Was braucht ein erfolgreiches Online-Seminar?

Viele Coaches, Trainer*innen und Dozent*innen haben sich diese Frage schon häufig gestellt – gehörst Du auch dazu?

Auch wir haben uns schon oft gefragt, was wirklich zu einem guten Online-Seminar beiträgt. Vor allem Andrea hat es sich als Berufspädagogin seit vielen Jahren zur Aufgabe gemacht, anderen Trainer*innen dabei zu helfen, ihre Trainings noch teilnehmeraktivierender zu gestalten.

Dabei wird sie häufig selbst zur Vorreiterin und testet kontinuierlich neue Tools und Methoden mit ihren Teilnehmer*innen, um diese Erfahrungswerte dann auch an Trainer*innen wie Dich weitergeben zu können.

Das gilt auch insbesondere auf dem Gebiet der Online-Seminare – diese sind nämlich für viele Neulinge in der Online-Sphäre eine sehr große Herausforderung. Da im letzten Jahr besonders viele erfahrene Präsenztrainer*innen ganz plötzlich mit der Aufgabe konfrontiert waren, ihre Lehrinhalte auf online umzustellen, ist der Kurs Train The Online Trainer aus einem ganz akuten Bedarf entstanden.

Im ersten Impuls denken viele, dass das Online-Lehren wesentlich komplizierter und aufwändiger ist. Im Netz, auf Blogs und in Foren findet sich eine Fülle an Informationen und Meinungen. Doch die meisten Menschen haben kaum die Zeit oder Energie, sich alle diese Informationen aus weit verstreuten Quellen mühsam zusammen zu suchen.

Die oft beschwerliche Arbeit von Recherche und praktischem Experimentieren kannst Du dir also zum Teil ersparen und eine bequemere Abkürzung nehmen, indem Du von den gelebten Praxiserfahrungen einer erfahrenen (Online)-Trainerin wie Andrea profitierst. Hinzu kommt noch, dass man im Verband immer besser lernt – aber das weißt Du sicherlich.

Wenn Du also auf der Suche nach einer zeitsparenden Lösung für Deine Online-Sorgen bist, dann ist Train The Online Trainer genau das Richtige für Dich.

Alle Tools und Methoden, die im Kurs vorgestellt werden, sind praxiserprobt und garantiert erfolgreich. Dabei heißt praxiserprobt vor allem, dass sie von den Teilnehmer*innen selbst als motivierend und aktivierend empfunden werden. Denn das ist eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl der geeigneten Methoden.

Ein ganz zentraler Punkt bei Train The Online Trainer ist: Du wirst hier nicht beschult.

Alle Teilnehmer*innen des Kurses sind kompetente Profis auf ihrem Gebiet und werden auch als solche behandelt. Deine Erfahrungen als Präsenztrainer*in sind ebenso wertvoll und im Kurs wird genau an diese angeknüpft.

Die Erfahrung des letzten Kurses hat gezeigt, dass jeder Einzelne durch seine individuellen Kenntnisse und Kompetenzen den Kurs bereichert hat und wir alle voneinander gelernt haben.

Hier kannst Du lesen, was einige Deiner Trainerkolleg*innen über den letzten Kurs gesagt haben:

„Begleitung von Anfang an. Der Aufbau der Fortbildung war genau passend. Viele Inhalte sind auch bei Präsenzseminaren hilfreich. Die Kursleiterin war die ganze Zeit sehr wertschätzend und zugewandt. Das hat es mir erleichtert Fragen zu stellen.
Herzlichen Dank!! Deine Leidenschaft und deine Begeisterung für Bildung ist durch und durch spürbar! Damit bist du ein richtiges Vorbild!“

Kerstin

„Super Inhalte, tolle Atmosphäre. Das Thema ein Muss für Trainer um sich weiterzuentwickeln! Andrea Schauf hat so viel Wissen, was sie gerne – auch über das normale Maß – weitergibt. Sehr zu empfehlen!“

Nicole

„Ich habe viel gelernt! Ich freue mich auf die weiteren Module und den Austausch, das ist wirklich sehr hilfreich und bestärkend! Danke Dir sehr für deine offene Art und Flexibilität, das hat es mir mit dem Einstieg sehr leicht gemacht.“

Wibke

Falls Du Dir lieber ein kleines Video von Susanne, einer Teilnehmerin des letzten Kurses, ansehen möchtest, kannst Du das hier tun:

Wie Du anhand des Feedbacks der anderen Trainer*innen sicherlich erkennen kannst, sind für Andrea zwei Aspekte immer von großer Wichtigkeit: Handlungsorientierung und Gruppendynamik.

Daher bekommst Du bei Train The Online Trainer nicht nur den lebenslangen Zugriff auf alle Videos, sondern auch ein kursbegleitendes Arbeitsbuch, 4 Live Coaching Calls und Zugang zur geschlossenen Facebook-Gruppe.

In der Gruppe und in den Live Calls besprechen wir nicht nur die aktuellen Wochenaufgaben und das jeweilige Modul, sondern finden auch immer Raum für akute Sorgen Deines persönlichen Traineralltags. Wir haben in der Gruppe insbesondere in den Coaching Calls immer schnell kreative Lösungen für methodische Probleme gefunden. Durch die Vielfalt an Backgrounds der anderen Trainer*innen bekommst Du so immer wertvollen Input und neue Ansätze.

Daher besteht die letzte Facebook-Gruppe auch nach Ende des Kurses, da alle Beteiligten den Austausch als so produktiv und positiv empfunden haben, dass sie den Kontakt zwischen Trainer-Kolleginnen auch weiterhin aufrecht erhalten wollten!

Denn als Trainer*in neigt man auch manchmal dazu, in einen gewissen Trott zu verfallen und sich zu wenig abseits des bekannten Weges umzusehen. Durch den aktiven Dialog unter Trainer*innen aus den verschiedensten Branchen, bekommst Du viele neue Impulse und frische Energie.

Vielleicht hast Du aber immer noch Bedenken, ob Du wirklich von einem Kurs wie Train The Online Trainer profitieren würdest?

Falls Du dir Sorgen machst, dass ein solcher Kurs dich technisch überfordern könnte, da Du Dich eventuell in der Online-Welt allgemein noch unsicher fühlst, können wir auch diese Bedenken zerstreuen:

Andrea hat in ihren verschiedenen Funktionen als Berufspädagogin Erfahrungen mit Menschen auf sämtlichen Ebenen der digitalen Kompetenz. Sie hat schon erfolgreich Teilnehmer*innen technisch angeleitet, die zuvor in ihrem Leben noch nicht einmal einen Computer hochgefahren hatten.

Auch im Rahmen des letzten Kurses gab es Teilnehmer*innen, die sich auf unterschiedlichen Wissensständen der technischen Aspekte befanden.

