Brauche ich eine Lernplattform für meine Seminare?

Viele Schulen, Universitäten und Organisationen nutzen schon seit langer Zeit Lernplattformen für ihre Lernenden. Die digitale Unterstützung ergänzt oft auch Präsenz-Formate und stellt Unterlagen übersichtlich und ohne Papierchaos bereit.

Auch viele Trainer*innen und Dozent*innen nutzen für ihre Veranstaltungen ein Lernmanagement-System. Eventuell fragst Du Dich noch, ob sich eine solche Investition für Dich lohnt. Brauchen auch selbstständige Trainer*innen oder kleine Bildungsorganisationen ein LMS?

Was ist ein LMS genau – und was kann es nicht?

Über Lernplattformen oder Lernmanagement-Systeme kannst Du Materialien bereitstellen, die auch langfristig abrufbar sind. Im Prinzip ist ein LMS also einfach eine Content-Datenbank mit administrativen Funktionen. Du kannst verschiedene Gruppen und Kurse anlegen, die dort alle nötigen Unterlagen geordnet vorfinden. Sehr bekannt und viel genutzt sind sicherlich Moodle oder Canvas.

Über Moodle

Ein LMS ist im Gegensatz zu einem Autorentool hauptsächlich zur Bereitstellung von Material gedacht. Du kannst dort Deine erstellten Lernunterlagen wie Videos und Handouts hochladen. Ein Autorentool hingegen bietet Dir zusätzlich die Möglichkeit, Lerninhalte mit Hilfe des Tools zu erstellen – ein Beispiel ist etwa blink.it.

Du hast außerdem sicherlich schon von einigen Lernplattformen mit einem angeschlossenen Marktplatz gehört, wie Skillshare oder Udemy. Diese bieten sich an, wenn Du einen erstellten Kurs direkt über die Plattform an eine breite Masse verkaufen möchtest. Diese Option ist allerdings meistens nur geeignet, wenn Du Kurse zu kleineren Preisen erstellst und oft nimmt auch die Plattform selbst einen Anteil.

Viele Plattformen bieten auch zusätzliche Dienste wie Landing Pages, E-Mail Marketing oder eigene Zahlungsabwicklung an. Wenn Du also nach einer Allround-Lösung suchst und noch keine anderen Dienste für diese Zwecke nutzt, können auch solche Plattformen eine gute Wahl sein.

Überlege Dir also, welche Art von Plattform zu Deinen Bedürfnissen passt. Die meisten Anbieter haben auch die Möglichkeit, eine kostenlose Test-Version zu nutzen, also mache davon ruhig Gebrauch bevor Du Dich festlegst. Wir stellen Dir hier am Ende einige einsteigerfreundliche Lernplattformen/LMS vor.

Welche Funktionen bietet ein LMS

Was bietet Dir ein gutes LMS konkret an Vorteilen für Deine Seminare und auch für Deine Teilnehmer*innen?

  • Verwaltung und Organisation an einem Ort: Verschiedene Kurse und Gruppen individuell betreuen und Material für Teilnehmer*innen bereitstellen à bedarfsgerechtes Lernen
  • Kommunikation: Über Kommentarfunktionen oder integrierte Gruppen, sowie über die Verbindung zu Zoom o.Ä.
  • Lernfortschritt verfolgen und bei Bedarf nacharbeiten oder Erinnerungen versenden
  • Auswertungen über Quizze o.Ä.
  • Personalisierung/Anpassung an eigene CI
  • Einmal erstellte Kurse und Unterlagen lassen sich leicht duplizieren und ggf. aktualisieren à Zeitersparnis
  • Lernende können ganz auf Bedarf alle Inhalte nacharbeiten und das eigene Lerntempo unterstützen à zeit- und ortsunabhängiges Lernen, auch mobil
  • Vielfältige Lernunterlagen (Video, Text etc.) für jede Lernpräferenz einbinden

Einige Anbieter vorgestellt

Die Auswahl der geeigneten Lernplattform hängt ganz vom individuellen Bedarfsstand ab. Wir haben uns beispielsweise für die Plattform Coachy entschieden, da die direkte Integration einer Facebook-/Telegram-Gruppe und die Verbindung mit Digistore24 am Ende ein ausschlaggebender Faktor war. Darüber hinaus benötigten wir übersichtliche Funktionen, die auch für digitale weniger kompetente Zielgruppen geeignet sind und die Möglichkeit den Mitgliederbereich an das eigene Branding anzupassen.

Wir können die Plattform aus eigener Erfahrung sehr empfehlen und können mittlerweile auch sagen, dass der technische Kunden-Support sehr gut und vor allem auch schnell ist.

>>Zu Coachy

*

Hier sind noch einige andere Lernplattformen in einem bezahlbaren Preissegment, die Du Dir anschauen und nach Deinen Anforderungen bewerten kannst:

Reteach

Kosten: im “Grow” Paket 99€/Monat für bis zu 5 aktive Kurse

  • deutscher Anbieter
  • einfach zu bedienen
  • guter an Branding anpassbarer Look
  • Integration von Zoom – direkte Live Calls aus der Plattform möglich ohne extra Einladung

Memberspot

Kosten: 71,20€/Monat für bis zu 10 Kurse

  • einfache Bedienung, gute Performance und Design
  • liegt auf EU-Servern
  • Speicher unbegrenzt
  • inklusive App auch für Kundennutzung
  • auch individuelle Tarife möglich

Lerny

Kosten: 47€/Monat für bis zu 20 Kurse und 40 GB internen Speicherplatz (extern unbegrenzt)

  • deutscher Anbieter
  • Design gut an Branding anpassbar, eigene Domain
  • reine Kursplattform mit Mitgliederbereich
  • Videos aus YouTube/Vimeo oder direkt hochladen

Spreadmind

Kosten: 79€/Monat für bis zu 7 Kurse

  • deutscher Anbieter
  • auch im Paket als komplettes Business-Tool erhältlich: Website/Blog, Landingpages, Mitgliederbereich, Videohosting, E-Mail-Marketing, Zahlungsabwicklung

*Dieser Link ist ein Affiliate-Link, d.h. wir bekommen eine kleine Provision, wenn Du über diesen Link buchst. Die Empfehlung für die Plattform ist dennoch 100% ehrlich und aus eigener Erfahrung!

Große Gruppen, große Probleme?

Wir empfehlen meistens, dass die Gruppengrößen überschaubar bleiben sollen – auch und gerade auch Online. Die Gründe dafür liegen wohl auf der Hand: Besserer Überblick und mehr Potential für individuelle Betreuung.

Allerdings bekommen wir auch immer wieder Fragen von Trainer*innen oder Dozent*innen, die Online-Seminare mit einer sehr großen Teilnehmerzahl bewältigen müssen.

Gerade die digitale Welt hat viele Vorteile und öffnet viele Türen. Daher findest Du Dich vielleicht unerwartet in einer größeren Veranstaltung als geplant. Auch wenn Schulen oder Universitäten ihre Formate digitalisieren, musst Du gerne mal einen virtuellen Hörsaal mit 100 Teilnehmer*innen anleiten.

Wenn Du nur einen Vortrag hältst, verändert sich im Prinzip nicht viel, aber natürlich möchten die meisten Trainer*innen auch interaktive Elemente und Gruppenphasen integrieren. Die Frage ist also: Wie sorgst Du in einer großen Gruppe für Ordnung und Interaktion?

Hier sind einige Tipps, die Dir dabei helfen können:

Struktur rettet den Seminartag

Grundsätzlich ist deutliche Kommunikation und Struktur immer eine gute Idee. In großen Gruppen kann es Dir aber förmlich das Trainer-Leben retten. Denn unstrukturiertes Vorgehen endet bei vielen Beteiligten gerne im Chaos.

Das bedeutet ein guter Plan auf Deiner Seite und die kontinuierliche Kommunikation des Ablaufs an die Gruppe. Ablaufpläne sind in kleineren Gruppen manchmal zu starr, aber in Großgruppen erleichtern sie Dir die Moderation durchaus.

Auch die Kommunikations- und Dokumentationsprozesse sollten nicht dem Zufall überlassen werden, insbesondere wenn Ergebnisse erzielt werden sollen.

Dokumentation

Da wir gerade beim Thema sind: In großen Teilnehmergruppen passiert oft viel und gleichzeitig. Daher ist die organsierte Dokumentation der Ergebnisse besonders wichtig.

Kollaborative Tools für eine große Gruppe zu öffnen kann schnell unübersichtlich werden. Daher kannst Du etwa ein Whiteboard teilen und nach Wortmeldungen oder Gruppenphasen die wichtigsten Ergebnisse festhalten.

Je nach Format und Zielsetzung kannst Du auch die Dokumentation auslagern und stellvertretend von Teilnehmer*innen oder weiteren Moderator*innen übernehmen lassen.

Co-Moderation

Normalerweise eine freundliche Empfehlung, bei großen Gruppen fast schon eine Notwendigkeit.

In großen Gruppen kannst Du Dich nicht um jede einzelne technische Schwierigkeit selbst kümmern und permanent die Hauptveranstaltung unterbrechen. Eine Co-Moderation oder ein Technik-Support können sich diskret im Hintergrund um individuelle Teilnehmer*innen kümmern und Dir auch sonst zuarbeiten.

Mit den Co-Moderator*innen solltest Du Dich im Vorfeld gut austauschen und sie in den geplanten Ablauf einbeziehen. Zudem sollten sie so genau wie möglich wissen, welche Materialien oder sonstige Aufgaben sie vorbereiten können.

Falls Du keine Möglichkeit hast, externe Co-Moderator*innen einzusetzen, kannst Du zur Not zu Beginn designierte Rollen an Teilnehmer*innen vergeben. Eventuell stellt Dir ein Unternehmen auf Anfrage auch jemanden zur Verfügung, mit dem Du zusammenarbeiten kannst.

Puffer einbauen

Wie oft passiert es Dir, dass Methoden und Arbeitsphasen schneller gehen als geplant? Vermutlich eher selten, oder?

In großen Gruppen unterschätzt man gerne, wie lange einzelne Schritte dauern. Daher lohnt es sich auch genau zu überlegen, ob und wie beispielsweise Präsentationsphasen nach Gruppenarbeiten eingebaut werden. Die Ergebnispräsentation und -besprechung dauert selbst in kleineren Lerngruppen oft länger, daher lauert hier ein großer Zeitfresser.

