So erstellst Du ein gutes Quiz

Falls das Wort Quiz bei Dir direkt die Assoziation „Prüfung“ hervorruft – keine Sorge!

Ein Quiz legt viel größeren Wert auf eine spielerische Wissensabfrage, die vor allem auch zur Selbsteinschätzung und Wiederholung dient.

Daher kannst Du Quizze auch in jedem Format einsetzen, selbst wenn Dein Seminar überhaupt keine Unterscheidung zwischen bestanden/nicht bestanden umfasst.

Denn das ist der feine Unterschied zwischen einem Quiz und einer Prüfung. Eine Prüfung kann nicht bestanden werden und hat dadurch eine ganz andere Wirkung.

Falls Dein Seminar mit einer verbindlichen Prüfung abschließt, kannst Du mit Hilfe regelmäßiger Quizze sogar die Angst vor der finalen Prüfung abbauen!

Durch die periodische Wissensüberprüfung festigt sich gleichzeitig auch noch das neue Wissen, da ein gutes Quiz immer auch auf Anwendungswissen abzielt. Dazu gleich etwas mehr.

Ein Quiz kann ebenfalls effektiv als Gamification-Einheit eingebunden werden und bei Bedarf auch in Teams gespielt werden.

Die Basics: Fragetypen

Falls Du Dich bereits mal mit Quizzen oder Umfragen beschäftigt hast, kennst Du sicherlich die verschiedenen Fragetypen. Wir zeigen hier kurz die 4 wichtigsten und klären, wie Du die einzelnen Fragetypen am besten einsetzt:

1. Freitext-Fragen

Diese Frageform ist für offene Fragen geeignet. Hier können die Teilnehmer*innen ihre Antworten selbst formulieren und auch mehr ins Detail gehen. Freitext-Fragen bieten sich also vor allem auch für Transferfragen an, da sie frei gestellt sind.

Mit diesem Fragetyp können auch die Lernenden am besten ihren eigenen Wissensstand überprüfen, da sie hier wirklich übertragen müssen.

Freie Fragen eignen sich auch besonders für Umfragen oder eine Feedback-Abfrage.

Für die Lernbegleiter*innen hat diese Frageform allerdings den Nachteil, dass solche Antworten einen größeren Aufwand bei der Auswertung erfordern – vor allem in großen Gruppen!

2. Multiple-Choice Fragen

Der Klassiker unter den Fragetypen. Hier werden Antwortmöglichkeiten vorgegeben und es kann eine oder mehrere richtige Optionen geben.

Dieser Fragetyp ist wesentlich geschlossener und gibt Lernenden auch die Möglichkeit, eher zu „raten“ als wirklich etwas zu wissen.

Multiple-Choice-Fragen sind in der Datenauswertung wesentlich einfacher und eignen sich gut auch für eine prozentuale Darstellung etc.

3. Skalen-Fragen

Dieser Fragetyp fragt Tendenzen ab. Dabei ist zu bedenken, dass der Mensch eine natürliche Tendenz zur Mitte hat. Du musst also gut überlegen, ob Du einen Mittelpunkt anbietest, oder lieber eine gerade Anzahl an Skalenpunkten anbietest – je nachdem ob für Deine Auswertung eine deutliche Tendenz wichtig ist.

4. Zuordnungs-Fragen

Dieser Fragetyp erfordert die Zuordnung von zusammengehörigen Aussagen oder Kategorien. Das lässt sich in Online-Quizzen besonders intuitiv umsetzen mit Hilfe von Drag&Drop Funktionen. Wenn Du diese Fragen anspruchsvoller gestalten möchtest, kannst Du auch überschüssige Antworten einbauen.

Fragen 1-3 erstellt mit Google Forms, Zuordnungsfrage über blink.it

Das macht ein gutes Quiz aus

Jetzt wo die Basics geklärt sind: Wie ordne ich diese Fragen in ein effektives Quiz ein?

  • Der richtige Schwierigkeitsgrad

Stelle durchaus anspruchsvolle Fragen, die aber trotzdem mit Hilfe des bis jetzt behandelten Wissens gut beantwortbar sind. Also am besten ein gesundes Mittelmaß, um Deine Lernenden nicht zu unterfordern, aber auch nicht zu demotivieren.

  • Ausblick geben

Mit den richtigen Fragestellungen kannst Du Deinen Teilnehmer*innen auch einen Ausblick auf die spannenden Anwendungsgebiete geben, die Dein Thema bietet.

