sein. So kannst Du beispielsweise theoretisches Basiswissen in einzelne Video-Inhalte aufteilen und die Präsenz zur aktiven Anwendung nutzen.

Ein großer Vorteil von Micro-Content, den Du etwa über eine Lernplattform bereitstellst, ist auch die größere Autonomie Deiner Teilnehmer*innen im Lernprozess.

Da die Lernenden in der Erwachsenenbildung häufig zu sehr heterogenen Lerngruppen zusammenkommen, können sie von einer thematischen Aufteilung sehr profitieren.

Ein Beispiel für thematische Aufteilung
aus unserem begleitenden Videokurs zum
Coaching-Programm Train The Online Trainer

Ist ein*e Teilnehmer*in beispielsweise bereits sehr erfahren auf einem bestimmten Teilgebiet, kann er/sie die entsprechenden Videos überspringen.

So kannst Du Deinen Lernenden die Möglichkeit geben, sich genau die Lerneinheiten anzuschauen, die für sie relevant sind. Auf diese Weise bleiben sie länger motiviert und können einen subjektiv höheren Mehrwert aus dem jeweiligen Training ziehen.

Ein weiterer Aspekt ist so abgedeckt: Micro-Content sollte wieder abrufbar sein. Indem Du also Videos oder andere Lernmedien zur Verfügung stellst, können die Teilnehmer*innen den Lernprozess an ihr persönliches Lerntempo anpassen.

So erstellst Du eigenen Micro-Content

1.

Zunächst einmal musst Du Dir wie immer Dein konkretes Trainings- oder Lernziel vergegenwärtigen. Dabei solltest Du Dein Lernziel so simpel und spezifisch wie möglich beschreiben können – denn wenn Du es selbst nicht konkretisieren kannst, wird es auch für Deine Teilnehmer*innen nicht greifbar sein.

2.

Im zweiten Schritt konzipierst Du die praktischen Übungen, die Du im Seminar mit Deinem Micro-Content verknüpfen willst. Wenn Du also ein kurzes Video als den eigentlichen Lernimpuls einsetzt, brauchst Du noch die passende Übung zur Anwendung oder Abspeicherung des Wissens.

3.

Anschließend wählst Du das Format für Deine Inhalte. Es gibt viele Möglichkeiten, wie Du Deine Lerninhalte an die Teilnehmer*innen heranführen kannst: Unter anderem als Quiz, Text, Video, Weblink oder als Foliensatz.

Bei Texten solltest Du besonders auf die Kürze achten, damit die Lernenden nicht mit Informationen zugeschüttet werden.

Zusätzlich bieten sich auch Audio- oder Videoinhalte sehr an, da die Information so über visuelle oder verbale Reize angereichert wird. Zudem können mit Hilfe dieser Formate komplexere Abläufe anschaulicher dargestellt werden.

Insgesamt solltest Du auf einen guten Mix setzen, denn eine variationsreiche Mischung bietet den Lernenden viele verschiedene Ansatzpunkte.

4.

Jetzt kannst Du einen groben Ablauf Deines Konzepts planen. Überprüfe noch einmal, ob alle Deine Inhalte wirklich relevant für das jeweilige Lernziel sind und in die oben genannten Rahmenbedingungen passen.

Plane die vorläufige Reihenfolge und sortiere die Inhalte nach Ähnlichkeit, Schwierigkeit und Produktionsaufwand. Überlege, welche Inhalte unbedingt im Kurs vorkommen sollten und welche eventuell aussortiert werden können.

Wenn Du glaubst, dass einige Einheiten noch zu viel Informationsdichte enthalten, teile sie auf kleinere Lerneinheiten auf.

5.

Nun geht es an die Erstellung der Inhalte. Orientiere Dich hier immer an Deiner konkreten Zielgruppe und dem Lernziel.

Erzähle eine Geschichte mit Deinen Inhalten, gebe praxisbezogene Beispiele und schlage auch immer einen Bogen zum Alltag Deiner Teilnehmer*innen. Achte auch auf klare Handlungsanweisungen.

