So gelingt Dir eine Challenge, die Wunschkund:innen anzieht

Wenn Du gelegentlich auf Social Media unterwegs bist, hast Du sicherlich schon die eine oder andere Challenge gesehen.

Eine Challenge, also wortwörtlich eine Herausforderung, ist meistens eine mehrtägige Aktion, die ein bestimmtes Ziel verfolgt.

„Die 21 Tage Meditations Challenge“, „1 Woche vegan leben“,  „Die 7-Tage Money Mindset Challenge“, und so weiter.

Es gibt Challenges auf allen Gebieten; sehr beliebt sind beispielsweise auch Technik oder bestimmte Programme. Denn so können Teilnehmer:innen mit etwas Anleitung ein paar praktische Tipps mitnehmen und sich gemeinsam mit anderen in die Grundsätze einarbeiten.

Wenn Du schon eine Weile bei uns bist, warst Du eventuell auch schon mal beim bekannten „Methodenkoffer“ dabei, Andreas Challenge für Trainer:innen.

Welchen Zweck erfüllt eine Challenge für Dich und wie gestaltest Du sie so, dass sie für die Teilnehmer:innen tatsächlich auch inhaltlich von Nutzen ist?

Wieso kann sich eine Challenge für Dich lohnen?

Dass Du mittlerweile auf den sozialen Medien über so vielfältige Challenges stolperst, hat meistens einen wichtigen Hintergrund: Neukundengewinnung. Denn über eine thematisch interessante Challenge holst Du Dir genau die Menschen heran, die Deinen Inhalten – und in der Folge auch Deinen Angeboten – zugewandt sind.

Es sei erwähnt, dass Du für die Vermarktung einer Challenge auf jeden Fall etwas Geld in die Hand nehmen musst, etwa in Form von Facebook Werbung.

Denn wir gehen mal davon aus, dass Du keine Millionen Follower hast und Deine Challenge mal eben organisch füllen kannst. Keine Sorge, das geht den meisten Challenge-Ersteller:innen so.

Im Übrigen ist auch das ein Nebeneffekt einer interessanten Challenge. Du wirst neue Follower gewinnen, die an Deinen Inhalten Interesse haben und auch Deinen E-Mail Verteiler mit neuen Kontakten auffüllen.

Eine Challenge ist ein relativ aufwändiges Freebie, das bedeutet aber nicht, dass Du damit nur finanziellen Verlust machen wirst. Denn idealerweise bietest Du neben dem kostenlosen Content der Challenge auch gleich ein passendes Seminar-Angebot oder Ähnliches an.

Das ist der Gold-Standard unter den Challenges: Du bietest einen echten inhaltlichen Mehrwert – und das sogar kostenlos – und findest gleichzeitig neue zahlende Kund:innen, die perfekt zu Deinem Angebot passen.

Was macht eine gute Challenge aus?

Jetzt weißt Du, wieso sich der Aufwand einer Challenge für Dich lohnen kann. Doch was gibt es bei der Gestaltung und Durchführung zu beachten?

Der allerwichtigste Grundsatz ist: Die Inhalte müssen wirklich einen Wert haben! Du kannst nicht nur eine Challenge mit Teilnehmer:innen füllen und sie praktisch zu einer mehrtägigen Verkaufsveranstaltung einladen.

Überlege Dir wertvolle Tipps, die stellvertretend für Dich und Dein Angebot stehen. Dann funktioniert Deine Challenge als eine Art Appetithäppchen, das den richtigen Kund:innen Lust auf mehr macht.

Der zweite wichtige Grundsatz ist, dass Deine Inhalte am besten einen praktischen Nutzen haben sollten und mit einer Form der Handlungsaufforderung verbunden sind, etwa einer kleinen Tagesaufgabe.

Diese täglichen Inhalte und Aufgaben sollten aber dennoch nicht zu umfangreich sein, sonst wirkt es eher abschreckend. Überlege Dir einfache Tipps, sie schnell und einfach umzusetzen sind und am besten einen direkt spürbaren Lernerfolg haben – so klein er auch sein mag.

Denn Deine Challenge-Teilnehmer:innen sind vermutlich Menschen in einem beschäftigen Arbeitsalltag, die sich nicht unbedingt Zeit für umfangreiche Inhalte nehmen können (oder in diesem Rahmen wollen).