Durch Transferfragen müssen sie außerdem wirklich ihre eigenen Überlegungen in die Beantwortung einbeziehen und ihr Wissen anwenden.

  • Variation

Seitenweise Multiple-Choice-Fragen sind eher stumpf und fördern nicht unbedingt eine aktive Auseinandersetzung mit der Thematik.

Also mache auf jeden Fall Gebrauch von verschiedenen Fragetypen und schaue auch welche Möglichkeiten Dein Quiz-Tool vielleicht noch bietet.

  • Auf das Wesentliche konzentrieren

Sorge dafür, dass Du Dich pro Frage auf einen begrenzten inhaltlichen Bereich beziehst. Teile gegebenenfalls komplexere Bereiche lieber auf mehrere Fragen auf. Durch abgeschlossene Teilbereiche können sich Deine Lernenden besser konzentrieren und die Informationen auch abspeichern.

  • Nicht im Dunkeln lassen

Wenn es auf Deine Fragen richtige oder falsche Antworten gibt, solltest Du auf jeden Fall immer die korrekte Antwort direkt auflösen. Ansonsten verfestigt sich schließlich nur das falsch abgespeicherte Wissen.

Quizze als Gruppenarbeit

1.

Zamyat Klein beschreibt beispielsweise eine Quiz-Methode, die Fragen unterschiedlicher Schwierigkeit zu verschiedenen Oberthemen abfragen kann. Sie empfiehlt die Umsetzung über geteilte PowerPoint-Folien, aber Du kannst diese Methode auch über ein Tool wie das Jamboard umsetzen:

Wie die Methode im Detail funktioniert, kannst Du hier in ihrem Artikel lesen.

2.

Ein weiteres Gruppenquiz umfasst gleich zwei Stufen, in denen sich die Teilnehmer*innen mit den Inhalten auseinandersetzen müssen:

Du bildest Kleingruppen und lässt die Gruppen in Breakout Rooms zu vorgegebenen Kategorien Fragen für die anderen formulieren – eine pro Gruppenmitglied.  Auch für diese Methode lassen sich Whiteboards wie das Jamboard sehr gut verwenden.

Du erstellst eine Punktetabelle und dann geht es los: Aus der ersten Gruppe stellt ein Mitglied eine Frage und die anderen Gruppen haben maximal eine Minute Zeit um eine Antwort zu geben.

Das erste Gruppenmitglied, das „buzzert“ (über Online-Plattformen wie Zoom kannst Du statt einem „Hier“-Ruf oder einem vorher gewählten Gruppennamen auch etwa die Hand-Heben Funktion nutzen), darf eine Antwort für seine Gruppe geben.

Befindet die fragegebende Gruppe die Antwort für richtig, bekommt die entsprechende Gruppe einen Punkt. Ist sie falsch, wird die Frage an die anderen Gruppen weitergegeben. Pro Runde darf natürlich nur ein*e Vertreter*in aus jeder Gruppe eine Antwort geben.

Let’s Quiz

Wenn Du Quizzes lieber als Wissensabfrage in Einzelarbeit verwenden möchtest, lässt sich das für jeden methodischen Zweck umsetzen.

Es gibt eine große Fülle an Online-Tools für verschiedene Quiz-Bedürfnisse. Daher wollen wir hier keine generische Empfehlung geben, aber ein paar Tools nennen, bei denen Du mit der Recherche anfangen kannst:

  • Mentimeter
  • Google Forms
  • Kahoot
  • Learning Snacks

Du kannst auch regelmäßige Umfragen als Unterform eines Quiz einsetzen, um Stimmungen und Feedback einzuholen. Umfragen befassen sich nicht unbedingt mit inhaltlichen Dingen, sondern eher mit dem Seminarablauf. So bleibst Du in Kontakt mit Deiner Lerngruppe!

4 Energizer gegen digitale Müdigkeit

Oftmals fühlt sich in Online-Seminaren die Zeit doppelt so lange an. Das hat verschiedene Hintergründe:

Die Reduktion körpersprachlicher Signale, fehlende Interaktion oder einfach der Bildschirm an sich.

Digitale Ermüdung ist ein echtes Problem für jede/n Online-Trainer/in, aber Du kannst gezielte Maßnahmen ergreifen, um diese Effekte abzumildern.