Wenn Du in Großgruppen also interaktiv und auch in Gruppen arbeiten möchtest, plane immer eher weniger als mehr Inhalte ein.

Gruppenarbeiten

Ein intuitiver Schritt ist eine große Gruppe in kleinere Teilgruppen aufzuteilen. Je nach Deiner spezifischen Gruppengröße solltest Du darauf achten, dass diese Untergruppen dann nicht auch zu groß werden. Denn wenn auch die „Kleingruppen“ aus 15 Leuten bestehen, wird das eigentliche Problem nicht behoben.

Wie bereits angedeutet können viele kleine Gruppen dann allerdings eine Präsentationsphase erheblich ausdehnen. Sorge dafür, dass jede Gruppe stellvertretende Sprecher*innen ernennt, die die zentralen Gedanken aus der Gruppenphase kompakt vorstellen.

Abhilfe kannst Du auch über verschiedene Methoden schaffen, die Ergebnisse auf das Wichtigste reduzieren. So darf etwa jede Gruppe nur einen Satz oder ein Bild auf das Whiteboard setzen.

Es kann Dir auch helfen methodische Ansätze zu wählen, die nicht unbedingt eine Ergebnispräsentation erfordern, wie etwa Diskussionsrunden oder Pro-Contra-Szenarien. Alternative Methoden für Gruppenarbeiten kannst Du auch in unserem Artikel hier lesen.

Die richtige Methode

Es gibt verschiedene Ansätze für die Moderation auch großer Gruppen. Ein paar der bekanntesten stellen wir Dir hier als Anregungen kurz vor:

RTSC (Real Time Strategic Change)

Eine besonders strukturierte Herangehensweise für die Aktivierung und Projektplanung in Großgruppen. Es werden (oft über mehrere Tage) 4 Phasen durchlaufen: Aktueller Stand, Zukünftige Vision, Problemdiagnose, Handlungsbedarf zur Zielerreichung.

Diese Phasen sind natürlich für Deine Zwecke anpassbar, grundsätzlich ist die Einteilung in konkret abgesteckte thematische Phasen wichtig. Auch das strategische Denken soll so besonders geschult werden. Grundsätzlich wird beim RTSC Ansatz eine hierarchische Struktur eingehalten, die sich an reale Arbeitsabläufe anlehnt. Heißt also, Du als Leiter*in gibst Themen und die Marschrichtung vor.

World Café

Am anderen Ende des Spektrums befindet sich die World Café Methode. Hier stehen die Themen der Teilnehmer*innen besonders im Fokus. Ebenso ist eine offene und kooperative Kommunikation wichtig und es finden verschiedene Gesprächsrunden statt. Die Moderator*innen greifen hier nur wenig thematisch ein, sondern strukturieren eher den Ablauf.

Die Aufteilung in Gruppenräume ist hier besonders wichtig und in Präsenz-Runden wird auch gerne ein wenig dekoriert, um das lockere Café-Feeling zu bieten. Aber auch virtuell sollten sich die Teilnehmer*innen eine Tasse Kaffee oder Tee machen.

Die Zielsetzung dieser Offenheit ist der relativ geringe Aufwand und die minimale Anleitung von Deiner Seite. Es geht darum, die Gedanken und Herangehensweisen anderer Menschen kennenzulernen und konstruktive Gespräche zu erzeugen. Ein solcher Ansatz eignet sich also eher zur Themenfindung und offenen Diskussion.

Open Space

Auch der Open Space Ansatz orientiert sich an den von Teilnehmer*innen eingebrachten Themen, ist aber stärker auf Handlungs- und Ergebnisorientierung fokussiert.

Es werden zunächst im Plenum Themen gesammelt und dann einzelne Arbeitsgruppen geöffnet, die lösungsorientierte Ergebnisse und mögliche Projekte erarbeiten. Ablauf und Kommunikationsstruktur werden hier etwas strenger organisiert und eingehalten, aber grundsätzlich steht die Entwicklung von Ideen und Ansätzen durch offene Kommunikation in den Gruppen im Vordergrund.

MOVE

Der MOVE Ansatz eignet sich auch für die Bearbeitung komplexer Fragestellungen und umfangreicheren Projekten. Am Anfang steht immer ein konkretes Problemszenario. Darauf aufbauend folgen vereinfacht drei Stufen:

  1. Moderierte Themen- und Ideensammlung im Plenum
  2. Input der Teilnehmer*innen wird in Gruppen selbstorganisiert verdichtet und nach lösungsrelevanten Schwerpunkten gefiltert
  3. Verschiedene Intensiv-Gruppen zu einem Ergebnisziel, an dessen Ende ein konkreter Maßnahmenplan stehen soll

Speziell Online

Du hast über Online-Tools ein paar wunderbare Möglichkeiten, um eine Veranstaltung zu strukturieren. Grundsätzlich ist es nötig, dass die Stummschaltung immer aktiviert ist, wenn nicht aktiv gesprochen wird.

Mache auch auf jeden Fall Gebrauch von Breakout Rooms. Online hast Du den unschätzbaren Vorteil, dass Du Menschen ohne viel Aufwand in Gruppen bewegen kannst, ohne dass es Zeit kostet oder Unruhe im Raum entsteht.

Online solltest Du für einen reibungslosen Ablauf die Breakout Rooms entweder vorplanen oder von Deinem Support entsprechend einrichten lassen.

Durch die Bildschirmteilung kannst Du ebenfalls garantieren, dass alle Deine Teilnehmer*innen den gleichen Blick auf die jeweiligen Inhalte haben. Grundsätzlich hast Du durch die Zuschaltung vieler einzelner Menschen auch weniger individuelles Ablenkungspotential durch Nebengespräche im Raum. Um dieses Phänomen nicht virtuell über den Chat ersetzen zu lassen, solltest Du das private Chatten aber unbedingt abstellen!

Der Chat sollte nur offen für Fragen oder Kommentare an alle sein oder bewusst methodisch genutzt werden. Dabei sei allerdings beachtet: Wenn die einzelnen Ergebnisse hier relevant sind, kann auch der Chat eher Chaos stiften. Für ein Chat-Gewitter und ein wenig Aktivierung eignet sich der Chat aber auch in großen Gruppen!

Dich und Dein Angebot besser darstellen

Trainings und Coachings zu bewerben ist nicht einfach. Oftmals sind diese Konzepte und Dein Mehrwert weniger greifbar als etwa bei materiellen Produkten. Dabei ist der Wert Deiner Leistung natürlich nicht weniger hoch, aber die Kommunikation kann schwieriger sein.

Denn grundsätzlich gilt: Niemand möchte die Katze im Sack kaufen.

Unternehmen und Kund*innen möchten wissen, was sie konkret bekommen und wie es ihnen hilft. Daher gilt es, Deine Trainings als Lösung darzustellen, die Probleme bei Kund*innen lösen.

Marketing- und PR-Themen rufen bei vielen Menschen das Gefühl von Unaufrichtigkeit hervor. Wir persönlich vertreten immer die Meinung, dass Marketing offen und ehrlich sein sollte. Die Geschichten Deiner Teilnehmer*innen müssen echt und persönlich sein, denn nur dann fühlen sie sich auch aufrichtig an.

Wir wollen Dir nicht raten, leere Versprechungen zu machen oder überzogene Selbst-Beweihräucherung zu betreiben. Stattdessen möchten wir Dir Anregungen geben, wie Du Deinen realen Mehrwert entdecken und unterstreichen kannst.

Wie Du diesen dann auch effektiv kommunizierst, zeigen wir Dir hier:

1. Die richtigen Fragen stellen

Wenn Dein Produkt die Antwort ist, musst Du die entsprechenden Fragen kennen. Hier sind einige Leitfragen, mit denen Du Deinen konkreten Mehrwert herausarbeiten kannst:

Wer sind die Menschen in meiner Zielgruppe?

Welche Probleme begegnen ihnen in ihrem Arbeitsalltag?

Welche Kompetenzen können diese Probleme lösen?

Wie werde ich ihnen diese Kompetenzen vermitteln?

Was ist meine persönliche Geschichte zu diesen Themen?

Je konkreter und individueller Du diese Fragen beantwortest, desto leichter kannst Du die Antworten in Deine Kommunikation einfließen lassen.

2. Echte Fälle von echten Menschen

Marketing-Profis arbeiten gerne mit Testimonials. Das liegt daran, dass sich Deine potentiellen Kund*innen mit konkreten Personen viel besser identifizieren können. Gleichzeitig kannst Du den Effekt eines Trainings oder Coachings so wesentlich greifbarer machen und Erfolgsgeschichten erzählen.

Anhand von individuellen Geschichten kannst Du am besten demonstrieren, wie Du mit Deinem Angebot einen Mehrwert bietest. So können neue Kund*innen sich in diesen Stories wiedererkennen.

Auch bei Testimonials gilt: Bleib‘ authentisch und erfinde auf keinen Fall Menschen oder überhöhte Geschichten. Wenn Du zu diesem Zeitpunkt noch keine guten Testimonials hast, bitte vielleicht frühere Auftraggeber*innen oder fange jetzt einfach mit der Sammlung an.

Kontinuierlich und aktiv Feedback einzuholen ist ohnehin für Deine persönliche Weiterentwicklung wichtig. Aber gleichzeitig erstellst Du Dir so ein Portfolio aus Kundenstimmen und dokumentierten Fällen, die Du für Deine Kommunikation nutzen kannst.

Am allerbesten funktionieren diese sogar in Videoform, also bitte Deine Teilnehmer*innen ruhig um kurze Videos oder interviewe sie einfach. Denn Videos, in denen echte Menschen selbst zu Wort kommen und ehrlich erzählen, kommen besonders gut an.

3. Bilder

Ein Tipp, der sich vermutlich auf fast alle Formen von Kommunikation anwenden lässt und auch die Marken-Kommunikation macht hier keine Ausnahme.

Bilder kommunizieren ganz anders und viel direkter als reiner Text. Dabei kannst Du Bilder vielfältig einsetzen: Fotos (oder Screenshots) von Veranstaltungen oder Coachings zeigen Dich und Deine Arbeit in Aktion und Interaktion.