Eine Challenge ist nicht der Ort für theoretische Abhandlungen und umfangreiches Hintergrundwissen – hier brauchst Du Tipps, die auf Ergebnisse abzielen! So vermeidest Du auch, dass Teilnehmer:innen direkt aussteigen, weil sie bereits nach Tag 1 nicht mehr hinterher kommen.

Tipps für die Durchführung

Eine Challenge findet über einen bestimmten Zeitraum statt. Auf diese Weise entstehen ein wenig Verbindlichkeit und Motivation. Wie viele Tage Deine Challenge umfassen soll, bestimmst Du selbst.

Bedenke aber, dass zu ausgedehnte Challenges auch bewirken, dass Dir mit fortschreitender Zeit viele Menschen aussteigen. Wenn Du also zum Beispiel ein abschließendes Verkaufs-Seminar planst, sollte Deine Challenge nur über wenige Tage gehen.

Wie verteilst Du jetzt Deine täglichen Inhalte an Deine Teilnehmer:innen? Grundsätzlich hast Du zwei Möglichkeiten: Entweder per E-Mail oder über eine Gruppe.

Wenn Du die E-Mail Variante wählst, musst Du einerseits dafür sorgen, dass Du auf jeden Fall ein Anmeldeverfahren hast, um die Mail-Adressen zu erfassen. Das solltest Du ohnehin machen, da Du so eben auch die besagte E-Mail Liste füllen kannst.

Zusätzlich brauchst Du dann natürlich auch passende Seiten für Deine Inhalte, auf die Du in den täglichen Mails verweist. Auf diesen Seiten erklärst Du die jeweilige Tagesaufgabe oder gibst andere Infos – am besten funktioniert das übrigens mit unterstützenden Videos. Auch dies ist also etwas Aufwand, den Du im Vorfeld einplanen musst.

Wenn Du kein E-Mail Marketing betreibst oder Seiten erstellen möchtest, kannst Du Deine Challenge Inhalte natürlich auch einfach in eine Gruppe stellen, der die Teilnehmer:innen beitreten.

Wir empfehlen aber trotzdem auf jeden Fall Variante 1 – die Gruppe kannst Du aber natürlich zusätzlich nutzen!

Eine Beispiel-Seite aus der Methodenkoffer Challenge mit begleitendem Video und Tagesaufgaben

Der Community Aspekt

Apropos Gruppe. Eine Gruppe empfiehlt sich in jedem Fall für eine Challenge.

Wenn Du Deine Teilnehmer:innen bei Facebook oder LinkedIn gefunden hast, macht etwa eine geschlossene Gruppe auf der jeweiligen Plattform Sinn.

Diese Gruppen haben den Vorteil, dass Teilnehmer:innen sich sowohl mit Dir als auch untereinander austauschen können. Hier können sie ihre Ergebnisse der Tagesaufgaben teilen und Feedback geben und erhalten.

Außerdem schafft auch die Gruppe eine weitere Prise freundlicher Verbindlichkeit und erinnert regelmäßig an die Challenge und die Inhalte. Es entsteht eine Art Gruppengefühl, da alle gemeinsam starten und etwas lernen möchten. Das erhöht die Motivation, da niemand alleine lernen muss.

Die Gruppe ist auch für Dich unheimlich wichtig, da Du hier viel über Deine Zielgruppe und potentiellen Kund:innen erfahren kannst. Was sind ihre größten Herausforderungen und welche Themen bewegen sie gerade besonders?

Wenn Du die Antworten auf diese Fragen kennst, kannst Du mit Deinen Angeboten noch viel bessere Antworten liefern! Eine Challenge ist also gleichzeitig auch etwas Marktforschung für Deine zukünftigen Inhalte und Angebote.

Sei präsent!

Es ist Deine Challenge, also gilt allgemein: Bringe Dich ein!

Denn es geht ja auch darum, dass die Teilnehmer:innen Dich kennenlernen und Vertrauen zu Dir und Deinen Leistungen aufbauen.

Zugegeben ist selbst eine kurze Challenge schon durchaus etwas Aufwand, aber auch hier kannst Du sogar noch einige Boni einbauen.