Das beginnt schon dabei, dass Du in Online-Formaten immer mehr Pausen und kürzere Einheiten einkalkulieren solltest.

Aber selbst, wenn Du das beachtest, kann die Konzentrationsfähigkeit Deiner Teilnehmer*innen immer mal wieder ein natürliches Tief erreichen.

Und wenn die Konzentration schwindet, werden wir weniger produktiv und fehleranfälliger.

Daher gibt es zwei methodische Kniffe, die Du in Deinem Repertoire haben solltest: Energizer und Aufmerksamkeitsbooster.

Wie setzt Du Energizer am besten ein?

Energizer sind kurze Einheiten, die Deine Teilnehmer*innen mit neuer Energie versorgen. Oftmals in Form eines Spiels oder (vor allem Online!) gerne auch in Verbindung mit etwas körperlicher Bewegung.

Wie „verspielt“ Du Deine Energizer angehen möchtest, hängt von Dir und Deinen Teilnehmergruppen ab.

Es muss sich auch nicht unbedingt um vollkommen losgelöste Spiele handeln, sondern Du kannst die Rahmenbedingungen auch in Deinen inhaltlichen Kontext einordnen.

Grundsätzlich eignen sich Energizer-Spiele auch ideal zum Aufbau einer positiven Gruppendynamik. Also kannst Du hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn Du Energizer Varianten wählst, die in Teams gespielt werden.

Zeitlich ist es oft besonders effektiv, wenn Du Energizer zu Anfang einer neuen Einheit und nach Pausen einsetzt.

Online-Seminare erfordern jedoch gerne mal ein wenig mehr Flexibilität als die Präsenz-Variante.

Wann Du Deine Energizer also konkret einsetzt, kann manchmal nur schwierig nach der Uhr geplant werden. Manchmal wirst Du einfach spüren, wie die Aufmerksamkeit zu verschiedenen Zeiten spürbar nachlässt.

Dann solltest Du auch flexibel reagieren können und mit einigen effektiven Energizern im Trainer-Koffer ist das auch kein Problem.

Achte darauf, dass Du vor Beginn das Spiel immer verständlich anmoderierst, damit alle wissen, wie gespielt wird. Eventuell solltest Du auch die technische Seite abdecken, beispielsweise ob die Mikros für den Energizer angeschaltet werden oder die Galerie-Ansicht gewählt werden sollte.

Du kannst solche Energizer-Spiele auch immer mit kleinen (nicht-materiellen) Belohnungen verbinden, um gleich auch noch einen stärkeren Gamification-Effekt einzubauen.

1. Mach schnell!

Hier kommt einer der Klassiker, den wir auch gerne in unseren Veranstaltungen nutzen. Denn das Spiel lässt sich schnell aufbauen und bei Bedarf auch gut inhaltlich steuern.

„Mach schnell“ lässt sich als Energizer besonders gut mit Online-Tools wie Flinga oder Jamboard umsetzen.

Und so geht’s:

  1. Du suchst einige Bilder heraus oder lässt alternativ jede*n Teilnehmer*in ein Bild aussuchen und an Dich schicken (Je nach Zeitkontingent oder ob Du Spiele lieber vorbereitest. Du kannst beispielsweise aber auch live jedem Lernenden ein relevantes Thema geben und sie dazu ein Bild suchen lassen, das dann verwendet wird)
  2. Setze die Bilder auf ein Whiteboard und erstellst für alle Teilnehmer*innen eine Figur (daher ist hier Flinga sehr schön!) oder ähnliches
  3. Du sagst ein Bild an und alle müssen so schnell wie möglich ihre Figur auf das richtige Bild setzen
  4. Jede Runde scheidet der/die Langsamste aus bis ein/e Sieger/in übrig ist

2. Show me around

Es tut in Online-Seminaren sehr gut, immer mal wieder aufzustehen und die Beine zu strecken.

Die Methode „Show me around“ (Führ‘ mich herum) verbindet dabei ein wenig Bewegung mit Teambuilding.

Dazu sei gesagt, dass sie sich eher anbietet, wenn sich Gruppen schon ein wenig aneinander gewöhnt und Vertrauen gefasst haben.

Denn das Prinzip ist, dass sich die Teilnehmer*innen in Kleingruppen gegenseitig ein paar Gegenstände oder Orte im direkten Umfeld zeigen, zu denen sie eine kurze Geschichte erzählen können.

