Mit Online-Begleitung Deine Teilnehmer*innen langfristig im Alltag unterstützen

Unser Alltag wird wahrscheinlich wesentlich mehr von Gewohnheiten bestimmt, als uns bewusst ist.

Die meisten von uns haben sicherlich morgens eine gewisse Routine, die wir ohne großes Nachdenken abarbeiten.

Das Ausführen von gefestigten Gewohnheiten verlangt uns also nur wenig kognitive Anstrengung ab – dafür erfordert die aktive Veränderung unserer Gewohnheiten umso mehr davon.

Insbesondere, wenn sich Verhaltensweisen über viele Monate oder sogar Jahre eingeschliffen haben.

Als Trainer*in oder Coach hast Du es sicherlich häufig mit Menschen zu tun, die im Rahmen Deines Trainings einzelne Verhaltensmuster ändern möchten.

Dann weißt Du sicherlich, dass es anfangs mehr bewusste Aufmerksamkeit braucht, wenn wir neue Gewohnheiten in unseren Alltag integrieren möchten.

Außerdem braucht es immer einen gewissen Zeitrahmen, um die neuen Muster einzuschleifen. Daher kannst Du mit Hilfe von langfristiger Online-Begleitung die Erfolgschancen erhöhen.

Was ist eigentlich eine Gewohnheit?

Es mag zwar leider noch keine absolute Erfolgsformel für die Integration neuer Gewohnheiten geben, aber grundsätzlich verläuft der Prozess nach dem folgenden Muster:

Eine Gewohnheit ist also eine Verhaltensroutine, die durch die Verknüpfung bestimmter Verhaltensweisen und bestimmten Situationen entsteht.

Zunächst erfordert diese Verknüpfung mehr aktive gedankliche Kontrolle, bei kontinuierlicher Wiederholung des Musters automatisieren sich die Abläufe aber immer mehr.

Ein Beispiel: Du gehst jeden Morgen nach dem Aufstehen als erstes Duschen. Der Hinweisreiz ist dann einfach die Uhrzeit und die Tatsache, dass Du gerade aufgestanden bist.

Im Anschluss spulst Du verschiedene Handlungen ab, wie etwa das Bereitlegen des Handtuchs und vielleicht neuer Kleidung. Dabei denkst Du über diese einzelnen Handlungen nicht mehr wirklich nach, da sie sich jeden Morgen wiederholen.

Die Belohnung ist in diesem Fall vermutlich einfach das gute Gefühl, morgens frisch und wach zu sein.

Was passiert jetzt, wenn sich Teilstücke der Verhaltensroutine ändern? Du bist beispielsweise gerade umgezogen. Die Dusche funktioniert vielleicht etwas anders und alle Deine Sachen befinden sich an anderen Stellen in der neuen Umgebung.

Dann muss die Verhaltensroutine erst einmal aktualisiert werden und das Gehirn muss für eine gewisse Zeit bei der Ausführung wieder mehr in den aktiven Modus schalten.

In dieser Darstellung meint „Belohnung“ übrigens nicht unbedingt eine (objektiv) positive Konsequenz. Wenn wir in bestimmten Situationen beispielsweise zu einer Zigarette greifen, mag sich das Belohnungsgefühl zwar in Form von Stressabbau einstellen.

Aber natürlich ist Rauchen trotzdem eine ungesunde Gewohnheit und daher kein wünschenswerter Belohnungsmechanismus, den viele Menschen gerne abstellen würden.

Wie unterstützt Du als Trainer*in?

Dabei ist zu erwähnen, dass jede neue Gewohnheit andere Voraussetzungen stellt. Ein neues Kommunikationsverhalten zu erlernen, geschieht unter anderen Bedingungen als etwa weniger Süßigkeiten zu naschen.

Generell fungierst Du als Trainer*in dabei zunächst als Informationsquelle. Denn oft bauen wir neue Verhaltensweise auf einer veränderten Informationslage auf.

Gleichzeitig hilft uns das rationale Verständnis, dass das ursprüngliche Verhalten eventuell ungesund oder unproduktiv ist, bei der Veränderung.

Hier beginnen aber auch unsere Probleme: Denn ein rein rationales Verständnis reicht oftmals nur bis zu einem gewissen Punkt.

Insbesondere, wenn wir unter Stress stehen, verfallen wir daher gerne in alte Verhaltensmuster.

Wenn Du Dir also ein neues Kommunikationsverhalten angewöhnen möchtest, fällt Dir das vermutlich in angespannten Situationen schwerer.

Wenn sich ein*e Teilnehmer*in etwa das lautere und deutlichere Sprechen aneignen möchte, denkt er oder sie in ruhigen und kontrollierten Situationen aktiver an Deine Informationen und Tipps.

Sobald andere Faktoren aber im Kopf diese neuen Strukturen überschreiben, greifen wir auf passiv abrufbare Muster zurück.

Auch Zeitdruck löst dann oft die alten Verhaltensroutinen aus, da die neuen Informationen dann nicht mehr greifbar sind. Wenn Du morgens verschlafen hast und Deine neue Routine auch noch schneller als üblich durchführen musst, kommst Du ins Stocken.

Hier ist also auch die eigentliche Arbeit der Trainer*innen gefragt: Du bist Begleiter*in des Übergangsprozesses vom reinen Wissen hin zum veränderten Handeln. Das heißt, Du motivierst und hilft bei der Einhaltung von Zielen und Plänen.

Welche Strategien gibt es?

Es gibt zwei grundlegende Strategien für die Integration neuer Gewohnheiten in unseren Alltag.

Einerseits gibt es eine Strategie für die Kategorie der ungewünschten Verhaltensweisen, die wir verringern oder einstellen wollen.

Die Methode ist hier also der Einsatz von Selbstkontrolle, um die jeweiligen Verhaltensmuster zu unterbrechen. Diese Selbstkontrolle kann etwa durch Mantras oder Wenn-Dann-Leitsätze unterstützt werden.

„Wenn ich später in den Supermarkt gehe, werde ich mir frisches Obst holen anstatt Schokolade.“

Es kann aber auch hilfreich sein, die ursprüngliche Situation, die das ungewünschte Verhalten auslöst, zu umgehen. Um bei der Supermarkt-Beispiel zu bleiben, kannst Du etwa von Anfang an gar nicht erst in das Süßigkeiten-Regal gehen.

Die Vermeidung des auslösenden Hinweisreizes verhindert dann, dass sich der Kreislauf schließen kann.

Die zweite Kategorie sind solche Verhaltensroutinen, die wir neu erlernen möchten. Neue Gewohnheiten bilden sich schneller, wenn wir sie mit gleichbleibenden Situationen und bestimmten Belohnungen verbinden.

Wird das neue Verhalten dann in entsprechenden Kontext wiederholt ausgeführt, bildet sich eine neue Gewohnheit. Man sagt, dass dieser Prozess ungefähr 60 Tage dauert, wenn das neue Verhalten täglich angewendet wird.

Da wir insbesondere wenn wir müde oder geistig erschöpft sind zu Gewohnheitshandlungen neigen, kann die Integration gesunder Routinen uns langfristig erfolgreich halten.

Wie kann Online-Begleitung helfen?

Ein Problem tut sich also jetzt vielleicht auf: Du begleitest Deine Teilnehmer*innen nur über einen gewissen Zeitraum.

Du kannst also dabei helfen, das Fundament für neue Gewohnheiten zu legen, aber der eigentliche Implementierungsprozess ist schließlich der schwierige Teil.

Daher kann eine mittel- bis langfristige Online-Begleitung die Erfolgschancen für Deine Teilnehmer*innen um ein Vielfaches erhöhen.

Es ist im Grunde wie die Funktion von Therapeut*innen. Eine einzelne Sitzung wird kaum ausreichen, um komplexe Dinge aufzuarbeiten.

Erst durch eine langfristige Begleitung können neue Mechanismen erlernt werden. Dabei dienen die regelmäßigen Sitzungen der Reflexion und Festigung.

Daher kannst Du so auch als Trainer*in ansetzen:

1.

Über eine Online-Plattform kannst Du die grundlegenden Informationen dauerhaft und stets abrufbar speichern. Auf diese Weise kann auch niemand das Handout verlieren oder verlegen.

So müssen Deine Teilnehmer*innen nie lange suchen, vor allem in solchen Situationen, wenn sie wenig Zeit haben oder unter Stress stehen. Das Verfallen in alte Gewohnheiten wird somit vielleicht schneller abgemildert.

2.

Wiederholung und Aufmerksamkeitslenkung sind der Schlüssel. Wenn Dein Seminar also nach 2 Tagen endet, sind Deine Teilnehmer*innen danach auf sich alleine gestellt.

Wenn Du sie anschließend online begleitest, kannst Du regelmäßig Erinnerungen oder Denkanstöße, vielleicht in Form von Videos, verschicken. Auf diese Weise verlieren die Teilnehmer*innen nicht so schnell den Fokus auf die neuen Verhaltensmuster.

Gleichzeitig kannst Du so auch an der persönlichen Beziehung, die Du während der Präsenz-Teils gebildet hast, anknüpfen. Durch Video-Botschaften fühlt sich auch die Online-Begleitung persönlich und somit idealerweise verpflichtender an.

So kannst Du Deine Teilnehmer*innen auch zum regelmäßigen Üben motivieren und mit Handlungsaufforderungen unterstützend eingreifen.

3.

Bei diesem Prozess sind Hindernisse unvermeidbar. Als Trainer*in oder Coach kannst Du durch eine langfristige Begleitung kontinuierlich und individuell auf diese eingehen.

Die Therapie-Analogie greift hier also wieder, denn Du kannst so auf persönlicher Basis in Zoom- oder Telefon-Gesprächen auf aktuelle Entwicklungen eingehen.

Einen Teil der Online-Begleitung kannst Du übrigens meistens automatisieren.

Mit Microlearning zu mehr Lernerfolg

Kleine Häppchen sind leichter verdaulich. Das gilt auch fürs Lernen.

Microlearning beschreibt eine Lernform, die auf kurzen Lernimpulsen aufgebaut ist.

Dabei ist der Gedanke, dass knackigere Lerneinheiten die Konzentration besser aufrechterhalten und einfacher zu kontextualisieren sind.

Auch die Tatsache, dass die Aufmerksamkeitsspanne bei uns Menschen immer kürzer wird, macht Microlearning zu einem produktiven Ansatz.

Man hört oft, dass das Internet für diese Entwicklung verantwortlich ist. Aber woher kommt das eigentlich?

Seit Anfang der 2000er hat sich der Content im Internet immer weiter weg von statischen Inhalten bewegt. Wir konsumieren nicht mehr nur, sondern wirken durch dynamische soziale Netzwerke immer mehr mit.

Allein die Fülle an Inhalten auf einer Plattform wie YouTube bietet uns so viel Variation und Vielfalt, dass wir weniger verweilen. Die Online-Inhalte haben sich zudem immer stärker aufgespalten und diversifiziert.

Das Scrollen durch einen Facebook- oder Instagram-Feed erfordert viel weniger zielgerichtete Aufmerksamkeit. Daher merkst Du diesen Effekt wahrscheinlich insbesondere bei jüngeren Teilnehmer*innen stärker.

Dass kannst Du einerseits mangelnde Konzentrationsfähigkeit werten oder diese Entwicklung auch ganz neutral annehmen und Deine Lerninhalte darauf ausrichten, um den Lernerfolg zu erhöhen.

Microlearning ist bereits Teil unseres Alltags

Grundsätzlich lernen wir immer in vielen kleinen Schritten. Uns wird nicht einfach ganz plötzlich ein komplexer Zusammenhang oder Ablauf verständlich.

Um neue Dinge zu lernen, müssen wir uns die Prozesse in kleine Teilabschnitte aufteilen.

Daher bedeutet Microlearning auch nicht, dass die einzelnen Lernimpulse banal oder irrelevant sein müssen. Denn sie setzen sich später wie ein Mosaik zu einem großen Ganzen zusammen, aber die einzelnen Teilstücke sind überschaubar und zugänglich.

Diese Definition unterstreicht eigentlich nur, dass traditionelle Vorlesungen absolut nicht auf unser natürliches Lernverhalten ausgerichtet sind.