Falls Du immer noch das Gefühl hast, dass Dein Inhalt nicht in einen Micro-Content passt, bereite weiterführende Materialien vor. Diese können interessierte Lernende dann bei Bedarf zur Vertiefung nutzen – so wird Dein Training noch effektiver!

Ein Konzept für moderne Bedingungen

Microlearning kann so effektiv sein, da es sich gut in die Bedingungen der modernen Arbeitswelt einfügt.

Idealerweise sollten alle Deine Micro-Contents nämlich auch auf mobilen Endgeräten problemlos nutzbar sein. So passen sie ebenfalls leichter in den Alltagsplan von beschäftigten Erwachsenen.

Die höhere Selbstbestimmtheit im Lernprozess erhöht ebenfalls die allgemeine Lernmotivation und sorgt dafür, dass in heterogenen Gruppen dynamisch auf die Unterschiede eingegangen werden kann.

Gleichzeitig sorgt die hohe Praxisorientierung für anwendbare Lernerfolge. Denn reines Faktenwissen kann immer einfach nachgeschlagen werden – das Handlungswissen vermittelst Du als Trainer*in.

Eigene Videos drehen? – Planung, Dreh und Schnitt für Einsteiger*innen

Videoproduktion kann anfangs überwältigend sein, gleichzeitig aber auch vielfältig eingesetzt werden.

Du kannst nicht nur Lernvideos für Deine Kurse drehen, sondern auch Material für Werbe- oder Image-Videos für Deine Webseite oder Social Media aufnehmen.

Persönliche Videos geben Deinem Online-Auftritt eine unheimlich individuelle Note und stellen Dich genauso dar, wie Du möchtest.

Auch in Veranstaltungen, die grundsätzlich in Präsenz stattfinden, kannst Du eigene Videos einsetzen, etwa zu einer vorgeschalteten Einführung oder inhaltlichen Vertiefung. Denn Menschen sind visuelle Kreaturen und eine veranschaulichter Lernimpuls kommt immer gut an.

Denn verschriftlichte Lernmaterialien sind immer eine gute Basis, aber viele Lernende profitieren besonders von Videos, die ihnen von Dir als Impulsgeber*in zur Verfügung gestellt werden. So bauen sie durch die Inhalte gleichzeitig eine Bindung zu Dir auf, was besonders in Online-Formaten sehr wertvoll sein kann.

Natürlich kannst Du solche Videos auch über Dienstleister*innen oder Agenturen produzieren lassen, aber Du bist vielleicht überrascht, welche Resultate Du selbst erzielen kannst.

Wenn Du also jemand bist, der lieber Zeit als Geld aufwendet und autodidaktisch veranlagt ist, wird Dir die Videoproduktion wahrscheinlich sogar Spaß machen.

Falls Du noch Bedenken hast, ob Du selbst Videos produzieren kannst, geben wir Dir hier eine ungefähre Prozessübersicht.

Schritt 1: Planung

Einfach drauf loslegen kann eine Methode sein. Jedoch wird Dich das ungeplante Filmen auf jeden Fall am Ende des Tages auch deutlich mehr Zeit kosten.

Vielleicht hast Du Bedenken, dass ein Skript Dir die authentische Wirkung nimmt. Du musst Dir auch nicht unbedingt ein komplett ausformuliertes Skript erstellen, aber mindestens organisierte Notizen solltest Du Dir für größere Projekte anlegen.

Wenn Du weitere Gegenstände oder Requisiten benötigst, lege Dir vorher alles griffbereit zurecht.

Du wirst vermutlich auch merken, dass Du je mehr Du in die Video-Produktion eintauchst, Du immer besser darin wirst. Wenn Du also anfangs noch denkst, dass Du zu hölzern wirkst, dann wird sich das mit der Zeit sicherlich etwas geben.

Vielleicht kannst Du Dein Skript zusätzlich erst im Vorfeld ohne Aufnahme „proben“, dann fühlst Du Dich während der eigentlichen Aufnahme weniger zum Ablesen verleitet.

