Pädagogisches Grundwissen – Wie viel brauchst Du als Trainer*in?

Wenn man sich in der Erwachsenenbildung bewegt, wird man schnell eines feststellen: Viele der Trainer*innen, Coaches und Dozent*innen haben ihren Weg in die Lehre über einige Umwege gefunden.

Insbesondere freiberufliche Trainer*innen haben oft ihre Bestimmung über die eigene Praxis gefunden und geben im nächsten Schritt ihr Wissen in ihren Trainings und Seminaren weiter.

Was Du auch feststellen wirst: Diese Trainer*innen haben Jahre oder Jahrzehnte an praktischer Erfahrung, die ihre heutige Arbeit so wertvoll machen.

Anders als in klassischer Schul- oder Hochschulbildung ist oft kein bestimmter pädagogischer Abschluss erforderlich, um als Trainer*in erfolgreich zu sein.

Ist es also für Trainer*innen überhaupt notwendig, einen anerkannten Berufsabschluss in der Tasche zu haben? Bringt es Dir als Lernbegleiter*in überhaupt einen echten Vorteil, wenn Du Dich in pädagogisch-didaktischem Grundwissen weiterbildest?

Praxis macht weise

Wir sprechen hier oft über die Wichtigkeit von Handlungskompetenz. Das gilt für Deine Lernenden, aber natürlich auch für Dich als Trainer*in.

Wenn Du seit vielen Jahren Berufspraxis gesammelt hast, hast Du sicherlich auch ein ganzes Füllhorn an Wissen über Lernprozesse erlangt. Erfolgreiche Trainer*innen zeichnen sich auch selbst immer durch das Streben nach lebenslangem Lernen aus und entwickeln ihre Seminare kontinuierlich weiter.

Du bist als erfahrene*r Trainer*in ziemlich sicher auch ein Mensch, der besonders gut aus praktischen Erfahrungen lernt und sie analysiert. Denn es ist unwahrscheinlich, dass Deine Seminare einfach so von Anfang an perfekt funktioniert haben.

Ein wichtiges Element aus der Praxis ist außerdem das Feedback von echten Teilnehmer*innen. Ein theoretischer Leitfaden ist immer nur so gut wie das Feedback der Lernenden. Und sicherlich hast Du schon auf Basis von Rückmeldungen Deiner Lerngruppen Deine Methoden angepasst.

Was kann eine Fortbildung für Dich tun?

Wenn Du Dir Dein pädagogisches Wissen autodidaktisch oder rein praktisch angeeignet hast, weißt Du sicherlich eines: Es ist ziemlich zeitaufwendig. Dir alle Informationen selbst zusammenzusuchen, kann anstrengend und langwierig sein. Zudem bleibt immer die Frage, wie gut die gefundenen Informationen in der Praxis wirklich sein werden.

Außerdem: Wenn Du gerade erst anfängst und vielleicht eher planlos Methoden und Tools zusammenfügst, leiden eventuell Deine Teilnehmer*innen als „Versuchskaninchen“. Sie geben Dir dann wertvolles Feedback und Du kannst Dich weiterentwickeln, aber Deine ersten Seminare haben vielleicht weniger Qualität.

Aber wenn Du Deine Seminare direkt mit einem pädagogischen Hintergrund aufbaust, kannst Du viel Versuch und Irrtum vermeiden. In einer Fortbildung bauen die Informationen genau aufeinander auf und geben Dir ein stimmiges Gesamtkonzept statt eines Flickenteppichs.

Abgesehen davon, dass wir hier ganz genau wissen, dass kompetente Trainer*innen nicht zwingend einen bestimmten Abschluss brauchen, gibt es durchaus einige Auftraggeber*innen, die darauf Wert legen könnten. Das heißt, Du kannst Dir mit Hilfe eines Berufsabschlusses neue Zielgruppen erschließen.

Manchmal haben Erwachsene große Bedenken, in einem gewissen Alter noch eine strukturierte Weiterbildung anzugehen. Sie glauben nicht mehr, dass theoretisches Wissen wirklich Wert für sie haben kann.

Dazu sind zwei Dinge anzumerken: Eine gute Fortbildung sollte immer auf das besagte Handlungswissen ausgerichtet sein. Eine qualitative Weiterbildung orientiert sich an Berufspraxis und hilft Dir bei der konkreten Verbesserung Deiner Seminare.

Zweitens muss man manchmal selbst als Praktiker*in in den sauren Apfel der Theorie beißen, um praktische Erfolge möglich zu machen. Denn pädagogisches Grundwissen kann Dir ganz neue Einsichten geben.

Welches Grundwissen ist besonders hilfreich?

Den praktischen Nutzen von theoretischem Basiswissen können wir also nicht abstreiten. Aber welches Wissen ist für Dich als Dozent*in oder Trainer*in besonders essentiell?

1. Lernpsychologie

Du kannst den Lernenden immer nur bis vor die Stirn gucken. Mit Hilfe von lernpsychologischem Wissen kannst Du ganz genau verstehen, wie der Lernprozess funktioniert und Deine Lernbegleitung daran ausrichten.

Dazu zählt auch der methodische Einsatz von Lernmedien und Lernmitteln und wie diese am besten wirken.

Als Lernprozessbegleiter*in kannst Du Deine Lernenden individuell angemessen unterstützen und zum selbstständigen Lernen ermutigen. Denn als Lernbegleiter*in sollst Du schließlich nicht nur stumpf Input vermitteln, sondern Deinen Lernenden zeigen, wie sie ein Lernziel erreichen.

Dieses Wissen wird Dir auch besonders dann helfen, wenn einzelne Lernende auf Schwierigkeiten stoßen und Deine Begleitung besonders benötigen.

2. On- und Offline Lernprozesse

Mittlerweile geht an vielen Bildungsstätten und in Unternehmen nichts mehr ohne Online-Angebote. Und auch wenn das Präsenz-Lernen nicht in der nahen Zukunft gänzlich verschwinden wird, wird die Online-Sphäre sicherlich immer wichtiger werden.

Daher ist es für Dich als Pädagog*in auch wichtig, dass Du (digitale) Lernprozesse verstehst und einen erfolgreichen Lernweg vorzeichnen kannst – sowohl on- als auch offline. Das ist ganz schön viel verlangt, aber dieses Wissen kann Dir viele neue Zielgruppen und Auftraggeber*innen erschließen.

Zudem kannst Du mit dem Wissen über beide Lernprozesse auch eine kompetente Verbindung in etwa einem hybriden Setting aufbauen.

3. Verzahnung von Aus- und Weiterbildung

Hast Du vielleicht einen Ausbildereignungsschein? Dann hast Du bereits grundlegende Erfahrung damit, wie sich ein Ausbildungsprozess gestalten sollte. Der Weiterbildungsprozess für Erwachsene ist sicherlich in einigen Faktoren ähnlich und beide werden in der Praxis immer mehr verzahnt.

Ein wichtiger Wissensbestand beschäftigt sich also damit, wie Du den jeweiligen Kompetenzbedarf eines Betriebs oder Berufes in einen Lernprozess umsetzt. Aus- und Weiterbildungen orientieren sich idealerweise stark an den realen Arbeitsabläufen und erzeugen Handlungskompetenzen.

Daher ist hier auch besonders Wissen über Lerntransfer von Nöten. Denn Transferschwierigkeiten, also die mangelnde Überführung des Wissens an den Arbeitsplatz, ist ein großes Manko von ineffektiven Weiterbildungen.

4. Planungsprozesse

Wir haben schon herausgestellt, wie wichtig und lehrreich praktische Erfahrung als Lehrende*r ist. Gerade die methodische Planung einer längerfristigen Weiterbildung erfordert aber besonders viel strategisches Vorgehen.

Eine effektiv aufgebaute Weiterbildung zu erstellen, erfordert durchaus pädagogisches Wissen. Hinzu kommt, dass es Prozesse für Evaluation und Qualitätsmanagement geben muss. Denn diese Aspekte machst Du in der Praxis häufig eher ungesteuert oder einfach zu wenig.

Zu Planungsprozessen zählt auch die adäquate Planung und Durchführung von Prüfungen. Diese sind vielleicht nicht in allen Fällen nötig, aber die Prinzipien lassen sich auch auf Tests zur reinen Wiederholung anwenden.

Fazit

Viele Dozent*innen und Trainer*innen halten tolle und effektive Veranstaltungen ab, auch wenn sie als Quereinsteiger*innen zum Beruf gekommen sind. Es gibt nie den einen richtigen Weg, auf dem Menschen zu erfolgreichen Trainer*innen werden.

Eine strukturierte Weiterbildung kann Dir dennoch viele neue Perspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen. Denn Du bekommst einfach viel erprobtes Wissen an einer Stelle strukturiert vermittelt.

Das spart Dir Zeit und Nerven und bringt Dich außerdem noch mit anderen Pädagog*innen zusammen, die den Weg mit Dir gemeinsam gehen. Denn vor allem als Freiberufler*in ist man so oft Einzelkämpfer*in und vermisst oft den regelmäßigen, wertvollen Austausch mit Gleichgesinnten. In einer Weiterbildung knüpfst Du also Kontakte und eignest Dir im Verband neues Wissen an, dass Dir zukünftig beim noch fundierteren Aufbau Deiner Seminare helfen wird.

Du bist interessiert an einer Aufstiegsfortbildung, die Dich mit neuer Handlungskompetenz und wertvollem pädagogischem Wissen ausstattet?

Dann können wir Dir den Masterkurs zum/zur IHK-geprüften Berufspädagogen/in empfehlen. Es ist die Fortbildung, die Andrea selbst absolviert hat und seit einigen Jahren ebenfalls als Lernbegleiterin und Prüferin begleitet.

Du kannst hier weitere Informationen zum Abschluss finden oder Dir das kostenlose Info-Paket herunterladen. Am Dienstag den 02.11.2021 findet ebenfalls ein weiterer Live Infoabend statt, an dem Du mit Andrea und verschiedenen Absolvent*innen sprechen kannst.

Die verschiedenen Sozialformen – Wie Du sie effektiv einsetzt

Ein Seminar wird oft durch die verschiedenen Input- und Arbeitsphasen strukturiert. Grundsätzlich unterschieden wir hier zwischen 4 Sozialformen: Plenum (Input), Partnerarbeit, Gruppenarbeit und Einzelarbeit.

Mit der gewählten Sozialform gibst Du den Rahmen für die jeweilige Arbeitsphase vor. Die Sozialform löst bestimmte Verhaltensweisen und gruppendynamische Prozesse aus, die Du methodisch nutzen kannst. Eine Sozialform bringt Deine Teilnehmer*innen in eine gewünschte Kooperations-Situation und initiiert bestimmte Handlungsmuster.