Stundenlanger Input ohne die Möglichkeiten zur Reflektion oder Anwendung überfordert uns daher. Wir versuchen dann oft uns diese langen Einheiten automatisch in kleinere Lernaktivitäten einzuteilen, etwa durch Notizen oder Nachfragen.

Durch reinen Input bekommen wir nicht ausreichend die Möglichkeit, den Lernprozess in verschiedene kleinere Phasen aufzubrechen.

Da die meisten von uns mittlerweile viele Inhalte in Online-Formen aufnehmen und verarbeiten, sind wir an Microlearning eigentlich schon gewöhnt.

Hier ein Video, da ein kurzer Beitrag und wir finden so unseren eigenen Lernweg durch die Inhalte.

Im Rahmen eines Trainings oder Seminars möchtest Du diesen diffusen Prozess aber natürlich genauer steuern und auf ein Lernziel ausrichten. Denn wenn wir so durchs Internet scrollen, nehmen wir gleichzeitig auch viel irrelevante Information auf und werden schnell abgelenkt.

Grundsätzlich lehnt sich das Konzept des Microlearning aber an das informelle und eher beiläufige Lernen an, das uns ohnehin jeden Tag begleitet.

Wie funktioniert Microlearning in der Praxis?

Micro-Content kann individuell auf Deine Lernthemen und Zielgruppen zugeschnitten werden. Dabei gibt es einige grundlegende Rahmenbedingungen, die für die optimale Aufnahme und kognitive Verwertung sorgen:

  • geringer zeitlicher Aufwand pro Einheit (zwischen 30 Sekunden und maximal 20 Minuten)
  • in sich thematisch geschlossene Einheiten
  • handlungsorientiert und praxisbezogen
  • auf Bedarf erneut abrufbereit
  • lässt Rückmeldungen durch Lernbegleiter*in oder die Lerngruppe zu

Wie Du siehst, soll Microlearning vor allem das Anwendungswissen unterstützen, das insbesondere in der Erwachsenenbildung von großer Bedeutung ist.

Ein Beispiel aus der Praxis ist beispielsweise das Lernen über YouTube-Videos. Diese erfüllen alle Bedingungen eines Micro-Contents. Einzelne kurze Videos sind in sich abgeschlossen und lassen in Form der Kommentare auch weiterführende Interaktion zu.

Wenn Du mehr über YouTube als Lernplattform lernen möchtest, kannst Du hier unseren Artikel zum Thema lesen.

Micro-Content zusammenfügen

Der Nachteil an etwa einzelnen YouTube-Videos ist, dass sie zunächst in keinem übergeordneten Kontext stehen.

Daher ist das Deine Aufgabe im Rahmen eines Trainings: Einzelne Micro-Einheiten zu einem stimmigen Microlearning-Konzept zu vereinen.

Du baust aus den einzelnen Impulsen einen Lernpfad, der am Ende zu einem Bild zusammenkommt.

Dabei kann auch die Kombination aus Online-Einheiten und Präsenz-Lernen sehr effektiv sein. So kannst Du beispielsweise theoretisches Basiswissen in einzelne Video-Inhalte aufteilen und die Präsenz zur aktiven Anwendung nutzen.

Ein großer Vorteil von Micro-Content, den Du etwa über eine Lernplattform bereitstellst, ist auch die größere Autonomie Deiner Teilnehmer*innen im Lernprozess.

Da die Lernenden in der Erwachsenenbildung häufig zu sehr heterogenen Lerngruppen zusammenkommen, können sie von einer thematischen Aufteilung sehr profitieren.

Ein Beispiel für thematische Aufteilung
aus unserem begleitenden Videokurs zum
Coaching-Programm Train The Online Trainer

Ist ein*e Teilnehmer*in beispielsweise bereits sehr erfahren auf einem bestimmten Teilgebiet, kann er/sie die entsprechenden Videos überspringen.

So kannst Du Deinen Lernenden die Möglichkeit geben, sich genau die Lerneinheiten anzuschauen, die für sie relevant sind. Auf diese Weise bleiben sie länger motiviert und können einen subjektiv höheren Mehrwert aus dem jeweiligen Training ziehen.

Ein weiterer Aspekt ist so abgedeckt: Micro-Content sollte wieder abrufbar sein. Indem Du also Videos oder andere Lernmedien zur Verfügung stellst, können die Teilnehmer*innen den Lernprozess an ihr persönliches Lerntempo anpassen.

So erstellst Du eigenen Micro-Content

1.

Zunächst einmal musst Du Dir wie immer Dein konkretes Trainings- oder Lernziel vergegenwärtigen. Dabei solltest Du Dein Lernziel so simpel und spezifisch wie möglich beschreiben können – denn wenn Du es selbst nicht konkretisieren kannst, wird es auch für Deine Teilnehmer*innen nicht greifbar sein.

2.

Im zweiten Schritt konzipierst Du die praktischen Übungen, die Du im Seminar mit Deinem Micro-Content verknüpfen willst. Wenn Du also ein kurzes Video als den eigentlichen Lernimpuls einsetzt, brauchst Du noch die passende Übung zur Anwendung oder Abspeicherung des Wissens.

3.

Anschließend wählst Du das Format für Deine Inhalte. Es gibt viele Möglichkeiten, wie Du Deine Lerninhalte an die Teilnehmer*innen heranführen kannst: Unter anderem als Quiz, Text, Video, Weblink oder als Foliensatz.

Bei Texten solltest Du besonders auf die Kürze achten, damit die Lernenden nicht mit Informationen zugeschüttet werden.

Zusätzlich bieten sich auch Audio- oder Videoinhalte sehr an, da die Information so über visuelle oder verbale Reize angereichert wird. Zudem können mit Hilfe dieser Formate komplexere Abläufe anschaulicher dargestellt werden.

Insgesamt solltest Du auf einen guten Mix setzen, denn eine variationsreiche Mischung bietet den Lernenden viele verschiedene Ansatzpunkte.

4.

Jetzt kannst Du einen groben Ablauf Deines Konzepts planen. Überprüfe noch einmal, ob alle Deine Inhalte wirklich relevant für das jeweilige Lernziel sind und in die oben genannten Rahmenbedingungen passen.

Plane die vorläufige Reihenfolge und sortiere die Inhalte nach Ähnlichkeit, Schwierigkeit und Produktionsaufwand. Überlege, welche Inhalte unbedingt im Kurs vorkommen sollten und welche eventuell aussortiert werden können.

Wenn Du glaubst, dass einige Einheiten noch zu viel Informationsdichte enthalten, teile sie auf kleinere Lerneinheiten auf.

5.

Nun geht es an die Erstellung der Inhalte. Orientiere Dich hier immer an Deiner konkreten Zielgruppe und dem Lernziel.

Erzähle eine Geschichte mit Deinen Inhalten, gebe praxisbezogene Beispiele und schlage auch immer einen Bogen zum Alltag Deiner Teilnehmer*innen. Achte auch auf klare Handlungsanweisungen.

Falls Du immer noch das Gefühl hast, dass Dein Inhalt nicht in einen Micro-Content passt, bereite weiterführende Materialien vor. Diese können interessierte Lernende dann bei Bedarf zur Vertiefung nutzen – so wird Dein Training noch effektiver!

Ein Konzept für moderne Bedingungen

Microlearning kann so effektiv sein, da es sich gut in die Bedingungen der modernen Arbeitswelt einfügt.

Idealerweise sollten alle Deine Micro-Contents nämlich auch auf mobilen Endgeräten problemlos nutzbar sein. So passen sie ebenfalls leichter in den Alltagsplan von beschäftigten Erwachsenen.

Die höhere Selbstbestimmtheit im Lernprozess erhöht ebenfalls die allgemeine Lernmotivation und sorgt dafür, dass in heterogenen Gruppen dynamisch auf die Unterschiede eingegangen werden kann.

Gleichzeitig sorgt die hohe Praxisorientierung für anwendbare Lernerfolge. Denn reines Faktenwissen kann immer einfach nachgeschlagen werden – das Handlungswissen vermittelst Du als Trainer*in.

Eigene Videos drehen? – Planung, Dreh und Schnitt für Einsteiger*innen

Videoproduktion kann anfangs überwältigend sein, gleichzeitig aber auch vielfältig eingesetzt werden.

Du kannst nicht nur Lernvideos für Deine Kurse drehen, sondern auch Material für Werbe- oder Image-Videos für Deine Webseite oder Social Media aufnehmen.

Persönliche Videos geben Deinem Online-Auftritt eine unheimlich individuelle Note und stellen Dich genauso dar, wie Du möchtest.

Auch in Veranstaltungen, die grundsätzlich in Präsenz stattfinden, kannst Du eigene Videos einsetzen, etwa zu einer vorgeschalteten Einführung oder inhaltlichen Vertiefung. Denn Menschen sind visuelle Kreaturen und eine veranschaulichter Lernimpuls kommt immer gut an.

Denn verschriftlichte Lernmaterialien sind immer eine gute Basis, aber viele Lernende profitieren besonders von Videos, die ihnen von Dir als Impulsgeber*in zur Verfügung gestellt werden. So bauen sie durch die Inhalte gleichzeitig eine Bindung zu Dir auf, was besonders in Online-Formaten sehr wertvoll sein kann.

Natürlich kannst Du solche Videos auch über Dienstleister*innen oder Agenturen produzieren lassen, aber Du bist vielleicht überrascht, welche Resultate Du selbst erzielen kannst.

Wenn Du also jemand bist, der lieber Zeit als Geld aufwendet und autodidaktisch veranlagt ist, wird Dir die Videoproduktion wahrscheinlich sogar Spaß machen.

Falls Du noch Bedenken hast, ob Du selbst Videos produzieren kannst, geben wir Dir hier eine ungefähre Prozessübersicht.

Schritt 1: Planung

Einfach drauf loslegen kann eine Methode sein. Jedoch wird Dich das ungeplante Filmen auf jeden Fall am Ende des Tages auch deutlich mehr Zeit kosten.

Vielleicht hast Du Bedenken, dass ein Skript Dir die authentische Wirkung nimmt. Du musst Dir auch nicht unbedingt ein komplett ausformuliertes Skript erstellen, aber mindestens organisierte Notizen solltest Du Dir für größere Projekte anlegen.

Wenn Du weitere Gegenstände oder Requisiten benötigst, lege Dir vorher alles griffbereit zurecht.

Du wirst vermutlich auch merken, dass Du je mehr Du in die Video-Produktion eintauchst, Du immer besser darin wirst. Wenn Du also anfangs noch denkst, dass Du zu hölzern wirkst, dann wird sich das mit der Zeit sicherlich etwas geben.

Vielleicht kannst Du Dein Skript zusätzlich erst im Vorfeld ohne Aufnahme „proben“, dann fühlst Du Dich während der eigentlichen Aufnahme weniger zum Ablesen verleitet.

Wenn Du gerne ablesen möchtest und glaubst, dass Du so zum Beispiel nicht den Faden verlierst, gibt es hier einen Geheimtipp: Es gibt verschiedene Teleprompter-Apps, mit deren Hilfe Du Dir auf einem Bildschirm während der Aufnahme Dein Skript anzeigen lassen kannst.

Schritt 2: Der Dreh und die Technik

Wenn Du Dich mit Online-Seminaren bereits beschäftigt hast, hast Du wahrscheinlich auch schon mit Hintergründen experimentiert.

Ob virtuell oder real, der Hintergrund kann für die Wirkung eines Videos entscheidend sein. Grundsätzlich ist ein neutraler Hintergrund immer angemessen und kann vielfältig weiterverwendet werden.

Es kann Dir im nächsten Schritt zudem sehr helfen, wenn Du Dir auf einer Seite immer etwas Platz lässt. Denn so kannst Du in der Bearbeitung Einblendungen einfügen und musst nicht Dein Gesicht verdecken.

Es gibt natürlich auch immer die Möglichkeit einen Greenscreen zu nutzen. Wenn Du Dein Material vor einem Greenscreen filmst, kannst Du die Aufnahmen hinterher am abwechslungsreichsten umgestalten.