Wenn Du gerne ablesen möchtest und glaubst, dass Du so zum Beispiel nicht den Faden verlierst, gibt es hier einen Geheimtipp: Es gibt verschiedene Teleprompter-Apps, mit deren Hilfe Du Dir auf einem Bildschirm während der Aufnahme Dein Skript anzeigen lassen kannst.

Schritt 2: Der Dreh und die Technik

Wenn Du Dich mit Online-Seminaren bereits beschäftigt hast, hast Du wahrscheinlich auch schon mit Hintergründen experimentiert.

Ob virtuell oder real, der Hintergrund kann für die Wirkung eines Videos entscheidend sein. Grundsätzlich ist ein neutraler Hintergrund immer angemessen und kann vielfältig weiterverwendet werden.

Es kann Dir im nächsten Schritt zudem sehr helfen, wenn Du Dir auf einer Seite immer etwas Platz lässt. Denn so kannst Du in der Bearbeitung Einblendungen einfügen und musst nicht Dein Gesicht verdecken.

Es gibt natürlich auch immer die Möglichkeit einen Greenscreen zu nutzen. Wenn Du Dein Material vor einem Greenscreen filmst, kannst Du die Aufnahmen hinterher am abwechslungsreichsten umgestalten.

Ein Faktor, der für jede Form des Hintergrunds gilt, ist die Beleuchtung. Insbesondere bei der Nutzung eines Greenscreens wird Dir professionelles Licht aber sehr helfen.

Dasselbe gilt natürlich für Kamera und Ton. Dabei ist der Ton besonders wichtig: Ein externes oder Ansteck-Mikrofon sind für die Tonqualität ein Muss.

Du kannst mittlerweile aber sogar mit einer hochwertigen Smartphone-Kamera qualitativ überzeugende Videos aufnehmen. Ein Stativ ist übrigens dabei zusätzlich für jede Kamera ratsam.

Wenn Du Dich regelmäßig von Deiner Kamera wegbewegen möchtest, kann Dir auch ein Selbstauslöser die Arbeit sehr erleichtern. So musst Du nicht ständig zur Kamera und zurück laufen, um die Aufnahme zu starten oder stoppen. Gleichzeitig ersparst Du Dir so später einige Schnitte.

Wenn Du regelmäßig Online-Veranstaltungen gibst, solltest Du aber vermutlich in diesen Kategorien schon ziemlich gut ausgestattet sein.

Schritt 3: Schnitt und Bearbeitung

Du hast Dein Roh-Material zusammen und stellst jetzt aber wahrscheinlich zwei Dinge fest:

Du hast einerseits viel zu viel Material und es gibt immer wieder Passagen, die Dir nicht gefallen oder zu trocken sind.

Wenn Du also nicht ein Video in einem einzigen Take aufnehmen willst, kannst Du mit Hilfe von Bearbeitungs- und Schnittprogrammen Dein Material neu zusammenstellen und aufpeppen.

Du kannst Text, Bilder oder andere Video-Schnipsel einblenden und Dein Material visuell anreichern.

Viele Einsteiger*innen versuchen diesen Schritt oft zu umgehen, da einige Schnittprogramme zugegeben anfangs ziemlich einschüchternd wirken können.

Um eine Sache kommst Du beim Schnitt allerdings nie wirklich herum: Den Zeitaufwand. Du wirst am Anfang vielleicht überrascht sein, wie viel Zeit selbst kleine Schnitt-Projekte verschlingen können.

Du kannst mit etwas Übung Deine Arbeitsabläufe zwar durchaus beschleunigen, aber Videobearbeitung dauert am Ende immer länger als man denkt.

Dafür lohnt sich dieser Aufwand aber tatsächlich auch sehr: Ansprechend bearbeitete Videos halten nicht nur die Aufmerksamkeit Deiner Zuseher*innen länger hoch, sondern wirken auch professioneller.

Welches Tool?

Wenn Deine Schnittprojekte nur minimalen Schnitt und eher visuelle Anreicherung benötigen, kannst Du mit einem Grafik-Programm wie Canva gute Resultate erzielen.

Canva ist vollgepackt mit Vorlagen und Design-Elementen für jeden Geschmack und jede Gelegenheit. Mit Hilfe von voranimierten Elementen kannst Du Deinen Videos so schnell einen interessanten Look geben.