Jeder wird an der Stelle abgeholt, an der er steht und kann von dort aus seinen eigenen Weg finden – im eigenen Tempo und mit der Unterstützung der Gruppe. So kannst Du Dich in einem geschützten Raum mit dem Thema Technik vertraut machen und Erfahrungen sammeln, die Dir bei der souveränen Gestaltung Deiner tatsächlichen Seminare helfen werden.

Aber auch, wenn Du auf dem Gebiet der Online-Seminare schon fortgeschrittener bist, wirst Du von den vielfältigen Tools, Methoden und Strategien profitieren können. Denn sowohl die Module als auch die Modulaufgaben können jederzeit gemäß Deinem persönlichen Kenntnisstand angepasst werden.

Durch den strukturierten Aufbau der Module in einzelne thematisch aufgegliederte Videos kannst Du jederzeit selbstständig Deinen Lernprozess steuern. Dabei bekommst Du insgesamt 8 Wochen Support, damit Du ausreichend Zeit hast, die Inhalte zu erarbeiten! Wenn Du also wirklich das Ziel hast, Deine Online-Seminare endlich besser zu machen, dann musst Du dir ganz bewusst diese Priorität setzen.

Das Ziel von Train The Online Trainer ist vor allem eines: Dir den Spaß am Online-Lernen und -Lehren zu vermitteln! Es gibt so viele wunderbare und effektive Möglichkeiten, Lernprozesse online abzubilden – man muss sie nur kennen.

Wenn Du also noch keinen Spaß am Online-Lehren hast, sondern beim Stichwort „Online“ eher Bauchschmerzen bekommst, dann lasse Dich von der Begeisterung bei Train The Online Trainer anstecken!

Die virtuelle Lerngruppe – Sind wir digital teamfähig?

Zum Thema Online-Seminare existiert eine ganze Fülle an Bedenken. Eine der am häufigsten geäußerten Sorgen ist, dass Teilnehmer*innen im virtuellen Raum keine positive Beziehung zum Trainer und zur Lerngruppe aufbauen können.

Auch wenn Beziehungen durch das digitale Fenster unseres Bildschirms sich vielleicht anders gestalten, kann es sicherlich ein paar hilfreiche Tipps zur Verbesserung der Online-Arbeit geben.

Bei genauerer Betrachtung arbeiten wir bereits seit der Einführung von Telefonkonferenzen virtuell. Dennoch haben virtuelle Teams und Arbeitsgruppen für uns längst noch nicht denselben Stellenwert wie die tatsächliche physische Anwesenheit eines Teams im selben Raum.

Da wir idealerweise in unseren Online-Seminaren möglichst viel kollaborativ in Gruppen arbeiten möchten, müssen wir bewusste Anstrengungen unternehmen, um virtuelle Teamarbeit möglich und effektiv zu machen.

In den meisten Ratgebern wird darauf hingewiesen, dass auch für virtuelle Teams Anlässe zu persönlichen Treffen geschaffen werden sollten. Da diese Option sich in vielen Situationen in der näheren Zukunft wohl nicht bietet, muss man andere Aspekte des Team-Buildings in Betracht ziehen.

Ist Teamarbeit auf Distanz möglich?

Die meisten Menschen würden wohl der Aussage zustimmen, dass es für echte Präsenz und reale Interaktion keinen Ersatz gibt. Wie kann man digitale Kommunikation und Kollaboration also zu einer echten Alternative machen?

Basierend auf dem folgenden Modell lassen sich einige Faktoren annähern, die unsere virtuelle Teamarbeit positiver gestalten können:

Basierend auf dem Modell „Logische Ebenen“ nach Robert Dilts

1. Umgebung

Fangen wir also erst einmal mit der Basisebene der Pyramide an. Umgebung bezieht sich vor allem auf die Plattformen, die wir für unsere Veranstaltungen nutzen. Zwei der wichtigsten Faktoren bei der Auswahl der geeigneten Plattformen sind meist Zweckdienlichkeit und Benutzerfreundlichkeit. Es gibt eine große Auswahl an Tools, die diesen Anforderungen gerecht werden können und sowohl synchrone als auch asynchrone Zusammenarbeit ermöglichen

2. Verhalten

Der Aufbau von Beziehungen ist in der digitalen Sphäre vielleicht eine aktivere Anstrengung als in der realen Welt.

Denn im alltäglichen Büroumfeld entwickeln sich Bindungen auf ganz natürliche Weise durch zufällige Begegnungen und Unterhaltungen. Manche Menschen sind im Knüpfen von positiven Beziehungen eventuell besser als andere, aber wir alle haben diese sozialen Fähigkeiten seit der Kindheit entwickelt.

In einem virtuellen Team müssen wir uns um Beziehungen mehr bemühen und bewusster soziale Bindungen fördern. Denn auch die Fähigkeit mit Hilfe digitaler Kommunikationstools soziale Beziehungen aufzubauen, können wir lernen.

Ein wichtiger Baustein in unserem Verhalten ist dabei Zuverlässigkeit. Da sich sowohl Arbeitsabläufe als auch soziale Situationen viel weniger zufällig gestalten, ist es besonders wichtig, dass wir uns als zuverlässiges Team-Mitglied zeigen.

Zuverlässigkeit erzeugt Vertrauen innerhalb einer Gruppe. Denn auch Vertrauen zu anderen Menschen bauen wir im virtuellen Raum schwieriger auf. Diese Tatsache hängt unter anderem damit zusammen, dass wir bei virtueller Zusammenarbeit weniger Kontrolle über die Arbeit anderer Gruppenmitglieder haben. Daher können wir uns nur durch die konstante Einhaltung von Regeln, Versprechen und Routinen das Vertrauen der Gruppe verdienen.

Bei virtueller Zusammenarbeit kann Ergebnisorientierung sinnvoller als ständige Kontrolle sein. Als Moderator und Lernbegleiter kann man daher eher auf die Erreichung eines Lernziels fokussiert sein und weniger auf jeden einzelnen Schritt. Dies gibt den einzelnen Lernenden zudem die Möglichkeit, einen individuellen, selbstständigen Weg zum Lernerfolg zu finden.

3. Fähigkeiten

Die wichtigsten Fähigkeiten sind also nicht die technischen – auch wenn diese natürlich in einem gewissen Rahmen gegeben sein müssen. Doch bei virtueller Team-Arbeit ist die emotionale Intelligenz durchaus mehr gefragt.

Dabei ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, eine gesunde Balance zwischen der eigenen Meinung und der Meinung anderer zu finden. Es ist ratsam, sich auch im virtuellen Rahmen nicht vor der Artikulation des eigenen Standpunkts zu drücken. Gleichzeitig muss sich auch jeder Einzelne durch aktive Nachfragen um eine ausgewogene Meinung des Kollektivs bemühen.

Diese Fähigkeiten sind für uns nicht unbedingt immer natürlich und müssen daher ganz bewusst innerhalb eines Teams eingeübt und befördert werden.