Ein Faktor, der für jede Form des Hintergrunds gilt, ist die Beleuchtung. Insbesondere bei der Nutzung eines Greenscreens wird Dir professionelles Licht aber sehr helfen.

Dasselbe gilt natürlich für Kamera und Ton. Dabei ist der Ton besonders wichtig: Ein externes oder Ansteck-Mikrofon sind für die Tonqualität ein Muss.

Du kannst mittlerweile aber sogar mit einer hochwertigen Smartphone-Kamera qualitativ überzeugende Videos aufnehmen. Ein Stativ ist übrigens dabei zusätzlich für jede Kamera ratsam.

Wenn Du Dich regelmäßig von Deiner Kamera wegbewegen möchtest, kann Dir auch ein Selbstauslöser die Arbeit sehr erleichtern. So musst Du nicht ständig zur Kamera und zurück laufen, um die Aufnahme zu starten oder stoppen. Gleichzeitig ersparst Du Dir so später einige Schnitte.

Wenn Du regelmäßig Online-Veranstaltungen gibst, solltest Du aber vermutlich in diesen Kategorien schon ziemlich gut ausgestattet sein.

Schritt 3: Schnitt und Bearbeitung

Du hast Dein Roh-Material zusammen und stellst jetzt aber wahrscheinlich zwei Dinge fest:

Du hast einerseits viel zu viel Material und es gibt immer wieder Passagen, die Dir nicht gefallen oder zu trocken sind.

Wenn Du also nicht ein Video in einem einzigen Take aufnehmen willst, kannst Du mit Hilfe von Bearbeitungs- und Schnittprogrammen Dein Material neu zusammenstellen und aufpeppen.

Du kannst Text, Bilder oder andere Video-Schnipsel einblenden und Dein Material visuell anreichern.

Viele Einsteiger*innen versuchen diesen Schritt oft zu umgehen, da einige Schnittprogramme zugegeben anfangs ziemlich einschüchternd wirken können.

Um eine Sache kommst Du beim Schnitt allerdings nie wirklich herum: Den Zeitaufwand. Du wirst am Anfang vielleicht überrascht sein, wie viel Zeit selbst kleine Schnitt-Projekte verschlingen können.

Du kannst mit etwas Übung Deine Arbeitsabläufe zwar durchaus beschleunigen, aber Videobearbeitung dauert am Ende immer länger als man denkt.

Dafür lohnt sich dieser Aufwand aber tatsächlich auch sehr: Ansprechend bearbeitete Videos halten nicht nur die Aufmerksamkeit Deiner Zuseher*innen länger hoch, sondern wirken auch professioneller.

Welches Tool?

Wenn Deine Schnittprojekte nur minimalen Schnitt und eher visuelle Anreicherung benötigen, kannst Du mit einem Grafik-Programm wie Canva gute Resultate erzielen.

Canva ist vollgepackt mit Vorlagen und Design-Elementen für jeden Geschmack und jede Gelegenheit. Mit Hilfe von voranimierten Elementen kannst Du Deinen Videos so schnell einen interessanten Look geben.

Allerdings ist Canva für den eigentlichen Schnitt aktuell eher wenig geeignet, da Du keine separaten Timelines hast.

Daher wirst Du vermutlich schnell an die Grenzen eines Grafik-Programms stoßen und feststellen, dass Du eine zusätzliche Schnitt-Software benötigst.

Wenn Du wirklich nur ein paar Schnitte setzen möchtest, reicht oft sogar das mitgelieferte Programm des jeweiligen Betriebssystems aus, wie etwa iMovie oder Windows Movie Maker.

Es gibt aber auch einige kostenlose Schnitt-Programme, mit denen Du ein vollkommenes Projekt erstellen kannst. Hier wären beispielsweise als Einsteiger-Modelle Shotcut oder Lightworks zu nennen.

Persönlich kann ich als fortgeschrittene Schnitt-Software DaVinci Resolve sehr empfehlen. Dieses Programm ist das wohl mächtigste Schnittprogramm, das Du kostenlos nutzen kannst. Daher musst Du Dich hier eventuell mehr einarbeiten als bei einigen anderen, dafür bekommst Du aber auch ein sehr professionelles und umfangreiches Tool.

Falls Du Dich mit einem Profi-Programm wie Resolve überfordert fühlst, können wir Dir auch Andreas Favoriten Camtasia sehr ans Herz legen. Die Software ist ebenfalls sehr umfangreich, aber im Aufbau übersichtlicher und zugänglicher!

Einfach mal probieren!

Videos produzieren macht zwar Arbeit, aber oft auch Freude. Vor allem, wenn Du feststellst, was Du alles selber kannst.

Natürlich bist Du nicht plötzlich ein*e professionelle*r Produzent*in, aber viele Teilnehmer*innen erwarten das auch überhaupt nicht von Dir.

Was bei ihnen punktet, ist Authentizität und Individualität.

Du musst nicht jede kleine Pause kleinschrittig herausschneiden und ein Lernvideo in ein Hochglanz-Werbevideo verwandeln.

Aber Du kannst Dir Video-Tools zu Nutze machen, um ein Video interessanter zu gestalten und Dir größere Freiheit bei der Aufnahme zu verschaffen.

Denn wenn Du mehr Material aufnimmst, kannst Du später immer noch Schnitte setzen oder Teilstücke neu anordnen.

Zudem kann alleine die Einblendung zusätzlicher Hinweise oder Bilder ein Lernvideo für Deine Teilnehmer*innen so viel anschaulicher gestalten.

Der Camtasia-Link ist ein Affiliate-Link. Das bedeutet, dass Andrea bei einem Kauf über diesen Link eine kleine Provision bekommt. Das beeinflusst aber nicht unsere Meinung über die Software! Wir empfehlen sie Dir wirklich, weil Andrea das Programm selbst schon seit Jahren gerne nutzt!

Money Mindset – Geht es immer nur ums Geld?

Über Geld spricht man angeblich nicht. Aber wieso eigentlich nicht?

Für viele Trainer*innen ist ihre finanzielle Situation ein schwieriges Thema. Es fällt uns manchmal schwer, den subjektiv oder objektiv passenden Gegenwert für unsere Leistungen festzulegen.

Studien zeigen, dass insbesondere Frauen ihre Tagessätze in vielen Fällen niedriger ansetzen.

Hinzu kommt, dass das Thema Geld immer den Beigeschmack von egozentrischem Denken mit sich bringt. Denn wer den Fokus zu sehr auf die Vergütung legt, gilt schnell als unmoralisch und selbstsüchtig.

Der Begriff „Money Mindset“ schwebt aktuell viel durch den Diskurs rund um Bezahlung.

Dabei geht es entgegen dem ersten Gefühl nicht nur ums Geld verdienen und davon möglichst viel. Der Ansatz soll unsere Einstellung zum Geld und auch zu unserem eigenen Selbstwert herausfordern.

Denn als Trainer*in hast Du sicherlich Bedenken, dass zu hohe Tagessätze Deine potentiellen Auftraggeber*innen eher abschrecken statt anziehen.

Aber stimmt das überhaupt?

Was ist unser Money Mindset?

Zunächst einmal machen wir uns bewusst, dass unser persönliches Geldbewusstsein auf vielen verschiedenen Faktoren beruht:

Unter anderem auf unserem Business und dessen Erfolg, unserer Erziehung, dem jeweiligen Wirtschafts- und Finanzsystem, unserer eigenen Moral und auch den Menschen, die uns umgeben.

Daher ist unser Geldbewusstsein auch ein fließendes Konzept. Unsere Einstellungen können sich mit uns verändern.

Wie so vieles, beginnt Money Mindset also im Kopf. Dabei kommen verschiedene Bestandteile zusammen:

1. Was ist meine Geld-Identität?

Wie definieren wir uns in unserer eigenen Vorstellung?

Bin ich jemand, der in meiner Wahrnehmung auf gute und gesunde Weise viel Geld verdient?

Bin ich jemand, der wenig Geld braucht und glaubt, dass Geld verdienen nur über unlautere Mittel geht?

Unsere innere Einstellung definiert immer, welches Money Mindset wir leben und ausstrahlen.

2. Was ist mein Glaube über Geld?

Glaube ich, dass Geld verdienen nur funktioniert, indem ich andere Leute belüge und über den Tisch ziehe? Ist gutes Geld automatisch unmoralisch und egoistisch?

Oder:

Ist gute Bezahlung ist der Ausdruck von Wertschätzung? Denn meine Angebote verbessern das Leben meiner Kund*innen. Wenn ich mehr verdiene, bedeutet dass also auch, dass ich vielen Menschen geholfen habe. Zudem kann ich so weitere Projekte unterstützen, die mir am Herzen liegen.

Welche Geschichte erzähle ich mir selbst und anderen?

3. Die Wertschätzung meiner Zeit

Angebote zu kalkulieren kann schwierig sein. Berücksichtigen unsere Kalkulationen wirklich all die Zeit, die in unsere Arbeit fließt?

Bin ich mir darüber bewusst, wie viel Zeit ich in Zukunft für meine Arbeit und in anderen Bereichen des Lebens aufwenden möchte?

Wahrscheinlich verbringst Du auch viel Zeit damit, Dinge zu tun, die daraus resultieren, dass Du nicht Nein sagen möchtest. Gleichzeitig machen wir dadurch viele Kompromisse und sagen weniger Ja zu unseren eigentlichen Herzensprojekten.

Die Wertschätzung unserer Zeit reflektiert die Wertschätzung unserer eigenen Person. Denn Zeit ist wertvoll und wir bezahlen mit schlecht eingesetzter Zeit immer mit einem Teil unseres Lebens.

4. Was ist mein Selbstwert?

Wir haben viele Muster in unseren Köpfen, die uns klein halten. Das gilt leider insbesondere für Frauen.

Oftmals halten wir uns immer noch unterbewusst für weniger kompetent und „weniger wert“. Auch wenn wir natürlich gesellschaftlich weit gekommen sind, spielen viele dieser Faktoren immer noch im Hinterkopf eine Rolle.

Dabei geht es bei Selbstwert sowohl um uns als Person als auch um unsere beruflichen Kompetenzen. Diese beiden Dinge hängen meist eng zusammen und stehen und fallen mit unserer inneren Einstellung.

Dieser Punkt ist einer der wichtigsten, denn auch diese Einstellung zu unseren Fähigkeiten und Talenten können wir verändern. Wir haben Einfluss auf die Geschichte, die wir von uns erzählen und ob wir uns mit unseren Überzeugungen selbst unterstützen oder klein halten.

Wenn wir uns dann selbst genügend wertschätzen, können wir auch Bezahlung als Wertschätzung empfinden.

5. Was wir nach außen tragen

Bisher haben wir uns eher angeschaut, was in unserem Innern vorgeht. Natürlich tragen wir unsere innere Einstellung aber auch immer praktisch nach außen.

Die Glaubenssätze, die Du unter Punkt 1 und 2 für Dich festlegst, prägen auch Deine Interaktionen mit anderen.

Was Du selbst glaubst, gibst Du auch anderen weiter oder erzählst Deinen Kindern:

„Das können wir uns nicht leisten, Geld haben nur die anderen…“

„Das können wir uns gerade nicht leisten, was ist der nächste Schritt, damit wir das können? Alles ist möglich!“

Es macht also einen Unterschied, was Du Dir selbst und im nächsten Schritt dann anderen sagst. Ob Du die aktuelle Situation als Einbahnstraße betrachtest, oder als Station auf einer Reise. Wenn wir uns selbst als wertvoll genug betrachten, finden wir eine Lösung.

Muss ich mein Money Mindset überdenken?

Denn am Ende des Tages geht es beim Konzept des Money Mindset gar nicht um Geld.

Wir wollen natürlich nicht bestreiten, dass ein gewisses Maß an finanzieller Stabilität das Leben durchaus entstressen kann.

Aber wenn wir in unserem Innenleben ganz grundlegend unzufrieden sind, wird uns auch die größte Summe nie wirklich „genug“ sein.

Daher ist ein gesundes Geldbewusstsein immer wichtig, denn die Wurzeln dafür liegen in einer wertschätzenden Einstellung zu uns und unseren Fähigkeiten.

