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Nahbarkeit oder Autorität – Was brauchen Lernende wirklich?

Als Person in einer lehrenden Funktion legt man sich früher oder später wohl eine bestimmte Herangehensweise zu.

Diese basiert vielleicht auf der individuellen Persönlichkeit oder aber auch auf Erfahrungswerten aus der Vergangenheit oder ist auf dem Vorbild des früheren Lieblingslehrers aufgebaut.

Als Lehrende*r findet man sich häufig in einer gewissen Autoritätsfunktion wieder – ob man nun möchte oder nicht. Denn Autorität beruht oftmals auch auf einem Wissensvorsprung und den hältst Du als Trainer*in oder Coach ja vermutlich auch inne.

Jedoch kannst Du natürlich Deine Rolle als Trainer*in ganz individuell ausgestalten und frei entscheiden, wie viele Stufen und Grenzen es zwischen Dir und Deinen Lernenden gibt.

Als Trainer*in bist Du gewissermaßen eine Führungskraft, die ein Team leitet und dirigiert. Dabei kann es also verschiedene Ansätze geben auf einer Skala von „Kumpelhaft“ bis „Autoritär“.

Welche Vor- und Nachteile haben die unterschiedlichen Trainingsstile und welches Arbeits- und Lernklima erzeugen sie?

Brauchen Erwachsene überhaupt Autorität?

Der Faktor Alter spielt bei der Betrachtung sicherlich eine Rolle. Wenn Du mit Kindern und Jugendlichen arbeitest, hast Du vermutlich eine andere Position als ein*e Trainer*in in der Erwachsenenbildung.

Durch den Altersunterschied ergibt sich fast automatisch eine Hierarchie basierend auf dem vollkommen verschiedenen Stand im Leben. Das heißt natürlich keinesfalls, dass Kinder immer eine harte Hand brauchen und nur durch Autorität lernen können.

Aber wir sprechen an dieser Stelle immer mehr über Erwachsenenbildung und wie dieser Faktor das Lernen mit beeinflusst.

Denn wenn Du mit Erwachsenen arbeitest, stehen Deine Lernenden häufig an einer sehr ähnlichen Stelle im Leben wie Du selbst. Dadurch ergeben sich einige interessante Dynamiken.

Zunächst einmal sind Erwachsene in den meisten Fällen freiwillig Deine Lernenden. Daher kannst Du in der Erwachsenenbildung auch grundsätzlich von einer höheren Eigenständigkeit ausgehen. Diese ist auch Grundvoraussetzung, denn man kann schließlich sowieso niemanden zum Lernen zwingen.

Sehr überspitzt gesagt, kann es Dir also egal sein, ob jemand etwas lernt oder nicht. Natürlich ist es Dir aber nicht egal, sonst wärest Du ja nicht Dozent*in, Trainer*in oder Coach.

Die meisten Trainer*innen, mit denen man so spricht, sind sogar eher empathisch veranlagt und geben gerne sehr viel von sich aus.

Die richtige Balance zwischen professionellem Arbeitsverhältnis und Nahbarkeit zu finden, ist also nicht immer einfach und führt manchmal zu einer Schwierigkeit.

Brauchen erwachsene Lernende Grenzen?

Da man nicht aus einem leeren Gefäß schöpfen kann, muss auch der empathischste Coach ab und zu auch mal an sich selbst denken.

Vielleicht bist Du nämlich auch jemand, der sich mit dem Nein sagen schwer tut und immer versucht alles möglich zu machen. Wahrscheinlich möchtest Du als Pädagog*in auch einfach ehrlich Dein Wissen weitergeben.

So oder so, an manchen Stellen musst Du vermutlich trotzdem eine Grenze ziehen. Denn ein nahbares Auftreten verleitet andere eben oft auch dazu, die Grenzen der Machbarkeit zu überschreiten.

Abgesehen davon kannst Du als Trainer*in natürlich auch den Ablauf eines Seminars mit mehr oder weniger strikten Richtlinien leiten. Vielleicht merkst Du beispielsweise, dass zu offen und locker gestaltete Seminare nicht zum entsprechenden Lernerfolg führen.