Dabei ist es natürlich jedem Einzelnen überlassen, wie persönlich die kleine Führung sein soll. Indem Du diesen Energizer rechtzeitig ankündigst, können sich die Gruppenmitglieder ihre Gegenstände herauslegen und werden nicht in ihrem privaten Bereich überrumpelt.

So lernen sich die Teilnehmer*innen ganz persönlich kennen und es kommen garantiert viele interessante Geschichten dabei heraus.

Dieser Energizer ist besonders schön, wenn er mit mobilen Geräten verbunden wird, denn so lädt ein solches Intermezzo noch mehr zu Bewegung im Raum ein.

3. Finde den Gegenstand!

Ein weiterer Energizer, der für ordentlich Bewegung in der Gruppe sorgt, ist „Finde den Gegenstand“, denn hier heißt es:

Schnelligkeit gewinnt!

Du sagst nacheinander verschiedene übliche oder auch nicht so übliche Haushaltsgegenstände an, die die Teilnehmer*innen finden und für den Rundengewinn als Erste*r in die Kamera halten müssen.

Bei einem solchen Spiel darfst Du durchaus auch ein bisschen Humor reinbringen und kreative Gegenstände suchen lassen, die vielleicht nicht gerade auf dem Schreibtisch stehen würden.

Wie wäre es zum Beispiel mit Glühbirnen, Sonnenbrillen oder einer Kartoffel? Ein paar Runden reichen aus, um alle Teilnehmer*innen wieder mental und körperlich wachzurütteln.

4. Sound-Quiz

Eine schöne Energizer-Methode, die die Sinne einbindet und Kreativität von den Teilnehmer*innen fordert, ist das Sound-Quiz.

Die Lernenden schalten ihre Kameras aus und am besten auch die Mikros, wenn sie nicht gerade dran sind.

Dann macht jeder reihum ein Geräusch und die Gruppe muss raten, womit der Sound erzeugt wurde. Dabei kann das Geräusch mit dem Mund, einem Gegenstand oder auch über eine digitale Sound-Quelle erzeugt werden.

Falls es sich bei Deinem Thema anbietet, lässt sich das Spiel auch inhaltlich anreichern, indem Geräusche aus einer passenden Kategorie gewählt und identifiziert werden müssen.

Zögerlich mit Spielen?

Du entscheidest, welche Art von Energizer am besten für Deine Lerngruppen geeignet sind. Manchmal haben Trainer*innen Sorge, dass kleine Spiele ihrem Seminar die nötige Ernsthaftigkeit nehmen.

Vielleicht musst Du hier also einfach etwas experimentieren und mit Hilfe von aktiv eingefordertem Feedback von Deinen Gruppen das richtige Maß finden.

Dabei wissen die allermeisten Teilnehmer*innen aus Erfahrung insbesondere etwas Bewegung in Online-Seminaren zu schätzen.

Falls Dein Thema tatsächlich zu ernst für Energizer-Spiele sein sollte, dann halte Dich an gemeinsame Atem- oder kleine Yoga-Übungen.

Mit den richtigen Energizern förderst Du immer wertvolle Konzentration, Achtsamkeit und Offenheit innerhalb der Gruppe – also unterschätze nicht ihre Wichtigkeit in Online-Seminaren!

6 Tipps für erfolgreiche Online-Tagesseminare

Tagesseminare sind eine besondere Herausforderung.

Da Du keine langfristige Lernbegleitung und nur wenig Zeit zur Verfügung hast, musst Du alle Phasen im Schnelldurchlauf abarbeiten.

Ganz schon schwierig, dass dabei nichts zu kurz kommt.

Hinzu kommt für Dich vielleicht noch etwas Unsicherheit mit dem Online-Medium und schon hast Du eine ziemliche Aufgabe vor Dir.

Darüber hinaus ist die Digitalisierung eines Präsenz-Konzeptes keine ganz einfache Aufgabe und hält einige Stolperfallen bereit.

Da aber viele Unternehmen und Auftraggeber mittlerweile sehr gerne Tages-Workshops als Webinare anfragen, geben wir Dir hier einige Tipps für die erfolgreiche Umsetzung:

1. Ordne Deine Inhalte

Wenn Du anfängst, Dein Konzept zu digitalisieren, kann Dir der folgende Schritt einen wichtigen Einstieg verschaffen:

Kategorisiere Deine Inhalte in synchrone und asynchrone Einheiten.