Wahrscheinlich wendest Du die verschiedenen Sozialformen schon regelmäßig an – aber vielleicht noch ohne System. Daher schauen wir uns hier an, für welche konkreten Anwendungskontexte die unterschiedlichen Sozialformen sich eignen.

Grundsätzlich gilt: Teilnehmer*innen sind verschieden und sprechen auf Methoden und Sozialformen unterschiedlich an. Daher empfiehlt sich immer, eine Variation an Sozialformen einzusetzen, um alle besser in den Lernprozess einzubinden.

1. Plenum

Bei einem Plenum stehst Du als Lehrende*r mit Deinem Input im Vordergrund. Plenum wird manchmal auch „Frontalunterricht“ genannt, aber die meisten Menschen haben zu diesem Begriff mittlerweile schlechte Assoziationen, da es die Gruppe praktisch ausblendet.

Dabei ist die Gruppe selbst und die einzelnen Lernenden im Plenum ein nicht zu vernachlässigender Teil der Dynamik. Auch im Plenum solltest Du darauf achten, nicht an Deinen Teilnehmer*innen vorbei zu präsentieren und ihnen Raum für Fragen und Reflexion einzuräumen.

Ein Input selbst sollte immer strukturiert und am besten auch visuell angereichert sein. Halte Dich im Zweifel immer lieber kurz und teile längere Einheiten auf verschiedene Plenumsphasen auf, die mit anderen Sozialformen verwoben sind.

Stärkere Aspekte:

  • Vermittlung von wichtigem Basiswissen durch Expert*in
  • Gute Steuerung des Ablaufs möglich

Schwächere Aspekte:

  • Hoher Redeanteil der Lernbegleiter*innen bedeutet oft wenig Interaktion
  • Kann Konzentration und Aufmerksamkeit schnell abbauen

2. Einzelarbeit

Einzelarbeit bietet sich immer dann an, wenn Lernende sich einen Inhalt wirklich selbstständig erarbeiten sollen. In Einzelarbeit muss jeder für sich arbeiten und daher können sich einzelne Lernende nicht hinter einer Gruppe „verstecken“ und abschalten.

Einzelarbeit kannst Du auch zur Aufteilung von Arbeit nutzen, wenn sich eine kooperative Arbeit weniger anbietet.

Stärkere Aspekte:

  • Konzentriertes Arbeiten ohne größere Ablenkungen möglich
  • Gibt introvertierteren Teilnehmer*innen Raum, sich mit Inhalten auseinanderzusetzen
  • Fördert Selbstständigkeit und Verantwortung

Schwächere Aspekte:

  • Gibt sozialen Lerntypen keine Möglichkeit zur Diskussion
  • Eher reine Rezeption statt Reflexion
  • Kann lernschwächere Teilnehmende überfordern und demotivieren

3. Partnerarbeit

Partnerarbeit umfasst Kleingruppen aus genau 2 Mitgliedern. Für Partnerarbeiten bieten sich auch immer langfristigere Lern-Partnerschaften an, um individuelle gegenseitige Unterstützung zu fördern.

Bei der Zusammensetzung kannst Du entweder bewusst leistungshomogene Gruppen bilden, um unter den Gruppen keine Frustration auszulösen oder leistungsheterogene Gruppen einsetzen, um individuell zu fördern.

Stärkere Aspekte:

  • Mehr Beteiligung des Einzelnen als in Gruppen
  • Die Kleingruppen lernen sich untereinander besser kennen als in größeren Verbänden (kann bei bestimmten Inhalten sehr von Vorteil sein, wenn auf Vertrauen aufgebaut wird)

Schwächere Aspekte:

  • Partner musst Du vielleicht sorgfältiger auswählen als Gruppen, um gutes Arbeiten zu ermöglichen

4. Gruppenarbeit

Gruppenarbeiten sind vom Prinzip den Partnerarbeiten sehr ähnlich, umfassen aber mehr Mitglieder. Auch Gruppen können über einen längeren Zeitraum gebildet werden. Trotzdem solltest Du aber auch auf eine regelmäßige Durchmischung an anderer Stelle achten, um die Gesamtgruppe zu stärken.

Partner- und Gruppenarbeiten haben den zentralen Vorteil, dass mehrere inhaltliche Bereiche parallel bearbeitet werden können und so innerhalb derselben Zeit eine höhere Inhaltsdichte erzeugt werden kann. Beide fördern außerdem kooperative und kommunikative Fähigkeiten.

Die Gruppengröße sollte dabei in den meisten Fällen 3-5 nicht übersteigen, da ansonsten die Beteiligung der Einzelnen sehr oberflächlich werden kann. Idealerweise sollten Gruppenaufgaben so konzipiert sein, dass jedes Mitglied einen Beitrag leisten muss. Das kannst Du beispielsweise erreichen, indem jedes Gruppenmitglied einen separaten Text- oder Videoteil zugewiesen bekommt.

Stärkere Aspekte:

  • Fördert breitere gruppendynamische Prozesse, die insbesondere Online sehr wichtig sind
  • Interaktion und Reflexion des Inhalts festigt das Wissen
  • Erlaubt auch immer wieder mehr informellen Austausch

Schwächere Aspekte:

  • Stillere (oder unmotivierte) Lernende können sich leichter hinter einer Gruppe oder einzelnen leistungsstärkeren Lernenden „verstecken“
  • Das kann eventuell auch die ursprünglich motivierten Mitglieder auf Dauer runterziehen

Sozialformen kombinieren

Welche Sozialform Du auch einsetzt, ein paar Voraussetzungen sollten immer gegeben sein: Die Aufgabenstellung, Koordination und mögliche Ergebnispräsentation sollten von Anfang an deutlich sein. Insbesondere wenn Gruppenarbeiten oder Projekte bewertet/benotet werden, solltest Du auf besondere Klarheit achten.

Bei komplexen Gegenständen kannst Du auch immer mehrstufige Methoden einsetzen, die mehrere Sozialformen verbinden. Du kannst beispielsweise erst einzelne Teilbereiche in Einzelarbeit erarbeiten lassen und diese Arbeit dann in einer längeren Gruppenarbeit zusammenfügen lassen.

Die Kombination der Sozialformen hat den Vorzug, dass die potentiellen Nachteile aufgewogen werden können. Indem der Inhalt in verschiedenen Phasen erschlossen wird, bekommen die Lernenden außerdem ausreichend Zeit, um das Wissen zu verinnerlichen und sich zu beteiligen. Zudem werden so alle Schlüsselkompetenzen der verschiedenen Formen gefördert.

Eine sehr effektive Kombinationsmethode ist beispielsweise das Gruppenpuzzle. Es vereinigt Einzel- und Gruppenarbeit mit einem abschließenden Plenum. Diese Methode besteht grundsätzlich aus vier verschiedenen Phasen:

1. Selbstständiges Arbeiten (in der Stammgruppe)

Zunächst einmal werden Stammgruppen gebildet und jedem Gruppenmitglied wird ein Unterthema des Inhalts zugewiesen. Du kannst praktisch jedem Mitglied eine Zahl von etwa 1-5 geben zur späteren Identifizierung.

In dieser ersten Phase bearbeitet jeder Lernende dann seinen/ihren Teil des Oberthemas in Einzelarbeit.

2. Austausch in Expertengruppen

In Phase 2 treffen sich alle Lernenden mit demselben Unterthema in Expertengruppen (also z.B. alle Teilnehmer*innen mit der Nummer 2 in einer Gruppe).

In dieser zweiten Gruppenphase können sich die „Expert*innen“ mit Lernenden austauschen, die dasselbe Thema bearbeitet haben. So kannst Du Missverständnisse ausräumen und eine weitere Reflexion durch den Austausch anregen.

3. Rückkehr in die Stammgruppe

Im Anschluss kehren die jeweiligen Expert*innen in ihre ursprünglichen Gruppen zurück und jeder stellt sein/ihr Unterthema den anderen vor, um am Ende ein Gesamtbild zusammenzufügen. Hier kannst Du auch eine Ergebnissicherung anfertigen lassen.

4. Abschlussdiskussion & Evaluation

Zu guter Letzt kommen alle im Plenum zusammen und reflektieren den Prozess und klären eventuell offene Fragen.

Nach einer so umfangreichen Methode sollte auf jeden Fall auch immer ein Feedback oder eine Evaluation erfolgen. Das ist auch wertvoll für Dich, um in Zukunft vielleicht noch einige Stellschrauben im Ablauf anzupassen.

1 Tool, 4 Methoden

Viele Trainer*innen haben mittlerweile sicherlich eine ganze Menge an Online-Tools ausprobiert.

Gerade wenn Du in der digitalen Welt noch neu bist, neigst Du vielleicht sogar dazu, Dir ein ganzes Arsenal an Tools für jedes Szenario zuzulegen.

Dabei liegt genau darin oftmals eine Stolperfalle. Denn wenn Du Dich ohnehin virtuell noch nicht 100% sicher fühlst, trägt die Überforderung durch eine Bandbreite an Tools wahrscheinlich nicht zur Entspannung bei.

Selbst für erfahrene Trainer*innen können zu viele Tools mehr Schwierigkeiten als Nutzen haben. Und auch für Teilnehmer*innen kann es manchmal hauptsächlich Verwirrung oder Überforderung stiften – insbesondere bei Lerngruppen mit weniger digitaler Kompetenz.

Daher empfehlen wir den meisten Trainer*innen sich eher auf ein oder zwei gute Allround-Tools zu konzentrieren und diese auf verschiedene methodische Weisen einzusetzen.

Es gibt sicherlich einige Tools, die sich als Allround-Methode eignen; für dieses Beispiel haben wir uns das Jamboard ausgesucht. Dieses Tool ist besonders niedrigschwellig und kann daher für praktisch jede Zielgruppe verwendet werden.

Zudem benötigt das Jamboard keine vorherige Anmeldung und ist kostenlos in der Anwendung. Ein Tool wie das Jamboard eignet sich also sehr gut für relativ einfache kollaborative Übungen.

Wenn Deine Teilnehmergruppen also über eine höhere digitale Kompetenz verfügen, kannst Du natürlich ein komplexeres Tool verwenden. Umgekehrt kannst Du für andere Gruppen auch komplett auf externe Tools verzichten und stattdessen das eingebaute Zoom Whiteboard verwenden.

Wir zeigen hier nur den Grundgedanken auf, dass Du mit einem Tool verschiedene methodische Zwecke bedienen kannst und nicht für jede Methode ein designiertes Tool benötigst.

Vorbereitung macht souverän

Gerade wenn Du Dich in Online-Settings noch nicht komplett souverän fühlst, wird Dir eine umfassende Vorbereitung viel Sicherheit geben. Am Beispiel des Jamboards bedeutet das vor allem, die benötigten Boards und zugehörigen Links parat zu haben.