Wenn Du Deine Seminare am liebsten auf einer eher persönlichen Basis leitest, ist das vollkommen in Ordnung. Aber Du musst Dir bewusst sein, dass Du so immer einige (auch private) Türen öffnest, die sich nachher nur noch schwerlich schließen lassen.

Heterogenität erfordert Individualität

Oft geht es aber gar nicht anders, denn ein weiteres klassisches Merkmal der Erwachsenenbildung ist die Heterogenität der Lerngruppen.

Jede*r Lernende bringt seine individuelle berufliche Hintergrundgeschichte mit, die oft sehr vielfältig ist. Anders als in einer Schulklasse kannst Du also praktisch gar nichts an gemeinsamem Wissen voraussetzen.

Das Resultat ist häufig, dass Du Dich als Trainer*in sehr persönlich mit einzelnen Teilnehmer*innen auseinandersetzen musst. Das fällt den meisten leichter, wenn man sich auf dieselbe Ebene begibt.

Daher bevorzugen viele Trainer*innen beispielsweise das persönliche Duzen innerhalb einer Lerngruppe. Auf diese Weise egalisierst Du von Anfang an die Beziehung zwischen der vermeintlichen Autoritätsperson und den Lernenden.

Wie wichtig Dir eine persönliche Note in Deinen Seminaren ist, entscheidest Du natürlich selbst. Viel wichtiger ist sowieso immer, dass sich Deine Teilnehmer*innen respektiert fühlen. Denn dadurch, dass sie selbst vermutlich erfahrene Profis auf ihrem Gebiet sind, haben sie gleichzeitig auch immer etwas zu bieten.

Deine Teilnehmer*innen sind keine Kinder oder Jugendlichen und daher in vielen Fällen das bewusste Lernen an sich nicht mehr gewöhnt. Lebenslanges Lernen hat mittlerweile zwar einen größeren Fokus erfahren, aber trotzdem brauchen Erwachsene manchmal mehr Unterstützung im Lernprozess.

Zugegeben könnten sicherlich auch Schüler von mehr individueller Betreuung profitieren, aber Lehrer können dies meist im Rahmen der klassischen Schulbildung gar nicht leisten.

Welches Lernklima ist produktiv?

Die Art und Weise wie ein*e Trainer*in den Lernprozess gestaltet, hat sicherlich großen Einfluss auf das Arbeits- und Lernklima.

Wir hatten früher vermutlich alle einen Lehrer, der für seine Strenge fast schon gefürchtet wurde. Allein der Gedanke an meine frühere Latein-Lehrerin erzeugt bei mir immer noch ein kleines Stechen in der Magengrube.

Habe ich für dieses Fach fleißig Vokabeln gelernt und gewissenhaft Hausaufgaben erledigt? Auf jeden Fall. Denn jeder wusste, wie unangenehm die Situation wurde, wenn man es nicht tat.

Auch wenn Angst vor strengen Konsequenzen also durchaus ein Katalysator für Lernfortschritt sein kann, ist die Verknüpfung von negativen Emotionen mit dem Lerninhalt natürlich nicht dauerhaft förderlich.

Selbstverständlich müssen sich klare Regeln und Richtlinien auch nicht in einer solchen Form äußern: Du kannst als Trainer*in das Zepter in die Hand nehmen und Deine Teilnehmer*innen klarer führen, ohne Angst und Schrecken zu verbreiten.

Manche erwachsene Lernende profitieren vielleicht sogar noch mehr von stärkerer Anleitung und genaueren Vorgaben durch eine Lehrperson.

Dennoch ist allein die Tatsache, dass Erwachsenenbildung häufig auf freiwilliger Basis geschieht, meistens ein gutes Fundament für Trainer*innen als gleichberechtigte Lernbegleiter*innen.

Dein Wissensvorsprung und Deine Expertise verleihen Dir natürlich weiterhin einen besonderen Status, aber eine grundsätzliche Gleichberechtigung ist oft besonders produktiv in der Arbeit mit Erwachsenen.