Bilder eignen sich für Deine Webseite und Social Media, aber auch für Flyer oder Broschüren. Denn Bilder wirken persönlich und holen Dein theoretisches Angebot in die Realität.

4. Online-Auftritt nutzen

Wenn Du aus der Präsenz kommst, hast Du wahrscheinlich bei den meisten Online-Dingen ständig das Gefühl, dass Du das alles mit realem Kontakt viel besser könntest. Das gilt sicher auch für den Verkauf oder die Platzierung Deines persönlichen Angebots.

Wenn Du zuvor noch nie eine Webseite oder Social Media betrieben hast, kommt es Dir bestimmt so vor, als könntest Du so Deine potentiellen Online-Kunden niemals so überzeugen, wie wenn Du direkt mit ihnen sprechen könntest.

Dabei musst Du in der digitalen Selbstdarstellung einfach nur eine etwas andere Sprache sprechen. Und auch über Online-Kanäle kannst Du viel direkter kommunizieren, als Du es vielleicht aktuell noch machst.

Digitale Wege eignen sich beispielsweise auch prima, um Appetithäppchen Deines Angebotes zu verteilen. Kleine Goodies oder Freebies geben Kund*innen einen Einblick in Dein Angebot und machen idealerweise Lust auf mehr.

Dabei muss es sich übrigens nicht um ein Online-Coaching oder einen Online-Kurs handeln – Du kannst mit guter digitaler Werbung natürlich auch auf Deine Präsenz-Angebote aufmerksam machen.

Potentielle Business-Partner*innen oder Dienstleister*innen zu googeln, ist für die meisten Menschen heutzutage ein natürlicher Schritt. Das mag Dich einerseits vielleicht noch einschüchtern, aber eröffnet Dir gleichzeitig unheimlich viele neue Möglichkeiten. Mit einem gut platzierten Online-Angebot kannst Du ganz neue Kunden- und Zielgruppen erschließen.

5. Ein konkretes Konzept

Ein belegbares Konzept verleiht Dir nicht nur Glaubwürdigkeit, sondern ist auch ein weiteres greifbares Puzzleteil. Wenn Du einen überzeugenden Plan darlegen kannst, wirkt das Angebot professioneller und durchdachter.

Wie genau willst Du die nötigen Kompetenzen oder das Wissen vermitteln? Wieso wählst Du diese Methoden und wieso funktionieren sie besonders gut?

Vielleicht funktioniert Dein Trainingskonzept sogar als Alleinstellungsmerkmal: Verwendest Du Methoden oder Konzepte, die vielleicht eher ungewöhnlich oder neuartig sind?

Bonus-Tipp: Wenn Du Deiner Methode einen griffigen Namen gibst, kannst Du auch damit auf Dich aufmerksam machen!

6. Je mehr Persönlichkeit, desto besser

Als Trainer*in bist Du natürlich untrennbar mit Deinen Seminaren verbunden. Und oft bist Du genau der Faktor, der Dein Angebot unter den vielen so besonders macht.

Du darfst und solltest Dich als Dreh- und Angelpunkt Deiner Seminare darstellen. Einheitsbrei und Schema F locken wirklich kaum noch Kund*innen hinter dem Ofen hervor. Trau‘ Dich einfach mal etwas und finde Deinen eigenen Weg.

Du kennst Deine Zielgruppe oft selbst am besten und weißt, was sie brauchen. In Verbindung mit Dir als greifbarer und nahbarer Person wird auch Dein Angebot attraktiver.

7. Nicht alles ist Gold, das glänzt

Ein großes Problem bei Marketing-Themen ist oft, dass alles viel zu perfekt scheint, um wahr zu sein. Mittlerweile hat perfektioniertes Hochglanz-Marketing also auch gerne den unerwünschten Nebeneffekt, dass es Kund*innen misstrauisch macht.

Oder es langweilt die Menschen einfach zu Tode, da es sich kaum noch von anderen Angeboten unterscheidet (siehe Punkt 6!). Du bist ein echter Mensch und wir wachsen ständig an unseren Aufgaben.

Bist Du manchmal auf den sozialen Medien unterwegs und denkst, dass es bei allen anderen viel besser läuft als bei Dir? Oft liegt das auch daran, dass nur die Erfolge geteilt werden und ein scheinbar perfektes Image des unfehlbaren Profis aufgebaut werden soll. Dieses Schema aufzubrechen kann Dich und Deine Seminare jedoch sogar viel persönlicher darstellen.

Dabei sind der richtige Ton und die Mischung entscheidend: Nur zu jammern ist natürlich nicht der richtige Weg. Es geht eher darum, nicht immer nur die glänzenden Highlights zu zeigen, sondern eine glaubhafte, menschliche Geschichte zu erzählen.

Das kannst Du auch besonders gut über Deine Social Media Kanäle umsetzen. Hin und wieder die Stolperfallen – und natürlich was und wie Du daraus gelernt hast – des Trainer-Alltags darzustellen, gibt Dir viel Authentizität.

Abschließend sei also gesagt: Die Zeit der Marktschreierei ist im Prinzip vorbei. Für die meisten Menschen ist das sicherlich eine gute Nachricht, da es mehr Raum für Persönlichkeit und Individualität lässt.

Mitunter der wichtigste Grundsatz für gutes Marketing ist Glaubwürdigkeit. Je echter und persönlicher Deine Kommunikation ist, desto mehr können sich Deine Kund*innen mit Deiner Message identifizieren.

Die Lerntrends für 2022, die Trainer*innen auf dem Schirm haben sollten

Was war Dein persönlicher Lerntrend in diesem Jahr? War es vielleicht Gamification oder einfach das Thema Rückkehr in die Präsenz?

Wenn wir hier das Wort „Trend“ gebrauchen, dann meinen wir einfach nur Entwicklungen, die sich in Bildungskontexten als wichtig oder beliebt herausstellen. Dabei musst Du natürlich auch als Trainer*in nicht jeden neuen didaktischen Ansatz verfolgen, sondern Dir eher einen möglichst breiten Überblick über das Angebot verschaffen.

Denn es gibt sicherlich Elemente, die einfach niemals aus der Mode kommen. Handlungsorientiertes Lernen wird immer eine gute Idee sein. Aber selbstverständlich steht auch die Bildungsbranche nicht still und es entstehen neue Schwerpunkte.

Was kristallisiert sich gerade als Tendenz heraus, das Du als Trainer*in in 2022 vielleicht umsetzen möchtest? Denn darum geht es hier: Dich und Deine Seminar-Angebote bestmöglich auf das neue Jahr vorzubereiten.

Stellen wir Dir jetzt also die 5 größten Lerntrends vor, die sich derzeit abzeichnen:

1. Lernen nach Bedarf

Lernen war zwar noch nie eine Einheitsgröße, aber in der Praxis haben traditionelle Bildungsinstitutionen das schließlich trotzdem viel zu lange umgesetzt. Mittlerweile bewegen wir uns in der Erwachsenenbildung immer weiter davon weg – zum Glück!

Denn Lernen erfordert eben nicht nur starre Vorträge und stundenlangen Input. Je mehr Individualität ein Konzept berücksichtigt, desto erfolgreicher wird der Lernprozess sein. Das nennt sich auch „Adaptives Lernen“ und stellt die Lernenden ins Zentrum.

Auf die individuellen Bedürfnisse und Präferenzen der Lernenden kannst Du mit standardisierten Inhalten oft nicht eingehen. Jede Zielgruppe braucht andere Wissensbausteine im Arbeitsalltag. Das ist für Dich natürlich manchmal mehr Aufwand, aber liefert Deinen Teilnehmer*innen eben genau den Mehrwert, den sie wirklich brauchen.

Insgesamt entwickelt sich Lernen zu einem immer flexibleren und unabhängigeren Prozess. Das schließt auch mit ein, dass Lerninhalte genau dann zur Verfügung stehen müssen, wenn sie gebraucht werden.

Dazu zählt im Übrigen auch der Gedanke „Mobile first“: Das Lernen von unterwegs und zu flexiblen Zeiten wird immer wichtiger. Das schließt oft eben auch mobile Geräte ein, also solltest Du bei der Erstellung digitaler Inhalte auch immer auf eine Optimierung in dieser Hinsicht achten.

2. Projektbasiertes Lernen

Wir sind uns vermutlich einig, wie wichtig Handlungsorientierung und Anwendungswissen für Erwachsene sind.

Das lässt sich einerseits durch eine direkte Verschränkung von Theorie- und Praxisblöcken erzielen. Andererseits wird aber auch das projektbasierte Lernen und Anwenden immer beliebter. Vielleicht integrierst Du ja auch bereits ein Abschlussprojekt in Deine Seminare.

Aber auch grundsätzlich eignet sich Projekt-Lernen als Konzept. Denn durch ein möglichst realitätsnahes Projekt-Szenario förderst Du gleichzeitig die konkrete Anwendung des Gelernten und lösungsorientiertes Arbeiten.

Ein Projekt simuliert eine Situation und erfordert deutlich mehr kreatives Denken und Anwenden als eine reine Wissensabfrage. Das ist nicht nur für die Entwicklung von Handlungskompetenz wertvoll, sondern erlaubt auch den Lernenden eine sehr individuelle Herangehensweise an die gestellte Aufgabe.

Falls gewünscht kannst Du hier auch gleich noch einen langfristigen Gruppenaspekt einbinden und die Projekte in Kleingruppen erarbeiten lassen.

3. Hybrid-Formate

Digitales Lernen wird auch kommendes Jahr nicht weniger wichtig! Es geht mittlerweile aber auch viel darum, wie Du Online-Konzepte integrieren kannst. Diese Elemente werden auch einfach deswegen wichtig, weil sich die Gesellschaft wieder mehr auf die Präsenz zubewegen möchte, ohne die liebgewonnenen Vorzüge der digitalen Welt zu verlieren.

An hybriden Veranstaltungen sind viele Auftraggeber*innen und Trainer*innen interessiert, aber die Umsetzung schreckt viele noch ab. Das liegt auch daran, dass eine gleichzeitige Betreuung von virtuellen und anwesenden Teilnehmenden wirklich fordernd sein kann.

Aber es zeigen alle Zeichen darauf, dass hybride Veranstaltungen nächstes Jahr eine zentrale Rolle spielen werden und daher sollten Trainer*innen ernsthaft überlegen, sich ein souveränes Hybrid-Konzept aufzubauen.