Wenn Du mehrere Jamboards einsetzt, solltest Du Dir auf jeden Fall vor Beginn Deines Online-Seminars alle Boards öffnen und/oder eine Linkliste erstellen. So hast Du auch immer direkt die Links bereit, die Du dann über den Chat an Deine Teilnehmer*innen weitergibst.

Vielleicht möchtest Du für Deine Methoden auch Bilder, vorbereitete Textfelder oder ähnliches einsetzen:

Du kannst auch direkt ein passendes Bild als Hintergrund vorgeben

Je nach Teilnehmergruppe kannst Du auch vor den eigentlichen Methoden eine kleine Einführung in das Tool geben, damit Deine Lernenden genau wissen, welche Funktionen es gibt und wie sie diese anwenden können.

Im Falle des Jamboards sollte diese Einführung auch relativ kurz ausfallen können, da die Funktionen überschaubar sind. Bei komplexeren Tools kannst Du eventuell eine Einführungsmethode vorschalten oder vor Seminar-Start einen Technik-Test mit den Teilnehmer*innen machen.

Anwendung 1: Erwartungen abfragen

Diese erste Methode ist wirklich ein Basic im Methodenkoffer, das Dir zeigt, wie Du ein Jamboard für eine einfache Form der kollaborativen Übung nutzen kannst.

Dafür musst Du lediglich ein Jamboard mit verschiedenen Textfeldern vorbereiten und den Link an Deine Gruppe verteilen, damit sie dazukommen können. Natürlich kannst Du aber auch noch einen passenden Hintergrund festlegen, um das Jamboard visuell etwas an den Inhalt anzulehnen.

Falls nötig, erkläre noch einmal kurz, wie Die Teilnehmer*innen selbst Textfelder oder Klebezettel erstellen können. Da das Jamboard keine Registrierung erfordert, können die Lernenden ihre Erwartungen und Meinungen auch anonym und ehrlich äußern. Daher funktioniert dasselbe Prinzip auch beispielsweise für Feedback oder ähnliches.

Anwendung 2: Dokumentation

Ein Jamboard können Deine Teilnehmer*innen auch für die Dokumentation und Präsentation von Ergebnissen aus Gruppenarbeiten nutzen. Das heißt für Deine Vorbereitung natürlich, dass Du im Vorfeld die entsprechende Anzahl an Jamboards erstellen und den Gruppen zur Verfügung stellen musst, bevor Du sie in die Gruppenräume schickst.

Wenn Du Dein Tool wie das Jamboard bereits zum Einstieg genutzt hast, kennen Deine Teilnehmer*innen sich auch bereits etwas aus und können sich nun in den Gruppen weitergehend mit den Funktionen vertraut machen.

Durch den begrenzten Platz auf einem Jamboard bietet es sich hier besonders an, die Ergebnisse auf das Wesentliche zu reduzieren und vor allem auch Bilder einzubinden. Passende Bilder können sich die Gruppen über kostenlose Webseiten wie beispielsweise Pexels oder Pixabay holen.

Das hat gleichzeitig auch noch den Vorteil, dass die Lernenden sich das Wissen durch die visuelle Verknüpfung noch besser merken können.

Falls eine Gruppe mehr Platz benötigen sollte, kann ein Jamboard aber übrigens auch mehrere Seiten umfassen. Im Anschluss kann ein Jamboard immer leicht als PDF oder Bilddatei gespeichert werden.

Anwendung 3: Flipchart

Das Jamboard eignet sich sehr gut für kollaborative Übungen, aber auch Du als Trainer*in kannst es als Präsentations-Tool verwenden.

Verwendest Du beispielsweise in Präsenz gerne Flipcharts, die Du abklebst und nach und nach aufdeckst? Dieselbe Methode kannst Du auch mit einem Jamboard nachbauen:

Die bunten Klebezettel sind also nicht nur bei den Teilnehmer*innen beliebt, sondern können auch von Dir genutzt werden. Mit Hilfe einer solchen Methode bringst Du etwas mehr Bewegung und visuelle Reize in Deinen Input als durch eine statische Präsentation.iHilfe ei

Zusätzlich kannst Du so auch Deine echten Flipcharts virtuell verwenden. Einfach abfotografieren und in ein Jamboard hochladen!

Anwendung 4: Energizer

Ein wirklich toller Energizer ist das digitale Puzzle. Es aktiviert die Gruppe sofort und regt sehr lustige Interaktionen an, wenn alle gleichzeitig an den Teilen ziehen. Wenn Du ein wenig gemein sein möchtest, kannst Du auf ein paar extra Teile mitgeben und die Verwirrung beobachten 😉

Um ein digitales Puzzle umzusetzen, musst Du zunächst ein Bild mit Hilfe eines Image Splitters teilen und die Teile dann in ein Jamboard hochladen:

Mit einem Tool wie imageonline.co kannst Du ein Bild in beliebige Teile aufteilen

Wie Du siehst, kannst Du bereits mit einem recht simplen Tool wie dem Jamboard verschiedenste methodische Zwecke bedienen. Auf diese Weise kannst Du Sicherheit gewinnen und Deine Lernenden werden nicht überfordert.

Falls Dein persönliches Gefühl und die Gruppendynamik es später zulassen, kannst Du immer weitere Tools nach demselben Prinzip hinzunehmen. Grundsätzlich empfehlen wir aber, Dich eben auf eine kleine Anzahl an vielseitigen Tools zu beschränken und diese Tools lieber kreativ einzusetzen.

Theoretische Themen lebendiger vermitteln – Tipps & Methoden

Viele Trainer*innen und Dozent*innen müssen regelmäßig sehr theoretische Inhalte vermitteln.

Okay, sagen wir ruhig einfach „trocken“. Denn vermutlich würden die wenigsten Menschen Gesetzestexte als lebendig bezeichnen.

Dabei ist theoretischer Background oftmals unerlässlich oder sogar Teil eines verbindlichen Curriculums oder Prüfungswissen.

Das heißt: Gewisse Zahlen und Fakten müssen einfach vermittelt werden und es führt kein Weg daran vorbei.

Dennoch gibt es Möglichkeiten, um auch theorielastige Einheiten mehr anzureichern. Auf diese Weise hältst Du nicht nur die Aufmerksamkeit Deiner Teilnehmer*innen über längere Einheiten aufrecht, sondern verankerst dieses Wissen auch noch langfristiger.

Denn es geht nicht darum, einem Thema die Ernsthaftigkeit zu nehmen, sondern für Deine Teilnehmer*innen einen besseren Zugang zu öffnen.

Deinen persönlichen Bezug finden

Als Trainer*in oder Dozent*in bist Du bei theoretischen Themen oftmals vornehmlich Input-Geber*in. Dabei kannst Du dieses Wissen sogar noch effektiver vermitteln, wenn Deine Teilnehmer*innen Dich weniger als neutrale Vermittlungsinstanz wahrnehmen.

Was hat Dich ursprünglich zu Deinem Thema gebracht? Was begeistert Dich auch heute noch daran?

Wenn Du theoretisches Wissen in einen persönlichen Bezug bringst, steigerst Du die Motivation sich dieses Wissen anzueignen.

Perspektive wechseln

Manchmal sehen wir Inhalte einfach zu sehr als unveränderliche Fakten. Wenn Du möchtest, dass Deine Lernenden wirklich interessiert sind, musst Du ihre Perspektive einnehmen.

Was ist der konkrete Nutzen dieses Wissens? Wie werden sie es in Zukunft konkret anwenden können?

Je konkreter und persönlicher die Anwendungszenarien sind, desto plastischer wird der Lerngegenstand. Dabei solltest Du auch immer Deine Zielgruppe bedenken und was für sie im Berufsalltag wirklich wichtig ist.

Du erinnerst Dich sicher noch an den fortgeschrittenen Mathematik-Unterricht, bei dem sich die Schüler*innen ständig gefragt haben, wozu sie das überhaupt lernen sollen. Und zugegeben können sich die meisten Erwachsenen wohl nicht daran erinnern, wann sie das letzte Mal bewusst den Satz des Pythagoras angewandt haben.

Das Gefühl des fehlenden Praxisbezugs kann also ein Motivationskiller sein. Daher ist es so wichtig, dass Deine Teilnehmer*innen den konkreten Nutzen Deiner Inhalte immer vor Augen haben.

Das Wissen, das Du vermittelst, kann für Deine Teilnehmer*innen eine Lösung für reale Probleme sein. Dein Wissen kann ein Geschenk sein, das Du Deiner Lerngruppe gibst. So fühlen sich selbst Zahlen und Fakten weniger wie eine Pflichtübung an.

Finde die Geschichte

Storytelling wird immer mehr zum pädagogischen Trend. Und das nicht ohne Grund, denn Kontextualisierung ist neurologisch wirklich effektiv. Wir merken uns Geschichten wesentlich leichter als isolierte Fakten. Daher ist ein übergeordneter Zusammenhang Deinem Gegenstand immer dienlich.

Finde den roten Faden in Deinen Lerninhalten und ordne die theoretischen Inhalte in eine größere Geschichte ein.

Dieser Ansatz lässt sich auch immer gut mit dem ersten Tipp verbinden, denn wenn die erzählte Geschichte auch noch auf persönlichen Erlebnissen beruht, ist sie doppelt effektiv.

Wenn Du Probleme hast, eine wirksame Geschichte zu finden, stelle die Fragen, die wir in den ersten zwei Tipps aufgestellt haben. Denn sie zielen immer darauf ab, dass Du den wahren Nutzen Deines Lerngegenstandes herausstellst.

Weniger Blocken

Teilst Du Deine Inhalte in vorgeschaltete Theorie und im Anschluss kommt die Anwendung? Das ist schließlich eine übliche Vorgehensweise, da wir denken die Inhalte können nur so logisch aufeinander aufbauen.

Doch Du merkst immer häufiger, dass die Lernenden Dir direkt zu Anfang aussteigen und sich überfordert fühlen?

Dann probiere vielleicht einmal, diese Struktur aufzubrechen. Indem Du eher theoretische und mehr praktische Einheiten abwechselnd einsetzt, fühlen sich beide Teile weniger separiert an.

Entgegen althergebrachter Pädagogik kannst Du sogar mit einer einfachen praktischen Übung beginnen, um den Praxisbezug von Anfang an deutlich zu machen. Gleichzeitig hilft die Verzahnung von Theorie und Anwendung dabei, den praktischen Nutzen über das gesamte Seminar noch besser zu erkennen.

Insgesamt gilt auch, dass die einzelnen Einheiten (insbesondere Online!) oftmals kürzer und knackiger sein könnten. Je besser Du einen komplexen Inhalt aufbrichst, desto weniger fühlen sich die Lernenden überfordert. Gleichzeitig können visuelle Hilfen Deinen Lernenden mehr Ankerpunkte bieten als etwa ein reiner Text. Grundsätzlich gilt für theoretische Gegenstände immer: Anschaulichkeit und Verständlichkeit. Für mehr Tipps bezüglich anschaulicher Lernmaterialien, kannst Du beispielsweise diesen Artikel lesen.