Dabei sind synchrone Lerninhalte solche, die Du als Seminarleiter*in aktiv begleitest und asynchrone solche, die deine Teilnehmer*innen außerhalb der Live Sessions oder im Vorfeld bearbeiten können.

Hier ein paar klassische Beispiele für eine mögliche Aufteilung:

SynchronAsynchron
Vorstellung und KennenlernenTheoretische Konzepte, Basiswissen
Persönlicher Austausch, Plenum-DiskussionenQuizze, Abfragen, Tests
GruppenarbeitenVorbereitung für Gruppenarbeiten
Praktische Übungen, Simulationen, Rollenspiele 

Da Du innerhalb einer Tages-Veranstaltung ohnehin nur begrenzt Zeit hast und in einer Online-Variante sogar noch weniger, kann Dir die Auslagerung einiger Inhalte einen wichtigen Vorteil verschaffen.

Du kennst das Konzept vielleicht aus der Hochschulbildung: Oftmals bekommen Student*innen vorbereitende Texte, die sie im Vorfeld einer Veranstaltung bearbeiten.

Durch diese Methode sorgst Du dafür, dass Deine Teilnehmer*innen zu Beginn bereits einen bestimmten Wissensstand haben und eventuelle kleinere Ungleichheiten ausgeglichen wurden.

Außerdem kannst Du so während der wertvollen Live-Zeit den Fokus eher auf die praktische Anwendung und Gruppenarbeiten legen.

Auf Basis dieser Einteilung erstellst Du im nächsten Schritt dann einen Ablaufplan. Du kannst einige asynchrone Einheiten also vorschalten, um während der Live Sitzungen so schnell wie möglich zum praktischen Teil übergehen zu können.

2. Mehr Verbindlichkeit, weniger Druck

Natürlich hast Du durch eine solche Auslagerung eventuell das Problem, dass ein größerer Teil Deiner Lerngruppe den asynchronen Teil abkürzt oder überspringt.

Du solltest also überlegen, ob Du Deine Teilnehmer*innen weitere Male an den vorbereitenden Teil erinnerst und kurz vor Beginn des Seminars etwa ein Online-Quiz verschickst.

Alternativ kannst Du das Quiz auch zu Beginn der Live Session einfügen, aber an dieser Stelle haben die Teilnehmer*innen nicht mehr die Möglichkeit die Theorie nachzuholen und fühlen sich eventuell etwas überrumpelt.

Das Quiz sollte wirklich nur die Basics abfragen und fungiert eher als spielerische Erinnerung an die asynchronen Aufgaben.

Das hat auch für Dich den Vorteil, dass Du bereits vor Beginn überwachen kannst, wie viele Teilnehmer*innen sich am Quiz beteiligen.

Das kann Dir Aufschluss geben, ob Du vielleicht doch am Anfang noch ein wenig Zeit für Basiswissen einräumen möchtest.

3. Gute Kommunikation ist die halbe Miete

Dieser Grundsatz gilt natürlich für alle Lern-Formate, aber insbesondere bei Tages-Seminaren hält Dich mangelnde Kommunikation nur auf.

Die meisten Teilnehmer*innen wissen einen klaren Ablaufplan sehr zu schätzen, damit sie genau wissen, was sie für ihre eigene Planung erwartet. Auch diesen kannst Du im Vorfeld verschicken, eventuell noch gemeinsam mit einem kurzen Begrüßungsvideo!

Auch kann eine etwas zu undeutliche oder komplizierte Aufgabenstellung die asynchronen Einheiten weniger effektiv machen.

Jede Unklarheit kostet Dich dann wertvolle Live Zeit und lässt weniger Raum für handlungsorientierte Übungen.

Reduziere lieber die Anzahl und Komplexität der Aufgaben auf eine Kernaussage und halte sie einfach.

So springen Dir nicht schon vor Seminarstart Teilnehmer*innen ab, weil sie sich alleine überfordert fühlen.

Du kannst die asynchronen Lerneinheiten auch beispielsweise in Form von Micro-Contents anbieten. Wie das genau funktioniert, kannst Du in diesem Artikel lesen: Mit Microlearning zu mehr Lernerfolg

4. Eine Plattform bereitstellen

Vielleicht denkst Du, dass für einen so kurzen Zeitraum keine Online-Plattform nötig ist. Dabei verlängert sich der Zeitraum eventuell ja bereits durch Deine vorgelagerten asynchronen Einheiten.