Du brauchst dabei noch Unterstützung? Ab dem 17.01.2022 bietet Andrea auch ein ganz gezieltes Hybrid-Modul an, dass Dir beim kompetenten Aufbau von hybriden Veranstaltungen helfen wird. Du kannst Dir >>hier den Kompaktkurs während des Weihnachts-Presale zum halbierten Preis sichern!

4. Immersives Lernen mit AR/VR

Du hast sicherlich schon einmal eine Virtual-Reality-Brille gesehen. Vielleicht verbindest Du VR aktuell auch noch mit Videospielen oder einfach unnötigen Technik-Spielereien. Auch Augmented Reality ist seit Jahren ein Technik-Trend und ist den meisten Menschen trotzdem höchstens in Form von Apps wie Pokémon GO bekannt.

Dabei ist das Konzept der Immersion, also des „Eintauchens“, auf unendlich viele Szenarien anwendbar. Daher bieten AR/VR ganz neue Möglichkeiten für Lernerlebnisse, die so nah wie nur irgend möglich an die Realität kommen. Für viele Arbeits- und Trainingsbereiche kann das unschätzbar wertvoll sein.

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Hinweis: Das Video ist ein VR-Training für Rettungskräfte! Es enthält u.a. nachgestellte Simulationen von Verletzungen!

Natürlich sind die meisten Unternehmen und Trainer*innen im Moment noch nicht mit einer vollen VR-Ausstattung gesegnet. Aber zum Glück lässt sich solches Equipment auch mieten!

5. Soft Skill Training

Reine Inhalte vermitteln ist die eine Sache. Deinen Teilnehmer*innen gleichzeitig auch noch wichtige soziale und gruppendynamische Prozesse nahezubringen, nochmal eine ganz andere.

Wahrscheinlich integrierst Du Soft Skill Training schon auf die eine oder andere Art, beispielsweise in Form einer Feedback-Kultur. Das kann ein wichtiger Baustein sein, genauso wie konstruktive Kritik, offene Kommunikation oder andere soziale Kompetenzen.

Diese Art von Schulung ist zum Beispiel im Führungskräfte-Training sehr verbreitet, aber lässt sich grundsätzlich in jedes Konzept einarbeiten. Denn Soft Skills sind überfachlich und können alle Lernenden unterstützen. So lernen Deine Teilnehmer*innen nämlich gleichzeitig Inhalte und wichtige Fähigkeiten, mit denen sie ihren Arbeitsalltag noch erfolgreicher gestalten können.

Denn viele Menschen fühlen sich etwa im Job oder Team zu wenig gehört oder wissen nicht, wie sie berufliche Konflikte bewältigen können. Diese Skills lassen sich trainieren und vertiefen, um ein Arbeitsumfeld insgesamt angenehmer und effizienter zu gestalten. Oftmals lassen sich diese Trainings auch inhaltlich einbetten!

Viele Lerntrends halten an!

Wir haben also zusammenfassend eine gute und eine „schlechte“ Nachricht.

Die Gute: Viele bereits bekannte Trends bleiben uns für die vorhersehbare Zeit erhalten. Du musst als Trainer*in nicht unbedingt das Rad neu erfinden. Aber wenn Du Dich bis jetzt noch nicht mit einigen der großen Lerntrends der letzten Jahre beschäftigt hast, solltest Du das vielleicht kommendes Jahr nachholen!

Viele  Lernkonzepte sind gekommen, um zu bleiben. Daher unterstreichen wir hier auch nochmal die zentralen Trainingskonzepte, die Du kennen solltest. Wir haben zu vielen Konzepten auch bereits Artikel aus diesem Jahr, die Du Dir zu Hilfe nehmen kannst:

Die „schlechte“ Nachricht: Seminare und Trainings entwickeln sich immer weiter weg von Einheitslösungen. Individualität und Flexibilität rücken immer stärker in den Fokus. Das bedeutet nun mal auch, dass es für Dich als Trainer*in eventuell arbeitsaufwändiger wird. Aber: Wenn Deine Grundkonzepte und technische Settings stabil stehen, wird Dir auch die individuelle Anpassung immer leichter fallen.

Haben unsere Teilnehmenden sich verändert?

Die anhaltende Covid-Krise hat uns alle auf viele verschiedene Arten beeinträchtigt. Wechselnde Bestimmungen, Sorgen und für viele Menschen auch das Gefühl der Isolation.

Bei einem unserer letzten Live Coachings berichtete eine erfahrene Trainerin, dass ihr bei einem ihrer ersten Präsenz-Termine nach einer Weile auch eine deutliche Veränderung unter ihren Teilnehmer*innen aufgefallen sei.

Auch wenn sie als Trainerin happy war, dass es endlich wieder Präsenz gab, hatte sie das Gefühl, dass die Stimmung in den Lerngruppen insgesamt trotzdem gedrückt war. Einzelne seien sogar deutlich sichtbar von negativen Gefühlen geplagt worden.

Natürlich kannst Du sagen, dass Du als Trainer*in nicht Therapeut*in bist, aber: Teilnehmer*innen, die mit solchen Gefühlen beschäftigt sind, sind natürlich nicht offen für ein echtes Lernerlebnis. Auch die Gruppendynamik leidet darunter. Es ist daher durchaus in Deinem Interesse, dass die Grundstimmung positiv ist.

Haben die letzten 2 Jahre uns und unsere Lernenden also vielleicht so nachhaltig beeinflusst, dass wir auf die psychische Verfassung unserer Gruppen noch mehr eingehen müssen?

Wie kannst Du als Trainer*in dafür sorgen, dass Du die Grundstimmung anhebst und mehr auf diese Faktoren eingehst? Denn nur negative Entwicklungen festzustellen, reicht uns natürlich nicht, wir suchen nach konkreten Lösungen:

Lösungsansatz 1: Isolation

Menschen, die allein leben, waren in letzter Zeit besonders viel allein. Und selbst Menschen, die zusammenleben, wollten sich wohl nach Lockdown X irgendwann nur noch aus dem Weg gehen. Außerdem fehlen vielen natürlich die freundschaftlichen Kontakte außerhalb des häuslichen Umfelds.

Daher hast Du in Deinen Seminaren vermutlich viele Teilnehmer*innen sitzen, die sich dringend austauschen müssen. Dabei musst Du keine wertvolle Lernzeit abziehen, sondern eher während der Pausen und zwischendurch die Interaktion bewusst anschubsen.

Dafür gibt es einige Wege:

1. Austausch-Plattform bereitstellen oder anregen

Die Zeit während des Seminars ist schön und gut, aber der informelle Austausch kann sich natürlich erst außerhalb der Arbeitsphasen wirklich entfalten. Erstelle für Deine Teilnehmer*innen direkt eine Austausch-Gruppe oder gib Ihnen die Aufgabe, eine zu bilden. Da musst Du auch nicht unbedingt dabei sein, sie können gerne ihre eigene Whatsapp-oder Telegram-Gruppe aufmachen.

2. Gemeinsame Aktivitäten und Gruppenarbeit

Es kann die Gruppendynamik besonders stärken, wenn gemeinsame Übungen durchgeführt werden, auch gerne während der Pausen. Da viele Lernende vermutlich relativ gestresst sind, bieten sich auch Entspannungs- oder Meditationseinheiten an.

Kollaboratives und soziales Lernen ist Online ohnehin wichtig, aber insbesondere bei bedrückten Lerngruppen kann es sehr wirksam sein.

Anstatt alle in den Pausen ihrer Wege gehen zu lassen, kannst Du auch einen (virtuellen) Pausenraum öffnen, in dem sich die Gruppe locker austauschen kann. Eventuell am besten ganz ohne Deine Anwesenheit 😉 Du kannst sie dafür zum Beispiel auch auf eine andere Plattform (z.B. wonder.me) schicken.

Lösungsansatz 2: Zu wenig individuelle Betreuung

In Lerngruppen ist natürlich nicht immer Zeit, auf jedes Mitglied individuell einzugehen. Dabei brauchen das aktuell viele Lernende wahrscheinlich besonders. Wie kannst Du für mehr Individualität sorgen?

1. Kleinere Gruppen

Wenn Du auf diesen Faktor Einfluss hast, kann es sich lohnen, die Lerngruppe überschaubar zu halten. So kannst Du die Bedürfnisse der einzelnen Lernenden wesentlich besser im Blick behalten und Dir auch die Zeit nehmen, auf diese einzugehen.

Falls Du die Gesamtgruppengröße nicht festlegen kannst, achte auf die Gruppengrößen bei den Arbeitsphasen. In Kleingruppen können die Gruppenmitglieder besser aufeinander eingehen und auch zurückhaltende Teilnehmer*innen beteiligen sich eher.

2. Offener Dialog

Vielleicht merkst Du wie unsere Trainerin letztens, dass einzelne Teilnehmer*innen besonders abwesend oder bedrückt erscheinen. Dies offen (und im Einzelgespräch!) anzusprechen, kann hilfreich sein.

Selbstverständlich respektierst Du dann aber auch die persönlichen Grenzen, wenn jemand nicht über seine privaten Gefühle sprechen möchte. Aber Du wirst vielleicht überrascht sein, wie viele Menschen sich öffnen, wenn sie einfach mal ehrlich gefragt werden, wie es ihnen geht.

Lösungsansatz 3: Grundstimmung anheben

Viele von uns können einen Serotonin-Schub gut gebrauchen. Zum Glück gibt es einige Wege, wie wir unser Gehirn mit positiven Impulsen versorgen können:

1. Bewegung

Hier gibt es einige Möglichkeiten: Gemeinsame Stretching-Übungen während der Pausen oder Energizer, die ein Aufstehen erfordern. Das Thema Energizer ist insgesamt bei schlappen Lerngruppen besonders wichtig. Regelmäßige Energizer geben dem Gehirn einen Reset und nehmen den Fokus kurz von vielleicht ernsteren Lerninhalten.

Es muss aber nicht unbedingt sportliche Betätigung sein: Du kannst Deine Teilnehmer*innen auch einfach zu einem kleinen Spaziergang nach draußen schicken. Das kannst Du sogar auch noch mit einer Walk&Talk Einheit verbinden und so gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. So bekommen die Lernenden eine Dosis frische Luft und können sich gleichzeitig noch ein wenig austauschen.