Die Gruppe nutzen

Die Lerngruppe an sich sollte auch bei theorielastigen Themen methodisch eingebunden werden. Eine längere Input-Phase sollte meistens mit einer Gruppenarbeit verbunden werden, bei der das neue Wissen häppchenweise reflektiert werden kann.

Das Diskutieren und Hinterfragen der Theorie füllt sie mit deutlich mehr Leben als reine Rezeption. Indem sich die Teilnehmer*innen über den Inhalt austauschen und ihn sich gegenseitig erklären, können sie ihr Wissen besser überprüfen. So werden auch Unklarheiten deutlich, auf die Du später erneut eingehen solltest.

Denn Du kennst es vermutlich: Wenn Du einfach nur nachhakst, ob es Fragen gibt, kommt meistens nicht viel. Das heißt nicht einmal unbedingt, dass alles verständlich war. Sondern vielmehr, dass die Lernenden noch keine Zeit hatten, sich richtig mit den Inhalten zu befassen.

Eine interaktive Gruppenarbeit kann den Teilnehmer*innen daher genau diese wichtige Zeit geben und das Wissen besser festigen. Zeit ist allgemein immer ein Faktor, der Trainer*innen im Nacken sitzt. Aber es lohnt sich wirklich, Dir für die angemessene Anwendung der theoretischen Teile zu nehmen – Deine Lernenden werden es Dir auf jeden Fall danken.

Wenn Du immer noch das Gefühl hast, dass Du Deine Lerngruppe nicht angemessen motivieren kannst, bietet sich vielleicht ein Gamification-Ansatz an. Mit einem spielerischen Belohnungssystem oder Team-Spielen lassen sich Gruppen oftmals natürlich motivieren.

Mehr Infos zu Gamification findest Du in unserem Artikel zum Thema.

Methoden für Gruppenarbeiten

Zwei verwandte methodische Ansätze, die sich gut für die Aufarbeitung theoretischer Konzepte eignen sind Rollen- und Planspiele.

Beide sollen reale Situationen simulieren und erfordern von Deinen Teilnehmer*innen Reflexion und Transfer des Gelernten. Auf diese Weise holst Du Deine theoretischen Konzepte in die Realität und gibst Deinen Teilnehmer*innen ganz plastische Anwendungskontexte.

Rollenspiele beziehen sich normalerweise auf eine einzelne, konkrete Situation. Ein Rollenspiel kannst Du beispielsweise auch in Form einer Diskussion durchführen, bei der die Lerngruppe in Pro- und Contra-Gruppen eingeteilt ist. Denn Rollenspiele befassen sich oft auch mit der Identifikation mit verschiedenen Rollen und der eigenen Interpretation dieser. So kann sich der Gegenstand besonders echt und persönlich anfühlen.

Planspiele sind dabei meistens etwas differenzierter und erstrecken sich über mehrere Runden. Nach jeder Teiletappe wird ein weiteres Ziel oder eine zusätzliche Information in die Gruppen gegeben, das sie in der nächsten Phase erreichen müssen. Besonders interessant (und anspruchsvoll) gestaltest Du ein Planspiel, wenn Du nach einer Phase einen Störfaktor einbaust, der eine reflektierte Änderung der Planung erfordert.

Da ein gutes Planspiel also natürlich genügend Zeit erfordert, eignet sich auch gut als eine Art Abschlussprojekt am Ende Deines Seminars.

So erstellst Du ein gutes Quiz

Falls das Wort Quiz bei Dir direkt die Assoziation „Prüfung“ hervorruft – keine Sorge!

Ein Quiz legt viel größeren Wert auf eine spielerische Wissensabfrage, die vor allem auch zur Selbsteinschätzung und Wiederholung dient.

Daher kannst Du Quizze auch in jedem Format einsetzen, selbst wenn Dein Seminar überhaupt keine Unterscheidung zwischen bestanden/nicht bestanden umfasst.

Denn das ist der feine Unterschied zwischen einem Quiz und einer Prüfung. Eine Prüfung kann nicht bestanden werden und hat dadurch eine ganz andere Wirkung.

Falls Dein Seminar mit einer verbindlichen Prüfung abschließt, kannst Du mit Hilfe regelmäßiger Quizze sogar die Angst vor der finalen Prüfung abbauen!

Durch die periodische Wissensüberprüfung festigt sich gleichzeitig auch noch das neue Wissen, da ein gutes Quiz immer auch auf Anwendungswissen abzielt. Dazu gleich etwas mehr.

Ein Quiz kann ebenfalls effektiv als Gamification-Einheit eingebunden werden und bei Bedarf auch in Teams gespielt werden.

Die Basics: Fragetypen

Falls Du Dich bereits mal mit Quizzen oder Umfragen beschäftigt hast, kennst Du sicherlich die verschiedenen Fragetypen. Wir zeigen hier kurz die 4 wichtigsten und klären, wie Du die einzelnen Fragetypen am besten einsetzt:

1. Freitext-Fragen

Diese Frageform ist für offene Fragen geeignet. Hier können die Teilnehmer*innen ihre Antworten selbst formulieren und auch mehr ins Detail gehen. Freitext-Fragen bieten sich also vor allem auch für Transferfragen an, da sie frei gestellt sind.

Mit diesem Fragetyp können auch die Lernenden am besten ihren eigenen Wissensstand überprüfen, da sie hier wirklich übertragen müssen.

Freie Fragen eignen sich auch besonders für Umfragen oder eine Feedback-Abfrage.

Für die Lernbegleiter*innen hat diese Frageform allerdings den Nachteil, dass solche Antworten einen größeren Aufwand bei der Auswertung erfordern – vor allem in großen Gruppen!

2. Multiple-Choice Fragen

Der Klassiker unter den Fragetypen. Hier werden Antwortmöglichkeiten vorgegeben und es kann eine oder mehrere richtige Optionen geben.

Dieser Fragetyp ist wesentlich geschlossener und gibt Lernenden auch die Möglichkeit, eher zu „raten“ als wirklich etwas zu wissen.

Multiple-Choice-Fragen sind in der Datenauswertung wesentlich einfacher und eignen sich gut auch für eine prozentuale Darstellung etc.

3. Skalen-Fragen

Dieser Fragetyp fragt Tendenzen ab. Dabei ist zu bedenken, dass der Mensch eine natürliche Tendenz zur Mitte hat. Du musst also gut überlegen, ob Du einen Mittelpunkt anbietest, oder lieber eine gerade Anzahl an Skalenpunkten anbietest – je nachdem ob für Deine Auswertung eine deutliche Tendenz wichtig ist.

4. Zuordnungs-Fragen

Dieser Fragetyp erfordert die Zuordnung von zusammengehörigen Aussagen oder Kategorien. Das lässt sich in Online-Quizzen besonders intuitiv umsetzen mit Hilfe von Drag&Drop Funktionen. Wenn Du diese Fragen anspruchsvoller gestalten möchtest, kannst Du auch überschüssige Antworten einbauen.

Fragen 1-3 erstellt mit Google Forms, Zuordnungsfrage über blink.it

Das macht ein gutes Quiz aus

Jetzt wo die Basics geklärt sind: Wie ordne ich diese Fragen in ein effektives Quiz ein?

  • Der richtige Schwierigkeitsgrad

Stelle durchaus anspruchsvolle Fragen, die aber trotzdem mit Hilfe des bis jetzt behandelten Wissens gut beantwortbar sind. Also am besten ein gesundes Mittelmaß, um Deine Lernenden nicht zu unterfordern, aber auch nicht zu demotivieren.

  • Ausblick geben

Mit den richtigen Fragestellungen kannst Du Deinen Teilnehmer*innen auch einen Ausblick auf die spannenden Anwendungsgebiete geben, die Dein Thema bietet.

Durch Transferfragen müssen sie außerdem wirklich ihre eigenen Überlegungen in die Beantwortung einbeziehen und ihr Wissen anwenden.

  • Variation

Seitenweise Multiple-Choice-Fragen sind eher stumpf und fördern nicht unbedingt eine aktive Auseinandersetzung mit der Thematik.

Also mache auf jeden Fall Gebrauch von verschiedenen Fragetypen und schaue auch welche Möglichkeiten Dein Quiz-Tool vielleicht noch bietet.

  • Auf das Wesentliche konzentrieren

Sorge dafür, dass Du Dich pro Frage auf einen begrenzten inhaltlichen Bereich beziehst. Teile gegebenenfalls komplexere Bereiche lieber auf mehrere Fragen auf. Durch abgeschlossene Teilbereiche können sich Deine Lernenden besser konzentrieren und die Informationen auch abspeichern.

  • Nicht im Dunkeln lassen

Wenn es auf Deine Fragen richtige oder falsche Antworten gibt, solltest Du auf jeden Fall immer die korrekte Antwort direkt auflösen. Ansonsten verfestigt sich schließlich nur das falsch abgespeicherte Wissen.

Quizze als Gruppenarbeit

1.

Zamyat Klein beschreibt beispielsweise eine Quiz-Methode, die Fragen unterschiedlicher Schwierigkeit zu verschiedenen Oberthemen abfragen kann. Sie empfiehlt die Umsetzung über geteilte PowerPoint-Folien, aber Du kannst diese Methode auch über ein Tool wie das Jamboard umsetzen:

Wie die Methode im Detail funktioniert, kannst Du hier in ihrem Artikel lesen.

2.

Ein weiteres Gruppenquiz umfasst gleich zwei Stufen, in denen sich die Teilnehmer*innen mit den Inhalten auseinandersetzen müssen:

Du bildest Kleingruppen und lässt die Gruppen in Breakout Rooms zu vorgegebenen Kategorien Fragen für die anderen formulieren – eine pro Gruppenmitglied.  Auch für diese Methode lassen sich Whiteboards wie das Jamboard sehr gut verwenden.

Du erstellst eine Punktetabelle und dann geht es los: Aus der ersten Gruppe stellt ein Mitglied eine Frage und die anderen Gruppen haben maximal eine Minute Zeit um eine Antwort zu geben.

Das erste Gruppenmitglied, das „buzzert“ (über Online-Plattformen wie Zoom kannst Du statt einem „Hier“-Ruf oder einem vorher gewählten Gruppennamen auch etwa die Hand-Heben Funktion nutzen), darf eine Antwort für seine Gruppe geben.

Befindet die fragegebende Gruppe die Antwort für richtig, bekommt die entsprechende Gruppe einen Punkt. Ist sie falsch, wird die Frage an die anderen Gruppen weitergegeben. Pro Runde darf natürlich nur ein*e Vertreter*in aus jeder Gruppe eine Antwort geben.

Let’s Quiz

Wenn Du Quizzes lieber als Wissensabfrage in Einzelarbeit verwenden möchtest, lässt sich das für jeden methodischen Zweck umsetzen.