Daher kann eine Facebook-, Whatsapp-/Telegram-Gruppe oder ähnliches auch Deine Tagesseminare anreichern. So können die Lernenden sich bereits vorher ein wenig kennenlernen und austauschen, sowie bei inhaltlichen Fragen beraten.

Alle diese Dinge erleichtern Dir dann beim tatsächlichen Start die Arbeit und verkürzt die Einführungszeit.

Und auch selbst, wenn Du wirklich nur einen Tag mit Deinen Teilnehmer*innen arbeitest, wissen sie eine Plattform zum Austausch sehr zu schätzen.

So können sie während der Einheiten in Kontakt bleiben, oder knüpfen sogar Verbindungen darüber hinaus. Vielleicht halten sie so auch längerfristigen Kontakt zu Dir und Deinen Angeboten.

Apropos Gruppen, bei Online-Gruppenarbeit empfehlen sich eher Kleingruppen von maximal 3-4 Personen um einen produktiven Austausch zu ermöglichen. Auch die Gesamtgruppe hat Online oft eine bessere Dynamik, wenn sie kleiner ist.

Da auch bei gezielter Anregung der informelle Austausch meist weniger als in Präsenz stattfindet, können sich die Teilnehmer*innen innerhalb einer kleinen Lerngruppe besser kennenlernen und koordinieren.

5. Variation – aber in Maßen

Die digitale Ermüdung macht vor keinem Seminar halt. Daher gilt auch bei Tages-Veranstaltungen der Grundsatz der methodischen Abwechslung.

Dabei solltest Du es natürlich nicht übertreiben, denn bei einem solch verkürzten Format fehlt die Zeit für große Einarbeitung in komplizierte Tools.

Daher halte Dich an die klassischen Einsteiger-Tools wie Jamboard oder Padlet, mit denen auch weniger digital kompetente Teilnehmer*innen umgehen können.

Alternativ kannst Du auch immer über die eingebauten Tools Deiner Konferenz-Software niedrigschwellige Variation reinbringen – etwa durch Umfragen oder das Whiteboard.

Falls Du dennoch komplexere Tools nutzen möchtest, oder Deine Lerngruppe eben über wenig digitale Kompetenz verfügt, kannst Du auch hier eine detailliertere Einführung asynchron auslagern.

Variiere die Methoden und Sozialformen während der Arbeitsphasen in einem angemessenen Maß, dann vergeht die Zeit wie im Flug und eine Empfehlung ist Dir praktisch sicher.

6. Persönliche Moderation

Online-Formate brauchen viel Moderation. Halte Deine Gruppe immer auf dem Laufenden, was Du gerade machst und was sie als Nächstes erwartet.

Sprich auch die einzelnen Teilnehmer*innen so viel wie möglich persönlich an – das hilft dabei, dass sie sich im virtuellen Raum eingebunden fühlen.

Außerdem hältst Du so Fokus und Aufmerksamkeit aufrecht und bleibst mit der Gruppe in Kontakt. So behältst Du auch besser den Stand der Konzentrationsfähigkeit im Blick und kannst bei Bedarf Pausen oder Methodenwechsel einstreuen.

Online heißt nicht zwangsläufig weniger Aufwand

Manche Unternehmen neigen übrigens dazu, Dir für Online-Workshops wesentlich weniger bezahlen zu wollen. Vor allem, wenn das Online-Seminar insgesamt weniger Zeit in Anspruch nimmt, meinen Auftraggeber gerne, dass es dadurch weniger Vergütung wert sei.

Dabei hast Du als Trainer*in durch die digitale Umsetzung wohl kaum weniger Aufwand, er verteilt sich einfach nur etwas anders.

Also stehe auch bei dieser Frage für Dich ein und argumentiere mit der methodischen Planung und Deinen Investitionen in Technik und Tools, um Deine Seminare online umsetzen zu können.

Oft wirst Du sogar feststellen, dass sich Dein Präsenz-Konzept einfach nicht in einen digitalen Tag packen lässt.

Denn allgemein gilt für digitale Veranstaltungen die Richtlinie, dass Du nicht 3-mal 90 Minuten übersteigen solltest. Alles andere garantiert Dir fast, dass Dir niemand mehr folgen wird und auch der Transfer ineffektiv sein wird.

Zudem dauern die Erarbeitung und Präsentation in Online-Seminaren durch mehr technische Hürden und Koordination am Ende doch immer länger als in Präsenz.