Du kannst beispielsweise zusätzlich zu den anderen Inhalten täglich über Deine Gruppe eine kurze Live Session veranstalten. Hier kannst Du direkten Kontakt schaffen, Dich mehr als Expert:in platzieren und Fragen Deiner Teilnehmer:innen beantworten.

Vielleicht mag es Dir jetzt so vorkommen, als sei eine Challenge mit relativ viel Arbeit verbunden – und das alles ohne direkte Bezahlung. Aber wir haben Dir hier hoffentlich gezeigt, dass sich das trotzdem sehr für Dich lohnen kann.

Betrachte eine Challenge von Anfang an als Investition in die Gewinnung Deiner Wunschkund:innen!

5 frische Tools für Deinen Methodenkoffer

Es ist kein Geheimnis, dass Trainer*innen ihre Tools lieben. Und in letzter Zeit hat der Tool-Markt sicherlich nochmal einen ordentlichen Boom erfahren und überall schießen die digitalen Lösungen geradezu aus dem Boden.

Du weißt mittlerweile vermutlich auch, dass wir einen eher leichten Methodenkoffer empfehlen. Es ist für Dich und Deine Teilnehmer*innen oft einfacher zu bewältigen, wenn Du eine Handvoll Tools in der Tiefe beherrschst. Denn außer in Fällen in denen Du gezielt digitale Kompetenz schulen möchtest, lenken zu viele Tools ansonsten nur von Deinem Inhalt ab.

Wenn Du auf der Suche nach neuen Tools bist, kannst Du durchaus ab und zu mal die Tools in Deiner Rotation austauschen, anstatt stetig neue hinzuzufügen. Denn oftmals kannst Du methodische Lernziele mit vielen verschiedenen Tools umsetzen. Es macht Dein Gepäck also eher schnell unnötig sperrig, wenn Du für jede Methode ein einzelnes Tool einsetzt.

Grundsätzlich bleiben wir hier dem gewohnten Ansatz treu: Die vorgestellten Tools sind kostenlos und möglichst niedrigschwellig in der Anwendung. Das macht sie auf Teilnehmer*innenseite besonders einfach in der technischen Aneignung und öffnet die Methode für die meisten Zielgruppen.

Hier findest Du nun eine Liste der Tools, die wir in letzter Zeit ausprobiert haben und die vielleicht noch ein wenig abseits des ausgetretenen Tool-Pfades liegen. Die Webseite des jeweiligen Tools ist immer in der Überschrift direkt verlinkt!

1. AnswerGarden

Dieses einfache Schweizer Tool eignet sich ideal zum Brainstormen oder Sammeln von Antworten. Deine Teilnehmer*innen müssen wirklich nur Antworten eintippen. Daher ist es besonders für Lerngruppen geeignet, die digitale Einsteiger*innen sind und sich an die einfachsten kollaborativen Funktionen herantasten möchten.

Du musst nur ein Thema oder eine Frage vorgeben und Dein Antwortgarten wird erstellt. Das Board kannst Du im Abschluss wie üblich über einen Link oder QR-Code verteilen. Die gesammelten Begriffe werden dann in einer Wortwolke visualisiert. Du kannst vorher auch noch ein paar Einstellungen vornehmen, um etwa die Antwortlänge zu begrenzen.

Wenn Dich die zunächst englische Sprachausführung stört, kannst Du über den Chrome Browser mit der rechten Maustaste eine Seite auf Deutsch übersetzen lassen. In den meisten Fällen ist diese Übersetzung auch sehr zuverlässig!

2. Oncoo

Oncoo ist ganz alleine eine nette kleine Tool-Sammlung, die ohne Anmeldung oder Registrierung funktioniert. Wenn Du die Seite öffnest, musst Du zunächst einmal auf die Sprechblase klicken, um die Werkzeugliste zu öffnen.

Das Tool ist besonders darauf ausgelegt, mit vielen Geräten kompatibel zu sein und eignet sich daher auch perfekt für Lerngruppen, in denen die technische Ausstattung sehr heterogen ist. Dafür sind die Werkzeuge aber eher darauf ausgerichtet, dass Lernende einzeln mit dem Tool interagieren und nicht unbedingt auf eine gleichzeitige Visualisierung. Daher hast Du hier die verschiedenen Lehrer- bzw. Schüler-Ansichten.