2. Lernraum angenehmer gestalten

Über die Lernumgebung hast Du bei Online-Formaten oft wenig Kontrolle. Und leider haben viele Lernende tatsächlich viele Ablenkungen in Form von Mitbewohner*innen, Kindern oder Lautstärke.

Dennoch kannst Du hier Hilfestellung geben: Du kannst das Thema direkt zu Beginn ansprechen und Tipps für einen besseren Lernraum geben. Falls möglich kannst Du sogar im Vorfeld Päckchen schicken, die kleine Aufmerksamkeiten enthalten.

Denn im Übrigen können auch alleine haptische Impulse bei langen Online-Einheiten die Stimmung heben!

Hast Du einen Lösungsansatz, wie Du mit bedrückten Teilnehmer*innen oder Lerngruppen umgehst? Wir freuen uns, von Deine Erfahrungen und Tipps zu hören!

Pausen sind keine verschwendete Lernzeit!

Wir machen uns oft und viele Gedanken über die Gestaltung der Lerneinheiten. Dabei sind die Pausen vielleicht eher etwas, das nebenbei geschieht.

Eventuell sind sie für Dich manchmal sogar eher ein notwendiges Übel, da sie insbesondere Online noch häufiger eingeplant werden müssen. Und wenn Deine Online-Tage ohnehin schon kürzer sind, dann kann Dir die Pausenzeit schon mal wie vertane Zeit vorkommen.

Dabei zeigen aktuelle Studien, dass Pausen genauso wichtig sind wie die eigentlichen Lerninhalte. Denn erst in der Pause können wir unser neues Wissen erst wirklich reflektieren und somit festigen. Folgt dann eine erneute Wiederholung, wird das Gelernte wirklich abgespeichert.

Wiederholung ist essentiell

Der Spacing- oder auch Intervall-Effekt besagt, dass wir uns an länger zurückliegende Dinge schlechter erinnern. Dieses Phänomen kann vermutlich auch jeder von uns bestätigen. Genau aus diesem Grund sind regelmäßige Wiederholungen so wichtig, um Wissen langfristig abrufbar zu halten.

Beim Erlernen neuer Fähigkeiten arbeitet das Gehirn auch während der Pausenzeiten weiter, ohne dass wir uns dessen wirklich bewusst sind. Die erneute Aktivierung der entsprechenden Synapsen stärkt dann die Verbindungen. Am besten ist es sogar, wenn diese Reaktivierung in Form von Handlungskompetenz erfolgt.

Eine besonders effektive Aufstellung kann also wie folgt aussehen: Lernen – Pause – Anwenden – Pause – Lernen – Pause – Anwenden

Ein Konzept wie das Microlearning eignet sich daher ideal für eine Maximierung dieses Effekts. Beim Microlearning sollen kompakte Lernimpulse gegeben werden, die dadurch besonders effektiv sein können. Wenn Du mehr über die Umsetzung von Microlearning erfahren möchtest, kannst Du unseren Artikel hier lesen.

Eine aktuelle Studie zeigt, wie wichtig Lernpausen sind

Erst dieses Jahr hat eine Studie des amerikanischen National Institute of Neurological Disorders and Stroke nachgewiesen, wie unser Gehirn in Pausen arbeitet. Die gesamte Studie im englischen Original findest Du hier zur Einsicht, aber wir fassen die Ergebnisse nun einmal kompakt zusammen:

Während des gesamten Experiments wurden die Gehirnströme der Proband*innen gemessen und so konnte veranschaulicht werden, wie das Erlernen einer (hier sehr einfachen) Fähigkeit abläuft.

Die Testpersonen mussten immer 10 Sekunden eine Tätigkeit ausführen und im Anschluss 10 Sekunden pausieren bevor sie die Tätigkeit erneut ausführen. Die Gehirnströme zeigen dabei: Während der Pausenzeiten erhöht sich unser Kompetenzlevel sogar erheblich mehr!

Darstellung basierend auf der Studie Consolidation of human skill linked to hippocampo-neocortical replay, Juni 2021: Quelle

Auch wenn wir während der Pausenzeiten nicht aktiv lernen, verarbeitet das Gehirn die vielfältigen neuen Informationen. Das nennen die Forscher*innen hier Waking Replay, was soviel bedeutet wie „Wiederholung im Wachzustand“.

Der Begriff grenzt damit von der bereits bekannten Wiederholung im Schlaf ab. Du hast sicherlich schon mal davon gehört, dass unser Gehirn während wir schlafen alles andere als inaktiv ist. Wir lassen die Informationen des Tages Revue passieren und hier entscheidet sich auch, was abgespeichert und was aussortiert wird.

Einen ähnlichen Effekt konnte die Studie nun also auch während der Pausenzeiten nachweisen. Nur können wir hier sogar noch effektiver damit arbeiten und die Lern- und Pausenzeiten verknüpfen.

Was ist also gute Pausengestaltung?

Wie sorgst Du also dafür, dass Deine Pausen diesen Effekten besonders viel Raum geben? Da eine Pause dem Gehirn wirklich Zeit zur Reflexion geben muss, sollten eventuelle Aktivitäten wenig komplex sein.

Heißt, eher keine aufwendigen Spiele mit vielen Regeln. Was sich immer eignet, ist dagegen etwas leichte Bewegung. Gemeinsame Yoga- oder Stretching-Übungen können nicht nur entspannen, sondern auch den gesamten Körper wieder mit neuer Energie versorgen. In Online-Formaten eignet sich allgemein alles, was den Fokus kurzzeitig weg vom Bildschirm lenkt.

Wenn eine Art Pausen-Routine entsteht, ist das sogar noch besser. Denn die vertraute Wiederholung einfacher Muster ist fast wie Meditation und erfordert kaum aktives Bewusstsein. So bekommt das Gehirn eine Pause von neuem Wissen und kann sich der Aufarbeitung widmen.

Insgesamt kannst Du Deine Veranstaltungen auch immer auf allgemeine Planung überprüfen: Gibt es in verschiedenen Intervallen Wiederholungen? Sind die einzelnen Einheiten knackig genug? Gibt es ausreichend Pausen, also wertvolle Reflexionszeit?

Und wer weiß, vielleicht planst Du ja auf Basis dieses neuen Wissens in Zukunft sogar lieber Pausen ein. Denn sie sind erwiesenermaßen keine verschwendete Lernzeit!

Wie viel Spaß darf Lernen wirklich machen?

Lernen kann Spaß machen – Das ist gewissermaßen das inoffizielle Motto hier und Andreas bekannter Hashtag.

Denn ihre Mission ist es, die Erinnerungen an scheinbar ewige Input-Einheiten und Frontal-Unterricht vergessen zu machen. Lernen kann Interaktion bedeuten und ein positives Erlebnis sein.

So weit, so gut?

Dennoch assoziieren immer noch viele Trainer*innen den Begriff „Spaß“ mit Dingen, die sich nicht mit ihrem Verständnis des Lernprozesses vereinbaren lassen. Sie haben Sorge, dass ihre Seminare zu verspielt und ihrem Thema unangemessen werden.

Dafür hat sich sogar der Ausdruck „Disneyfication“ geprägt, der sich an die berühmten Erlebnisparks anlehnt. Denn Kritiker*innen meinen, dass sich auch das Lernen durch Trends wie Gamification oder Edutainment zu sehr einer Unterhaltungsshow annähert.

Sind Quizze, Spiele und Gamification-Einheiten in der Erwachsenenbildung wirklich fehl am Platz? Steht Spaß am Lernen einem effizienten Lernprozess tatsächlich im Weg?

Die Mischung macht’s

Ein Seminar ist keine Gameshow. Deine Aufgabe als Lernbegleiter*in ist es nicht, die Lernenden permanent zu bespaßen. Das sind wir uns vollkommen einig.

In Deiner Verantwortung liegt die Betreuung des Lernprozesses und die Anregung des Lernerfolgs. Dabei musst Du oft die Balance zwischen der Zufriedenstellung der Teilnehmer*innen und Deiner thematischen Agenda finden.

Auch bei einem Gedanken wie Edutainment kann die Waage schnell entweder in Richtung der „Education“ oder des „Entertainment“ ausschlagen. Die Kunst ist es eben, die richtige Balance zu finden.

Konzepte wie Gamification haben sich als Weg zu messbarem Lernerfolg mittlerweile bewährt. Es soll uns über den angeborenen „Spieltrieb“ natürlich motivieren und langfristigen Erfolg versprechen. Aber natürlich kann es auch hier passieren, dass es zu viel des Guten wird.

Die Frage ist: Heiligt der Zweck die Mittel? Wenn Edutainment oder Gamification effektiv motivieren und vermitteln, ist das dann nicht ein ziemlich wünschenswertes Ergebnis?

Es scheint, als liege die Fehlerquelle nicht unbedingt in den Konzepten an sich, sondern eher in der Umsetzung. Gamification-Einheiten eignen sich beispielsweise besonders gut für Energizer oder Aufmerksamkeitsbooster zwischendurch. Diese sind nämlich gerade Online sehr wichtig.

Eine eher spielerische, weniger ernste Einheit kann hier also eine mentale Pause verschaffen und die Lerngruppe mit neuer Energie versorgen. Mehr Infos zur Idee der Gamification findest Du in unserem Artikel hier.

Wenn Du den Spaß also eher als Streusel und nicht als Kuchen begreifst, kannst Du Deine Seminare unter Umständen noch effektiver gestalten.

Nicht nur Spaß beim Lernen, sondern Spaß AM Lernen

Die Begriffe Gamification und Edutainment sind zwei Beispiele für eine didaktische Vorgehensweise, die mehr Spaß in einen Lernprozess integrieren sollen.

Dabei musst Du gar nicht unbedingt auf diese Konzepte zurückgreifen, um Deinen Teilnehmer*innen Spaß am Lernen zu vermitteln. Die wichtigsten Grundsätze für einen positiv empfundenen Lernprozess sind Interaktion und Interaktivität. Denn nichts untergräbt die Motivation schneller als stumpfe Rezeption ohne eigene Beteiligung.

Natürlich musst Du Informationen vermitteln. Aber manchmal vergisst man dabei gerne, dass Menschen erst wirklich in der Phase des Ausprobierens lernen und abspeichern. Indem Du die einzelnen Einheiten kürzer hältst und Theorie und Praxis immer verschränkst, haben Deine Lernenden automatisch mehr Spaß.