4. Grundannahmen

Virtuelle Zusammenarbeit mag zwar ihre Schwierigkeiten haben, aber es gibt auch einige positive Aspekte. Wenn wir uns diese vor Augen halten, können wir schon einmal den ersten Schritt machen und eine bejahende Einstellung einnehmen.

Denn so sehr viele Menschen und vor allem Trainer in diesem Jahr auch die Präsenzveranstaltungen vermisst haben, so ist eine ablehnende innere Haltung wenig produktiv. Dagegen ist es immer konstruktiver, die Online-Sphäre mit ihren Eigenheiten bewusst anzunehmen.

Denn die virtuelle Distanz hat unbestritten auch den Vorteil, dass sie tatsächlich geographische Grenzen überbrücken kann. Wir können problemlos mit Menschen am anderen Ende der Welt kollaborieren. Das eröffnet auch für Anbieter von Trainings und Coachings viele Optionen, ihre Dienste einfacher und breiter zur Verfügung zu stellen.

Virtuelle Zusammenarbeit kann also effektiv sein, wenn wir uns proaktiv verhalten und zur ständigen Weiterentwicklung unserer Fähigkeiten bereit sind.

5. Identität

Der Trainer ist in einem Online-Seminar häufig eine Art Moderator und Teamleiter. Dabei ist es besonders schwierig, ein Team zu führen, dass man nie wirklich arbeiten oder agieren sieht. In Präsenzseminaren kann man sehr viel leichter die Interaktionen und Reaktionen innerhalb der Gruppe beobachten und seinen Plan daran ausrichten.

Eine Gruppe funktioniert am besten auf Basis einer Team-Identität. In einem Umfeld, in dem die Gruppe keinen Raum zur Bildung einer solchen erhält, wird sich die Kollaboration wenig zielführend gestalten.

Wenn man hingegen auch einer virtuellen Team-Identität Raum verschafft, fühlen sich die Gruppenmitglieder auch auf natürliche Weise zu einer konstanten Optimierung der Kollaborationsräume ermutigt.

Informeller Austausch ist wichtig

Bei der Planung von Online-Seminaren steht man häufig vor der Aufgabe, sehr viele Inhalte in einen zu engen Zeitrahmen packen zu müssen.

In Präsenzseminaren planen wir meist mehr oder weniger ausgedehnte Kennenlern-Runden ein. Zudem lernen sich die Teilnehmer*innen im Rahmen informeller Zwischengespräche automatisch besser kennen und formen auf ganz natürliche Weise eine Gruppendynamik.

Da diese Elemente in Online-Seminaren häufig der Zeitplanung zum Opfer fallen, entfällt leider auch ein großer Anteil des gruppenbildenden Austauschs. Da die Teilnehmer*innen im einen Online-Seminar weniger Gelegenheit haben, ein Gruppengefühl beiläufig zu entwickeln, sollten auch Gruppenarbeitsphasen keinesfalls zu kurz kommen.

Daher ist es wichtig, für die persönlichen Aspekte bewusst Platz zu schaffen. Indem man die Kennenlern-Phase streicht, beraubt man die Gruppe ohne es zu wollen eines wichtigen Prozesses. Diese Tatsache beeinflusst dann auch die inhaltliche Arbeit und macht die Gruppenarbeitsphasen eventuell schwieriger.

Damit sich die Teilnehmer*innen nicht als einzelne verlorene Individuen im virtuellen Raum fühlen, sondern ein Wir-Gefühl entwickeln, ist die persönliche Ebene wichtiger als vielleicht gedacht. Wenn wir räumlich getrennt sind, wird dieser Faktor sogar noch zentraler.

Somit ist es nicht ratsam, die Kennenlern-Runden einfach zu streichen. Ganz im Gegenteil – man sollte sogar noch mehr Raum für aufgelockerte, informelle Einheiten schaffen.

Dazu zählen auch Pausen. Denn auch die gemeinsame Nutzung der Pausen kann das Gruppengefühl befördern. Unter Umständen kann man hier auch gemeinsame körperliche Übungen einbauen, um Geist und Körper zusätzlich wieder aufzuwecken.

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Da wir im virtuellen Raum praktisch auf einen Avatar reduziert werden, laufen wir manchmal Gefahr den Kontakt zu wichtigen Aspekten unserer natürlichen Menschlichkeit zu verlieren.

Die Grundlage für alle unsere Beziehungen und Erlebnisse ist immer eine Kombination aus unseren Emotionen und körperlichen Empfindungen. Wenn wir also das Gefühl haben, dass wir virtuelle Dinge gar nicht wirklich real erleben, speichern wir sie auch nicht effektiv ab.

Daher ist es eine sinnvolle Option, inhaltlich passende haptische Elemente in den Seminarplan zu integrieren. So kann man beispielsweise eine Auswahl an Objekten zuvor an die Teilnehmer*innen verschicken oder den Auftrag geben, gewisse Gegenstände zu einer Einheit zu besorgen. Wenn diese realen Objekte dann gemeinsam im Verlauf des Seminars erlebt werden, kann dies eine neue sinnlich erfassbare Ebene eröffnen.

Auch die Interaktion mit anderen Menschen kann sich entsinnlicht anfühlen. Da die reduzierte Körpersprache unsere digitale Kommunikation anfälliger für Störungen macht, können Konflikte noch leichter im Verborgenen entstehen. Da wir also davon ausgehen müssen, dass über virtuelle Kanäle stets ein Teil der Nachricht verloren geht, ist Offenheit und Direktheit besonders wichtig.

So ist es auch für den Moderator eine Aufgabe, aufmerksam zu bleiben und die Interaktion in der Gruppe genau zu beobachten. Potentielle Spannungen sollten offen thematisiert und auch stillere Teilnehmer*innen aktiv eingebunden werden. Eventuell können auch Einzelgespräche hilfreich sein, um sicherzustellen, dass einzelne Lernende nicht versehentlich abgekoppelt werden.

Und immerhin kann man von Glück sagen, dass uns die akute Notwendigkeit virtueller Zusammenarbeit im Jahr 2020 ereilt hat – und nicht 1990. Denn auch wenn ein Zoom Call vielleicht nicht auf dieselbe Ebene wie reale Meetings zu stellen ist, so spricht ein visuelles Medium unsere Emotionen immer stärker an.

Zudem kann man beobachten, dass die Akzeptanz der virtuellen Kommunikation mit zunehmender Gewöhnung ansteigt. Je mehr die Kommunikationspartner an das Medium gewöhnt sind, desto leichter fällt es ihnen, sich wieder mehr auf die Interaktion an sich anstatt auf ihre technologische Natur zu konzentrieren.

Menschliche Beziehungen sind ohnehin wie ein kontinuierlicher Datenfluss. Wir haben über viele Jahre soziale Umgangsformen und eine gewisse Kommunikations-Etikette kultiviert. Das Erlernen neuer Interaktionsformen in der virtuellen Sphäre kann daher große Unsicherheit und auch Erschöpfung auslösen. Durch Achtsamkeit, Sorgfalt und Verlässlichkeit können wir jedoch auch gemeinsam diese neuen Umgangsformen lernen.