Mit Oncoo kannst Du aber verschiedene interaktive Methoden umsetzen, wie beispielsweise Kartenabfragen oder Zielscheiben. Wenn Du eine Methode erstellst, bekommst Du einen Code oder Link, über den Deine Teilnehmer*innen dann zu Deiner Kreation gelangen. Über denselben Code kannst Du im Anschluss auch die Ergebnisse prüfen oder für alle zeigen.

Beispiel für eine einfache Kartenabfrage
Die „Lehreransicht“ oder zur Präsentation

3. Classroomscreen

Auch Classroomscreen ist grundsätzlich kostenlos. Du kannst zwar über verschiedene Preismodelle weitere Funktionen freischalten, aber vermutlich wirst Du auch mit dem Basis-Modell gut zurechtkommen. Es erfordert nicht einmal eine Anmeldung, Du kannst einfach über Launch now direkt Deine Bildschirme öffnen.

Das Tool ist im Prinzip eine virtuelle Tafel mit vielen zusätzlichen Funktionen. Du kannst die Uhrzeit oder einen Timer anzeigen, die jeweilige Arbeitsphase über ein Symbol visualisieren oder über einen Zufallsgenerator Lernende aufrufen. Du kannst natürlich aber auch Zeichnen, Schreiben oder ein Hintergrundbild einstellen.

Mit Hilfe der eingebauten QR-Code Funktion kannst Du schnell auf externe Materialien verlinken.

4. H5P

Dieses Tool ist eher für die Methoden-Bastler*innen unter Euch geeignet. Es erlaubt Dir, wirklich kreative und interaktive Lerninhalte zu erstellen, die Du auch auf Webseiten einbetten kannst. H5P kannst Du als Plugin beispielsweise in Deine Seite oder Dein Lernmanagement-System integrieren, die bekanntesten wie Moodle oder Canvas sind hier dabei.

Das alles sollte Dich aber nicht unbedingt vom Ausprobieren abschrecken, denn die Anwendung erfordert keine Experten-Programmierkenntnisse. Wenn Du Dich hier eventuell ein wenig mehr einfuchsen musst, wirst Du mit wirklich einzigartigen Lernbausteinen belohnt.

Mit H5P kannst Du beispielsweise Erklärvideos erstellen, bei denen die Lernenden an von Dir gewählten Stellen Fragen beantworten müssen, um im Video weiterzukommen. Das erhöht die Anforderung und fördert aktives Zuhören und direkte Wiederholung.

5. Plickers

Dieses Tool ist auf Leistungsüberprüfungen, Quizze und Abfragen in Echtzeit spezialisiert. Plickers erfordert für Dich eine Anmeldung, diese ist aber auch über einen vorhandenen Google-Account möglich.

Plickers ist insofern einzigartig, da es eigentlich ein Online-Tool für Präsenz-Seminare ist. Im Gegensatz zu etwa Kahoot oder Quizlet hat es aber einen großen Vorteil: Nur Du als Durchführende*r brauchst ein mobiles Gerät und Deine Teilnehmer*innen geben ihre Antworten über vorher ausgedruckte Antwortkarten, die Du dann mit dem Smartphone scannst.

Die Karten werden von Plickers kostenlos zum Download zur Verfügung gestellt. Deine Lerngruppen musst Du im Vorfeld entweder manuell eingeben oder über Google Classroom importieren.

Wenn Du Dir die praktische Funktionsweise des Tools einmal genauer anschauen möchtest, empfehlen wir eine YouTube-Suche. Du kannst beispielsweise hier bei diesem Video anfangen, um ein besseres Gefühl für das Tool zu bekommen.

Eine Online-Bildersuche ist im Tool integriert, aber Du kannst auch zu jeder Frage eigene Fotos hochladen. Anstatt Text-Antworten kannst Du etwa auch Bilder oder GIFs als Optionen hochladen. Du kannst zudem immer einstellen, ob Deine Abfrage auf eine vorher eingestellte richtige Antwort überprüfen soll oder nicht.