Selbiges gilt für Interaktion und gruppendynamische Prozesse. Durch interaktive Einheiten fangen die Gehirne der Lernenden erst richtig an zu Arbeiten und sie entdecken den praktischen Nutzen des Wissens. Die Interaktion innerhalb der Gruppe bereichert dabei den Lernprozess zusätzlich.

Spaß bedeutet nicht immer Spiele. Spaß heißt auch einfach, dass Deine Lernenden aktiv in den Lernprozess eingebunden werden. Freude kann auch einfach dadurch erzeugt werden, dass die Teilnehmer*innen sich motiviert fühlen.

Die Hirnforschung hat sogar gezeigt, dass wir unter Stress erlerntes Wissen später wesentlich eingeschränkter nutzen können. Auch wenn wir uns manchmal an negativ behaftete Dinge langfristiger erinnern, haben positive Erinnerungen einen entscheidenden Vorteil:

Sie motivieren uns dazu, die entsprechende Handlung immer wieder auszuführen. In unserem Fall also, Lernen.

Wenn wir sagen „Lernen kann Spaß machen“ heißt das also vor allem, dass Deine Teilnehmer*innen den Spaß am Lernen selbst entdecken sollen. Denn viele Erwachsene haben leider oft das Gefühl, dass sie nicht mehr so gut lernen und scheuen es daher.

Motivation ist Lernfreude

Selbst, wenn Du weiterhin keine Quizze oder Energizer-Spiele einsetzen möchtest, kannst Du also über verschiedene Wege für mehr positive und damit motivierende Impulse sorgen. Fassen wir noch einmal zusammen, wie Du auch bei Erwachsenen mehr Lernfreude anregen kannst:

  • Lernerfolge mehr reflektieren und positiv herausstellen
  • Mehr Praxisbezug und interaktive Einheiten zur Anwendung
  • Fokus auf Kommunikation und Gruppendynamik
  • Aktive Nutzung der Lerngruppe und des Lernraums
  • Freies und kreatives Denken fördern
  • So viele Sinne wie möglich in die Erfahrung einbeziehen
  • Kollaborative und soziale Lernprozesse anregen
  • Methoden und Lerninhalte variieren
  • Einzelne Einheiten kürzer gestalten und mehr verschränken

Deinem Gespür vertrauen, aber offen bleiben

Was genau „angemessen“ ist, ist sehr individuell. Wir können hier unmöglich allgemeine Aussagen darüber treffen, wie viel Gamification etwa für Dein Thema oder Deine Zielgruppe passend ist.

Glücklicherweise bist Du ja selbst Expert*in für Dein Thema und hast ein Gefühl dafür, was sich Deine Lernenden wünschen würden.

Aber verurteile das Prinzip der Freude am Lernen vielleicht nicht von Anfang an. Denn das ist keine Frage des Alters. Oftmals assoziieren wir Begriffe wie „Spaß“ oder „Spiel“ ausschließlich mit Kindern und denken daher, es sei für Erwachsene nicht angemessen.

Dabei brauchen doch gerade Erwachsene öfter mal ein bisschen mehr Spaß in ihrem beschäftigten Alltag. Wenn wir die Freude am Lernen wieder entdecken, bekommen wir wieder Lust uns weiterzuentwickeln. Am Ende steht immer das Ziel, Deine Teilnehmer*innen zu motivieren und ihnen Lust auf Dein Thema zu machen.

Im Zweifel streust Du einfach mal eine neue Einheit ein und holst Dir besonders aktives Feedback Deiner Lerngruppe ein. Das ist im Allgemeinen immer ein guter Ansatz, um auch Dich und Deine Seminare weiterzuentwickeln.

5 frische Tools für Deinen Methodenkoffer

Es ist kein Geheimnis, dass Trainer*innen ihre Tools lieben. Und in letzter Zeit hat der Tool-Markt sicherlich nochmal einen ordentlichen Boom erfahren und überall schießen die digitalen Lösungen geradezu aus dem Boden.

Du weißt mittlerweile vermutlich auch, dass wir einen eher leichten Methodenkoffer empfehlen. Es ist für Dich und Deine Teilnehmer*innen oft einfacher zu bewältigen, wenn Du eine Handvoll Tools in der Tiefe beherrschst. Denn außer in Fällen in denen Du gezielt digitale Kompetenz schulen möchtest, lenken zu viele Tools ansonsten nur von Deinem Inhalt ab.

Wenn Du auf der Suche nach neuen Tools bist, kannst Du durchaus ab und zu mal die Tools in Deiner Rotation austauschen, anstatt stetig neue hinzuzufügen. Denn oftmals kannst Du methodische Lernziele mit vielen verschiedenen Tools umsetzen. Es macht Dein Gepäck also eher schnell unnötig sperrig, wenn Du für jede Methode ein einzelnes Tool einsetzt.

Grundsätzlich bleiben wir hier dem gewohnten Ansatz treu: Die vorgestellten Tools sind kostenlos und möglichst niedrigschwellig in der Anwendung. Das macht sie auf Teilnehmer*innenseite besonders einfach in der technischen Aneignung und öffnet die Methode für die meisten Zielgruppen.

Hier findest Du nun eine Liste der Tools, die wir in letzter Zeit ausprobiert haben und die vielleicht noch ein wenig abseits des ausgetretenen Tool-Pfades liegen. Die Webseite des jeweiligen Tools ist immer in der Überschrift direkt verlinkt!

1. AnswerGarden

Dieses einfache Schweizer Tool eignet sich ideal zum Brainstormen oder Sammeln von Antworten. Deine Teilnehmer*innen müssen wirklich nur Antworten eintippen. Daher ist es besonders für Lerngruppen geeignet, die digitale Einsteiger*innen sind und sich an die einfachsten kollaborativen Funktionen herantasten möchten.

Du musst nur ein Thema oder eine Frage vorgeben und Dein Antwortgarten wird erstellt. Das Board kannst Du im Abschluss wie üblich über einen Link oder QR-Code verteilen. Die gesammelten Begriffe werden dann in einer Wortwolke visualisiert. Du kannst vorher auch noch ein paar Einstellungen vornehmen, um etwa die Antwortlänge zu begrenzen.

Wenn Dich die zunächst englische Sprachausführung stört, kannst Du über den Chrome Browser mit der rechten Maustaste eine Seite auf Deutsch übersetzen lassen. In den meisten Fällen ist diese Übersetzung auch sehr zuverlässig!

2. Oncoo

Oncoo ist ganz alleine eine nette kleine Tool-Sammlung, die ohne Anmeldung oder Registrierung funktioniert. Wenn Du die Seite öffnest, musst Du zunächst einmal auf die Sprechblase klicken, um die Werkzeugliste zu öffnen.

Das Tool ist besonders darauf ausgelegt, mit vielen Geräten kompatibel zu sein und eignet sich daher auch perfekt für Lerngruppen, in denen die technische Ausstattung sehr heterogen ist. Dafür sind die Werkzeuge aber eher darauf ausgerichtet, dass Lernende einzeln mit dem Tool interagieren und nicht unbedingt auf eine gleichzeitige Visualisierung. Daher hast Du hier die verschiedenen Lehrer- bzw. Schüler-Ansichten.

Mit Oncoo kannst Du aber verschiedene interaktive Methoden umsetzen, wie beispielsweise Kartenabfragen oder Zielscheiben. Wenn Du eine Methode erstellst, bekommst Du einen Code oder Link, über den Deine Teilnehmer*innen dann zu Deiner Kreation gelangen. Über denselben Code kannst Du im Anschluss auch die Ergebnisse prüfen oder für alle zeigen.

Beispiel für eine einfache Kartenabfrage
Die „Lehreransicht“ oder zur Präsentation

3. Classroomscreen

Auch Classroomscreen ist grundsätzlich kostenlos. Du kannst zwar über verschiedene Preismodelle weitere Funktionen freischalten, aber vermutlich wirst Du auch mit dem Basis-Modell gut zurechtkommen. Es erfordert nicht einmal eine Anmeldung, Du kannst einfach über Launch now direkt Deine Bildschirme öffnen.

Das Tool ist im Prinzip eine virtuelle Tafel mit vielen zusätzlichen Funktionen. Du kannst die Uhrzeit oder einen Timer anzeigen, die jeweilige Arbeitsphase über ein Symbol visualisieren oder über einen Zufallsgenerator Lernende aufrufen. Du kannst natürlich aber auch Zeichnen, Schreiben oder ein Hintergrundbild einstellen.

Mit Hilfe der eingebauten QR-Code Funktion kannst Du schnell auf externe Materialien verlinken.

4. H5P

Dieses Tool ist eher für die Methoden-Bastler*innen unter Euch geeignet. Es erlaubt Dir, wirklich kreative und interaktive Lerninhalte zu erstellen, die Du auch auf Webseiten einbetten kannst. H5P kannst Du als Plugin beispielsweise in Deine Seite oder Dein Lernmanagement-System integrieren, die bekanntesten wie Moodle oder Canvas sind hier dabei.

Das alles sollte Dich aber nicht unbedingt vom Ausprobieren abschrecken, denn die Anwendung erfordert keine Experten-Programmierkenntnisse. Wenn Du Dich hier eventuell ein wenig mehr einfuchsen musst, wirst Du mit wirklich einzigartigen Lernbausteinen belohnt.

Mit H5P kannst Du beispielsweise Erklärvideos erstellen, bei denen die Lernenden an von Dir gewählten Stellen Fragen beantworten müssen, um im Video weiterzukommen. Das erhöht die Anforderung und fördert aktives Zuhören und direkte Wiederholung.

5. Plickers

Dieses Tool ist auf Leistungsüberprüfungen, Quizze und Abfragen in Echtzeit spezialisiert. Plickers erfordert für Dich eine Anmeldung, diese ist aber auch über einen vorhandenen Google-Account möglich.

Plickers ist insofern einzigartig, da es eigentlich ein Online-Tool für Präsenz-Seminare ist. Im Gegensatz zu etwa Kahoot oder Quizlet hat es aber einen großen Vorteil: Nur Du als Durchführende*r brauchst ein mobiles Gerät und Deine Teilnehmer*innen geben ihre Antworten über vorher ausgedruckte Antwortkarten, die Du dann mit dem Smartphone scannst.