Virtuelle Hintergründe – ein zu wenig genutztes Kommunikationspotential

Mit dem Aufstieg von Konferenzsoftwares wie Zoom zum wichtigsten Werkzeug der modernen Arbeitswelt, kam auch die fast vollständige Digitalisierung der beruflichen Kommunikation.

Einige Dozenten und Trainer haben vielleicht trotzdem das Gefühl, dass sie sich selbst und ihr Business über digitale Wege nicht in dem Maße ausdrücken können, wie sie es gewohnt sind.

Vieles ist anders geworden. Dabei muss anders nicht unbedingt schlechter bedeuten. Viele Menschen haben in den letzten Monaten neue Fähigkeiten entwickelt und auch ihre professionellen Unternehmungen neu betrachtet.

Auch die Arbeit aus dem Homeoffice hat unbestritten eine Menge Vorzüge. Doch spätestens, wenn man im Stress des Alltags nicht mehr zum Aufräumen gekommen ist und gleich eine Videokonferenz ansteht, können den Gesprächspartnern ungewollte Einblicke in das private Umfeld gewährt werden.

Virtuelle Hintergründe nutzen dabei noch die wenigsten Nutzer*innen von Konferenzsoftwares. Teilweise haben sie Vorbehalte, teilweise wissen sie einfach nicht um diese Option und ihr Potential für unsere mediale Kommunikation.

Die technische Seite

Klären wir zunächst einmal die technischen Voraussetzungen für einen virtuellen Hintergrund.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: einerseits kann man die eingebaute Greenscreen-Technik des Laptops nutzen, andererseits gibt es auch physische Greenscreens.

Die meisten neueren Laptop-Modelle verfügen bereits über eine Greenscreen-Funktion. Dies lässt sich leicht überprüfen, indem man etwa die entsprechenden Einstellungen von Zoom öffnet.

Unter dem Reiter Hintergrund & Filter lassen sich alle Hintergrund-Optionen austesten. Hier gibt es einige Standard-Bilder, aber auch die Möglichkeit eigene Dateien hochzuladen.

Aber auch, wenn der Laptop nicht von Haus aus die Greenscreen-Technik unterstützt, kann man virtuelle Hintergründe nutzen. Zu diesem Zweck benötigt man einen physischen Greenscreen. Das muss entgegen der ersten Vorbehalte auch gar nicht teuer oder aufwendig sein. Im Grunde benötigt man nur eine Bahn grünen Stoff, die man hinter sich fixiert. Es gibt hier auch viele günstige Optionen im Internet.

Selbst wenn der eigene Laptop über die Greenscreen-Technik verfügt, kann die physische Version eine Überlegung wert sein, da diese zu größerer visueller Stabilität neigt. Ein weiterer Tipp ist eine gute Beleuchtung: durch ausreichend Licht kann die Technik besonders zuverlässig die Umrisse von Personen erkennen.

Falls die Qualität des erzeugten virtuellen Greenscreens immer noch nicht überzeugt, kann die Lösung in einer besseren externen Kamera liegen. Die eingebauten Webcams eines Laptops bieten häufig zwar grundlegende Funktionalität, aber nicht unbedingt die hochwertigste Videoqualität. Daher kann sich die Investition in eine zusätzliche Webcam sehr lohnen.

Bei der Nutzung virtueller Hintergründe sollte man im besten Fall den realen Hintergrund einfarbig halten. Ideal ist eine einfache weiße Wand. Des Weiteren sollte man darauf achten, die eigene Kleidung nicht in der gleichen Farbe wie die Basisfarbe des jeweiligen Hintergrundes zu wählen, da auch dies die Zuverlässigkeit des Greenscreens beeinträchtigen kann.

Wieso überhaupt ein virtueller Hintergrund?

Beim Stichwort virtueller Hintergrund haben viele Menschen zunächst den Vorbehalt, dass diese besonders unnatürlich wirken können.

Dabei haben virtuelle Hintergründe einige unschlagbare Vorzüge:

Einer der wichtigsten liegt in den unbegrenzten Möglichkeiten der Personalisierung. Durch einen virtuellen Hintergrund kann man seinen Online-Seminaren eine besonders individuelle Note geben – ohne dafür die ganze Wohnung umdekorieren zu müssen. Der Fantasie sind bei den Variationen keine Grenzen gesetzt und man kann für viele verschiedene Anlässe schnell einen passenden visuellen Rahmen schaffen.

Zudem kann der Hintergrund so ein einheitlicher Teil der Corporate Identity werden, und beispielsweise in den Firmenfarben gehalten und mit dem eigenen Logo versehen werden.

Eine weitere Option ist, den Hintergrund als Basis einer Kommunikation zu nutzen. So kann man etwa in Online-Seminaren oder Meetings auf diesen Weise Grundregeln an die Teilnehmer*innen kommunizieren oder den Hintergrund als Namensschild verwenden.

Des Weiteren können wechselnde Hintergründe in langen Einheiten neue visuelle Reize bieten und so die Aufmerksamkeit hoch halten. Durch Bilder lassen sich Stimmungen und Szenarien besonders effektiv kommunizieren und so können wir durch einen entsprechenden Hintergrund die Grundstimmung einer Online-Einheit bewusster steuern.

Da sehr viele Menschen aktuell im Homeoffice arbeiten, entsteht zwangsläufig eine Überlappung zwischen unserem persönlichen und beruflichen Umfeld. Diese Tatsache ist nicht immer gewünscht. Mit Hilfe eines virtuellen Hintergrunds kann man problemlos seine Privatsphäre wahren und seine Wohnräume vor ungewollten Einblicken schützen.

Was man grundsätzlich bei der Verwendung eines virtuellen Hintergrunds beachten sollte, ist das die Greenscreen-Technik auch ihre kleinen Tücken haben kann. Insgesamt eignet sie sich am besten, wenn man sich relativ wenig im Raum bewegt. Denn je mehr man sich bewegt, desto mehr fordert man den Greenscreen heraus. Das gilt auch für physische Gegenstände, die über die Kamera gezeigt werden sollen.

Falls dies ein elementarer Bestandteil des eigenen Unterrichtsplans ist, sollte man daher überlegen, ob diese Aspekte auf eine andere Art umgesetzt werden können. Im Falle von Konferenzsoftwares bietet sich hier immer die Bildschirmfreigabe als Lösung für viele methodische Probleme an.

Wie erstelle ich einen eigenen virtuellen Hintergrund?

Theoretisch kann jedes Bild zum virtuellen Hintergrund werden. Mittlerweile bieten viele Seiten und sogar Unternehmen wie Ikea oder Disney ganze Ordner mit ästhetisch ansprechenden Hintergründen zum Download an.