Als nahbarer Mensch und Trainer*in gestaltest Du ein entspanntes Lernklima, in dem Deine Teilnehmer*innen sich trauen Fragen zu stellen und in der Gruppe frei zu interagieren.

Das mag wie eine Selbstverständlichkeit für Dich klingen, aber strengere Führungsstile bieten oftmals einfach nicht den richtigen Nährboden für diese positiven Effekte.

Wieviel Führung ist also nötig?

Es gibt natürlich nie den einen richtigen Weg. Es gibt sicherlich auch gute Argumente für strengere Regeln und klare Grenzen.

Erwachsene hinterfragen grundsätzlich viel mehr und fordern meist mehr Respekt und Gleichberechtigung für sich ein als Kinder oder Jugendliche.

Wie sehr Du die Grenzen aufweichst, liegt letztlich bei Dir und hängt sicherlich auch von Deinem jeweiligen Themengebiet ab.

Wenn Du Wert auf ein Gemeinschaftsgefühl und kollaboratives Lernen legst, ist eine gewisse persönliche Beteiligung vermutlich von Nöten.

In vielen Lernkontexten der Erwachsenenbildung bist Du als Trainer*in auch eher Moderator*in als Lehrer*in. Das heißt, Du eröffnest den Lernraum für eine Lerngruppe und sorgst dafür, dass alle Beteiligten sich darin zurecht finden.

Da insbesondere Online-Seminare kollaborative Elemente benötigen, um die Motivation langfristig aufrecht zu erhalten, ist ein positives Lernklima unbedingt nötig.

Da sich ein solches Klima meist nur auf Basis einer persönlichen Verbindung zu Trainer*innen und innerhalb der Lerngruppe entwickelt, ist der informelle Austausch sogar noch wichtiger.

Warum wir als Erwachsene anders lernen

Es ist eine häufig geäußerte Meinung: Erwachsene lernen schlechter und langsamer als Kinder und Jugendliche.

Als Kinder müssen wir innerhalb einer kurzen Zeitspanne sehr viele neue und anspruchsvolle Dinge lernen. Kinder können dabei scheinbar ohne Probleme mehrsprachig aufwachsen und dabei noch Lesen, Schreiben und Fahrradfahren erlernen.

Aber warum ist das überhaupt so?

Ein heranwachsender Mensch verändert sich neurologisch einfach noch wesentlich mehr als ein Erwachsener. Alleine die Pubertät krempelt unser Gehirn einmal komplett um. Nach Abschluss der Pubertät befinden wir uns in einem wesentlich stabileren Zustand – was auch bedeutet, dass uns Veränderungen schwerer fallen können.

Aber es liegt in der Natur des Menschen, sich neue Fähigkeiten anzueignen und sich immer wieder neuen Situationen anpassen zu können.

Das Gehirn bildet sich erst mit etwa 20 Jahren vollständig aus. Das ist im Übrigen auch der Grund dafür, dass junge Menschen häufig unvorsichtig erscheinen und sich den Risiken und Gefahren weniger bewusst sind.

Wieso es einen evolutionären Vorteil bringen soll, dass sich wesentliche Teile des Gehirns erst so spät ausbilden, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Vermutlich wird in dieser Rechnung bereits der Mensch als soziales Geschöpf mit einbezogen. Unsere Eltern ersetzen gewissermaßen mit mehr oder weniger Erfolg den fehlenden Teil des Gehirns eines Heranwachsenden.

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr?

Ein Neugeborenes startet im Prinzip mit einer leeren Festplatte ins Leben. In den folgenden Jahren selektiert das junge Gehirn basierend auf den Erfahrungen und Eindrücken stark aus. Die Verbindungen werden entweder durch kontinuierliche Reize verstärkt oder durch fehlende Eindrücke abgebaut.

Diese Jahre sind für einen Menschen sehr prägend: es wurde nachgewiesen, dass das Gehirn eines Dreijährigen etwa doppelt so aktiv ist, wie das eines Erwachsenen.