Es gibt eine große Fülle an Online-Tools für verschiedene Quiz-Bedürfnisse. Daher wollen wir hier keine generische Empfehlung geben, aber ein paar Tools nennen, bei denen Du mit der Recherche anfangen kannst:

  • Mentimeter
  • Google Forms
  • Kahoot
  • Learning Snacks

Du kannst auch regelmäßige Umfragen als Unterform eines Quiz einsetzen, um Stimmungen und Feedback einzuholen. Umfragen befassen sich nicht unbedingt mit inhaltlichen Dingen, sondern eher mit dem Seminarablauf. So bleibst Du in Kontakt mit Deiner Lerngruppe!

4 Energizer gegen digitale Müdigkeit

Oftmals fühlt sich in Online-Seminaren die Zeit doppelt so lange an. Das hat verschiedene Hintergründe:

Die Reduktion körpersprachlicher Signale, fehlende Interaktion oder einfach der Bildschirm an sich.

Digitale Ermüdung ist ein echtes Problem für jede/n Online-Trainer/in, aber Du kannst gezielte Maßnahmen ergreifen, um diese Effekte abzumildern.

Das beginnt schon dabei, dass Du in Online-Formaten immer mehr Pausen und kürzere Einheiten einkalkulieren solltest.

Aber selbst, wenn Du das beachtest, kann die Konzentrationsfähigkeit Deiner Teilnehmer*innen immer mal wieder ein natürliches Tief erreichen.

Und wenn die Konzentration schwindet, werden wir weniger produktiv und fehleranfälliger.

Daher gibt es zwei methodische Kniffe, die Du in Deinem Repertoire haben solltest: Energizer und Aufmerksamkeitsbooster.

Wie setzt Du Energizer am besten ein?

Energizer sind kurze Einheiten, die Deine Teilnehmer*innen mit neuer Energie versorgen. Oftmals in Form eines Spiels oder (vor allem Online!) gerne auch in Verbindung mit etwas körperlicher Bewegung.

Wie „verspielt“ Du Deine Energizer angehen möchtest, hängt von Dir und Deinen Teilnehmergruppen ab.

Es muss sich auch nicht unbedingt um vollkommen losgelöste Spiele handeln, sondern Du kannst die Rahmenbedingungen auch in Deinen inhaltlichen Kontext einordnen.

Grundsätzlich eignen sich Energizer-Spiele auch ideal zum Aufbau einer positiven Gruppendynamik. Also kannst Du hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn Du Energizer Varianten wählst, die in Teams gespielt werden.

Zeitlich ist es oft besonders effektiv, wenn Du Energizer zu Anfang einer neuen Einheit und nach Pausen einsetzt.

Online-Seminare erfordern jedoch gerne mal ein wenig mehr Flexibilität als die Präsenz-Variante.

Wann Du Deine Energizer also konkret einsetzt, kann manchmal nur schwierig nach der Uhr geplant werden. Manchmal wirst Du einfach spüren, wie die Aufmerksamkeit zu verschiedenen Zeiten spürbar nachlässt.

Dann solltest Du auch flexibel reagieren können und mit einigen effektiven Energizern im Trainer-Koffer ist das auch kein Problem.

Achte darauf, dass Du vor Beginn das Spiel immer verständlich anmoderierst, damit alle wissen, wie gespielt wird. Eventuell solltest Du auch die technische Seite abdecken, beispielsweise ob die Mikros für den Energizer angeschaltet werden oder die Galerie-Ansicht gewählt werden sollte.

Du kannst solche Energizer-Spiele auch immer mit kleinen (nicht-materiellen) Belohnungen verbinden, um gleich auch noch einen stärkeren Gamification-Effekt einzubauen.

1. Mach schnell!

Hier kommt einer der Klassiker, den wir auch gerne in unseren Veranstaltungen nutzen. Denn das Spiel lässt sich schnell aufbauen und bei Bedarf auch gut inhaltlich steuern.

„Mach schnell“ lässt sich als Energizer besonders gut mit Online-Tools wie Flinga oder Jamboard umsetzen.

Und so geht’s:

  1. Du suchst einige Bilder heraus oder lässt alternativ jede*n Teilnehmer*in ein Bild aussuchen und an Dich schicken (Je nach Zeitkontingent oder ob Du Spiele lieber vorbereitest. Du kannst beispielsweise aber auch live jedem Lernenden ein relevantes Thema geben und sie dazu ein Bild suchen lassen, das dann verwendet wird)
  2. Setze die Bilder auf ein Whiteboard und erstellst für alle Teilnehmer*innen eine Figur (daher ist hier Flinga sehr schön!) oder ähnliches
  3. Du sagst ein Bild an und alle müssen so schnell wie möglich ihre Figur auf das richtige Bild setzen
  4. Jede Runde scheidet der/die Langsamste aus bis ein/e Sieger/in übrig ist

2. Show me around

Es tut in Online-Seminaren sehr gut, immer mal wieder aufzustehen und die Beine zu strecken.

Die Methode „Show me around“ (Führ‘ mich herum) verbindet dabei ein wenig Bewegung mit Teambuilding.

Dazu sei gesagt, dass sie sich eher anbietet, wenn sich Gruppen schon ein wenig aneinander gewöhnt und Vertrauen gefasst haben.

Denn das Prinzip ist, dass sich die Teilnehmer*innen in Kleingruppen gegenseitig ein paar Gegenstände oder Orte im direkten Umfeld zeigen, zu denen sie eine kurze Geschichte erzählen können.

Dabei ist es natürlich jedem Einzelnen überlassen, wie persönlich die kleine Führung sein soll. Indem Du diesen Energizer rechtzeitig ankündigst, können sich die Gruppenmitglieder ihre Gegenstände herauslegen und werden nicht in ihrem privaten Bereich überrumpelt.

So lernen sich die Teilnehmer*innen ganz persönlich kennen und es kommen garantiert viele interessante Geschichten dabei heraus.

Dieser Energizer ist besonders schön, wenn er mit mobilen Geräten verbunden wird, denn so lädt ein solches Intermezzo noch mehr zu Bewegung im Raum ein.

3. Finde den Gegenstand!

Ein weiterer Energizer, der für ordentlich Bewegung in der Gruppe sorgt, ist „Finde den Gegenstand“, denn hier heißt es:

Schnelligkeit gewinnt!

Du sagst nacheinander verschiedene übliche oder auch nicht so übliche Haushaltsgegenstände an, die die Teilnehmer*innen finden und für den Rundengewinn als Erste*r in die Kamera halten müssen.

Bei einem solchen Spiel darfst Du durchaus auch ein bisschen Humor reinbringen und kreative Gegenstände suchen lassen, die vielleicht nicht gerade auf dem Schreibtisch stehen würden.

Wie wäre es zum Beispiel mit Glühbirnen, Sonnenbrillen oder einer Kartoffel? Ein paar Runden reichen aus, um alle Teilnehmer*innen wieder mental und körperlich wachzurütteln.

4. Sound-Quiz

Eine schöne Energizer-Methode, die die Sinne einbindet und Kreativität von den Teilnehmer*innen fordert, ist das Sound-Quiz.

Die Lernenden schalten ihre Kameras aus und am besten auch die Mikros, wenn sie nicht gerade dran sind.

Dann macht jeder reihum ein Geräusch und die Gruppe muss raten, womit der Sound erzeugt wurde. Dabei kann das Geräusch mit dem Mund, einem Gegenstand oder auch über eine digitale Sound-Quelle erzeugt werden.

Falls es sich bei Deinem Thema anbietet, lässt sich das Spiel auch inhaltlich anreichern, indem Geräusche aus einer passenden Kategorie gewählt und identifiziert werden müssen.

Zögerlich mit Spielen?

Du entscheidest, welche Art von Energizer am besten für Deine Lerngruppen geeignet sind. Manchmal haben Trainer*innen Sorge, dass kleine Spiele ihrem Seminar die nötige Ernsthaftigkeit nehmen.

Vielleicht musst Du hier also einfach etwas experimentieren und mit Hilfe von aktiv eingefordertem Feedback von Deinen Gruppen das richtige Maß finden.

Dabei wissen die allermeisten Teilnehmer*innen aus Erfahrung insbesondere etwas Bewegung in Online-Seminaren zu schätzen.

Falls Dein Thema tatsächlich zu ernst für Energizer-Spiele sein sollte, dann halte Dich an gemeinsame Atem- oder kleine Yoga-Übungen.

Mit den richtigen Energizern förderst Du immer wertvolle Konzentration, Achtsamkeit und Offenheit innerhalb der Gruppe – also unterschätze nicht ihre Wichtigkeit in Online-Seminaren!

6 Tipps für erfolgreiche Online-Tagesseminare

Tagesseminare sind eine besondere Herausforderung.

Da Du keine langfristige Lernbegleitung und nur wenig Zeit zur Verfügung hast, musst Du alle Phasen im Schnelldurchlauf abarbeiten.

Ganz schon schwierig, dass dabei nichts zu kurz kommt.

Hinzu kommt für Dich vielleicht noch etwas Unsicherheit mit dem Online-Medium und schon hast Du eine ziemliche Aufgabe vor Dir.

Darüber hinaus ist die Digitalisierung eines Präsenz-Konzeptes keine ganz einfache Aufgabe und hält einige Stolperfallen bereit.

Da aber viele Unternehmen und Auftraggeber mittlerweile sehr gerne Tages-Workshops als Webinare anfragen, geben wir Dir hier einige Tipps für die erfolgreiche Umsetzung:

1. Ordne Deine Inhalte

Wenn Du anfängst, Dein Konzept zu digitalisieren, kann Dir der folgende Schritt einen wichtigen Einstieg verschaffen:

Kategorisiere Deine Inhalte in synchrone und asynchrone Einheiten.

Dabei sind synchrone Lerninhalte solche, die Du als Seminarleiter*in aktiv begleitest und asynchrone solche, die deine Teilnehmer*innen außerhalb der Live Sessions oder im Vorfeld bearbeiten können.

Hier ein paar klassische Beispiele für eine mögliche Aufteilung:

SynchronAsynchron
Vorstellung und KennenlernenTheoretische Konzepte, Basiswissen
Persönlicher Austausch, Plenum-DiskussionenQuizze, Abfragen, Tests
GruppenarbeitenVorbereitung für Gruppenarbeiten
Praktische Übungen, Simulationen, Rollenspiele 

Da Du innerhalb einer Tages-Veranstaltung ohnehin nur begrenzt Zeit hast und in einer Online-Variante sogar noch weniger, kann Dir die Auslagerung einiger Inhalte einen wichtigen Vorteil verschaffen.

Du kennst das Konzept vielleicht aus der Hochschulbildung: Oftmals bekommen Student*innen vorbereitende Texte, die sie im Vorfeld einer Veranstaltung bearbeiten.