Doch viele kreative Menschen und Marketing-Affine sehen im Zoom-Hintergrund auch das Potential zur individuellen Gestaltung.

Wenn Du also einen individualisierten Hintergrund erstellen möchtest, ist ein Grafik-Programm wie Canva zu empfehlen.

In der Pro-Variante stehen die Abmessungen eines Hintergrunds bereits als Vorlage zur Verfügung. Aber auch mit Hilfe der benutzerdefinierten Größe von 1280 x 720 Pixel gelangt man zum selben Ziel. Aber auch Bilder im 1920 x 1080 Format eignen sich gut für das 16:9 Verhältnis der Kamera.

Canva bietet zudem eine sehr große Auswahl an Vorlagen für alle Anlässe. Auf diese Weise kann jeder Nutzer auch ohne Vorwissen schnell und unkompliziert persönlich wirkende Hintergründe erstellen.

Bleibt die Frage, welche Bilder sich als Hintergrund eignen. Allgemein sollte man immer eine starke einheitliche Basisfarbe wählen. Auf diese Weise erleichtert man der Greenscreen-Technik die Arbeit und erhält besonders klare Umrisse.

Insgesamt sollte man darauf achten, dass man den Hintergrund vergleichsweise ruhig und aufgeräumt hält. Falls man sich für einen besonderen visuellen Akzent entscheidet, sollte es wohl auch bei diesem einen bleiben. Denn ein zu animierter Hintergrund kann in der Praxis doch sehr ablenken.

Auch eigene Flipcharts können beispielsweise zum virtuellen Hintergrund werden. Viele Dozenten und Trainer arbeiten in Präsenzveranstaltungen sehr gerne mit Flipcharts und nutzen diese auch oft als Tool zur individuellen Gestaltung. Wenn Du also gerne Flipcharts zeichnest, kannst Du diese abfotografieren und beispielsweise während der Begrüßung neben dir im Hintergrund anzeigen.

Bei Zoom kann neben einem Bild übrigens auch ein Video als virtuellen Hintergrund nutzen. Auf diese Weise hat man auch die Möglichkeit, kleine bewegte Elemente in den eigenen Hintergrund einzubauen. In Canva findet man unter dem Stichwort „Sticker“ viele kleine animierte Elemente, die dem Hintergrund eine besonders lebendige Note geben können. Der sparsame Umgang mit bewegten Elementen ist aber wie angedeutet sicherlich ratsam.

Einfach offen bleiben

Beim Thema virtueller Hintergrund gilt die Devise: einfach mal ausprobieren. Vielleicht gefällt Dir diese kreative Gestaltung deines digitalen Wohnzimmers am Ende doch besser, als Du vermutet hättest.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Man muss zum Austesten von Hintergründen kein tatsächliches Meeting abhalten, sondern kann alles in den entsprechenden Einstellungen im Vorfeld ausprobieren.

Insbesondere die Möglichkeiten die eigenen Firmenfarben und das Logo auch in Form eines virtuellen Hintergrunds zu repräsentieren, bietet die Chance für eine besonders einheitliche Markenkommunikation.

Manchmal können virtuelle Hintergründe aber auch einfach nur dazu dienen, alle Teilnehmer*innen in einer langen Zoom-Session ein wenig aufzulockern und zum Lachen zu bringen.

Denn da wir erwiesenermaßen in Online-Kontexten wesentlich weniger informelle Zwischengespräche führen, kommt die zwangslose Kommunikation oft zu kurz. Daher können auch inhaltlich unnötig wirkende Dinge – wie einfach einmal 5 Minuten gemeinsam mit Hintergründen und Filtern zu spielen – durchaus ihre Berechtigung haben.

Kommunikationskultur in Online-Seminaren fördern

Virtuelle Kommunikation ist nicht immer einfach und kommt uns häufig wie ein sehr ungenügender Ersatz für reale Interaktion vor.

Dabei könnten wir es einfach einmal so betrachten: Wir brauchen für Online-Interaktion lediglich eine andere Kommunikationskultur.

Diese mag sich für uns nicht von Anfang an natürlich anfühlen, aber wenn man eine offene Grundeinstellung behält, kann man sie annehmen.

Ein sehr prominentes Problem bei Videokonferenzen ist die Aufteilung der Redebeiträge. Über die technischen Kanäle kämpfen wir immer mit ein wenig Verzögerung des Audios und so entsteht häufig ungewollt ein Wort-Wirrwarr, an dessen Ende keiner der Beteiligten irgendetwas verstanden hat und sich alle wiederholen müssen.

Das kostet Zeit und Nerven. Daher ist insgesamt eine gute Sprecherdisziplin in einer Gruppe von Vorteil. Viele Hosts gehen sogar dazu über, die Mikrofone aller Teilnehmer*innen stumm zu schalten und nur ganz gezielt Redebeiträge von Einzelnen zuzulassen.

Zudem entfallen im virtuellen Raum innerhalb einer Gruppe wichtige non- und paraverbale Kommunikationsebenen, wodurch leicht Missverständnisse entstehen. Des Weiteren werden eher introvertierte Teilnehmer*innen in Calls und Online-Seminaren häufig noch stiller und so bleiben auch kleine Probleme in Ablauf und Verständnis oft unbemerkt.

Wie kann man online besser in der Gruppe kommunizieren?

Es haben sich in letzter Zeit einige Methoden entwickelt, die uns helfen, Zoom Calls besser zu strukturieren und kommunikativ effizienter zu gestalten. Da uns in einer Videokonferenz ohnehin ein großer Teil der nonverbalen Kommunikation fehlt, müssen Wege gefunden werden diese Aspekte zu ersetzen.

Eine schöne Art dies umzusetzen liegt in der Nutzung von Kartensets.

Sandra Schmidt-Biesgen, 2020

Online-Kartensets können entweder vor Seminarbeginn an Teilnehmer*innen geschickt werden, oder mit genügend Vorlauf und dem Auftrag zum selbst ausdrucken verteilt werden. Wenn es Dir beispielsweise wichtig ist, dass die Karten aus einem schönen Material gemacht sind oder Du sie als kleines Goodie an Deine Teilnehmer*innen verschicken möchtest, dann kannst Du diese natürlich im Vorfeld herstellen lassen.

Aber auch in ausgedruckter Form erfüllen die Karten einen wichtigen Zweck: Sie bieten den Teilnehmer*innen eine Form der Interaktion auf einer nonverbalen Ebene. Das Hochhalten einer Karte ist außerdem vielleicht ein kleineres Hemmnis für die stilleren unter den Lernenden sich zu Wort zu melden.

Die Online-Karten bieten allen Teilnehmer*innen die Möglichkeit, ihre aktuellen Anliegen oder Kommentare unkompliziert visuell zu kommunizieren. So kann der Host seiner Funktion als Moderator noch effektiver nachkommen, auch ohne zu jeder Zeit den Chat mit im Blick haben zu müssen.