Das Thema Geld wird immer ein wenig tricky sein. Aber es kann hilfreich sein, wenn wir die Diskussion offen gestalten.

Diese Diskussion beginnt in unserem eigenen Kopf. Wir können uns oft nicht vorstellen, dass wir eine höhere Bezahlung wirklich verdienen und dass es realistisch ist diese einzufordern.

Selbstwertschätzung und Selbstliebe sind für uns oft noch schwierig und so verkaufen wir uns und unsere Angebote vielfach unter Wert.

Du weißt am besten, wie viel Arbeit wirklich in Deine Leistungen fließt und welchen Wert sie tatsächlich im Leben Deiner Teilnehmer*innen einnehmen.

Daher ist hier der Ansatzpunkt, wenn wir unser Geldbewusstsein verändern möchten. Denn wenn unser Selbstwertgefühl – ob persönlich oder beruflich – nicht an der richtigen Stelle ist, können wir keine gesunde Einstellung zu unserer Bezahlung darauf aufbauen.

Die positive Nachricht nochmal zum Schluss: Die Wurzeln eines ungesunden Money Mindsets sind oftmals unbewusst gelernt, aber können auch aktiv verbessert und neu gelernt werden.

Zurück in die Präsenz – Was ist jetzt anders?

Viele Trainer*innen und Dozent*innen sind aktuell wieder mehr oder weniger in Präsenz-Veranstaltungen unterwegs.

Für Einige konnte diese Rückkehr gar nicht schnell genug kommen und so werden auch gerne noch Kompromisse in Kauf genommen – Hauptsache wieder Präsenz!

Doch was hat sich verändert?

Abgesehen von den wechselnden Hygiene-Maßnahmen, über deren Einfluss wir hier gar nicht sprechen wollen. Die letzte Zeit war in vielerlei Hinsicht lehrreich und wir haben alle ungewohnte und neue Erfahrungen gemacht.

Was hat sich in den Köpfen verändert durch die Erfahrungen seit dem letzten Jahr?

Sehen wir Online-Lernen jetzt anders? Oder wollen wir das digitale Lernen so schnell wie möglich wieder hinter uns lassen?

Endlich wieder im Seminarraum!

Es ist verständlich, dass die Wiederaufnahme von Präsenz-Veranstaltungen für viele Trainer*innen eine riesige Erleichterung ist. Das Gefühl von Normalität und die Rückkehr zu gewohnten Abläufen ist eine willkommene Abwechslung nach vielen Monaten des „Distanz-Lernens“.

Wie sehen das eigentlich die Teilnehmer*innen?

Sicherlich freuen sich viele Schüler*innen oder Student*innen, dass sie durch Präsenz-Veranstaltungen wieder mehr sozialen Kontakt zu ihren Freundeskreisen haben können.

Auch wenn sich noch nicht alles wieder ganz „normal“ anfühlt, kann das Online-Lernen diese Komponente einfach oft nicht vollwertig ersetzen.

Und auch für die Familien bietet die Rückkehr zur Präsenz sicherlich ein wenig Entspannung. Denn das Homeschooling hat in vielen Familien durchaus an den Nerven gezehrt.

Doch in der Erwachsenenbildung haben sicherlich auch einige Teilnehmer*innen gemischte Gefühle.

Da Erwachsene häufig neben dem Beruf lernen, bietet ihnen das Online-Lernen größere Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit im Lernprozess.

Fixierte Präsenz-Termine können berufstätige Erwachsene oft schwieriger in ihren vollen Terminkalender integrieren. Auch bietet das flexible Selbstlernen etwa Menschen mit Kindern größeren Freiraum beim Lernen.

Insgesamt haben also viele Trainer*innen und Teilnehmer*innen die räumliche und oft auch zeitliche Unabhängigkeit des Online-Lernens sehr genossen und möchten auch in Zukunft auf diese Weise lernen.

Einige Trainer*innen haben jedoch Online-Seminare sicherlich nur als notgedrungene Übergangslösung toleriert, aber nie wirklich voll hinter dem Konzept gestanden.

Und es ist verständlich, dass Lehrende den echten Kontakt zu ihren Teilnehmergruppen vermisst haben. Daher haben einige Trainer*innen vielleicht auch nur eher halbherzig versucht, sich in digitalen Lernprozessen weiterzubilden.

Präsenz 2.0

Die meisten Lehrenden haben sich jedoch große Mühe gegeben, sich in digitale Lernprozesse einzuarbeiten und ihre Konzepte umzuarbeiten.

Die Rückkehr zur Präsenz mag sich daher erstmal wieder ungewohnt anfühlen. Präsenz muss erst wieder gelernt werden und es müssen sich alle an die jeweiligen Bedingungen gewöhnen.

Denn vor allem die ständig wechselnden Voraussetzungen haben bei Trainer*innen und Teilnehmer*innen große Unsicherheit ausgelöst.

Welche Erkenntnisse der letzten Zeit können wir für die Präsenz mitnehmen?

Viele Lehrende berichten beispielsweise, dass sie sich innerhalb eines Kollegiums wesentlich mehr intern ausgetauscht haben als zuvor. Die erhöhte Kommunikation durch den anfangs größeren Planungsaufwand ist sicherlich ein Element, das auch weiterhin wertvoll sein kann.

Außerdem haben viele Pädagog*innen durch den Online-Unterricht gemerkt, wie wertvoll das Feedback der Teilnehmer*innen für den Lernprozess ist. Die meisten Trainer*innen waren Neulinge im Online-Lehren und haben so verstärkt die Rückmeldungen ihrer Lernenden eingefordert.

Denn normalerweise sind Präsenz-Profis sehr gefestigt in ihren Konzepten und dabei vergessen wir vielleicht manchmal, unsere Methoden regelmäßig zu hinterfragen. Denn Potential für Verbesserung gibt es natürlich immer und indem wir mehr Feedback integrieren, findet auch eine stetigere Weiterentwicklung statt.

Das erhöhte Bewusstsein für digitale Medien hat auch dafür gesorgt, dass sowohl Bildungsträger als auch Teilnehmer*innen wichtige digitale Kompetenzen erworben haben. Die Sensibilisierung für Themen wie den Datenschutz und den sicheren Umgang mit digitalen Inhalten wird auch weiterhin relevant sein.

Ebenso kann die verstärkte Integration digitaler Lernmedien auch weiterhin dem Präsenz-Lernen dienlich sein. Indem die Lernmaterialien differenziert werden, können die Teilnehmer*innen im Lernprozess so vielfältig wie möglich unterstützt werden.

In Zukunft trotzdem mehr digital?

Auch wenn die Vorzüge der Präsenz unbestreitbar sind, haben viele Trainer*innen mittlerweile nämlich auch die besten Teile der digitalen Welt schätzen gelernt.

Dazu zählt unter anderem die größere Vernetzung über lokale Grenzen hinaus. Auch wenn ein großer Teil von Trainer*innen innerhalb ganzer (Bundes)Länder unterwegs ist, waren wohl viele nicht so weitläufig vernetzt wie sie es jetzt sind.

Doch wie sieht die Zukunft überhaupt aus? Es ist unwahrscheinlich, dass die Welt und der Bildungsbereich jemals wieder zu exakt demselben Status wie vor der Pandemie zurückkehren.

Institutionen und Bildungsträger haben neue Systeme implementiert, auf die sie sicherlich in Zukunft nicht mehr verzichten wollen.

Denn seien wir mal ehrlich: Eine Dosis mehr Digitalität hat vielen Bildungsangeboten durchaus gut getan und war wohl ohnehin überfällig. Beispielsweise der Einsatz eines Lernmanagement-Systems kann auch in einer Präsenz-geprägten Zukunft den Lernprozess effektiv unterstützen.

Die Bedenken gegenüber digitalen Elementen wurden in vielen Köpfen abgebaut und die Offenheit für beispielsweise Blended Learning Konzepte erhöht.

Wenn Du zukünftig an einem integrierten Lernkonzept interessiert bist, kannst Du in unserem Artikel zu Blended Learning wertvolle Tipps bekommen.

Durch die besondere Situation haben viele Trainer*innen erkannt, dass man mit Hilfe digitaler Angebote auf unerwartete Dinge besser vorbereitet sein und Ausfälle kompensieren kann.

Es muss also für Dich als Trainer*in kein Entweder-Oder sein. Du kannst in Zukunft weiterhin Deine gewohnten Präsenz-Veranstaltungen abhalten und gleichzeitig einige gute Online-Konzepte auf Lager haben.

Diese Flexibilität kommt nicht nur Deinem Business zu Gute, sondern bietet auch Deinen Auftraggeber*innen eine größere Auswahl. Auf diese Weise kannst Du Deine Angebote diversifizieren und Dich auf neue und breitere Zielgruppen einstellen.

Denn auch wenn die aktuelle Situation Präsenz zumindest teilweise möglich macht, kann sich die Lage schließlich immer wieder unvorhergesehen entwickeln. Indem Du dann sowohl Online- als auch Präsenz-Konzepte parat hast, wirst Du nicht mehr kalt erwischt.

Was wir gelernt haben

Präsenz-Lernen wird seine Bedeutung und seine Vorzüge nicht so schnell verlieren.

Doch es ist unbestreitbar, dass die Digitalisierung des Bildungsbereichs einen weiteren ordentlichen Push bekommen hat.

Sich vollkommen den Vorteilen digitaler Elemente zu verschließen, könnte in Zukunft sogar zum Nachteil werden. Indem wir weiterhin Präsenz-Formate als das Nonplusultra betrachten, stehen wir uns oft mental selbst im Weg.

Denn nur, wenn wir wirklich hinter unserem Konzept stehen, können wir auch die Teilnehmer*innen begeistern.

Selbst klassische Präsenz-Bereiche haben sich seit dem letzten Jahr mit Online-Lösungen angefreundet. Viele Trainer*innen hätten vorher wohl niemals gedacht, dass ihre Fachbereiche jemals online umsetzbar sein könnten.

Und vermutlich hätten sie es auch niemals versucht, wenn sie nicht gemusst hätten.

Homöopath*innen, Therapeut*innen, Sozialarbeiter*innen – alle haben stetig nach neuen Lösungen gesucht. Und das oftmals auch gemeinsam.

Denn es haben sich viele neue Online-Communities für Pädagog*innen entwickelt. Facebook-Gruppen und Foren haben sich als Treffpunkt für lernwillige Lehrende etabliert und engere fachliche Beziehungen geschaffen.

Daher war das Jahr 2020 wahrscheinlich auch für alle Trainer*innen, Lehrer*innen und Dozent*innen das lehrreichste Jahr überhaupt. Es war für viele notwendig, sich weit außerhalb der eigenen Komfort-Zone aufzuhalten und selbst viele neue Kenntnisse zu erwerben.

So destruktiv die Pandemie also in vielen Bereichen des Lebens gewesen ist, so hat die Situation auch Innovation und Kreativität in uns allen befördert.

Und vielleicht wird diese Erfahrung nachwirken und uns daran erinnern, dass die Dinge gerne aus dem Nichts kommen und wir dann breiter aufgestellt sind.

Zoom Lampenfieber? Umgang mit Online-Nervosität

Die Kommunikation über Konferenz-Softwares ist für viele von uns zu einem festen Bestandteil des Alltags geworden.

Viele erfahrene Trainer*innen haben seitdem dennoch berichtet, dass sie vor Online-Veranstaltungen eine besondere Art der Aufregung verspüren.

Aber woran liegt das?

Man sollte doch meinen, dass Trainer*innen und Coaches diese Situationen tausendfach erlebt haben und kein Problem mit dem freien Sprechen und Präsentieren haben.

Tatsächlich lässt sich Zoom Lampenfieber aber sowohl bei Trainer*innen als auch bei Teilnehmer*innen beobachten.

Wir erklären daher, woher diese gesteigerte Unsicherheit kommen, und wie man ihr gezielt entgegenwirken kann.

Woher kommt digitales Lampenfieber?

Diese spezielle Aufregung, von der einige Trainer*innen und Teilnehmer*innen berichten, tritt im Zusammenhang mit dem Auftreten vor der Kamera auf. Dazu zählt auch die Aufnahme von Werbe- oder Marketingvideos, die sich für viele besonders unnatürlich anfühlen können.