Durch diese Methode sorgst Du dafür, dass Deine Teilnehmer*innen zu Beginn bereits einen bestimmten Wissensstand haben und eventuelle kleinere Ungleichheiten ausgeglichen wurden.

Außerdem kannst Du so während der wertvollen Live-Zeit den Fokus eher auf die praktische Anwendung und Gruppenarbeiten legen.

Auf Basis dieser Einteilung erstellst Du im nächsten Schritt dann einen Ablaufplan. Du kannst einige asynchrone Einheiten also vorschalten, um während der Live Sitzungen so schnell wie möglich zum praktischen Teil übergehen zu können.

2. Mehr Verbindlichkeit, weniger Druck

Natürlich hast Du durch eine solche Auslagerung eventuell das Problem, dass ein größerer Teil Deiner Lerngruppe den asynchronen Teil abkürzt oder überspringt.

Du solltest also überlegen, ob Du Deine Teilnehmer*innen weitere Male an den vorbereitenden Teil erinnerst und kurz vor Beginn des Seminars etwa ein Online-Quiz verschickst.

Alternativ kannst Du das Quiz auch zu Beginn der Live Session einfügen, aber an dieser Stelle haben die Teilnehmer*innen nicht mehr die Möglichkeit die Theorie nachzuholen und fühlen sich eventuell etwas überrumpelt.

Das Quiz sollte wirklich nur die Basics abfragen und fungiert eher als spielerische Erinnerung an die asynchronen Aufgaben.

Das hat auch für Dich den Vorteil, dass Du bereits vor Beginn überwachen kannst, wie viele Teilnehmer*innen sich am Quiz beteiligen.

Das kann Dir Aufschluss geben, ob Du vielleicht doch am Anfang noch ein wenig Zeit für Basiswissen einräumen möchtest.

3. Gute Kommunikation ist die halbe Miete

Dieser Grundsatz gilt natürlich für alle Lern-Formate, aber insbesondere bei Tages-Seminaren hält Dich mangelnde Kommunikation nur auf.

Die meisten Teilnehmer*innen wissen einen klaren Ablaufplan sehr zu schätzen, damit sie genau wissen, was sie für ihre eigene Planung erwartet. Auch diesen kannst Du im Vorfeld verschicken, eventuell noch gemeinsam mit einem kurzen Begrüßungsvideo!

Auch kann eine etwas zu undeutliche oder komplizierte Aufgabenstellung die asynchronen Einheiten weniger effektiv machen.

Jede Unklarheit kostet Dich dann wertvolle Live Zeit und lässt weniger Raum für handlungsorientierte Übungen.

Reduziere lieber die Anzahl und Komplexität der Aufgaben auf eine Kernaussage und halte sie einfach.

So springen Dir nicht schon vor Seminarstart Teilnehmer*innen ab, weil sie sich alleine überfordert fühlen.

Du kannst die asynchronen Lerneinheiten auch beispielsweise in Form von Micro-Contents anbieten. Wie das genau funktioniert, kannst Du in diesem Artikel lesen: Mit Microlearning zu mehr Lernerfolg

4. Eine Plattform bereitstellen

Vielleicht denkst Du, dass für einen so kurzen Zeitraum keine Online-Plattform nötig ist. Dabei verlängert sich der Zeitraum eventuell ja bereits durch Deine vorgelagerten asynchronen Einheiten.

Daher kann eine Facebook-, Whatsapp-/Telegram-Gruppe oder ähnliches auch Deine Tagesseminare anreichern. So können die Lernenden sich bereits vorher ein wenig kennenlernen und austauschen, sowie bei inhaltlichen Fragen beraten.

Alle diese Dinge erleichtern Dir dann beim tatsächlichen Start die Arbeit und verkürzt die Einführungszeit.

Und auch selbst, wenn Du wirklich nur einen Tag mit Deinen Teilnehmer*innen arbeitest, wissen sie eine Plattform zum Austausch sehr zu schätzen.

So können sie während der Einheiten in Kontakt bleiben, oder knüpfen sogar Verbindungen darüber hinaus. Vielleicht halten sie so auch längerfristigen Kontakt zu Dir und Deinen Angeboten.

Apropos Gruppen, bei Online-Gruppenarbeit empfehlen sich eher Kleingruppen von maximal 3-4 Personen um einen produktiven Austausch zu ermöglichen. Auch die Gesamtgruppe hat Online oft eine bessere Dynamik, wenn sie kleiner ist.

Da auch bei gezielter Anregung der informelle Austausch meist weniger als in Präsenz stattfindet, können sich die Teilnehmer*innen innerhalb einer kleinen Lerngruppe besser kennenlernen und koordinieren.

5. Variation – aber in Maßen

Die digitale Ermüdung macht vor keinem Seminar halt. Daher gilt auch bei Tages-Veranstaltungen der Grundsatz der methodischen Abwechslung.

Dabei solltest Du es natürlich nicht übertreiben, denn bei einem solch verkürzten Format fehlt die Zeit für große Einarbeitung in komplizierte Tools.

Daher halte Dich an die klassischen Einsteiger-Tools wie Jamboard oder Padlet, mit denen auch weniger digital kompetente Teilnehmer*innen umgehen können.

Alternativ kannst Du auch immer über die eingebauten Tools Deiner Konferenz-Software niedrigschwellige Variation reinbringen – etwa durch Umfragen oder das Whiteboard.

Falls Du dennoch komplexere Tools nutzen möchtest, oder Deine Lerngruppe eben über wenig digitale Kompetenz verfügt, kannst Du auch hier eine detailliertere Einführung asynchron auslagern.

Variiere die Methoden und Sozialformen während der Arbeitsphasen in einem angemessenen Maß, dann vergeht die Zeit wie im Flug und eine Empfehlung ist Dir praktisch sicher.

6. Persönliche Moderation

Online-Formate brauchen viel Moderation. Halte Deine Gruppe immer auf dem Laufenden, was Du gerade machst und was sie als Nächstes erwartet.

Sprich auch die einzelnen Teilnehmer*innen so viel wie möglich persönlich an – das hilft dabei, dass sie sich im virtuellen Raum eingebunden fühlen.

Außerdem hältst Du so Fokus und Aufmerksamkeit aufrecht und bleibst mit der Gruppe in Kontakt. So behältst Du auch besser den Stand der Konzentrationsfähigkeit im Blick und kannst bei Bedarf Pausen oder Methodenwechsel einstreuen.

Online heißt nicht zwangsläufig weniger Aufwand

Manche Unternehmen neigen übrigens dazu, Dir für Online-Workshops wesentlich weniger bezahlen zu wollen. Vor allem, wenn das Online-Seminar insgesamt weniger Zeit in Anspruch nimmt, meinen Auftraggeber gerne, dass es dadurch weniger Vergütung wert sei.

Dabei hast Du als Trainer*in durch die digitale Umsetzung wohl kaum weniger Aufwand, er verteilt sich einfach nur etwas anders.

Also stehe auch bei dieser Frage für Dich ein und argumentiere mit der methodischen Planung und Deinen Investitionen in Technik und Tools, um Deine Seminare online umsetzen zu können.

Oft wirst Du sogar feststellen, dass sich Dein Präsenz-Konzept einfach nicht in einen digitalen Tag packen lässt.

Denn allgemein gilt für digitale Veranstaltungen die Richtlinie, dass Du nicht 3-mal 90 Minuten übersteigen solltest. Alles andere garantiert Dir fast, dass Dir niemand mehr folgen wird und auch der Transfer ineffektiv sein wird.

Zudem dauern die Erarbeitung und Präsentation in Online-Seminaren durch mehr technische Hürden und Koordination am Ende doch immer länger als in Präsenz.

Versuche es dann auch nicht zu erzwingen, sondern teile Deine Einheiten lieber über einen anderen Zeitraum auf.

3 Ideen für Gruppenarbeiten in allen Seminarformaten

Gruppenarbeitsphasen sind ein wichtiger Bestandteil eines jeden didaktischen Konzepts, das innerhalb einer Lerngruppe stattfindet.

Dabei können Gruppenarbeiten verschiedene Zwecke erfüllen:

Manche Methoden dienen der reinen Stärkung des Gruppenverbandes, andere dienen der praktischen Erarbeitung einer Aufgabenstellung.

Grundsätzlich fragst Du Dich als Lernbegleiter*in bei der Konzeption Deiner Methoden natürlich immer zunächst, welches Lernziel eine Methode erfüllen soll.

Das gilt sowohl Online als auch Offline: Die Methode muss dem Lernziel dienen.

Ein wichtiger Punkt bei der Erstellung von Gruppenarbeiten ist auch immer die Gruppengröße.

Bedenke, dass je größer die Kleingruppe wird, desto schwieriger kann die Koordination sein. Zudem bieten größere Gruppen immer die Gefahr, dass sich introvertierte Teilnehmer*innen wieder mehr zurückziehen.

Somit hast Du bei zu großen Teilgruppen wieder dasselbe Problem, das Du auch in der eigentlichen Gruppe hast.

Außerdem können die Teilnehmer*innen in Kleingruppen leichter Vertrauen aufbauen und kommunizieren.

Achte also darauf, dass die Gruppengröße möglichst alle einzelnen Lernenden zur Mitarbeit anregt.

Dabei sei eins noch gesagt:

Du kannst Gruppenarbeiten mit Online-Tools auch in Präsenz- und Hybrid-Konzepten einsetzen. Denn kollaborative Tools eignen sich auch ideal zur Ergänzung oder Auflockerung dieser Formate.

Breakout Rooms richtig nutzen

Mittlerweile bietet Dir wohl jede Konferenz-Software die Möglichkeit Deine Teilnehmenden in Gruppenräume einzuteilen.

Trotzdem scheuen sich einige Trainer*innen vielleicht immer noch vor der Nutzung – entweder aus Angst vor der technischen Koordination oder der mangelnden Übersicht über die Gruppe.

Wenn Dich die technische Seite noch unsicher macht, empfiehlt sich immer ein kurzer Testlauf mit Freund*innen oder Kolleg*innen, bei dem Du Funktionen ausprobieren kannst.

Hier einige Tipps für die effiziente Nutzung von Breakout-Rooms:

1. Teilnehmer*innen nicht vergessen

Gerade, wenn Du es mit Lernenden mit ausbaufähiger digitaler Kompetenz zu tun hast, solltest Du Deine Gruppe so viel wie möglich einbinden.

Die Idee des Testlaufs kannst Du in solchen Fällen auch ein weiteres Mal gemeinsam vor Kursstart mit der Gruppe umsetzen.

Moderiere die Funktion der Gruppenräume entsprechend deutlich an und erkläre den Ablauf. Dabei sollte die Anmoderation auch immer einen deutlichen Arbeitsauftrag beinhalten.