Mit der entsprechenden Karte können einzelne Gesprächsteilnehmer auf sich aufmerksam machen und in geordneter Form durch den Moderator zum Sprechen aufgefordert werden. Die virtuelle Funktion „Hand heben“ gibt es zwar auch bei Zoom – allerdings mit etwas weniger Charme.

Da in Calls mit besonders vielen Teilnehmer*innen häufig die Mikrofone stumm geschaltet werden müssen, können alle Beteiligten auch so das Geschehen kommentieren, ohne ein Audio-Chaos zu erzeugen. Gleichzeitig fühlen sich so alle Gesprächspartner nicht wortwörtlich stummgeschaltet, sondern können sich weiterhin aktiv beteiligt fühlen.

Zusätzlich können Karten dieser Art die Kommunikation auflockern und etwas spielerischer gestalten. So kann man zum Beispiel kleine Abfragen methodisch umsetzen und auch auf technische Störungen schnell aufmerksam machen.

Bei Wortmeldungen und auch Präsentationen können weiterhin alle Beteiligten schnell mit Hilfe einer Karte ihre Reaktion auf den jeweiligen Beitrag zum Ausdruck bringen.

Durch Karten wie „Bitte etwas langsamer“ oder „Haben wir den Faden verloren?“ lassen sich Probleme beim Ablauf leicht thematisieren und der Host kann auf strukturelle Aspekte reagieren. Auf diese Weise kann der Trainer auch als Moderator sicherstellen, dass alle Teilnehmer*innen den Inhalten folgen können.

Auch wenn die Versuchung groß sein mag, immer mehr Karten hinzu zu nehmen, sollte man auch diese Methode wohl noch in einem vernünftigen Maß halten. Denn in der Praxis könnte es sonst darauf hinauslaufen, dass die Teilnehmer*innen mehr mit dem Karten Aussuchen als mit dem Zuhören beschäftigt sind.

Insgesamt sind Online-Karten jedoch eine wunderbare Methode, um in einer Gruppe kontinuierliche Kommunikation und Interaktion zu gewährleisten, ohne dabei den Flow der Veranstaltung zu stören.

Die Karten, die Du hier im Beitrag siehst, wurden von Sandra Schmidt-Biesgen, die Schlossermeisterin für uns illustriert und wir stellen diese zur Nutzung auch für Euch zur weiteren Verwendung zur Verfügung.

Hier kannst Du die Karten in einer hohen Auflösung im A6-Format für Dein Online-Seminar erhalten:

Hier geht’s zum Kartenset

Gute Vorsätze sind zum Scheitern verurteilt

Es ist ein Klischee, das für viele von uns leider zutreffend ist: Wir nehmen uns pünktlich zum Jahresumschwung eine ganze Menge produktive Dinge vor und setzen davon letzten Endes doch nur die Hälfte um.

Warum sind wir überhaupt so besessen davon, genau zum neuen Jahr unser ganzes Leben umkrempeln zu wollen?

Zeitrechnung ist ohnehin ein menschengemachtes Konzept und daher eigentlich eine Illusion.

Aber es ist dennoch eine kraftvolle Vorstellung, einen Neuanfang machen zu können.

Nach jedem normalen Jahr haben wir schon manchmal das Gefühl, dass wir die Geschehnisse des Jahres einfach gerne hinter uns lassen und einen Schnitt machen würden. Das Jahr 2020 erweckt diesen Wunsch in uns vermutlich in noch stärkerem Maße.

Auch wenn es ungewiss ist, ob und inwiefern das kommende Jahr tatsächlich besser wird, so können wir doch in unsere Pläne und Vorsätze eine Menge Hoffnung setzten.

Und Hoffnung ist das absolute Lieblingsgefühl des Menschen.

Sie sorgt dafür, dass wir immer weitermachen, auch wenn es schwierig wird. Denn ohne die Hoffnung, dass auch eine schwere Zeit vorbeigeht, verlieren wir uns leicht in negativen Gedanken.

So ähnlich funktionieren auch gute Vorsätze:

Ich mag zwar jetzt schlechte Essgewohnheiten haben, mich zu wenig bewegen und zu viel Chaos auf meinem Schreibtisch haben. Aber das ist alles gleich viel erträglicher, wenn man sich mit der Vorstellung aufmuntert, dass das bald alles anders sein wird. Die Zukunft kann theoretisch alles sein und daher können selbst noch so unrealistische Zukunftspläne sehr tröstlich sein.

Eine solche Idee ist besonders schön, weil sie in dem Moment noch keine echte Arbeit verursacht. Wir bekommen also so den psychologischen Bonus, ohne tatsächlich etwas getan zu haben. So können wir unsere Selbstverbesserung noch etwas aufschieben.

Wenn dann das neue Jahr da ist und wir merken, dass unsere schönen Gedanken mit echter Anstrengung verbunden sind, beginnt erst der schwierige Teil.

Zeitmanagement ist ein wichtiger Skill

Gute Vorsätze zum neuen Jahr offenbaren so häufig ein generelles Problem:

Wir machen sehr gerne Pläne, aber an der Umsetzung scheitert es manchmal. Und sowieso hat man immer zu viel um die Ohren.

Ich habe letztens einen interessanten Ansatz gelesen: selbst gesetzte Deadlines sind nur bedingt nützlich, da sie eigentlich nur dazu führen, dass wir genau bis zu dieser Deadline für die jeweilige Aufgabe brauchen. Frei nach dem Motto: „Ich habe so lange ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe“.

Heißt im Klartext, wenn ich mir eine mentale Deadline für eine Aufgabe bis nächsten Montag setze, dann werde ich es vermutlich auch bis Montag erledigt haben. Wenn ich aber Montag in zwei Wochen festlege, dann wird es auch bis dahin dauern – auch wenn der Arbeitsaufwand sicherlich bis diesen Montag zu schaffen wäre.

Für Menschen, die sich häufig in ihren vielen Aufgaben verlieren, können Zeitmanagement-Skills sehr hilfreich sein.

Es gibt eine Menge an Zeitmanagement-Methoden, wie beispielsweise das Eisenhower-Prinzip oder die ALPEN-Methode. Anstatt hier jedoch einige dieser Methoden im Detail vorzustellen, möchte ich lieber die wichtigsten Aspekte dieser und ähnlicher Methoden zusammenfassen, die ich in der Praxis wirklich hilfreich finde.

1. Aufschreiben gegen das Vergessen

Chaos im eigenen Zeitmanagement entsteht häufig einfach dadurch, dass wir den Überblick über unsere Aufgaben verlieren. Gerade wenn man sehr vielfältige Aufgabenbereiche hat oder mehrere Projekte gleichzeitig betreut, passiert es schnell, dass einzelne Dinge untergehen.

Um zu verhindern, dass uns diese Dinge dann plötzlich zu einem ungünstigen Zeitpunkt wieder siedend heiß einfallen und Stress verursachen, sollte man von Anfang um einen guten Überblick bemüht sein.