Die virtuelle Situation und das technische Setup sind dabei für viele Präsenz-Profis so ungewohnt, dass sie sich nicht so kompetent und heimisch wie üblich fühlen.

Zudem fehlt vielen Coaches und Trainer*innen der direkte Bezug zu ihren Zuhörer*innen und vor allem deren nonverbale Reaktionen, auf die sie in Präsenz ihre Vorgehensweise abstimmen.

Manchmal hast Du als Trainer*in einfach nicht das Gefühl, dass Du durch eine Kamera wirklich mit Menschen sprichst. Wenn uns diese Tatsache zu stark bewusst wird, verhalten wir uns nicht natürlich.

Ein großer Unsicherheitsfaktor liegt auch in der Natur der Technik selbst.

Gleichzeitig die Inhalte, die eigene Präsentation und ein höheres Maß an technischen Faktoren zu beachten, kann durchaus Stress auslösen. Daher liegt der Grund für digitales Lampenfieber bei vielen Online-Anfänger*innen häufig in dieser Unerfahrenheit mit dem Medium begründet.

Aber auch erfahrenere Online-Trainer*innen verspüren manchmal noch größere Unsicherheit vor Online-Veranstaltungen. Das liegt meist daran, dass die Abhängigkeit von Technik uns immer auch verwundbar macht.

Denn wir erleben alle regelmäßig die technischen Probleme und Ausfälle, die eine Veranstaltung holprig gestalten können. Es klingt offensichtlich, aber Störungen und technische Ausfälle kennst Du auch bereits aus der Präsenz. Es kommt doch regelmäßig vor, dass Beamer nicht funktionieren oder Unterlagen fehlen, oder etwa nicht?

Gut vorbereitet ist halb gewonnen

Denn es passiert auch online einfach allen. Selbst die größten Online-Expert*innen sind nicht gegen technische Probleme immun.

Daher gibt es eigentlich auch keinen Grund, uns deswegen verrückt zu machen.

Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Eventuell bist Du auch zu einem gewissen Grad perfektionistisch veranlagt und hast gerne die volle Kontrolle über den Ablauf Deiner Veranstaltungen.

Diese Kontrolle abzugeben, kann Dir zunächst schwer fallen. Aber in Online-Veranstaltungen kann dir das Delegieren etwa des technischen Supports wirklich den Kopf frei machen.

Denn das Gefühl der Überforderung durch die vielfältigen technischen Faktoren kann sehr viel Platz in Deinem Kopf einnehmen.

Daher kann der Einsatz eines Co-Moderators oder designierten Technik-Supports der Nervosität entgegenwirken. Denn so kannst Du Dich voll und ganz auf Deine Kernkompetenzen konzentrieren und musst nicht alles in Deiner Person vereinen.

Dennoch kannst Du mit Hilfe einiger (unter Umständen neuer) Kompetenzen Deine digitale Nervosität abmildern.

Grundsätzlich solltest Du selbstverständlich gut vorbereitet sein. Im Falle einer Online-Veranstaltung zählt dazu unter anderem auch alle Deine Tools, Webseiten und vor allem Links bereit zu halten.

Es empfiehlt sich immer, Dir eine Linkliste oder Desktop-Ordner anzulegen und alle benötigten Seiten im Vorfeld zu öffnen. So ergeben sich keine unangenehmen Pausen, in denen Du Deine Festplatte oder den Browser-Verlauf durchforstest.

Wenn Du wirklich auf Nummer sicher gehen möchtest, kannst Du Dir auch doppelte Böden einrichten und verschiedene Backup-Pläne auf Lager haben. Es empfiehlt sich unter anderem auch, Links zeitnah zur Veranstaltung noch einmal zu überprüfen.

Wie kannst Du Zoom Lampenfieber noch abmildern?

Alternativ kannst Du auch Deinem Improvisations-Talent vertrauen oder es bei Bedarf entwickeln. Solange Du die Ruhe bewahrst und spontan einen neuen Plan finden kannst, wirst Du weniger in Panik verfallen. Wenn Du diese Fähigkeit trainieren möchtest, kannst Du beispielsweise einen Impro-Theaterkurs belegen.

Überhaupt sind Theater-Techniken für Online-Trainer*innen besonders lehrreich. Die bessere Kontrolle von Atmung und Stimme gibt uns mehr Sicherheit und lässt uns professioneller wirken.

Da die Übertragung über digitale Kanäle alle Aspekte einer Person weniger direkt und wirkungsvoll erscheinen lassen kann, gleicht die Ausbildung einer selbstbewussteren Präsenz diese Nachteile besser aus.

Das Gefühl der Unnatürlichkeit im virtuellen Raum liegt häufig auch in der eingeschränkten Bewegungsfreiheit. Bei Deinen Präsenz-Trainings bewegst Du Dich vermutlich anders in einem Raum und nutzt Deine Körperlichkeit anders.

Dadurch übt Zoom Kultur manchmal auch diesen besonderen Druck auf uns aus. Wir haben nicht diese gefühlten kleinen Pausen, in denen wir uns durch den Raum bewegen und auch unsere Teilnehmer*innen fühlen sich auf ihrem Stuhl fixiert.

Diese Einschränkungen lassen uns über den Bildschirm manchmal steif und unentspannt wirken. Hinzu kommt außerdem noch, dass wir uns unseres eigenen Aussehens und Auftretens viel stärker bewusst sind, wenn wir uns ständig selbst sehen müssen. Daher kann es Dir schon helfen, die Selbstansicht auszuschalten.

Biologische Hebel nutzen

Nervöse Energie kannst Du auch kurz vor Beginn mit ein wenig Bewegung abbauen. Nicht unbedingt genug, um Dich ernsthaft ins Schwitzen zu bringen. Aber eine Atemübung oder Stretching-Einheit kann Dir einen klareren Kopf verschaffen.

Insbesondere mit Hilfe von Atem-Techniken können wir uns positiver konditionieren und den Großteil der eher ungesunden Nervosität abbauen.

Daher geben wir hier einmal ein Beispiel: Versuche wenige Minuten vor Deinem „Auftritt“ nur etwa sechs oder siebenmal pro Minute Luft zu holen. Das bringt nachweislich den Puls runter und unterbricht die Stresssignale, die sich in unserem Gehirn weiter hochschaukeln wollen.

Man kann den eigenen Körper ein wenig austricksen, indem man ihm durch bewusst kontrollierte Atmung und eine aufrechte Körperhaltung Selbstbewusstsein und Ruhe suggeriert. Wenn der Körper es vormacht, zieht das Gehirn bald nach.

Dazu kannst Du weiterführend beispielsweise auch unseren Artikel zu den Gemeinsamkeiten von Trainer*innen und Schauspieler*innen lesen, der ebenfalls einige Atemübungen vorstellt.

In guter Gesellschaft

Lampenfieber kennt fast jeder. Das Gefühl auf einer Bühne zu stehen und viele Augen und Ohren auf sich gerichtet zu haben, versetzt die meisten Menschen in einen nervösen Zustand.

Wir sind in vielen Fällen unsere eigenen größten Kritiker und erwarten viel von uns selbst. Daher können wir schnell nervös werden, wenn die Dinge nicht nach Plan laufen.

Wir möchten kompetent und professionell wirken und diese Erwartungshaltung kann in Kombination mit zusätzlichen Faktoren Stress auslösen.

Auch wenn wir mittlerweile alle an Zoom Kommunikation so sehr gewöhnt sind wie nur möglich, bleibt immer ein wenig der unterbewussten Unnatürlichkeit zurück.

In einem Raum verteilen und verhalten sich Menschen ganz anders und die Aufmerksamkeit ist selten so voll und ganz auf eine einzelne Person gerichtet wie in einem Online-Meeting. Daher fühlen sich auch introvertierte Teilnehmer*innen häufig in Online Settings noch unsicherer.

Im Übrigen ist ein kleines bisschen Nervosität aber gar keine so unnützliche körperliche Reaktion. Wenn wir in einem gesunden Maß aufgeregt sind, sind wir aufmerksamer und fokussierter.

Wenn wir unsere Nervosität also auf diesen kleinen Adrenalinschub runterschrauben können, kann dieses Gefühl uns sogar helfen besser zu performen.

Positives Feedback ist beim Online-Lernen sogar noch wichtiger

Feedback ist für den Lernprozess unverzichtbar.

Dabei glauben manche Trainer*innen, dass das Aufzeigen und Korrigieren von Fehlern die zielführendste Devise zur Leistungsverbesserung ist.

Denn wenn man etwas richtig machen möchte, muss man schließlich zuerst wissen, dass man etwas falsch gemacht hat, oder?

Doch aktuelle Studien belegen, dass positive Rückmeldungen den Lernprozess wesentlich effektiver unterstützen.

Oftmals sind „Fehler“ auch sehr relativ. In vielen Fachgebieten basieren nur die wenigsten Dinge auf objektivem Faktenwissen.

Dennoch müssen wir aber natürlich ab und zu Wissensstände abfragen. Und dann verfallen wir eben doch häufig in eine einfache Richtig/Falsch-Dichotomie.

Hinzu kommt, dass bei Quizzen und Abfragen oft nur im Falle eines Fehlers überhaupt reagiert wird. Die automatisierte Rückmeldung „Das war eine falsche Antwort“ ist für die Lernenden nur wenig produktiv.

Wie können wir also auch beim Online-Lernen besseres Feedback geben?

Negative Gefühle sind eine Lernblockade

Eine Studie der University of Chicago aus dem Jahr 2019 hat sich dieser zentralen Frage angenommen: Welche Art von Rückmeldung befördert den Lernerfolg?

Dabei wurden über 300 Teilnehmer*innen in zwei Gruppen aufgeteilt und mit derselben Reihe an Testfragen konfrontiert.

Eine der beiden Gruppen erhielt immer nur dann ein Feedback, wenn eine Antwort falsch war, die andere immer nur im Falle einer richtigen Antwort.

In einem zweiten Durchgang bearbeiten beide Gruppen dieselben Fragen erneut. Beide Gruppen verbesserten ihre Ergebnisse, jedoch war der Fortschritt bei der Positiv-Gruppe deutlich höher:

Basierend auf einer Studie der University of Chicago (2019), Quelle

Vielleicht denken einige von Euch jetzt: Steht das nicht im Gegensatz zu der Annahme, dass wir uns an negative Erlebnisse stärker und langfristiger erinnern?

Menschen reagieren generell stärker auf negative Reize, sowohl emotional als auch kognitiv.

Das ist also grundsätzlich nicht falsch, aber der Hund liegt hier im Stichwort Emotionen begraben.

Wenn wir uns an ein sehr negativ behaftetes Erlebnis erinnern, bleibt davon meist nur genau dieses irrationale Gefühl haften. Das Gefühl des Versagens und oft auch der Angst.

Diese Art von Emotionen sind wahre Lern-Killer und haben den exakt gegenteiligen Effekt zu positivem, bestärkendem Feedback. Denn wenn wir als Lernende zu sehr in diesen Gefühlen gefangen sind, sinkt die Motivation und auch die Konzentration auf die Inhalte.

Motivierendes Feedback geben

Dabei ist Motivation gerade im Bereich des E-Learning und bei Online-Seminaren enorm wichtig.

Insbesondere Selbstlern-Einheiten fühlen sich oft weniger verbindlich an und sind so noch anfälliger für einen Mangel an Lernmotivation.

Trotz unserer besten Bemühungen haben Teilnehmer*innen beim Lernen auf Distanz nämlich manchmal doch das Gefühl, dass die Rückmeldungen weniger direkt sind. Wenn sie dann lediglich auf ihre Fehler hingewiesen werden, können sie schnell den Spaß am Lernen verlieren.

Daher bist Du hier in Deiner Funktion als Trainer*in in einem Online-Format besonders gefragt. Indem Du darauf achtest, besonders viel bestärkendes Feedback einzubauen, kannst Du die Motivation langfristig erhalten.

Denn in vielen Fällen greifen Online-Trainer*innen auch auf Online-Tools oder Lernmanagement-Systeme zurück, die ebenfalls die Leistungsüberprüfungen übernehmen.