Am besten gibst Du den Auftrag auch immer in schriftlicher Form oder durch einen Link im Chat.

In Online-Formaten ist das insgesamt ein wichtiger Tipp: Kommunikation ist besonders essentiell!

Je mehr Du Deine Gruppe in Deinen Ablauf einbindest, desto besser behalten sie den Überblick und bleiben auch während kurzer Wartezeiten gedanklich bei Dir.

2. Das richtige Maß an Übersicht

Als Trainer*in kannst Du Dich auch regelmäßig in die verschiedenen Gruppenräume beamen.

Dabei solltest Du bedenken, dass Deine Anwesenheit aber auch immer die Gruppendynamik beeinflusst und den Flow stören kann.

In Online-Formaten sind gerade die Gruppenphasen mit die wichtigste Zeit des Seminars. Denn so haben Deine Teilnehmer*innen endlich ein wenig Zeit, um sich untereinander persönlicher kennenzulernen.

Denn der informelle Austausch kommt in Online-Seminaren manchmal doch zu kurz und somit werden die Gruppenarbeiten ein sehr zentraler Faktor.

Plane daher auch auf jeden Fall genug Zeit für die Gruppenarbeitsphasen ein, damit Du diesen Prozessen genug Raum gibst.

Wenn Du also nicht gerade etwas Organisatorisches klären musst, kannst Du die Kontrolle ruhig mal etwas abgeben.

3 Ideen für interessante Gruppenarbeiten

1. Eine Aufgabe, viele Ergebnisse

Ein typischer Ablauf ist ungefähr so: Alle gehen mit derselben Aufgabe in die Gruppenräume und im Anschluss werden die im Grunde ähnlichen Ergebnisse im Plenum vorgestellt.

Das ist eher uninspiriert, oder?

Auf diese Weise hören die Lernenden spätestens bei der zweiten Präsentation nicht mehr richtig zu. Und das kann man ihnen auch kaum verdenken.

Eine relativ simple Lösung kann bereits darin liegen, einfach jeder Gruppe ein eigenes Teilstück des Lerngegenstandes zuzuweisen, sodass es später bei den Präsentationen nicht zu viel Redundanz gibt.

Du kannst aber auch einmal Folgendes ausprobieren:

Du gibst eine Aufgabe und jede Gruppe muss ihre Ergebnisse anders aufbereiten.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten diese Idee umzusetzen. Du kannst beispielsweise jeder Gruppe ein eigenes Tool zuweisen, mit dem sie die Ergebnisse präsentieren.

Eine Gruppe nimmt ein Padlet, die nächste das Jamboard und so weiter.

Oder jede Gruppe bekommt eine andere Form der Aufbereitung zugewiesen: Eine Gruppe stellt die Ergebnisse in Form einer Geschichte vor, eine andere nur mit Bildern.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Selbst, wenn sich die Ergebnisse inhaltlich überschneiden, bleiben sie durch die unterschiedlichen Darstellungsarten interessant und die Variation sorgt auch noch für bessere Verankerung des Wissens.

Bei einer solchen Vielfalt solltest Du natürlich darauf achten, dass Deine Lerngruppe über die entsprechende digitale Kompetenz verfügt oder Du alternativ alles genügend anmoderierst.

2. Diskussion statt Präsentation

Es kann effektiv sein, sich neues Wissen zu erarbeiten. Es kann sogar noch effektiver sein, sich mit diesem Wissen wirklich zu auseinanderzusetzen.

Wenn die Teilnehmer*innen eine Position einnehmen, müssen sie sich mit dem Lerngegenstand wirklich beschäftigen und ihn verstehen.

Du kannst bei vielen Themen beispielsweise Pro- und Contra-Gruppen bilden und nach der Arbeitsphase eine Diskussionsrunde eröffnen.

Mit einer solchen Methode müssen sich die Teilnehmer*innen in ein Szenario hineindenken und nicht stumpf etwas wiedergeben.

Auf diese Weise reflektieren sie das Gelernte und wenden es auf neue Kontexte an.

3. Weniger ist mehr

Manchmal neigen wir vielleicht dazu, die Ergebnispräsentation zu sehr in die Länge zu ziehen.

Gerade wenn Du aber nur eine einzelne Aufgabe an alle Gruppen gibst, entsteht so bei der anschließenden Präsentation schnell Wiederholung und Langeweile.

Wie wäre es also mal mit der Reduzierung auf das Wesentliche?

Jedes Gruppenmitglied oder ein*e Vertreter*in aus jeder Gruppe hat die Aufgabe, seine wichtigste Erkenntnis in nur genau einem Satz zusammenzufassen.

Alternativ kannst Du auch erfragen, welchen Punkt die Teilnehmer*innen bei der Erarbeitung am überraschendsten oder vielleicht auch irritierend fanden.

Wichtig ist nur, dass sie es in einem Satz zusammenfassen können.

Natürlich kannst Du diese Ergebnisse auch auf einem Whiteboard oder ähnlichem Tool visualisieren lassen.

Diese Methode geht zügig und eignet sich besonders für weniger komplexe Gegenstände oder auch zur Wiederholung von bereits bekanntem Stoff.

Zusammengefasst

Gruppenarbeiten sind wichtig und sie immer nur nach Schema F abzuspulen, kann für alle ermüdend sein.

Bringe also mit kreativen Methoden immer mal wieder frischen Wind in Dein Seminar!

Denn Abwechslung wirkt am allerbesten der (digitalen) Ermüdung entgegen und verhindert, dass Teilnehmer*innen abschalten.

Selbstzweifel als Trainer*in – Geplagt von negativen Gedanken?

An den meisten Tagen bist Du hoffentlich mit einem gesunden Selbstvertrauen in Deine eigenen Fähigkeiten ausgestattet.

Denn Du weißt ja eigentlich, dass Du kompetent bist und von Deinen Kolleg*innen und Kund*innen wertgeschätzt wirst.

Aber dennoch schleichen sich manchmal diese Gedanken ein, die Dir nicht aus dem Kopf gehen wollen?

Dass Du vielleicht doch nicht so kompetent bist, wie Du denkst oder dass Du mit der Konkurrenz nicht mithalten kannst?

Gerade seit dem letzten Jahr haben sich sicherlich viele Trainer*innen so gefühlt, da sie mit ungewohnten Situationen konfrontiert wurden, die ihnen viel abverlangt haben.

Aber selbst im ganz normalen Trainer-Alltag können Selbstzweifel aufkommen und Dir im Weg stehen.

Woher kommen diese negativen Gedanken und wie kannst Du Dich aus einer Negativ-Spirale wieder befreien?

Wieso zweifeln wir an uns selbst?

Wenn Du nicht zufällig ein Mensch mit einem unerschütterlichen Selbstbewusstsein bist, kennst Du also diese Gefühle des Selbstzweifels.

In vielen Fällen sind diese Gefühle nicht einmal negativ einzuordnen. Sieh‘ es doch einfach mal so:

Du machst Dir Gedanken, ob es für Dich noch Verbesserungspotential gibt.

Das ist grundsätzlich keine ungesunde Überlegung. Denn oftmals können wir unsere Arbeit und Fähigkeiten tatsächlich noch verbessern.

Der Trick ist, dabei nicht die aktuelle Version Deiner Selbst zu entwerten. Nur, weil Du jetzt noch nicht perfekt bist, bist Du in diesem Moment nicht schlecht.

Perfektion ist schließlich sowieso vermutlich unerreichbar. Wir können immer an uns arbeiten und neue Fähigkeiten erlernen.

Aber manchmal wird es doch einfach zu viel und die negativen Gedanken nehmen überhand.

Das kann bei einigen Menschen sogar dazu führen, dass sie denken, sie würden ihren aktuellen Status überhaupt nicht verdienen.

Das nennt sich Imposter-Syndrom und beschreibt den Gedanken, dass man sich seinen guten Stand im Leben nur erschwindelt hat und eigentlich gar keine dieser Kompetenzen besitzt.

Imposter bedeutet so etwas wie Hochstapler oder Betrüger und das dazugehörige Syndrom bezeichnet das psychologische Phänomen von so massiven Selbstzweifeln, dass man praktisch seine ganze Identität in Frage stellt.

Das Syndrom ist eine extreme Form von dem, was bei uns passiert, wenn wir uns unseren Selbstzweifeln zu sehr hingeben.

Das passiert häufig dadurch, dass wir unsere Erfolge zu wenig internalisieren und uns stattdessen stärker auf Fehlschläge konzentrieren.

5 Leitsätze, um Dich auf Deine Erfolge zu konzentrieren

Es kann Dir also vielleicht helfen, Dich mit Hilfe von ein paar Gedankenstützen mehr auf das Positive zu fokussieren.

Das klingt banal, aber tatsächlich kann es manchmal so einfach sein.

Denn im stressigen Alltag tun wir das viel zu wenig. Wir sind immer Troubleshooter und arbeiten gefühlt häufig mehr an Problemlösungen.

Zeit, sich auf den Selbstwert und die Erfolgserlebnisse zu konzentrieren, bleibt uns vermeintlich einfach nicht. Denn wer rastet, der rostet…oder?

Daher schauen wir uns doch mal einige Leitsätze an, die Dich täglich unterstützen können.

Vielen Menschen hilft es auch, sich diese Leitsätze ganz konkret zu visualisieren. Das kannst Du etwa in Form von Zetteln an Deiner Pinnwand tun.

So fällt Dein Blick in schwierigen Momenten direkt auf Deine positiven Mantras und Du musst nicht erst lange in Deinem Kopf danach kramen.

1. Ich muss heute noch nicht alles können, wissen oder sein. Ich gebe mir Zeit, um zu wachsen!

Natürlich wären wir gerne Alleskönner*innen. Aber in der Realität sind wir alle Menschen, die täglich auf neue, unbekannte Aufgaben stoßen.

Und das ist keine Schande, sondern nur eine weitere Chance um als Mensch und Trainer*in zu wachsen.

2. Die Welt braucht mich!

Hinterfrage immer Deine Selbstzweifel, aber niemals Deinen Selbstwert. Denn Du bist wichtig und wertvoll.

Als Trainer*in oder Coach hast Du sicherlich Deinen Beruf ergriffen, weil Du Deinen Mehrwert für andere Menschen gesehen hast.

Und ganz bestimmt hast Du diesen Mehrwert auch schon oft bestätigt bekommen.

Hast Du zum Beispiel Testimonials oder Feedback-Bögen gesammelt? Pinne doch einfach Dein absolutes Lieblingsfeedback direkt mit an die Pinnwand.

3. Die wichtigste Person in meinem Leben bin ich. Wenn ich nicht gesund bin, wie kann ich dann andere Menschen unterstützen?

Wir tun uns oft schwer mit der Aussage, dass wir selbst am wichtigsten sind.

Denn das klingt egozentrisch und das ist ja etwas Schlechtes.