Einige Zeitmanagement-Methoden raten dazu, jeden Morgen vor Arbeitsbeginn eine neue Liste anzulegen, andere haben größere Abstände.

Ich finde, die konkrete Gestaltung ist vielleicht auch von der eigenen Arbeitssituation abhängig. Ich persönlich lege eher Wochenlisten an, da meine Arbeitszeit selbstständiger in der Einteilung ist. Für jemanden in einem geregelten Büroalltag bieten sich daher eventuell Tageslisten tatsächlich mehr an.

Wichtig ist auch eigentlich nur, dass man Aufgaben in einer Form festhält. Dabei gibt es sicherlich auch verschiedene individuelle Präferenzen bei analogen und digitalen Möglichkeiten.

Ich bin zugegebenermaßen immer noch ein Pinnwand- und Notizbuchmensch. Vermutlich auch wegen des kleinen Bonus am handschriftlichen Listenführen: das befriedigende Gefühl des Wegstreichens erledigter Aufgaben.

2. Priorisieren

Die meisten Zeitmanagement-Methoden beinhalten zudem einen Vorgang zum Priorisieren der aufgelisteten Aufgaben.

Eine Rangfolge zu erstellen ist bei der Zeitplanung essentiell, um vor allem kurzfristige Stresssituationen zu vermeiden. Wichtigkeit und Dringlichkeit sind dabei Parameter, die man bei der Bewertung anlegen sollte.

Das leuchtet natürlich ein, denn es gibt unter den ganzen Aufgaben sicherlich Dinge, die wichtiger und dringender sind als andere. Daher sollte man dafür sorgen, dass man sich um diese zuerst kümmert.

Einen weiteren Aspekt, den man in die Planung mit einfließen lassen könnte, ist die Tatsache, wie gerne oder ungerne man bestimmten Tätigkeiten nachgeht. Wir neigen alle dazu, unseren ungeliebtesten Aufgaben so lange wie möglich aus dem Weg zu gehen.

Indem man sich bewusst dazu entscheidet, diese zuerst aus dem Weg zu räumen, vermeidet man, dass sich zu Unliebsamkeit auch noch Zeitdruck gesellt – denn das ist bei der Bewältigung einer Aufgabe für die meisten Menschen nicht hilfreich. Zudem kann man sich im Anschluss sogar noch entspannter den Lieblingsaufgaben widmen.

Wie setzt man Neujahrsvorsätze wirklich um?

Viele von uns können also sicher in Zukunft auch die Verbesserung des eigenen Zeitmanagements auf die Liste mit den guten Vorsätzen schreiben.

Wie zu Beginn besprochen dienen Vorsätze für das neue Jahr häufig gar nicht dem Zweck einer tatsächlichen Veränderung. Sondern vielmehr schwindeln wir uns ein wenig selbst in die Tasche, um uns besser zu fühlen.

Was wäre aber, wenn wir uns für 2021 etwas vornehmen, das wir wirklich umsetzen wollen?

Allgemein scheinen wir bei guten Vorsätzen dazu zu neigen, uns sehr breit gefasste Dinge vorzunehmen. So etwas wie „sich gesunder ernähren“ oder „fit werden“ ist wahrlich kein konkretes Vorhaben.

Das resultiert einerseits darin, dass sich diese Pläne mental leicht umgehen lassen. Solch schwammig formulierte Regeln geben uns keinen genauen Fahrplan vor und sind so wenig verbindlich.

Nimmt man sich dagegen etwas ganz Konkretes vor und erstellt dafür einen Plan, steigen die Chancen auf Umsetzung deutlich.

Neben der Verallgemeinerung nehmen wir uns gleich auch meist eine ganze Palette an Dingen vor, die wir im neuen Jahr verbessern wollen. Praktisch alles, was im vergangenen Jahr daneben gegangen ist, soll nach Mitternacht plötzlich funktionieren.

Das sind nicht nur sehr unrealistische – und auch unfaire – Erwartungen an uns selbst, sondern ruft auch nur schnell das Gefühl der Überforderung hervor. Daher ist es sinnvoller, sich ein – oder allerhöchstens zwei – ganz konkrete Ziele zu setzen. Zu dem Ziel gehört dann auch jeweils ein konkreter Plan, wie man auf dieses Bestreben hinarbeiten möchte.

Noch besser als Vorsätze

Den psychologischen Hintergrund von guten Vorsätzen haben wir nun verstanden. Das neue Jahr ist bald da und wir setzen unsere neuen Hoffnungen in diese vielversprechende hypothetische Zukunft.

Ein wie ich finde noch produktiverer Ansatz ist der folgende:

Anstatt ganz plötzlich mit dem Jahreswechsel eine ganze Menge Dinge ändern zu wollen, kann man sich Etappenziele setzen.

Wieso eigentlich nur gute Vorsätze zum neuen Jahr? Wieso nicht gute Vorsätze für die zweite Woche im September?

Es gibt keinen Grund, sich seine Vorsätze für eine völlig willkürliche Zäsur in der Zeitrechnung aufzuheben. Wenn man wirklich Dinge ändern und erreichen will, dann muss man sofort damit anfangen. Nicht erst Montag, nicht erst im neuen Jahr.

Es kann uns einfacher vorkommen, unsere größeren Ziele im Leben in kleine Häppchen einzuteilen. Ich werde wohl kaum über Nacht zu einer Triathletin. Nicht, dass ich das vorhätte. Aber wenn, dann werde ich das sicherlich nicht urplötzlich am 1. Januar 2021.

Als menschliche Wesen entwickeln wir uns tagtäglich weiter und wir wachsen mit jeder neuen Erfahrung. Indem wir für uns einerseits konkrete und andererseits kleinschrittige Zielsetzungen formulieren, können uns unsere Unternehmungen einfach machbarer und viel weniger erdrückend erscheinen.

Mein Vorsatz ist also, mir keine klassischen guten Vorsätze zu machen. Sondern jeden einzelnen Tag ein bisschen an mir zu arbeiten.

Dozenten und Schauspieler – mehr Gemeinsamkeiten als vermutet

An den meisten Tagen lieben Vollblut-Pädagogen ihren Job und verkörpern den Lernbegleiter mit ehrlichem Enthusiasmus.

Aber Trainer und Dozenten sind auch nur Menschen – manchmal haben sie schlechte Laune oder sogar einfach mal keine Lust. Vielleicht sind sie auch zeitweise unsicher oder nervös.

Wie kann man es dann vermeiden, dass die Dozentenpersönlichkeit zu einer unglaubwürdigen Fassade wird?

Eine Lösung kann in der Schauspielkunst liegen.

Schauspieler sind per Definition keine Lügner. Sie verkörpern eine Rolle, indem sie in dem Moment ganz und gar zu der Person werden.