Da diese automatisierten digitalen Systeme häufig auch nur auf Die Richtig/Falsch-Unterscheidung programmiert sind, solltest Du besonders auf Deine unterstützende Rolle achten.

Oftmals kannst Du auch den Lernfortschritt oder die Abfragen personalisieren. Verschiedene Plattformen bieten unterschiedliche Möglichkeiten Deine Inhalte zu gestalten. Hier ist etwa ein Beispiel, wie sich mit Hilfe des Dienstes blink.it ein konstruktiveres Feedback integrieren lässt:

Über blink.it

Wie Du hier siehst, können die Antworten zum Beispiel mit weiterführenden Informationen oder Verweisen versehen werden. Auf diese Weise bekommen die Lernenden nicht bloß eine Einbahnstraßen-Reaktion und können das Feedback und ihre Leistung besser einordnen. Zudem wird die abschließende Rückmeldung neutraler formuliert, indem die Anzahl der richtigen Antworten zurückgegeben wird.

Diese Aspekte mögen sehr detailorientiert wirken, haben aber tatsächlich psychologische Auswirkungen. Während eine solche Darstellung eher zum erneuten Bearbeiten einer Prüfung motiviert, nimmt eine negativ gefärbtere Meldung eher die Lust am Lernen.

Der Ton macht die Musik

Das Grundprinzip von positivem Feedback kannst Du aber natürlich auch ohne eine solche Lernplattform umsetzen. Grundsätzlich geht es darum, dass das Aufzeigen eines Fehlers immer als Hinweis auf Verbesserungspotential zu verstehen ist.

Idealerweise begleitest Du daher eine Leistungsbewertung immer mit dem Verweis auf passende Lerninhalte („Schau‘ dazu doch nochmal in Modul 2 das Video zum Thema…“) oder einem konkreten Verbesserungsvorschlag.

Feedback muss auch nicht immer in Form einer eindeutigen Meinung geäußert werden. Du und andere Teilnehmer*innen können auch offene Fragen stellen und so einen Diskussionsraum eröffnen. Auf diese Weise können Lernende ihre Arbeit noch mehr hinterfragen und neue Zusammenhänge entdecken.

Außerdem solltest Du Deinen Teilnehmer*innen natürlich immer das Gefühl vermitteln, dass sie bei Unsicherheiten offen auf Dich als Lernbegleiter*in zukommen können.

Ein digitaler Lernprozess profitiert also besonders von kontinuierlichen positiven Rückmeldungen. Selbst so kleine Meilensteine wie „Glückwunsch, Du hast bereits 50% des Kurses erfolgreich geschafft!“ können sehr motivierend wirken.

Auch kleine Symbole wie Pokale oder Häkchen können den Fortschritt visualisieren. Diese Elemente spielen in das Prinzip der Gamification, wodurch Lernende sehr natürlich motiviert werden können.

Falls Dich dieses Thema näher interessiert, kannst Du hier unseren Artikel zum Thema Gamification lesen.

Kein kritisches Feedback erlaubt?

Selbstverständlich kommt ein Lernprozess also nicht gänzlich ohne Verbesserungsvorschläge und Anleitungen aus.

Es ist beim Online-Lernen häufig sogar noch wichtiger, damit sich Deine Lernenden nicht während des Selbstlernens im Prozess verlieren.

Wir haben hier besonders über die Feedback-Funktionen von digitalen Tools und Plattformen gesprochen. Aber natürlich gelten für das Feedback grundsätzlich einige Rahmenbedingungen, die nur oft im Online-Lernen besonders wichtig sind.

Je zeitnaher Dein Feedback in einem Online-Format erfolgt, desto näher fühlt sich die Verbindung für die Teilnehmer*innen an und sie können die Verbesserungshinweise schneller in ihre Selbstlernphasen einfließen lassen.

Wenn wir konstruktive Kritik üben möchten, ist vor allem auch immer der genaue Bezug wichtig. Da wir niemals persönlich werden wollen, sprechen wir nur über zielorientierte Aspekte und konkrete Situationen.

Denn nur auf Basis von diesen konkreten Anhaltspunkten können Lernende sich auch weiterentwickeln – Verallgemeinerungen bringen oft nur noch größere Unsicherheit.

Da Rückmeldungen im digitalen Lernprozess oft auch in schriftlicher Form erfolgen, solltest Du Deine Worte mit noch mehr Bedacht wählen. Tatsächlich hat sich nämlich gezeigt, dass viele Menschen dem geschriebenen Wort noch mehr Gewicht beimessen.

Daher kann eher negativ anmutendes Feedback noch schneller „hart“ wirken und wie eine Wand, die in Lernenden nur Demotivation auslöst.

In Gruppenszenarien ist auch immer das Feedback zwischen Teilnehmer*innen untereinander sehr wertvoll. Manchmal nehmen Lernende dieses Feedback aus der Gruppe sogar noch besser an.

Feedback-Geben und -Akzeptieren will gelernt werden und sollte daher so oft wie möglich integriert werden.

Die 9 häufigsten Fehler bei Online-Trainings

Mittlerweile haben wohl auch die Neulinge unter den Online-Trainer*innen sich ein durchaus beträchtliches Wissen über den digitalen Lernprozess angeeignet.

Dennoch gibt es immer noch einige Fehlerquellen, die häufig für holprige Abläufe sorgen. Die meisten davon sind zum Glück sehr einfach durch eine gute Planung zu beheben.

Schauen wir uns also die verschiedenen Phasen eines Online-Seminars an und wo die größten versteckten Stolperfallen für den reibungslosen Ablauf liegen.

Vor Beginn

1. Digitale Kompetenz überschätzen

Ein oft gemachter Fehler liegt bei der Konzeption eines Online-Seminars in der Überschätzung der digitalen Kompetenz Deiner zukünftigen Teilnehmer*innen.

Du planst Deine Methoden und entwirfst anregende Lernszenarien mit Online-Tools. In der Realität stößt Du dann aber häufig auf Probleme bei der Umsetzung, da die Lernenden bereits mit sehr basalen digitalen Aufgabenstellungen zu kämpfen haben.

Du musst bei der Planung auch immer bedenken, dass selbst digital grundsätzlich sehr kompetente Teilnehmer*innen womöglich die verschiedenen Tools nicht kennen und eine Weile zur Einarbeitung in die Funktionen benötigen.

Hier kannst du auf verschiedene Weise Abhilfe schaffen:

Du solltest bereits vor Seminarbeginn versuchen, die Verhältnisse bestmöglich auszugleichen. Grundsätzlich beginnt ein Online-Seminar mit der Buchung. Deine erste Dankeseite leitet bereits den Onboarding-Prozess ein und führt Deine Teilnehmer*innen hoffentlich sicher auf den richtigen Weg.

Dazu gehört eben auch oft die technische Vorbereitung auf das kommende Seminar. Je mehr Hilfe Du also hier anbietest, desto weniger Problemquellen können sich unerwartet während der Durchführung auftun.

Du kannst beispielsweise eine Checkliste erstellen oder Erklärvideos drehen bzw. verlinken. Zusätzlich kann ein vorgeschalteter Live Technik-Check mit allen Teilnehmer*innen ratsam sein, praktisch eine Übung des Ernstfalls. Je genauer die Teilnehmer*innen wissen, auf was sie sich technisch vorbereiten müssen, desto weniger Unsicherheit besteht.

2. Der fachliche Wissensstand

Ebenso wie die technisch-digitalen Kompetenzen, solltest Du auch die fachlichen Wissensstände im Vorfeld abfragen.

In Unternehmen oder bei Fortbildungen kommen Deine Teilnehmer*innen oft aus sehr verschiedenen Ecken. Diese unterschiedlichen Voraussetzungen können dann in der Praxis den Lernprozess schwieriger als nötig gestalten.

Hier reicht ein einfaches Quiz zur Abfrage des Kenntnisstandes. Das hilft nicht nur den Teilnehmer*innen bei der Vorbereitung, sondern vor allem auch Dir bei der Einordnung. So kannst Du schon im Vorfeld ungefähr einschätzen, auf welchem inhaltlichen Stand die Lerngruppe sich befindet und wie groß die Unterschiede innerhalb dieser sind.

Wenn Du feststellst, dass Deine Lernenden schon wesentlich weiter fortgeschritten sind als gedacht, kannst Du beispielsweise entsprechend darauf reagieren und etwa einleitende Sequenzen abkürzen.

Während des Trainings

3. Kein richtiger Austausch

Du hast als Expert*in natürlich viel Wissen zu teilen. Dein Input leitet und strukturiert die Veranstaltung und versorgt die Lernenden mit Anregungen.

Online neigen manchen Trainer*innen aber immer noch dazu, ihre Veranstaltungen zu einer Vorlesung verkommen zu lassen. Meist liegt das daran, dass sie das Gefühl haben ihre Teilnehmer*innen seien überhaupt nicht wirklich anwesend und so „vergessen“ sie die Menschen auf der anderen Seite.

Dieser fehlende Kontakt zu den Lernenden manifestiert sich so nur immer weiter und die Teilnehmer*innen werden zu wenig eingebunden. Dadurch wird nicht ausreichend auf Fragen eingegangen und die Bedürfnisse der Lerngruppe kommen zu kurz.

Die aktive Einbindung der Teilnehmer*innen ist in einer Online-Veranstaltung das wichtigste Element überhaupt. Nur so kannst Du der immer drohenden digitalen Ermüdung entgegenwirken.

Falls Dein Fachgebiet einfach sehr viel theoretisches Wissen erfordert, kannst Du Dir eventuell eine partielle Auslagerung dieser Lerneinheiten überlegen. Indem theoretische Grundbausteine in Selbstlernphasen übergeben werden, kannst Du Dir in den Live Einheiten mehr Zeit für die aktive und praktische Anwendung bzw. Vertiefung nehmen.

Du kannst Dir hierzu beispielsweise unseren Artikel der letzten Woche durchlesen: Blended Learning – das Beste aus beiden Welten?

4. Keine Variation in der Methodik

Natürlich solltest Du Deine Teilnehmer*innen nicht mit Methoden zuschütten und um jeden Preis sämtliche Tools zum Einsatz bringen.

Aber etwas gezielte Variation bei der Methodik und den Arbeitsformen hält Deine Lernenden länger bei der Stange. Insbesondere die Variation der Sozialformen bietet sich immer an.

Indem Du sowohl Einzel- als auch Paar- und Kleingruppenarbeit einbaust, schaffst Du wertvolle inhaltliche und auch gruppendynamische Impulse.

Dabei gilt grundsätzlich: Das Format muss zum Lernziel passen! Es hat wenig Sinn, eine Methode auf Biegen und Brechen einsetzen zu wollen, wenn sie nicht dem Lernziel dient.

5. Unklare Ziele

Direkte Kommunikation ist alles. Je deutlicher Aufgabenstellungen und Lernziele formuliertsind, desto einfacher können sich Menschen daran orientieren.

Wenn Lernende nicht wissen, wieso sie eine Fortbildung überhaupt besuchen, verlieren sie schnell die Motivation. Daher solltest Du ihnen das (Lern)Ziel zu jeder Zeit vor Augen halten.

Das fängt bereits beim Titel Deines Trainings an: Es sollte deutlich zum Ausdruck kommen, worum es geht und was erreicht werden soll. Fahrpläne und Strukturübersichten helfen den Lernenden immer bei der Einordnung der aktuellen Einheiten in den Gesamtkontext.

6. Individuelles Lernverhalten nicht berücksichtigen

Lernen ist bekanntermaßen keine Einheitsgröße. Jede*r Lernende und jede Lerngruppe spricht auf eine Methode oder eine Lernform mehr oder weniger gut an.

Auch hier kannst Du mit einer abwechslungsreichen Planung auf viele Zielgruppen vorbereitet sein.

Es ist natürlich manchmal für Dich als Trainer*in schwierig als Außenstehende*r in ein Unternehmen hineinzukommen. Du kannst Deine Lerngruppe nicht unbedingt einschätzen und ihre Lernpräferenzen berücksichtigen.