Die Karten werden von Plickers kostenlos zum Download zur Verfügung gestellt. Deine Lerngruppen musst Du im Vorfeld entweder manuell eingeben oder über Google Classroom importieren.

Wenn Du Dir die praktische Funktionsweise des Tools einmal genauer anschauen möchtest, empfehlen wir eine YouTube-Suche. Du kannst beispielsweise hier bei diesem Video anfangen, um ein besseres Gefühl für das Tool zu bekommen.

Eine Online-Bildersuche ist im Tool integriert, aber Du kannst auch zu jeder Frage eigene Fotos hochladen. Anstatt Text-Antworten kannst Du etwa auch Bilder oder GIFs als Optionen hochladen. Du kannst zudem immer einstellen, ob Deine Abfrage auf eine vorher eingestellte richtige Antwort überprüfen soll oder nicht.

Gruppengefühl in hybriden Settings

Zunächst einmal klären wir: Was verstehen wir unter einem hybriden Seminar? Der Begriff wird nämlich in verschiedenen Kontexten durchaus mit unterschiedlichen Bedeutungen verwendet.

Ein hybrides Meeting oder Seminar liegt vor, wenn Du gleichzeitig virtuell und physisch anwesende Teilnehmer*innen betreust. Es ist also eine synchrone Verbindung der beiden Seiten.

Die Verzahnung von abwechselnden Online- und Präsenzphasen verstehen wir mittlerweile eher als Blended Learning. Auch dazu haben wir bereits einen Artikel veröffentlicht.

Die Herausforderung einer hybriden Veranstaltung ist, dass es sowohl ein vollwertiges Präsenz-Meeting als auch ein vollwertiges Online-Meeting umfassen muss. Beide Seiten müssen betreut und eingebunden werden, ohne eine zu vernachlässigen.

Bei der Planung ist es also wichtig, dass Du ein hybrides Format immer vollständig aus der Sicht eines Präsenz-Lernenden und eines Online-Lernenden nachvollziehst.

Eins sei vorweg gesagt: Die Moderation eines hybriden Seminars kann sehr anspruchsvoll sein und Du tust Dir immer einen Gefallen, wenn Du einen Co-Moderator für den technischen Support einsetzt oder direkt designierte Rollen an einzelne Teilnehmende verteilst.

Wieso überhaupt Hybrid?

Vielleicht fragst Du Dich gerade, wieso ein hybrides Format überhaupt den ganzen Aufwand wert sein sollte oder man nicht einfach direkt mit der ganzen Gruppe auf Online umsteigt.

So sehr wir hier auch digitale Lösungen befürworten, so lässt sich nicht abstreiten, dass Präsenz-Formate ein besonderes Feeling und natürlichen Austausch mit sich bringen. Wenn Du die Möglichkeit hast, diesen Modus anzubieten, öffnest Du auch die Meeting-Tür für digital weniger kompetente Teilnehmer*innen.

Natürlich müssen sie auch in einem hybriden Seminar mit Tools und Technik umgehen, aber sie fühlen sich durch die tatsächliche Anwesenheit einer Gruppe im Raum weniger allein gelassen und die Hürde nach Hilfe zu fragen ist geringer.

Ein weiterer Vorteil für Dich und Deine Zielgruppen: Hybrid ist durch die Online-Komponente flexibel und örtlich unabhängiger. Teilnehmer*innen, die nicht vor Ort sein können, nehmen trotzdem aktiv teil und für Dich als Trainer*in kann es Deine Angebote weiter öffnen.

Arbeitest Du vielleicht öfter Inhouse oder schulst Mitarbeiter*innen (inter)nationaler Unternehmen? Dann kann eine hybride Veranstaltung eine tolle Lösung sein, um Lernende aus verschiedenen Standorten zusammenzubringen. Es ist gewissermaßen eine Variante, bei der sich alle in der Mitte aus Online und Präsenz treffen können.

Auch wenn in der Praxis die technische Komponente doch meist sehr stark ausgeprägt sein wird, denn eine reguläre Präsenz-Veranstaltung an den virtuellen Teilnehmer*innen vorbei zu halten, ist schließlich alles andere als Interaktion.

Wenn Du wirklich nur einen Präsenz-Vortrag an virtuelle Teilnehmer*innen übertragen möchtest, bietet sich ein reines Live Streaming mehr an.

Die Grenzen aufheben

Die wahrscheinlich größte Sorge bei hybriden Veranstaltungen ist, dass sich zwei isolierte Gruppen entwickeln. Denn oftmals haben Trainer*innen so das Gefühl, dass sie sich besser auf die einzelnen Seiten konzentrieren können.

Für einmalige Veranstaltungen mag das sogar noch funktionieren, aber in längerfristigen Lerngruppen kann diese Vorgehensweise schnell der Gruppendynamik im Wege stehen. Und selbst in Tagesseminaren ist eine Durchmischung bei kollaborativen Arbeiten eine gute Alternative.

Das gilt im Übrigen auch für die Pausengestaltung. Über Plattformen wie wonder.me kannst Du beispielsweise den informellen Austausch zwischen beiden Gruppen anregen. Weitere allgemeine Tipps zur Planung und Durchführung von hybriden Meetings findest Du beispielsweise in unserem Artikel hier.

Denn hier wollen wir heute konkret einige Ansätze vorstellen, mit denen hybride Lerngruppen über Online-Tools kollaborativ arbeiten und kommunizieren können. Denn ohne digitale Unterstützung wirst Du nicht erfolgreich hybrid arbeiten können.

Grundsätzlich eignen sich alle Methoden für Online-Seminare auch für hybride Settings. Niedrigschwellige digitale Tools sorgen dafür, dass die Veranstaltung nicht zu virtuell wird und sich alle mehr auf die Inhalte konzentrieren können.

1. Der Chat verbindet

Wenn es dir technisch möglich ist, ist es eben immer von Vorteil, wenn alle Teilnehmer*innen an einem virtuellen Meeting teilnehmen. Das bedeutet, dass auch die anwesenden Teilnehmer*innen mit Geräten ausgestattet sein sollten und an etwa einem Zoom-Meeting teilnehmen.

Auf diese Weise kannst Du gleichzeitig an die gesamte Gruppe Links über den Chat verteilen. Die anwesenden Lernenden müssen also nicht unbedingt ständig über die Geräte arbeiten, aber grundsätzlich auf das Meeting Zugriff haben.

Der Chat eignet sich auch immer für Kommunikation und methodischen Einsatz. Der Chat bietet sich immer dann an, wenn es um eine Sammlung von Antworten oder einfach eine Beteiligung aller geht.

So kannst Du beispielsweise zu Beginn oder zum Abschluss mit einem „Emoji-Gewitter“ die Stimmung in der Gruppe visualisieren. Das Chat-Gewitter kann gut für einführende Fragen oder zum Beispiel abschließendes Feedback genutzt werden. Als Variante gibt es auch das sogenannte #TIL-Gewitter (TIL steht für Today I Learned, dt. Heute habe ich gelernt), bei dem alle Lernenden ihre wichtigste Erkenntnis des Tages in den Chat schreiben.

Der Chat kann auch für Energizer wie etwa einen Wortpuzzle verwendet werden, bei dem die Teilnehmer*innen ihre gefundenen Antworten in den Chat schreiben.

2. Kennenlernen nicht vergessen

Wir empfehlen auch für reine Online-Seminare immer, dass die Einführungsphase nicht gestrichen wird. Insbesondere, wenn Du längerfristige Lerngruppen bilden möchtest. Denn in digitalen und hybriden Settings braucht die Gruppendynamik eben manchmal einen kleinen Anschubs.

Es beginnt damit, dass die Online-Lernenden kurz eine Seminarraum-Tour bekommen, denn so fühlen sie sich weniger auf Distanz gehalten und können ein Raumgefühl entwickeln. Während der Kennenlern-Phase oder in Pausen-Einheiten kannst Du die Teilnehmer*innen immer auch „auf Reisen“ schicken, damit sie sich die gegenseitigen Umgebungen zeigen können.

So lässt sich das entfremdete Bildschirm-Gefühl etwas abmildern und die anderen Lernenden bekommen etwas Dreidimensionalität. Denn das Ziel ist, dass sich die Lerngruppe für beide Seiten realer anfühlt und übergreifender informeller Austausch angeregt wird.

Wenn Du eine überschaubare Gruppengröße und die technische Ausstattung dafür hast, kannst Du sogar jeden/jede virtuellen Teilnehmer*in im Raum über ein designiertes Gerät an einem Platz visualisieren. Aber das ist wirklich schon sehr fortgeschritten 😉

3. Mobile Geräte nutzen

Selbst wenn Du auf der Präsenz-Seite nicht mit vielen technischen Lösungen ausgestattet bist, kannst Du auf eines meistens zählen: Die Teilnehmer*innen auf beiden Seiten haben normalerweise Zugriff auf ein Smartphone.

Das heißt das Handy ist das ideale Verbindungsstück für viele Übungen, wenn Du Apps einsetzt, die sich gut über ein mobiles Gerät verwenden lassen.

Ein Beispiel kann etwa das Tool Mentimeter sein, mit dem Du Quizzes, interaktive Präsentationen oder Votings umsetzen kannst.

Über Links oder QR-Codes kannst Du Deinen anwesenden und virtuellen Teilnehmer*innen schnell Zugang zu Deinen Inhalten geben und es können sich alle gleichermaßen beteiligen. Es empfiehlt sich, die Aufgabenstellungen deutlich und eher einfach zu halten.

4. Whiteboards visualisieren für alle

Virtuelle Whiteboards eignen sich für hybride Veranstaltungen besonders gut. Denn Du kannst sie gleichermaßen von beiden Gruppen nutzen lassen, indem Du das Whiteboard im virtuellen Meeting teilst und auch im Seminarraum zeigst.

Das funktioniert natürlich besonders gut, wenn Dein Raum vorne einen großen Bildschirm hat über den Du Inhalte (oder auch die virtuellen Teilnehmer*innen) zeigen kannst. Ein solches Setup ist für hybride Seminare sehr zu empfehlen.