Allerdings ist Canva für den eigentlichen Schnitt aktuell eher wenig geeignet, da Du keine separaten Timelines hast.

Daher wirst Du vermutlich schnell an die Grenzen eines Grafik-Programms stoßen und feststellen, dass Du eine zusätzliche Schnitt-Software benötigst.

Wenn Du wirklich nur ein paar Schnitte setzen möchtest, reicht oft sogar das mitgelieferte Programm des jeweiligen Betriebssystems aus, wie etwa iMovie oder Windows Movie Maker.

Es gibt aber auch einige kostenlose Schnitt-Programme, mit denen Du ein vollkommenes Projekt erstellen kannst. Hier wären beispielsweise als Einsteiger-Modelle Shotcut oder Lightworks zu nennen.

Persönlich kann ich als fortgeschrittene Schnitt-Software DaVinci Resolve sehr empfehlen. Dieses Programm ist das wohl mächtigste Schnittprogramm, das Du kostenlos nutzen kannst. Daher musst Du Dich hier eventuell mehr einarbeiten als bei einigen anderen, dafür bekommst Du aber auch ein sehr professionelles und umfangreiches Tool.

Wenn Du dann feststellst, dass Du sogar noch mehr Tools oder Support brauchst, kannst Du Dein Wissen immer noch auf kostenpflichtige Programme wie Premiere Pro von Adobe  oder Final Cut Pro (nur für Apple-Produkte) ausweiten.

Einfach mal probieren!

Videos produzieren macht zwar Arbeit, aber oft auch Freude. Vor allem, wenn Du feststellst, was Du alles selber kannst.

Natürlich bist Du nicht plötzlich ein*e professionelle*r Produzent*in, aber viele Teilnehmer*innen erwarten das auch überhaupt nicht von Dir.

Was bei ihnen punktet, ist Authentizität und Individualität.

Du musst nicht jede kleine Pause kleinschrittig herausschneiden und ein Lernvideo in ein Hochglanz-Werbevideo verwandeln.

Aber Du kannst Dir Video-Tools zu Nutze machen, um ein Video interessanter zu gestalten und Dir größere Freiheit bei der Aufnahme zu verschaffen.

Denn wenn Du mehr Material aufnimmst, kannst Du später immer noch Schnitte setzen oder Teilstücke neu anordnen.

Zudem kann alleine die Einblendung zusätzlicher Hinweise oder Bilder ein Lernvideo für Deine Teilnehmer*innen so viel anschaulicher gestalten.

Money Mindset – Geht es immer nur ums Geld?

Über Geld spricht man angeblich nicht. Aber wieso eigentlich nicht?

Für viele Trainer*innen ist ihre finanzielle Situation ein schwieriges Thema. Es fällt uns manchmal schwer, den subjektiv oder objektiv passenden Gegenwert für unsere Leistungen festzulegen.

Studien zeigen, dass insbesondere Frauen ihre Tagessätze in vielen Fällen niedriger ansetzen.

Hinzu kommt, dass das Thema Geld immer den Beigeschmack von egozentrischem Denken mit sich bringt. Denn wer den Fokus zu sehr auf die Vergütung legt, gilt schnell als unmoralisch und selbstsüchtig.

Der Begriff „Money Mindset“ schwebt aktuell viel durch den Diskurs rund um Bezahlung.

Dabei geht es entgegen dem ersten Gefühl nicht nur ums Geld verdienen und davon möglichst viel. Der Ansatz soll unsere Einstellung zum Geld und auch zu unserem eigenen Selbstwert herausfordern.

Denn als Trainer*in hast Du sicherlich Bedenken, dass zu hohe Tagessätze Deine potentiellen Auftraggeber*innen eher abschrecken statt anziehen.

Aber stimmt das überhaupt?

Was ist unser Money Mindset?

Zunächst einmal machen wir uns bewusst, dass unser persönliches Geldbewusstsein auf vielen verschiedenen Faktoren beruht:

Unter anderem auf unserem Business und dessen Erfolg, unserer Erziehung, dem jeweiligen Wirtschafts- und Finanzsystem, unserer eigenen Moral und auch den Menschen, die uns umgeben.