Versuche es dann auch nicht zu erzwingen, sondern teile Deine Einheiten lieber über einen anderen Zeitraum auf.

3 Ideen für Gruppenarbeiten in allen Seminarformaten

Gruppenarbeitsphasen sind ein wichtiger Bestandteil eines jeden didaktischen Konzepts, das innerhalb einer Lerngruppe stattfindet.

Dabei können Gruppenarbeiten verschiedene Zwecke erfüllen:

Manche Methoden dienen der reinen Stärkung des Gruppenverbandes, andere dienen der praktischen Erarbeitung einer Aufgabenstellung.

Grundsätzlich fragst Du Dich als Lernbegleiter*in bei der Konzeption Deiner Methoden natürlich immer zunächst, welches Lernziel eine Methode erfüllen soll.

Das gilt sowohl Online als auch Offline: Die Methode muss dem Lernziel dienen.

Ein wichtiger Punkt bei der Erstellung von Gruppenarbeiten ist auch immer die Gruppengröße.

Bedenke, dass je größer die Kleingruppe wird, desto schwieriger kann die Koordination sein. Zudem bieten größere Gruppen immer die Gefahr, dass sich introvertierte Teilnehmer*innen wieder mehr zurückziehen.

Somit hast Du bei zu großen Teilgruppen wieder dasselbe Problem, das Du auch in der eigentlichen Gruppe hast.

Außerdem können die Teilnehmer*innen in Kleingruppen leichter Vertrauen aufbauen und kommunizieren.

Achte also darauf, dass die Gruppengröße möglichst alle einzelnen Lernenden zur Mitarbeit anregt.

Dabei sei eins noch gesagt:

Du kannst Gruppenarbeiten mit Online-Tools auch in Präsenz- und Hybrid-Konzepten einsetzen. Denn kollaborative Tools eignen sich auch ideal zur Ergänzung oder Auflockerung dieser Formate.

Breakout Rooms richtig nutzen

Mittlerweile bietet Dir wohl jede Konferenz-Software die Möglichkeit Deine Teilnehmenden in Gruppenräume einzuteilen.

Trotzdem scheuen sich einige Trainer*innen vielleicht immer noch vor der Nutzung – entweder aus Angst vor der technischen Koordination oder der mangelnden Übersicht über die Gruppe.

Wenn Dich die technische Seite noch unsicher macht, empfiehlt sich immer ein kurzer Testlauf mit Freund*innen oder Kolleg*innen, bei dem Du Funktionen ausprobieren kannst.

Hier einige Tipps für die effiziente Nutzung von Breakout-Rooms:

1. Teilnehmer*innen nicht vergessen

Gerade, wenn Du es mit Lernenden mit ausbaufähiger digitaler Kompetenz zu tun hast, solltest Du Deine Gruppe so viel wie möglich einbinden.

Die Idee des Testlaufs kannst Du in solchen Fällen auch ein weiteres Mal gemeinsam vor Kursstart mit der Gruppe umsetzen.

Moderiere die Funktion der Gruppenräume entsprechend deutlich an und erkläre den Ablauf. Dabei sollte die Anmoderation auch immer einen deutlichen Arbeitsauftrag beinhalten.

Am besten gibst Du den Auftrag auch immer in schriftlicher Form oder durch einen Link im Chat.

In Online-Formaten ist das insgesamt ein wichtiger Tipp: Kommunikation ist besonders essentiell!

Je mehr Du Deine Gruppe in Deinen Ablauf einbindest, desto besser behalten sie den Überblick und bleiben auch während kurzer Wartezeiten gedanklich bei Dir.

2. Das richtige Maß an Übersicht

Als Trainer*in kannst Du Dich auch regelmäßig in die verschiedenen Gruppenräume beamen.

Dabei solltest Du bedenken, dass Deine Anwesenheit aber auch immer die Gruppendynamik beeinflusst und den Flow stören kann.

In Online-Formaten sind gerade die Gruppenphasen mit die wichtigste Zeit des Seminars. Denn so haben Deine Teilnehmer*innen endlich ein wenig Zeit, um sich untereinander persönlicher kennenzulernen.

Denn der informelle Austausch kommt in Online-Seminaren manchmal doch zu kurz und somit werden die Gruppenarbeiten ein sehr zentraler Faktor.