Daher ist auch an dieser Stelle Flexibilität ratsam. Eine stets unverändert starre Präsentation an alle Orte und Zielgruppen mitzunehmen, macht Dir zwar weniger Arbeit aber auch oft Deinen Teilnehmer*innen weniger Spaß.

So mag es der Fall sein, dass jüngere Teilnehmergruppen an Online-Selbstlernkonzepte stärker gewöhnt sind und daher problemlos damit zurechtkommen. Dagegen findest Du bei eher älteren Teilnehmergruppen eventuell mit Präsenz-Methoden in einer Online-Form mehr Anklang.

Je mehr Du mit Deinen Teilnehmer*innen (auch vor Kursbeginn) kommunizierst, desto besser kannst Du auf diese Präferenzen eingehen und Demotivation verhindern.

7. Zu wenige Pausen

Dein Präsenzkonzept lässt sich leider nicht 1:1 in ein Online-Format übertragen. Das gilt insbesondere auch für die zeitliche Taktung.

Online müssen die Einheiten noch kürzer und die Pausen häufiger sein, um Konzentrationsschwächen entgegenzuwirken.

Wieso das so ist, kannst Du beispielsweise in unserem Artikel über Digitale Ermüdung lesen.

Nach dem Training

8. Nachbereitung vernachlässigen

Lerntransfer ist die Übertragung der Lerninhalte in den tatsächlichen (Arbeits-)Alltag. Ein Training oder Kurs alleine legt dafür häufig nur den Grundstein.

Die Integration des neuen Wissens in den Alltag kannst Du gezielt anregen durch etwa Übungen zur eigenständigen Wiederholung nach der eigentlichen Lerneinheit. Ebenso eignen sich Abschlussaufgaben oder kleine weiterführende Projekte, die das Training abrunden.

Außerdem hilft es Deinen Lernenden immer, wenn Du ihnen verschriftlichte Materialien zur Verfügung stellst, die die Lerninhalte zusammenfassen. Neben den Foliensätzen kannst Du auch bei Live Online-Veranstaltungen die Aufzeichnungen freigeben.

Denn auch wenn das tatsächliche Lernerlebnis den größten Effekt erzielt, kannst Du so für eine langfristige Absicherung und gegebenenfalls Auffrischung Deines vermittelten Wissens sorgen.

9. Keine Reflexion des Trainings

Unmittelbar nach einem Training oder Kurs können die Teilnehmer*innen den Eindruck der Weiterbildung emotional am besten einschätzen. Häufig vergessen Trainer*innen aber sich genau dieses wertvolle Feedback einzuholen.

Zudem ist eine Fortbildung nicht nur für die Teilnehmer*innen ein Lernerlebnis, sondern immer auch für Dich. Du solltest also die Chance auf Verbesserung und Weiterentwicklung nicht einfach herschenken, sondern das Feedback einfordern und festhalten.

Außerdem hilft dir die Einschätzung Deiner Teilnehmer*innen dabei, ihre Lernerlebnisse mit Deinen Zielsetzungen für das Training abzugleichen.

Hast Du Dein Ziel erreicht? Oder kannst Du mit Hilfe des Feedbacks in Zukunft noch gezielter auf den erwünschten Lernerfolg hinarbeiten?

Blended Learning – Das Beste aus beiden Welten?

Wir thematisieren hier an dieser Stelle häufig die reinen Online-Seminare. Aber auch der Cousin des Online-Seminars hat in letzter Zeit einen großen Schub erhalten.

Das integrierte Lernen oder auch Blended Learning soll die besten Eigenschaften beider Welten verbinden.

Insbesondere in der Übergangsphase wieder hin zu mehr möglichen Präsenzoptionen, wird Blended Learning immer beliebter.

Denn auch wenn viele Trainer*innen ein wenig unfreiwillig in die Online-Welt eingetaucht sind, haben sie doch einige Vorzüge des digitalen Lernens schätzen gelernt.

Was ist Blended Learning also genau und wie integrierst Du Präsenz- und Online-Elemente erfolgreich in ein stimmiges Konzept?

Was ist Blended Learning?

Der Begriff Blended Learning bezeichnet grundsätzlich die Vermischung verschiedener Lernformen. In der Praxis bedeutet das meistens die Kombination von klassischem Präsenzunterricht mit Online-Lernplattformen.

Theoretisch sollen so also die besten Aspekte beider Lernformen kombiniert werden. Einerseits der direkte persönliche Kontakt der Präsenz und die digitale Unabhängigkeit und ständige Verfügbarkeit von Lerninhalten.

Diese Verzahnung von strukturiertem Präsenzlernen und selbstgesteuertem Online-Lernen soll Vorzüge beider Lernformen unterstützen und gleichzeitig die jeweiligen potentiellen Nachteile kompensieren.

Das Konzept Blended Learning ist prinzipiell in allen Feldern der Lehre und des Lernens einsetzbar.

In Fort- und Weiterbildung bietet sich ein integriertes Lernsystem zum Beispiel sehr an, da das Element des zusätzlichen Selbstlernens berufstätigen Menschen mehr Freiheit in ihren Zeitplänen einräumt.

Hochschulen und Universitäten nutzen Blended Learning schon relativ lange und unterstützen ihre Student*innen über Online-Plattformen wie ILIAS oder Moodle. Dennoch ist der deutschsprachige Raum im Vergleich zu etwa amerikanischen Universitäten noch nicht ganz so nahtlos verzahnt.

Vorteile für alle Seiten

Der große Vorteil von integriertem Lernen für die Teilnehmer*innen ist, dass sie ihre präferierte Lernmethode stärker ausprägen können. Die Lernenden, die beispielsweise längeren Vorträgen schlechter folgen, können die Informationen im selbstgesteuerten Lernprozess verinnerlichen.

Die große Selbstbestimmung bietet den Lernenden auch die Kontrolle über ihr Lernszenario und beispielsweise die zeitliche Einteilung. Insbesondere die räumliche und zeitliche Unabhängigkeit von fixen Präsenzterminen erlaubt Lernenden die freie Gestaltung dieses Teils des Lernprozesses.

Zudem lassen sich etwa durch vorgeschaltete Online-Phasen eventuelle Ungleichheiten im Wissensstand der Lernenden ausgleichen. Auf diese Weise kannst Du Unter- bzw. Überforderung entgegenwirken und die Motivation hoch halten.

Digitale Vorzüge nutzen

Die großen Vorteile der Integration von digitalen Lernmaterialien liegen auf der Hand:

Ein wichtiger Vorzug von Online-Lernplattformen ist die dauerhafte Verfügbarkeit von Lernmaterialien. Dadurch wird die Zettelwirtschaft minimiert und Lernende können Unterlagen zu jeder Zeit erneut einsehen oder herunterladen.

Das ist auch von Trainer*innen-Seite ein großer Vorteil: Die Verantwortung für die Unterlagen kann somit nach einem einmaligen Upload mehr in die Hand der Teilnehmer*innen gegeben werden.

Denn auf einer Lernplattform kannst Du wichtige Informationen und Materialien einmal zur Verfügung stellen und dort speichern.

Gleichzeitig hat man durch Präsenz-Einheiten die Vorteile des persönlichen Kontakts, der besonders vielen Trainer*innen sehr wichtig ist. Außerdem profitieren viele Lernende von einem deutlich angeleiteten Lernprozess durch eine*n Expert*in des jeweiligen Faches.

Die persönliche, individuelle Betreuung während der Präsenz-Einheiten stärkt außerdem die Verbindung zwischen Lernenden und Trainer*in und erlaubt mehr gruppendynamische Prozesse.

Zudem kannst Du Dich als Trainer*in auch einzelnen Lernenden stärker widmen und bei Bedarf mehr unterstützen. Insbesondere lernschwächere Teilnehmer*innen leiden oft unter der fehlenden persönlichen Betreuung in reinen Online-Phasen und fallen so nicht von der Gruppe ab.

Gute Integration ist alles

Blended Learning kann toll funktionieren, wenn die Lernformen gut ineinander verzahnt sind. Das Erfolgsrezept soll in der Kombination aus fremd- und selbstgeleiteten Lernprozessen liegen.

Dabei ist der Präsenz-Teil eher fremdgesteuert und der Online-Teil eher eigenverantwortlich gesteuert.

Innerhalb dieser Rahmenbedingungen sind verschiedene Modelle denkbar. Dies sind die drei bekanntesten:

Natürlich sind auch zahlreiche Variationen dieser Modelle möglich, aber diese Ausformungen scheinen in der Praxis des Blended Learning besonders bewährt.

Dabei bilden die Präsenz-Einheiten oft den Kern eines Blended Learning Modells.

Es sei erwähnt, dass hierbei „Präsenz“ manchmal auch als Live Webinar oder ähnliches definiert sein kann. Die Grundlage für die Präsenz-Phasen zeichnet sich durch Synchronität aus, das heißt Trainer*in und Teilnehmer*innen sind zur selben Zeit am selben Ort – auch wenn dieser Ort virtuell ist.

Um die Vorzüge der Präsenz optimal auszunutzen, sollte in diesen Phasen ein großer Fokus auf Austausch in der Gruppe gelegt werden. Je mehr Gruppenarbeiten Du einbaust, desto besser werden die potentiellen Nachteile des Selbstlernens kompensiert.

Wenn die Teilnehmer*innen hier viel offenen Raum bekommen, kannst Du in Blended Learning Konzepten auch anspruchsvollere Themen behandeln. Denn idealerweise haben die Lernenden sich in einer vorgeschalteten Selbstlernphase bereits Grundlagen angeeignet.

Software & Didaktik

Das zweite wichtige Puzzleteil beim Blended Learning ist natürlich die Software der Online-Plattform. Die Anforderungen können je nach Fall variieren, aber insgesamt solltest Du auf drei Faktoren besonders achten:

  • Integrationsfreundlichkeit: für alle gängigen Betriebssysteme, Geräte und Browser geeignet
  • Nutzerfreundlichkeit: auch für digitale Einsteiger*innen einfach nutzbar
  • Datenfreundlichkeit: ein transparenter Umgang mit Nutzerdatzen und ein vertrauensvoller Anbieter

Es gibt noch viele weitere Faktoren bei der Auswahl der geeigneten Plattform, wie etwa einen guten Support und die allgemeinen Funktionen. Wenn Du Dir unsicher bist, suche nach einer Plattform, die eine kostenlose Testversion anbietet. So kannst Du die Features ausprobieren, bevor Du Dich festlegst.

Ein didaktisches Konzept für ein Blended Learning Modell ist natürlich sehr individuell. Grundsätzlich solltest Du aber auf besonders nahtlose Integration von Medien achten. Je anschaulicher Du präsentierst, desto effektiver.

Des Weiteren sollte ein solches Konzept an allen Stellen besonders klare Handlungsaufforderungen enthalten. Die gestellten Aufgaben sollten auch vor allem für die Selbstlernphasen deutlich formuliert sein. Dadurch wird verhindert, dass die Lernenden sich während dieser Phasen verwirrt und „allein gelassen“ fühlen.

Auch das Konzept des Microlearning kommt in integrierten Lernkonzepten besonders gut zur Geltung. Kurze 10-Minuten Selbstlernimpulse lassen sich sehr gut auch in einen enger getakteten Alltag einbinden. Dadurch sinkt die Lernhemmschwelle das Gefühl des Lernerfolgs kann sich mit weniger Anstrengung einstellen.

Blended Learning hat keine Nachteile?

Das Ziel von Blended Learning Konzepten ist also prinzipiell die Eliminierung von Nachteilen sowohl der Präsenz- als auch der Online-Seite.

Ein gut umgesetztes Blended Learning Konzept hat sicherlich auch sehr große Erfolgsquoten und ist bei Trainer*innen und Lernenden gleichermaßen beliebt.

Dennoch gibt es auch einige Hindernisse, die der erfolgreichen Umsetzung eines solchen Modells im Weg stehen können.

Beispielsweise wird hier oftmals der sehr hohe didaktische Anspruch eines Blended Learning Konzepts an die Trainer*innen angeführt. Daher seien solche Modelle vor allem für pädagogische Einsteiger*innen sehr anspruchsvoll und schwierig umzusetzen.