Daher ist unser Geldbewusstsein auch ein fließendes Konzept. Unsere Einstellungen können sich mit uns verändern.

Wie so vieles, beginnt Money Mindset also im Kopf. Dabei kommen verschiedene Bestandteile zusammen:

1. Was ist meine Geld-Identität?

Wie definieren wir uns in unserer eigenen Vorstellung?

Bin ich jemand, der in meiner Wahrnehmung auf gute und gesunde Weise viel Geld verdient?

Bin ich jemand, der wenig Geld braucht und glaubt, dass Geld verdienen nur über unlautere Mittel geht?

Unsere innere Einstellung definiert immer, welches Money Mindset wir leben und ausstrahlen.

2. Was ist mein Glaube über Geld?

Glaube ich, dass Geld verdienen nur funktioniert, indem ich andere Leute belüge und über den Tisch ziehe? Ist gutes Geld automatisch unmoralisch und egoistisch?

Oder:

Ist gute Bezahlung ist der Ausdruck von Wertschätzung? Denn meine Angebote verbessern das Leben meiner Kund*innen. Wenn ich mehr verdiene, bedeutet dass also auch, dass ich vielen Menschen geholfen habe. Zudem kann ich so weitere Projekte unterstützen, die mir am Herzen liegen.

Welche Geschichte erzähle ich mir selbst und anderen?

3. Die Wertschätzung meiner Zeit

Angebote zu kalkulieren kann schwierig sein. Berücksichtigen unsere Kalkulationen wirklich all die Zeit, die in unsere Arbeit fließt?

Bin ich mir darüber bewusst, wie viel Zeit ich in Zukunft für meine Arbeit und in anderen Bereichen des Lebens aufwenden möchte?

Wahrscheinlich verbringst Du auch viel Zeit damit, Dinge zu tun, die daraus resultieren, dass Du nicht Nein sagen möchtest. Gleichzeitig machen wir dadurch viele Kompromisse und sagen weniger Ja zu unseren eigentlichen Herzensprojekten.

Die Wertschätzung unserer Zeit reflektiert die Wertschätzung unserer eigenen Person. Denn Zeit ist wertvoll und wir bezahlen mit schlecht eingesetzter Zeit immer mit einem Teil unseres Lebens.

4. Was ist mein Selbstwert?

Wir haben viele Muster in unseren Köpfen, die uns klein halten. Das gilt leider insbesondere für Frauen.

Oftmals halten wir uns immer noch unterbewusst für weniger kompetent und „weniger wert“. Auch wenn wir natürlich gesellschaftlich weit gekommen sind, spielen viele dieser Faktoren immer noch im Hinterkopf eine Rolle.

Dabei geht es bei Selbstwert sowohl um uns als Person als auch um unsere beruflichen Kompetenzen. Diese beiden Dinge hängen meist eng zusammen und stehen und fallen mit unserer inneren Einstellung.

Dieser Punkt ist einer der wichtigsten, denn auch diese Einstellung zu unseren Fähigkeiten und Talenten können wir verändern. Wir haben Einfluss auf die Geschichte, die wir von uns erzählen und ob wir uns mit unseren Überzeugungen selbst unterstützen oder klein halten.

Wenn wir uns dann selbst genügend wertschätzen, können wir auch Bezahlung als Wertschätzung empfinden.

5. Was wir nach außen tragen

Bisher haben wir uns eher angeschaut, was in unserem Innern vorgeht. Natürlich tragen wir unsere innere Einstellung aber auch immer praktisch nach außen.

Die Glaubenssätze, die Du unter Punkt 1 und 2 für Dich festlegst, prägen auch Deine Interaktionen mit anderen.