Die anwesenden Teilnehmer*innen können dann je nach Aufgabenstellung selbst an ihren Geräten etwas eintragen oder – wenn Du den Anwesenden eine Geräte-Pause geben möchtest – sammelst Du Wortmeldungen von allen und trägst stellvertretend ein. Auf diese Weise entsteht besonders im physischen Raum fast schon wieder ein nostalgisches Tafel-Feeling.

Pädagogisches Grundwissen – Wie viel brauchst Du als Trainer*in?

Wenn man sich in der Erwachsenenbildung bewegt, wird man schnell eines feststellen: Viele der Trainer*innen, Coaches und Dozent*innen haben ihren Weg in die Lehre über einige Umwege gefunden.

Insbesondere freiberufliche Trainer*innen haben oft ihre Bestimmung über die eigene Praxis gefunden und geben im nächsten Schritt ihr Wissen in ihren Trainings und Seminaren weiter.

Was Du auch feststellen wirst: Diese Trainer*innen haben Jahre oder Jahrzehnte an praktischer Erfahrung, die ihre heutige Arbeit so wertvoll machen.

Anders als in klassischer Schul- oder Hochschulbildung ist oft kein bestimmter pädagogischer Abschluss erforderlich, um als Trainer*in erfolgreich zu sein.

Ist es also für Trainer*innen überhaupt notwendig, einen anerkannten Berufsabschluss in der Tasche zu haben? Bringt es Dir als Lernbegleiter*in überhaupt einen echten Vorteil, wenn Du Dich in pädagogisch-didaktischem Grundwissen weiterbildest?

Praxis macht weise

Wir sprechen hier oft über die Wichtigkeit von Handlungskompetenz. Das gilt für Deine Lernenden, aber natürlich auch für Dich als Trainer*in.

Wenn Du seit vielen Jahren Berufspraxis gesammelt hast, hast Du sicherlich auch ein ganzes Füllhorn an Wissen über Lernprozesse erlangt. Erfolgreiche Trainer*innen zeichnen sich auch selbst immer durch das Streben nach lebenslangem Lernen aus und entwickeln ihre Seminare kontinuierlich weiter.

Du bist als erfahrene*r Trainer*in ziemlich sicher auch ein Mensch, der besonders gut aus praktischen Erfahrungen lernt und sie analysiert. Denn es ist unwahrscheinlich, dass Deine Seminare einfach so von Anfang an perfekt funktioniert haben.

Ein wichtiges Element aus der Praxis ist außerdem das Feedback von echten Teilnehmer*innen. Ein theoretischer Leitfaden ist immer nur so gut wie das Feedback der Lernenden. Und sicherlich hast Du schon auf Basis von Rückmeldungen Deiner Lerngruppen Deine Methoden angepasst.

Was kann eine Fortbildung für Dich tun?

Wenn Du Dir Dein pädagogisches Wissen autodidaktisch oder rein praktisch angeeignet hast, weißt Du sicherlich eines: Es ist ziemlich zeitaufwendig. Dir alle Informationen selbst zusammenzusuchen, kann anstrengend und langwierig sein. Zudem bleibt immer die Frage, wie gut die gefundenen Informationen in der Praxis wirklich sein werden.

Außerdem: Wenn Du gerade erst anfängst und vielleicht eher planlos Methoden und Tools zusammenfügst, leiden eventuell Deine Teilnehmer*innen als „Versuchskaninchen“. Sie geben Dir dann wertvolles Feedback und Du kannst Dich weiterentwickeln, aber Deine ersten Seminare haben vielleicht weniger Qualität.

Aber wenn Du Deine Seminare direkt mit einem pädagogischen Hintergrund aufbaust, kannst Du viel Versuch und Irrtum vermeiden. In einer Fortbildung bauen die Informationen genau aufeinander auf und geben Dir ein stimmiges Gesamtkonzept statt eines Flickenteppichs.

Abgesehen davon, dass wir hier ganz genau wissen, dass kompetente Trainer*innen nicht zwingend einen bestimmten Abschluss brauchen, gibt es durchaus einige Auftraggeber*innen, die darauf Wert legen könnten. Das heißt, Du kannst Dir mit Hilfe eines Berufsabschlusses neue Zielgruppen erschließen.

Manchmal haben Erwachsene große Bedenken, in einem gewissen Alter noch eine strukturierte Weiterbildung anzugehen. Sie glauben nicht mehr, dass theoretisches Wissen wirklich Wert für sie haben kann.

Dazu sind zwei Dinge anzumerken: Eine gute Fortbildung sollte immer auf das besagte Handlungswissen ausgerichtet sein. Eine qualitative Weiterbildung orientiert sich an Berufspraxis und hilft Dir bei der konkreten Verbesserung Deiner Seminare.

Zweitens muss man manchmal selbst als Praktiker*in in den sauren Apfel der Theorie beißen, um praktische Erfolge möglich zu machen. Denn pädagogisches Grundwissen kann Dir ganz neue Einsichten geben.

Welches Grundwissen ist besonders hilfreich?

Den praktischen Nutzen von theoretischem Basiswissen können wir also nicht abstreiten. Aber welches Wissen ist für Dich als Dozent*in oder Trainer*in besonders essentiell?

1. Lernpsychologie

Du kannst den Lernenden immer nur bis vor die Stirn gucken. Mit Hilfe von lernpsychologischem Wissen kannst Du ganz genau verstehen, wie der Lernprozess funktioniert und Deine Lernbegleitung daran ausrichten.

Dazu zählt auch der methodische Einsatz von Lernmedien und Lernmitteln und wie diese am besten wirken.

Als Lernprozessbegleiter*in kannst Du Deine Lernenden individuell angemessen unterstützen und zum selbstständigen Lernen ermutigen. Denn als Lernbegleiter*in sollst Du schließlich nicht nur stumpf Input vermitteln, sondern Deinen Lernenden zeigen, wie sie ein Lernziel erreichen.

Dieses Wissen wird Dir auch besonders dann helfen, wenn einzelne Lernende auf Schwierigkeiten stoßen und Deine Begleitung besonders benötigen.

2. On- und Offline Lernprozesse

Mittlerweile geht an vielen Bildungsstätten und in Unternehmen nichts mehr ohne Online-Angebote. Und auch wenn das Präsenz-Lernen nicht in der nahen Zukunft gänzlich verschwinden wird, wird die Online-Sphäre sicherlich immer wichtiger werden.

Daher ist es für Dich als Pädagog*in auch wichtig, dass Du (digitale) Lernprozesse verstehst und einen erfolgreichen Lernweg vorzeichnen kannst – sowohl on- als auch offline. Das ist ganz schön viel verlangt, aber dieses Wissen kann Dir viele neue Zielgruppen und Auftraggeber*innen erschließen.

Zudem kannst Du mit dem Wissen über beide Lernprozesse auch eine kompetente Verbindung in etwa einem hybriden Setting aufbauen.

3. Verzahnung von Aus- und Weiterbildung

Hast Du vielleicht einen Ausbildereignungsschein? Dann hast Du bereits grundlegende Erfahrung damit, wie sich ein Ausbildungsprozess gestalten sollte. Der Weiterbildungsprozess für Erwachsene ist sicherlich in einigen Faktoren ähnlich und beide werden in der Praxis immer mehr verzahnt.

Ein wichtiger Wissensbestand beschäftigt sich also damit, wie Du den jeweiligen Kompetenzbedarf eines Betriebs oder Berufes in einen Lernprozess umsetzt. Aus- und Weiterbildungen orientieren sich idealerweise stark an den realen Arbeitsabläufen und erzeugen Handlungskompetenzen.

Daher ist hier auch besonders Wissen über Lerntransfer von Nöten. Denn Transferschwierigkeiten, also die mangelnde Überführung des Wissens an den Arbeitsplatz, ist ein großes Manko von ineffektiven Weiterbildungen.

4. Planungsprozesse

Wir haben schon herausgestellt, wie wichtig und lehrreich praktische Erfahrung als Lehrende*r ist. Gerade die methodische Planung einer längerfristigen Weiterbildung erfordert aber besonders viel strategisches Vorgehen.

Eine effektiv aufgebaute Weiterbildung zu erstellen, erfordert durchaus pädagogisches Wissen. Hinzu kommt, dass es Prozesse für Evaluation und Qualitätsmanagement geben muss. Denn diese Aspekte machst Du in der Praxis häufig eher ungesteuert oder einfach zu wenig.

Zu Planungsprozessen zählt auch die adäquate Planung und Durchführung von Prüfungen. Diese sind vielleicht nicht in allen Fällen nötig, aber die Prinzipien lassen sich auch auf Tests zur reinen Wiederholung anwenden.

Fazit

Viele Dozent*innen und Trainer*innen halten tolle und effektive Veranstaltungen ab, auch wenn sie als Quereinsteiger*innen zum Beruf gekommen sind. Es gibt nie den einen richtigen Weg, auf dem Menschen zu erfolgreichen Trainer*innen werden.

Eine strukturierte Weiterbildung kann Dir dennoch viele neue Perspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen. Denn Du bekommst einfach viel erprobtes Wissen an einer Stelle strukturiert vermittelt.

Das spart Dir Zeit und Nerven und bringt Dich außerdem noch mit anderen Pädagog*innen zusammen, die den Weg mit Dir gemeinsam gehen. Denn vor allem als Freiberufler*in ist man so oft Einzelkämpfer*in und vermisst oft den regelmäßigen, wertvollen Austausch mit Gleichgesinnten. In einer Weiterbildung knüpfst Du also Kontakte und eignest Dir im Verband neues Wissen an, dass Dir zukünftig beim noch fundierteren Aufbau Deiner Seminare helfen wird.

Du bist interessiert an einer Aufstiegsfortbildung, die Dich mit neuer Handlungskompetenz und wertvollem pädagogischem Wissen ausstattet?

Dann können wir Dir den Masterkurs zum/zur IHK-geprüften Berufspädagogen/in empfehlen. Es ist die Fortbildung, die Andrea selbst absolviert hat und seit einigen Jahren ebenfalls als Lernbegleiterin und Prüferin begleitet.

Du kannst hier weitere Informationen zum Abschluss finden oder Dir das kostenlose Info-Paket herunterladen. Am Dienstag den 02.11.2021 findet ebenfalls ein weiterer Live Infoabend statt, an dem Du mit Andrea und verschiedenen Absolvent*innen sprechen kannst.