Denn im Grunde musst Du, um die Vorzüge beider Welten nutzen zu können, auch direkt zwei verschiedene Welten mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen meistern.

Die zusätzliche Einbindung einer technischen Plattform wird ebenfalls manchmal als Nachteil diskutiert. Dieser Faktor kann sowohl für digital unerfahrene Trainer*innen als auch Teilnehmer*innen eine Hürde darstellen.

Hinzu kommt, dass die Integration von Online-Elementen immer die Möglichkeit bietet, dass technische Probleme auftreten. Wenn wir mal ehrlich sind, treten diese Probleme aber auch bereits in den meisten Präsenzveranstaltungen auf.

Idealerweise solltest Du natürlich aber darauf achten, dass Deine ausgewählte Plattform den Lernenden nur ein Minimum an digitaler Kompetenz abverlangt und strukturiert aufgebaut ist.

Es mag auch einige Themengebiete geben, die sich mit dem Konzept des Selbstlernens weniger vereinbaren lassen. So lassen sich wahrscheinlich Lernerfolge in Sprachkursen ohne Gruppen- oder Trainer-Feedback nur schwierig überprüfen.

Hier kannst Du aber immer die Gewichtung und Taktung von Präsenz und Online zu Deinen individuellen Zwecken verschieben.

Am Ende des Tages kannst nur Du als Trainer*in entscheiden, ob ein Blended Learning Konzept für Deine Themen und Teilnehmergruppen geeignet ist. Bei guter Umsetzung kann es aber sicherlich Lernerfolge befördern und positive Aspekte beider Welten integrieren.

Störer*innen im Online-Seminar – Wie geht man mit ihnen um?

Jede*r Trainer*in kennt die klassischen technischen Störfaktoren eines Online-Seminars: Audio-Probleme, instabile Verbindungen und fehlende Links.

Aber die zweitgrößte Störungsquelle ist wohl menschengemacht. Unter Trainer*innen hört man häufig von „schwierigen Teilnehmer*innen“ und wie sie einen Lernprozess unterminieren können.

Viele Pädagog*innen sind zwar mit engelsgleicher Geduld ausgestattet, aber an einem gewissen Punkt werden einzelne Teilnehmer*innen zum Lernhindernis für die gesamte Lerngruppe.

Denn das ist leider oft das größere Problem: Störer*innen beeinträchtigen unter Umständen das Lernerlebnis aller Teilnehmer*innen und weiten sich eventuell sogar noch aus, wenn man sie zu ignorieren versucht.

Was kannst Du also tun, um die Gruppenharmonie zu wahren und den betroffenen Teilnehmer*innen wieder in die richtige Spur zu helfen?

Wie werden Lernende zu Störer*innen?

Die gute Nachricht ist: Auf viele der Faktoren, die Störungen hervorrufen, hast Du als Trainer*in aktiven Einfluss.

Natürlich gibt es auch Ursachen für Störungen, die aus der Persönlichkeit einzelner Teilnehmer*innen entspringen, aber in vielen Fällen entsteht das Verhalten aus verschiedenen Seminarsituationen.

Denn es kann uns manchmal leicht fallen, die Schuld für suboptimale Situationen auf die Lernenden zurückzuführen anstatt unsere Seminargestaltung zu hinterfragen.

Die häufigsten Ursachen für Störungen umfassen unter anderem:

  • Missverständnisse durch mangelnde Informationen
  • Unsicherheit durch unklare Ziele und Aufgabenstellungen
  • Frustration durch Mangel an Erfolgserlebnissen und Anerkennung
  • Unter- oder Überforderung (eventuell durch methodische Mängel)
  • Gefühl der Isolation durch fehlenden Austausch und Interaktion
  • Konzentrationsprobleme

Wie Du siehst, beruhen viele potentielle Störungen auf Missverständnissen oder fehlenden Informationen.

Als Trainer*in konzipierst Du Deine Seminare inklusive aller Inhalte und Methoden und hast den vollen Überblick über Deine Struktur.

Dabei vergisst man schon mal schnell, dass die meisten Dinge aus der Sicht Deiner Teilnehmer*innen neu sind.

Daher neigen wir als Trainer*innen vielleicht manchmal dazu, den Lernenden nicht genügend Informationen an die Hand zu geben. Indem Du alle Deine Arbeitsanweisungen und Materialien so klar und eindeutig wie möglich formulierst, kannst Du vielen Missverständnissen vorbeugen.

Auch indem Du immer wieder genug Raum für Nachfragen einräumst, kannst Du für maximale Klarheit sorgen und verhindern dass sich Blockaden verfestigen.

Digital unkonzentriert?

Eine der häufigsten Ursachen für Störungen sind Konzentrationsprobleme. Wir vergessen manchmal, wie anstrengend langanhaltende Konzentration ist und unterschätzen, wie schnell sie abnimmt.

Fehlende Konzentration verwandelt sich schnell in Demotivation und führt im nächsten Schritt oft zu störendem Verhalten.

Da Konzentrationsschwächen in digitalen Lernräumen sogar noch schneller und ausgeprägter auftreten, solltest Du Deinen Ablauf daran anpassen können.

Manche Teilnehmer*innen sind sicher individuell anfälliger für mentale Schwächephasen, aber insgesamt solltest Du allen Lernenden zuliebe die Einheiten kurz und knackig mit viel Beteiligung gestalten.

Auch die Pausenstruktur kannst Du frei an die aktuelle Lage anpassen – wenn Du eine erhöhte Unruhe oder zu große thematische Abschweifung bemerkst, wird es Zeit für eine Pause. Idealerweise umfasst diese Pause auch den Abbau von etwas angestauter Energie in Form von Bewegung oder kleinen Lockerungsübungen.

Lernschwierigkeiten bei Erwachsenen

In der Erwachsenenbildung hast Du es häufig mit Menschen zu tun, deren formale Bildung Jahrzehnte zurückliegt. Das systematische Lernen erfordert für viele Menschen mehr Anstrengung als wir uns vorstellen können.

Wenn Menschen sich unsicher und inkompetent fühlen, reagieren sie häufig defensiv oder resignieren. Gerade ältere Menschen haben Befürchtungen, dass sie sich in digitalen Kontexten blamieren. Dadurch verhalten sie sich vielleicht sehr passiv und beteiligen sich weniger aktiv am Lernprozess.

Die Furcht vor Misserfolg führt auch dazu, dass diese Lernenden bei Unklarheiten nicht nachfragen und sich in die Gruppenanonymität flüchten.

Was für Dich also wie Arbeitsverweigerung aussehen kann, hat seine Wurzeln eventuell in großer Unsicherheit.

Was kannst Du tun, um in solchen Lerngruppen das Arbeitsklima aufzulockern?

  • Befürchtungen offen ansprechen und Erfolgsdruck nehmen
  • So viele kleine Lernerfolge wie möglich schaffen
  • Viel positive Bestärkung und einen anerkennenden Umgang
  • Erfahrungsaustausch ermöglichen, das hilft auch älteren Teilnehmer*innen sich einzubringen
  • So langsam und kleinschrittig wie nötig vorgehen, gerade am Anfang nicht überfordern

Keine Motivation?

Die Motivation in der Lerngruppe aufrecht zu erhalten ist eine dauerhafte Aufgabe für Dich als Trainer*in, die nicht immer einfach ist.

Leider werden Teilnehmer*innen in Unternehmen oft zu Fortbildungen „verdonnert“ und haben so manchmal von Beginn an eine ablehnende innere Haltung.

Hier hilft am besten eine ganz offene und proaktive Herangehensweise. Eröffne ruhig einen Raum, in dem Deine Teilnehmer*innen über ihre Ablehnung des Lerninhalts sprechen können. Oftmals bauen Lernende auf diese Weise etwas von ihrer Abwehrhaltung ab und Du bekommst mehr Informationen über die Hintergründe.

Denn manchmal äußern Teilnehmer*innen sich oberflächlich eher negativ – oft stecken aber lösbare Blockaden dahinter.

„Das interessiert mich nicht“ ➔ Die Inhaltsschwerpunkte entsprechen nicht den Vorstellungen

„Das hilft mir nicht“ ➔ Der Lernertrag wird als zu gering eingeschätzt

„Das ist zu theoretisch“ ➔ Der Praxisbezug ist nicht erkennbar

In vielen Fällen hilft Dir Deine Flexibilität. Du kannst versuchen mehr interaktive Methodik, einen höheren Praxisbezug oder andere thematische Schwerpunkte einzubeziehen. Natürlich musst Du oft an Deinem grundlegenden Seminarplan festhalten, aber Deinen Teilnehmer*innen ein Stück entgegenzukommen, bewirkt manchmal Wunder.

Gleichzeitig kannst Du direkt am Anfang ein inhaltliches Segment einfügen, indem Du die Bedeutsamkeit Deines Themas anhand von konkreten Beispielen erläuterst. So können die Lernenden einen realen Nutzen für die Lerninhalte erkennen.

In beruflichen Fortbildungen ist die Praxisnähe ohnehin besonders wichtig, um einen hohen Wissenstransfer zu gewährleisten.

Was, wenn Einzelne wirklich „schwierig“ sind?

Natürlich gibt es auch Einzelfälle, in denen Teilnehmer*innen durch private Faktoren abgelenkt oder missgelaunt sind. Du kannst hier immer ein Einzelgespräch anbieten, um zu versuchen diesen Lernenden zu helfen, soweit möglich.

In einigen seltenen Fällen kann es natürlich trotzdem vorkommen, dass einzelne Teilnehmer*innen sich bewusst destruktiv verhalten.

Wenn diese Menschen sich trotz Deiner besten Bemühungen und offener Kommunikation nicht zum Lernen motivieren lassen wollen, brauchst Du es auch nicht persönlich zu nehmen.

Diese Fälle kannst Du in der Erwachsenenbildung häufig zum Glück umgehen, da die meisten Deiner Teilnehmer*innen hoffentlich freiwillig und gerne mit Dir arbeiten.

Wenn Du aber bei unterschiedlichen Aufträgen mit immer wechselnden Lerngruppen arbeitest, kannst Du ab und zu auf Widerstand stoßen.

Wir sagen immer, es kann niemand gelernt werden. Außerdem haben manche Menschen auch tatsächlich eine ganze Menge andere Probleme, die sie leider in diesem Moment auf Dich projizieren.

Online hast Du aber sogar noch mehr Kontrolle über Deinen Lernraum. In Präsenz würdest Du Dich vielleicht vor einem „Rausschmiss“ oder der Konfrontation mehr scheuen.

In größeren Live Veranstaltungen kommt es nämlich leider manchmal sogar dazu, dass sich anonyme Störer*innen einklinken. Diese einzelnen Menschen sind auch gar nicht wirklich Deine Teilnehmer*innen, da sie von Beginn an nur die Intention des Störens hatten.

Aber in einer Online-Veranstaltung kannst Du Dich wirklich problematischer Einzelpersonen mit einem Klick entledigen und auch für die Zukunft dafür sorgen, dass sie das Lernklima nicht mehr stören können.

Störungen können meist behoben werden

Die positive Quintessenz ist, dass die Mehrheit der Störfaktoren behoben werden kann. Auch viele individuelle Störer*innen können rehabilitiert werden und meinen es meistens auch gar nicht böse.

Aber natürlich nehmen wir unsere Störer*innen manchmal persönlicher als nötig oder lassen uns zu sehr durch sie ablenken.

Außerdem – wenn wir mal ehrlich sind – schieben wir alle die Verantwortung für schlechte Abläufe gerne von uns weg. Daher suchen wir die Ursachen manchmal lieber auf der anderen Seite.

Aber indem Du die Kontrolle über einen positiven und strukturierten Ablauf übernimmst, kannst Du Missverständnisse vermeiden.

Du kannst viele Störungen besser einordnen, wenn Du Dich immer nach dem Warum fragst und versuchst die Gründe für das störende Verhalten zu verstehen.

Je offener Du auch scheinbar sehr ablehnenden Reaktionen begegnest, desto näher kommst Du einer Auflösung. Denn hinter negativen Aussagen verstecken sich häufig Verbesserungsvorschläge – sie sind leider nur nicht sehr konstruktiv verpackt.