Was Du selbst glaubst, gibst Du auch anderen weiter oder erzählst Deinen Kindern:

„Das können wir uns nicht leisten, Geld haben nur die anderen…“

„Das können wir uns gerade nicht leisten, was ist der nächste Schritt, damit wir das können? Alles ist möglich!“

Es macht also einen Unterschied, was Du Dir selbst und im nächsten Schritt dann anderen sagst. Ob Du die aktuelle Situation als Einbahnstraße betrachtest, oder als Station auf einer Reise. Wenn wir uns selbst als wertvoll genug betrachten, finden wir eine Lösung.

Muss ich mein Money Mindset überdenken?

Denn am Ende des Tages geht es beim Konzept des Money Mindset gar nicht um Geld.

Wir wollen natürlich nicht bestreiten, dass ein gewisses Maß an finanzieller Stabilität das Leben durchaus entstressen kann.

Aber wenn wir in unserem Innenleben ganz grundlegend unzufrieden sind, wird uns auch die größte Summe nie wirklich „genug“ sein.

Daher ist ein gesundes Geldbewusstsein immer wichtig, denn die Wurzeln dafür liegen in einer wertschätzenden Einstellung zu uns und unseren Fähigkeiten.

Das Thema Geld wird immer ein wenig tricky sein. Aber es kann hilfreich sein, wenn wir die Diskussion offen gestalten.

Diese Diskussion beginnt in unserem eigenen Kopf. Wir können uns oft nicht vorstellen, dass wir eine höhere Bezahlung wirklich verdienen und dass es realistisch ist diese einzufordern.

Selbstwertschätzung und Selbstliebe sind für uns oft noch schwierig und so verkaufen wir uns und unsere Angebote vielfach unter Wert.

Du weißt am besten, wie viel Arbeit wirklich in Deine Leistungen fließt und welchen Wert sie tatsächlich im Leben Deiner Teilnehmer*innen einnehmen.

Daher ist hier der Ansatzpunkt, wenn wir unser Geldbewusstsein verändern möchten. Denn wenn unser Selbstwertgefühl – ob persönlich oder beruflich – nicht an der richtigen Stelle ist, können wir keine gesunde Einstellung zu unserer Bezahlung darauf aufbauen.

Die positive Nachricht nochmal zum Schluss: Die Wurzeln eines ungesunden Money Mindsets sind oftmals unbewusst gelernt, aber können auch aktiv verbessert und neu gelernt werden.

Zurück in die Präsenz – Was ist jetzt anders?

Viele Trainer*innen und Dozent*innen sind aktuell wieder mehr oder weniger in Präsenz-Veranstaltungen unterwegs.

Für Einige konnte diese Rückkehr gar nicht schnell genug kommen und so werden auch gerne noch Kompromisse in Kauf genommen – Hauptsache wieder Präsenz!

Doch was hat sich verändert?

Abgesehen von den wechselnden Hygiene-Maßnahmen, über deren Einfluss wir hier gar nicht sprechen wollen. Die letzte Zeit war in vielerlei Hinsicht lehrreich und wir haben alle ungewohnte und neue Erfahrungen gemacht.

Was hat sich in den Köpfen verändert durch die Erfahrungen seit dem letzten Jahr?

Sehen wir Online-Lernen jetzt anders? Oder wollen wir das digitale Lernen so schnell wie möglich wieder hinter uns lassen?

Endlich wieder im Seminarraum!

Es ist verständlich, dass die Wiederaufnahme von Präsenz-Veranstaltungen für viele Trainer*innen eine riesige Erleichterung ist. Das Gefühl von Normalität und die Rückkehr zu gewohnten Abläufen ist eine willkommene Abwechslung nach vielen Monaten des „Distanz-Lernens“.

Wie sehen das eigentlich die Teilnehmer*innen?

Sicherlich freuen sich viele Schüler*innen oder Student*innen, dass sie durch Präsenz-Veranstaltungen wieder mehr sozialen Kontakt zu ihren Freundeskreisen haben können.

Auch wenn sich noch nicht alles wieder ganz „normal“ anfühlt, kann das Online-Lernen diese Komponente einfach oft nicht vollwertig ersetzen.

Und auch für die Familien bietet die Rückkehr zur Präsenz sicherlich ein wenig Entspannung. Denn das Homeschooling hat in vielen Familien durchaus an den Nerven gezehrt.