Dabei stimmt es: Wenn wir uns selbst vernachlässigen, schwindet auch die Energie, um für andere Menschen da zu sein.

Als Trainer*in liegt Dir sicherlich viel an Deinen Teilnehmer*innen und ihrem Lernerfolg.

Um Dein Bestes geben zu können, musst Du Dich manchmal an die erste Stelle setzen. Kein Mensch kann immer seine ganze Energie an andere Menschen weitergeben, ohne selbst darunter zu leiden.

Also nimm‘ Dir ruhig Zeit für Dich und schöpfe neue Kraft.

4. Ich vertraue mir! Ich vertraue der inneren Kraft, die in mir schlummert und mit der ich schon so viele Herausforderungen gemeistert habe.

Manchmal kommt es Dir vielleicht so vor, als würdest Du in Problemen versinken.

Aber Du bist jetzt hier, an dieser Stelle im Leben. Und da bist Du sicher nicht hingekommen, weil Du einen einfachen Weg genommen hast.

Erinnere Dich daran, was Du schon alles gemeistert hast. Sicherlich warst Du auch damals nervös oder sorgenvoll. Aber Du hast es doch gemeistert, so wie Du auch diese Phase meistern wirst.

Ich darf Dir hier exklusiv verraten, dass selbst eine Top 20 Online-Trainerin wie Andrea vor Live Veranstaltungen und Webinaren ganz schön nervös ist.

5. Ich muss diesen Weg nicht alleine gehen! Ich kann mich anderen öffnen und meine Gedanken teilen.

Auch dieser Punkt fällt uns manchmal schwer. Denn vielleicht glaubst Du, dass es nur Dir so geht.

Du siehst alle diese selbstbewussten Trainer*innen und fühlst Dich mit ihnen verglichen weniger kompetent.

Dabei geht es doch wahrscheinlich den allermeisten Menschen so, dass sie von Zeit zu Zeit an sich zweifeln.

Gerade in der Online-Welt hast Du Zugang zu so vielen Communities und Netzwerken, in denen Du Dich austauschen und Hilfe einholen kannst.

Wir sprechen oft viel zu wenig über Themen wie Selbstzweifel, weil wir vor unseren Kolleg*innen oder der Konkurrenz nicht schwach wirken möchten.

Dabei kostet es doch eigentlich ganz schön viel Mut, um sich seinen Gefühlen zu stellen und sie auch noch mit anderen zu teilen.

Wo willst Du Deine Energie hineinstecken?

Was „Realität“ ist, können wir uns selbst gestalten. Wir haben alle gleichermaßen schon Erfolge und Rückschläge erlebt.

Es ist Deine Entscheidung, worauf Du Dich konzentrieren möchtest.

Wenn ich mich auf die Blumen konzentriere, werden sie wachsen. Wenn ich meine Energie auf das Unkraut fokussiere, wird es sprießen.

Zum Abschluss noch eben dieses:

Natürlich ist ein Blogartikel wie dieser hier immer nur als Gedankenanstoß gedacht.

Wenn Du das Gefühl hast, dass Du aus Deinen eigenen negativen Gefühlen einfach keinen Ausweg mehr findest, zögere nicht Dich an professionelle Therapeut*innen oder auch Mentalcoaches zu wenden!

Das Auge lernt mit – Visuell ansprechende Lerninhalte erstellen

Wir sprechen hier oft über die verschiedenen Anforderungen von Präsenz- und Online-Lernen, aber ein Grundsatz gilt für alle Formate:

Anschauliche Lernmaterialien verankern sich nachhaltiger in unserem Gehirn.

Das ist für erfahrene Pädagog*innen natürlich nichts Neues, aber wir suchen sicher alle kontinuierlich nach spannenden Möglichkeiten zur Umsetzung dieses Prinzips.

Denn auch wenn das menschliche Gehirn ziemlich beeindruckende Leistungen vollbringen kann, sind wir doch keine Supercomputer.

Daher müssen wir abstrakte und komplexe Zusammenhänge herunterbrechen und veranschaulichen, um einen Zugang zu finden.

Bildlich heißt nicht immer nur Bild

Dabei bedeutet Visualisierung übrigens nicht immer nur Fotos. Es gibt viele Möglichkeiten, um auch kleinere visuelle Reize in Deine Lerninhalte einzubinden.

Auch Icons, Emojis oder grafische Aufzählungszeichen in Deinen Materialien können den Lernenden beim Verständnis helfen – dazu später etwas mehr.

Zudem brechen diese visuellen Elemente einen längeren Text etwas auf und lassen ihn zugänglicher wirken.

Dabei kann der Grad der visuellen Kraft unterschiedlich sein: Videos sind wohl einer der effektivsten anschaulichen Elemente.

Bonuspunkte bekommst Du, wenn Du diese Videos sogar noch individuell gestaltest oder selbst drehst.

Du möchtest gerne eigene Lernvideos drehen, aber weißt noch nicht ganz, wo Du anfangen sollst? Dann haben wir auch zu Planung, Dreh und Bearbeitung eigener Videos einen Blogartikel für Einsteiger*innen.

Wie werden meine Lerninhalte effektiver?

Je mehr unsere Sinne in den Lernprozess eingebunden werden, desto effektiver lernen wir. Deshalb ist der Lernerfolg immer am größten, wenn unsere Sinne so aktiv wie möglich angesprochen werden.

Deswegen ist die Königsdisziplin des Lernens natürlich die eigene Anwendung. Auf dem Weg dahin gibt es einige Schritte, die im Modell des „Cone of Learning“ zusammengefasst werden können:

Wie Du siehst, ist eine reine Textdarstellung immer die basalste Form eines Inhalts. Auf dem Weg zur eigenen Anwendung gibt es unterschiedliche Stadien der inhaltlichen Komplexität, die unsere Sinne immer mehr einbinden.

Natürlich kannst Du nicht in jedem Fall einen Inhalt der Stufe 10 verwenden, aber nur auf Stufe 1 zu verbleiben, bietet Deinen Teilnehmer*innen nur eine sehr reduzierte Form des Lerngegenstands.

Sketchnotes erstellen

Wie können Deine Lernenden aber auch aus textlichen oder auditiven Inhalten einen größeren Lernerfolg ziehen?

Kennst Du schon die Sketchnotes-Methode? Sie eignet sich sowohl für Dich als Trainer*in, aber auch besonders für Deine Teilnehmer*innen selbst.

Denn viele von ihnen machen sich während einer Veranstaltung wohl Notizen. Häufig machen wir uns aber nur textliche Notizen.

Mit Sketchnotes kannst Du visuelle Notizen erstellen, die eine Kombination aus Text, Bildern und Strukturen sind.

Die Verbindung aus Text und Bild verankert die Informationen doppelt im Gedächtnis und hält die Teilnehmer*innen zum aktiven Zuhören an. Gleichzeitig reduzieren sie so die Informationen mehr als durch eine reine Mitschrift.

Die wichtigsten Grundelemente bei Sketchnotes sind:

  • Aufzählungszeichen für mehr Struktur
  • Boxen oder Container zur Hervorhebung
  • Trennungs- und Verbindungszeichen, um Unterschiede oder Zusammenhänge zu verdeutlichen
  • Typografie, wie z.B. einzelne Wörter oder Überschriften größer zu machen
  • Symbole und Figuren für größere emotionale Kraft

Der Vorteil solcher Notizen ist, dass so bereits Zusammenhänge hergestellt werden. Im Prinzip ähnelt es der Art der Darstellung, die Du vielleicht auch auf einem Flipchart machen würdest.

Dabei ist es bei Sketchnotes allerdings nicht wichtig, künstlerisch wertvolle Werke zu erstellen. Es geht hauptsächlich um die Entwicklung von Ideen und Gedanken, die die Einzelteile ordnen und zusammenführen.

Die Methode eignet sich auch für die Darstellung von Ergebnissen aus einer Gruppenarbeit. So stellen die Lernenden nicht nur ein paar Stichpunkte vor, sondern zeigen dem Rest der Gruppe gleich Verbindungen und Zusammenhänge visuell aufbereitet.

Erzähl‘ Deine Geschichte

Das Konzept des Storytelling ordnet Deine Inhalte in einen größeren Zusammenhang ein und erzählt eine Geschichte.

An Geschichten erinnern wir uns nämlich leichter als an isolierte Fakten. Außerdem sicherst Du Dir so die Aufmerksamkeit Deiner Teilnehmer*innen über einen längeren Zeitraum.

Je bildlicher Du diese Geschichte erzählst, desto besser verankert sie sich bei Deinen Lernenden.

Storytelling eignet sich daher auch besonders für Präsentationen. So kannst Du anhand einer Geschichte durch Deine Folien führen und bietest mehr Ankerpunkte.

Dabei sollte auch die Präsentation selbst visuell unterstützt sein. Dafür gibt es einige Tools, mit denen Du etwas kreativere Inhalte erstellen kannst als mit PowerPoint.

Das Interaktions-Tool Genially eignet sich beispielsweise ideal für die Erstellung interaktiver und visuell ansprechender Inhalte.

Dabei kannst Du vielfältige Vorlagen nutzen, um etwa kreative Info-Grafiken, Präsentationen oder Quizzes zu erstellen.

Dich interessiert Genially? Dann findest Du hier mehr zu diesem spannenden Tool!

Den Look Deines Kurses aufpeppen

Deine Lerninhalte gestaltest Du schon visuell ansprechend, aber Deine Handouts und Kursunterlagen sind immer noch hauptsächlich Text?

Dabei kannst Du selbst mit kleinen Kniffen mehr Visualität und auch noch mehr Persönlichkeit in Deine Materialien bringen.

PDF- oder Word-Dokumente erfüllen viele Zwecke, sind aber nicht unbedingt auf ansprechendes grafisches Design ausgelegt.

Hast Du also schon einmal ein Grafik-Programm wie Canva zur Erstellung Deiner Präsentationen und Unterlagen ausprobiert?

Hier kannst Du mit Hilfe vieler Design-Vorlagen und -Elemente ganz leicht ansprechende Dokumente erstellen, die Deinen Teilnehmer*innen sicher in Erinnerung bleiben werden.

Kennst Du schon Bitmoji? Mit dieser App kannst Du Dir einen eigenen Comic-Avatar erstellen und auch so viel Persönlichkeit in Deine Unterlagen mit einbringen. Du kannst Bitmoji übrigens auch direkt in Canva integrieren!

Nutze auch immer die Möglichkeiten zur Personalisierung, die Dir von Deiner Kursplattform geboten werden. Dort kannst Du häufig durch Farben, Vorschaubilder und Videos einen individuellen Stil einarbeiten.

Das hat nicht nur den Vorteil der visuellen Anreicherung, sondern hat gleichzeitig auch noch Wiedererkennungswert für Dich und Dein Angebot.