Ab dem 6. Lebensjahr beginnt die intellektuelle Reifephase. Nun reift der Stirnlappen heran, der unter anderem für logisches Denken und Urteilsfähigkeit verantwortlich ist.

In den ersten 10 Jahren unseres Lebens lernen wir tatsächlich schneller. Das liegt unter anderem daran, dass das Lernen danach anstrengender wird. Im Kindheitsalter werden bereits viele grobe Verbindungen angelegt und vertieft. Nach dem 10. Lebensjahr legen wir insgesamt wesentlich seltener vollkommen neue Synapsenverbindungen an und das komplexe System unseres Gehirns wird so etwas weniger anpassungsfähig.

Aus diesem Grund ist es auch wichtig, Kinder an so viele Wissensbereiche wie möglich heranzuführen. Denn auf Verbindungen, die in unseren frühen Jahren angelegt wurden, lässt sich neues Wissen zu einem späteren Zeitpunkt besonders gut aufbauen.

Auch an das Lernen an sich sollten bereits Kleinkinder herangeführt werden. Dabei geht es vor allem um Selbstständigkeit im Lernprozess. Zu keinem Zeitpunkt ist es für einen Menschen wertvoll, Lernerfahrungen durch „Eintrichtern“ zu machen. Daher sollten auch Kinder insbesondere zum eigenständigen und handlungsorientierten Lernen ermutigt werden.

Denn im Erwachsenenalter funktioniert das Gehirn nach demselben Prinzip. Wir verstärken ständig unsere Verbindungen oder bauen ungenutzte ab. Nur legen wir eben weniger neue Synapsen an als zuvor.

Daher behalten wir neue Dinge durch Wiederholung besser und länger, da sich die entsprechenden Synapsen stärker ausbilden. Dinge, die wir nur einmal und dann nie wieder anwenden, kategorisiert das Gehirn einfach als „unwichtig“. Überflüssiges Wissen würde uns nur Speicherplatz auf der Festplatte blockieren.

Als Erwachsene lernen wir also insgesamt nicht unbedingt immer schlechter, aber durchaus etwas anders. Kinder lernen wesentlich beiläufiger und spielerischer. Wir wollen häufig auch den allgemeineren Sinnzusammenhang verstehen und lernen in größeren Schritten. Wir neigen beim Lernen vielleicht manchmal dazu, die Sache etwas zu verkopft anzugehen, anstatt einfach Dinge auszuprobieren.

Die wichtigste Erkenntnis ist, dass es nie zu spät ist, neue Dinge zu lernen. Denn unser Gehirn ist bis zu unserem letzten Tag in der Lage neue Verbindungen anzulegen.

Somit sollte es uns nicht davon abhalten, sich in jedem Alter neue Fähigkeiten anzueignen. Denn im Prinzip passiert im Gehirn eines späten Anfängers genau dasselbe wie bei einem Frühstarter. Mit jeder Übungseinheit verknüpfen sich die jeweiligen Areale des Gehirns stärker.

Egal wann man also das Klavierspielen erlernen möchte, läuft der Lernprozess ähnlich ab. Bereits nach der ersten Einheit verändern sich die Aktivitätsmuster im Gehirn und die Vernetzungen zwischen Hand- und Hörregionen werden stärker. Wenn man weiter übt, so sind diese Verbindungen nach etwa drei bis fünf Wochen stabil und dauerhaft.

Die Eigenschaft unseres Gehirns, sich immer wieder neu zu verschalten und anzupassen, nennen Forscher Plastizität. Diese Eigenschaft bleibt uns ein Leben lang – auch wenn das Maß der Anpassungsfähigkeit mit dem Alter ein wenig nachlässt.

Das Lernen endet nicht mit der Schule

Wir müssen uns also von der Vorstellung verabschieden, dass das Lernen mit dem Schulabschluss beendet ist. Denn auch in der heutigen Arbeitswelt ist Stillstand keine Option. In beinahe allen Bereichen des Arbeitsmarktes muss man auch als Erwachsener stets zu einer Fort- oder Weiterbildung bereit sein, um mit den modernen Entwicklungen Schritt halten zu können.