Doch in der Erwachsenenbildung haben sicherlich auch einige Teilnehmer*innen gemischte Gefühle.

Da Erwachsene häufig neben dem Beruf lernen, bietet ihnen das Online-Lernen größere Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit im Lernprozess.

Fixierte Präsenz-Termine können berufstätige Erwachsene oft schwieriger in ihren vollen Terminkalender integrieren. Auch bietet das flexible Selbstlernen etwa Menschen mit Kindern größeren Freiraum beim Lernen.

Insgesamt haben also viele Trainer*innen und Teilnehmer*innen die räumliche und oft auch zeitliche Unabhängigkeit des Online-Lernens sehr genossen und möchten auch in Zukunft auf diese Weise lernen.

Einige Trainer*innen haben jedoch Online-Seminare sicherlich nur als notgedrungene Übergangslösung toleriert, aber nie wirklich voll hinter dem Konzept gestanden.

Und es ist verständlich, dass Lehrende den echten Kontakt zu ihren Teilnehmergruppen vermisst haben. Daher haben einige Trainer*innen vielleicht auch nur eher halbherzig versucht, sich in digitalen Lernprozessen weiterzubilden.

Präsenz 2.0

Die meisten Lehrenden haben sich jedoch große Mühe gegeben, sich in digitale Lernprozesse einzuarbeiten und ihre Konzepte umzuarbeiten.

Die Rückkehr zur Präsenz mag sich daher erstmal wieder ungewohnt anfühlen. Präsenz muss erst wieder gelernt werden und es müssen sich alle an die jeweiligen Bedingungen gewöhnen.

Denn vor allem die ständig wechselnden Voraussetzungen haben bei Trainer*innen und Teilnehmer*innen große Unsicherheit ausgelöst.

Welche Erkenntnisse der letzten Zeit können wir für die Präsenz mitnehmen?

Viele Lehrende berichten beispielsweise, dass sie sich innerhalb eines Kollegiums wesentlich mehr intern ausgetauscht haben als zuvor. Die erhöhte Kommunikation durch den anfangs größeren Planungsaufwand ist sicherlich ein Element, das auch weiterhin wertvoll sein kann.

Außerdem haben viele Pädagog*innen durch den Online-Unterricht gemerkt, wie wertvoll das Feedback der Teilnehmer*innen für den Lernprozess ist. Die meisten Trainer*innen waren Neulinge im Online-Lehren und haben so verstärkt die Rückmeldungen ihrer Lernenden eingefordert.

Denn normalerweise sind Präsenz-Profis sehr gefestigt in ihren Konzepten und dabei vergessen wir vielleicht manchmal, unsere Methoden regelmäßig zu hinterfragen. Denn Potential für Verbesserung gibt es natürlich immer und indem wir mehr Feedback integrieren, findet auch eine stetigere Weiterentwicklung statt.

Das erhöhte Bewusstsein für digitale Medien hat auch dafür gesorgt, dass sowohl Bildungsträger als auch Teilnehmer*innen wichtige digitale Kompetenzen erworben haben. Die Sensibilisierung für Themen wie den Datenschutz und den sicheren Umgang mit digitalen Inhalten wird auch weiterhin relevant sein.

Ebenso kann die verstärkte Integration digitaler Lernmedien auch weiterhin dem Präsenz-Lernen dienlich sein. Indem die Lernmaterialien differenziert werden, können die Teilnehmer*innen im Lernprozess so vielfältig wie möglich unterstützt werden.

In Zukunft trotzdem mehr digital?

Auch wenn die Vorzüge der Präsenz unbestreitbar sind, haben viele Trainer*innen mittlerweile nämlich auch die besten Teile der digitalen Welt schätzen gelernt.

Dazu zählt unter anderem die größere Vernetzung über lokale Grenzen hinaus. Auch wenn ein großer Teil von Trainer*innen innerhalb ganzer (Bundes)Länder unterwegs ist, waren wohl viele nicht so weitläufig vernetzt wie sie es jetzt sind.