Plane daher auch auf jeden Fall genug Zeit für die Gruppenarbeitsphasen ein, damit Du diesen Prozessen genug Raum gibst.

Wenn Du also nicht gerade etwas Organisatorisches klären musst, kannst Du die Kontrolle ruhig mal etwas abgeben.

3 Ideen für interessante Gruppenarbeiten

1. Eine Aufgabe, viele Ergebnisse

Ein typischer Ablauf ist ungefähr so: Alle gehen mit derselben Aufgabe in die Gruppenräume und im Anschluss werden die im Grunde ähnlichen Ergebnisse im Plenum vorgestellt.

Das ist eher uninspiriert, oder?

Auf diese Weise hören die Lernenden spätestens bei der zweiten Präsentation nicht mehr richtig zu. Und das kann man ihnen auch kaum verdenken.

Eine relativ simple Lösung kann bereits darin liegen, einfach jeder Gruppe ein eigenes Teilstück des Lerngegenstandes zuzuweisen, sodass es später bei den Präsentationen nicht zu viel Redundanz gibt.

Du kannst aber auch einmal Folgendes ausprobieren:

Du gibst eine Aufgabe und jede Gruppe muss ihre Ergebnisse anders aufbereiten.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten diese Idee umzusetzen. Du kannst beispielsweise jeder Gruppe ein eigenes Tool zuweisen, mit dem sie die Ergebnisse präsentieren.

Eine Gruppe nimmt ein Padlet, die nächste das Jamboard und so weiter.

Oder jede Gruppe bekommt eine andere Form der Aufbereitung zugewiesen: Eine Gruppe stellt die Ergebnisse in Form einer Geschichte vor, eine andere nur mit Bildern.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Selbst, wenn sich die Ergebnisse inhaltlich überschneiden, bleiben sie durch die unterschiedlichen Darstellungsarten interessant und die Variation sorgt auch noch für bessere Verankerung des Wissens.

Bei einer solchen Vielfalt solltest Du natürlich darauf achten, dass Deine Lerngruppe über die entsprechende digitale Kompetenz verfügt oder Du alternativ alles genügend anmoderierst.

2. Diskussion statt Präsentation

Es kann effektiv sein, sich neues Wissen zu erarbeiten. Es kann sogar noch effektiver sein, sich mit diesem Wissen wirklich zu auseinanderzusetzen.

Wenn die Teilnehmer*innen eine Position einnehmen, müssen sie sich mit dem Lerngegenstand wirklich beschäftigen und ihn verstehen.

Du kannst bei vielen Themen beispielsweise Pro- und Contra-Gruppen bilden und nach der Arbeitsphase eine Diskussionsrunde eröffnen.

Mit einer solchen Methode müssen sich die Teilnehmer*innen in ein Szenario hineindenken und nicht stumpf etwas wiedergeben.

Auf diese Weise reflektieren sie das Gelernte und wenden es auf neue Kontexte an.

3. Weniger ist mehr

Manchmal neigen wir vielleicht dazu, die Ergebnispräsentation zu sehr in die Länge zu ziehen.

Gerade wenn Du aber nur eine einzelne Aufgabe an alle Gruppen gibst, entsteht so bei der anschließenden Präsentation schnell Wiederholung und Langeweile.

Wie wäre es also mal mit der Reduzierung auf das Wesentliche?

Jedes Gruppenmitglied oder ein*e Vertreter*in aus jeder Gruppe hat die Aufgabe, seine wichtigste Erkenntnis in nur genau einem Satz zusammenzufassen.

Alternativ kannst Du auch erfragen, welchen Punkt die Teilnehmer*innen bei der Erarbeitung am überraschendsten oder vielleicht auch irritierend fanden.

Wichtig ist nur, dass sie es in einem Satz zusammenfassen können.

Natürlich kannst Du diese Ergebnisse auch auf einem Whiteboard oder ähnlichem Tool visualisieren lassen.

Diese Methode geht zügig und eignet sich besonders für weniger komplexe Gegenstände oder auch zur Wiederholung von bereits bekanntem Stoff.

Zusammengefasst

Gruppenarbeiten sind wichtig und sie immer nur nach Schema F abzuspulen, kann für alle ermüdend sein.

Bringe also mit kreativen Methoden immer mal wieder frischen Wind in Dein Seminar!

Denn Abwechslung wirkt am allerbesten der (digitalen) Ermüdung entgegen und verhindert, dass Teilnehmer*innen abschalten.