Doch als Erwachsene scheuen sich viele Menschen vor einer Weiterbildung und der Erfahrung des institutionalisierten Lernens. In der Erwachsenenbildung stoßen wir daher auf ganz andere Lernwiderstände.

Erwachsene Menschen befinden sich in ganz anderen Lebensumständen als Kinder oder Jugendliche. In den meisten Fällen gehen diese ihrer Schulbildung praktisch hauptberuflich nach. In der Erwachsenenbildung hingegen treffen wir häufig Menschen an, die ihre Weiterbildung zusätzlich zu Beruf und Kindern meistern müssen.

Zudem befassen sich die Lerninhalte in der Erwachsenenbildung meist mit ganz anderen Themenbereichen. Diese kommen häufig aus wesentlich realeren Kontexten und betreffen uns viel direkter.

Der große Erfahrungsschatz eines Erwachsenen kann in einem Bildungskontext auch zu einem Hindernis werden. Da unsere Meinungen und Wissensbestände oft über viele Jahre gebildet wurden, sind wir manchmal etwas festgefahren.

Erwachsene lassen sich meist nicht gerne belehren. Daher liegt ein produktiver Ansatz für Lernumfelder in der Fort- und Weiterbildung auch eher im sozialen und kollaborativen Lernen. Wieso es für Dozenten wichtig ist, das Lernen handlungsorientiert zu gestalten kannst Du in diesem Artikel ausführlicher lesen:

Die wichtigsten Unterschiede – Wie Jugendliche und Erwachsene lernen

Andererseits hat die Erwachsenenbildung auch oft einen Vorteil: im Gegensatz zur Schulbildung entscheiden sich Erwachsene in vielen Fällen ganz bewusst und eigenständig zum Lernen. Diese intrinsische Motivation ist wesentlich wertvoller als die praktisch aufgezwungene Bildung im Rahmen der Schule.

Wieso lebenslanges Lernen so wichtig ist

Ein wesentlicher Grund, warum das Lernen uns als Erwachsenen manchmal schwerer fällt, ist unser großer Wissens- und Erfahrungsschatz. Kinder lernen so schnell, da ihre neurologische Leinwand einfach noch viel mehr weiße Flächen hat. Das Gehirn eines Erwachsenen ist so breit und tief vernetzt, dass eine Neuvernetzung mit mehr Anstrengung verbunden sein kann.

Auch wenn wir also als Erwachsene nicht mehr in der Geschwindigkeit eines Kindes lernen, so ist es wichtig, dass wir das Lernen nicht verlernen. Denn da das Gehirn tatsächlich wie ein Muskel ist, baut er ohne das entsprechende Training schnell ab.

Neurologische Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz werden in unserer Gesellschaft immer häufiger, da die Menschen im Durchschnitt immer älter werden. Daher stellen sich Wissenschaftler die Frage, ob sich degenerativen Erkrankungen im Alter vorbeugen lässt.

Nach neueren Erkenntnissen der Entwicklungsforschung geht man davon aus, dass sich beispielsweise das junge Erwachsenenalter etwa bis zum 45. Lebensjahr ausdehnt und das mittlere Alter bis 65. Erst danach könne man wirklich vom „Alter“ sprechen.

Die Hoffnung ist, dass wenn wir uns unser ganzes Leben lang im Gedächtnistraining üben, sich so der Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter verlangsamen lässt. Studien haben bereits bewiesen, dass geistig aktive Menschen seltener an Demenz erkranken.

Die World Health Organisation (WHO) empfiehlt ganz konkret kognitives Training, dass neue Lerninhalte beinhalten und Routinen vermeiden soll. Klassische Zeitvertreibe wie Sudoku oder Kreuzworträtsel seien weniger effektiv, da so eher bereits vorhandene Wissensbestände abgefragt würden. Man solle hingegen kontinuierlich neue Fähigkeiten entwickeln oder etwa eine neue Fremdsprache erlernen.

Daher könnte lebenslanges und lebensbegleitendes Lernen tatsächlich ein zentraler Faktor in unserer geistigen Altersvorsorge sein.