Doch wie sieht die Zukunft überhaupt aus? Es ist unwahrscheinlich, dass die Welt und der Bildungsbereich jemals wieder zu exakt demselben Status wie vor der Pandemie zurückkehren.

Institutionen und Bildungsträger haben neue Systeme implementiert, auf die sie sicherlich in Zukunft nicht mehr verzichten wollen.

Denn seien wir mal ehrlich: Eine Dosis mehr Digitalität hat vielen Bildungsangeboten durchaus gut getan und war wohl ohnehin überfällig. Beispielsweise der Einsatz eines Lernmanagement-Systems kann auch in einer Präsenz-geprägten Zukunft den Lernprozess effektiv unterstützen.

Die Bedenken gegenüber digitalen Elementen wurden in vielen Köpfen abgebaut und die Offenheit für beispielsweise Blended Learning Konzepte erhöht.

Wenn Du zukünftig an einem integrierten Lernkonzept interessiert bist, kannst Du in unserem Artikel zu Blended Learning wertvolle Tipps bekommen.

Durch die besondere Situation haben viele Trainer*innen erkannt, dass man mit Hilfe digitaler Angebote auf unerwartete Dinge besser vorbereitet sein und Ausfälle kompensieren kann.

Es muss also für Dich als Trainer*in kein Entweder-Oder sein. Du kannst in Zukunft weiterhin Deine gewohnten Präsenz-Veranstaltungen abhalten und gleichzeitig einige gute Online-Konzepte auf Lager haben.

Diese Flexibilität kommt nicht nur Deinem Business zu Gute, sondern bietet auch Deinen Auftraggeber*innen eine größere Auswahl. Auf diese Weise kannst Du Deine Angebote diversifizieren und Dich auf neue und breitere Zielgruppen einstellen.

Denn auch wenn die aktuelle Situation Präsenz zumindest teilweise möglich macht, kann sich die Lage schließlich immer wieder unvorhergesehen entwickeln. Indem Du dann sowohl Online- als auch Präsenz-Konzepte parat hast, wirst Du nicht mehr kalt erwischt.

Was wir gelernt haben

Präsenz-Lernen wird seine Bedeutung und seine Vorzüge nicht so schnell verlieren.

Doch es ist unbestreitbar, dass die Digitalisierung des Bildungsbereichs einen weiteren ordentlichen Push bekommen hat.

Sich vollkommen den Vorteilen digitaler Elemente zu verschließen, könnte in Zukunft sogar zum Nachteil werden. Indem wir weiterhin Präsenz-Formate als das Nonplusultra betrachten, stehen wir uns oft mental selbst im Weg.

Denn nur, wenn wir wirklich hinter unserem Konzept stehen, können wir auch die Teilnehmer*innen begeistern.

Selbst klassische Präsenz-Bereiche haben sich seit dem letzten Jahr mit Online-Lösungen angefreundet. Viele Trainer*innen hätten vorher wohl niemals gedacht, dass ihre Fachbereiche jemals online umsetzbar sein könnten.

Und vermutlich hätten sie es auch niemals versucht, wenn sie nicht gemusst hätten.

Homöopath*innen, Therapeut*innen, Sozialarbeiter*innen – alle haben stetig nach neuen Lösungen gesucht. Und das oftmals auch gemeinsam.

Denn es haben sich viele neue Online-Communities für Pädagog*innen entwickelt. Facebook-Gruppen und Foren haben sich als Treffpunkt für lernwillige Lehrende etabliert und engere fachliche Beziehungen geschaffen.

Daher war das Jahr 2020 wahrscheinlich auch für alle Trainer*innen, Lehrer*innen und Dozent*innen das lehrreichste Jahr überhaupt. Es war für viele notwendig, sich weit außerhalb der eigenen Komfort-Zone aufzuhalten und selbst viele neue Kenntnisse zu erwerben.

So destruktiv die Pandemie also in vielen Bereichen des Lebens gewesen ist, so hat die Situation auch Innovation und Kreativität in uns allen befördert.

Und vielleicht wird diese Erfahrung nachwirken und uns daran erinnern, dass die Dinge gerne aus dem Nichts kommen und wir dann breiter aufgestellt sind.