Was wäre also, wenn wir in manchen Momenten praktisch die Rolle des Dozenten verkörpern – selbst wenn uns nicht danach ist.

Streng genommen müssen wir dann nicht lügen, sondern nur schauspielern.

Sind Dozenten nicht ohnehin Schauspieler?

Auch ohne explizites Schauspiel-Training teilen Dozenten einige Parallelen mit Schauspielern.

Der Trainer steht vorne auf der „Bühne“ und hat die Aufgabe, die Zuhörer mit seiner Darbietung zu fesseln. Das ist sicherlich auch eine der größten Herausforderungen für Lehrende: der Kampf mit der Aufmerksamkeitskurve.

Wenn wir einer Theatervorführung folgen müssten, die lediglich aus einer Abfolge von langen, eintönigen Monologen besteht, würde uns das wohl auch nicht lange fesseln. Dagegen ist ein Musical, das auch wechselnden Kulissen, bunten Kostümen und animierender Musik besteht, eine wahre Anregung für all unsere Sinne und die Zeit vergeht wie im Flug.

Wenn man das Dozieren also als eine Form des performativen Akts begreift, kann man auch daraus Tipps für das eigene Seminar gewinnen. Manchmal sind wir wohl so auf den Transport eines reinen Informationsgehaltes fokussiert, dass wir dabei die Show vergessen.

Die fesselndsten Präsentationen – also die, die uns am meisten im Gedächtnis bleiben – sind immer diejenigen, die uns emotional angesprochen haben. Wir können noch so viele Diagramme, stichhaltige Fakten und Zahlen vorbereiten – am Ende des Vortrages hat diese wohl kaum ein Zuhörer behalten. Und das ist auch gar nicht nötig, denn Fakten kann man jederzeit nachlesen.

Alle Inhalte einer Präsentation dienen stets nur dem übergeordneten Zweck der Veranschaulichung. Das Ziel ist, den Zuhörern mit Worten ein Bild zu malen. Auch in diesem Sinne ist ein Vortrag oder ein Seminar wohl gar nicht so sehr von einer Theater-Aufführung zu unterscheiden.

Auch Lernende wollen unterhalten werden – und nicht qualvoll die Minuten bis zum Ende des Seminars zählen. Wenn wir beim Lernen Spaß haben und nicht nur unsere grauen Zellen, sondern auch unsere Emotionen angesprochen werden, dann lernen wir schneller und behalten auch besser.

Das heißt natürlich keineswegs das jeder Dozent ein geborener Entertainer sein muss. Es gibt sicherlich auch das andere Extrem. Es kann auch nicht das Ziel einer Bildungsveranstaltung sein, die Information vollständig der kreativen Gestaltung unterzuordnen. Aber etwas mehr Lebendigkeit schadet wohl den meisten Seminaren nicht.

Wenn uns mal nicht nach Lehren zu Mute ist

Wenn wir nun einmal einen solchen Tag erwischen, an dem wir den Pädagogen nicht aus vollem Herzen verkörpern können, können wir den Lernenden schnell ungewollt negative Signale senden. Aber solche Tage zu haben, ist nur menschlich.

Wenn man den Ansatz verfolgt, dass man vorübergehend die Rolle des Dozenten einnimmt, kann dies als Brücke durch schwierige Tage helfen.

Und diese Rolle ist schließlich eine, auf die wir uns seit vielen Jahren vorbereiten und sie intensiv studiert haben – es sollte also kein Problem sein, einen überzeugenden Trainer zu mimen. Eine überzeugende Verkörperung entsteht meistens durch Identifikation. Da wir uns mit der Trainerpersönlichkeit sowieso ganz ehrlich identifizieren, ist das also ein Heimspiel.

Von Schauspielern wird für gewöhnlich verlangt, dass sie vollkommen in einer Rolle aufgehen und die Handlungsweisen und innere Verfassung der Figur glaubwürdig darstellen. Zu diesem Zweck müssen sie die eigenen mentalen und emotionalen Verfassungen beherrschen und kurzfristig überspielen können.

Dabei ist kurzfristig das entscheidende Stichwort – natürlich ist dies nur eine vorübergehende Lösung und eine Hilfe für anstrengende Tage.

Schauspielunterricht kann ganz konkrete Vorteile bieten!

Doch die Schauspielerei hat noch weitere positive Nebeneffekte für Lehrende.

Insbesondere Theater-Schauspieler arbeiten viel mit ihrer Stimme und Atmung. Da vor allem unsere Stimme in einem Seminar viele Informationen und auch Emotionen transportiert, kann die bessere Ausbildung einer klaren, positiven Stimmfarbe den Inhalten unterstützend dienen.

Zudem möchten wir als Trainer natürlich kompetent und sicher auftreten, um den Lernenden ein gutes Gefühl zu vermitteln. Auch Fernseh- und Radiomoderatoren nutzen häufig Stimmtraining und gerade in Online-Seminaren findet sich der Dozent schließlich häufig in der Rolle des Moderators.

Hinzu kommt die Tatsache, dass wir trotz aller Vorbereitung und hochwertigem Equipment über Online-Kanäle einfach eine andere Tonqualität antreffen. Unsere Stimme wird über Lautsprecher eventuell schlechter transportiert, daher kann auch hier eine deutlichere Artikulation und Stimmqualität einen positiven Effekt haben.

Vor allem unter Anspannung neigen wir dazu, in eine höhere Stimmlage zu verfallen. Diese klingt nicht nur unnatürlich, sondern strengt unsere Stimmbänder auch wesentlich mehr an. Daher ist die sogenannte Indifferenzlage das Ziel von Profis auf diesem Gebiet: diese strengt unsere Stimme weniger an und wir können länger und lauter sprechen – gerade für ganztägige Seminare wohl durchaus von Vorteil.

Eine einfache Übung, um die eigene Indifferenzlage zu finden, ist folgende:

Man stelle sich vor, man ist am Telefon mit einer Person verbunden, die einfach ohne Punkt und Komma redet. Uns selbst bleibt daher keine andere Möglichkeit, als deren Erzählungen immer wieder mit einem eventuell leicht gelangweilten „Mh mh mh“ zu kommentieren.

Und da ist sie auch schon – unsere persönliche Indifferenzlage, die wir idealerweise in Präsentationen und Moderationen nutzen sollten.

Denn unser Körper ist im Prinzip wie ein Instrument – und wenn unser (Klang)körper angespannt ist, kann die Musik nicht richtig fließen. Daher können auch Lockerungsübungen helfen, unsere Resonanzräume frei zu machen.

Es gibt verschiedene Übungen, die Anspannungen in uns lösen können. Hier sind einmal drei kleine Beispiele, die sich schnell in jeden Lehralltag einbauen lassen und mit Sofort-Effekt Spannungen im Körper abbauen können.

1. Schulterzucken

Diese Übung besteht aus zwei einfachen Schritten, die ein paar Mal wiederholt werden sollten.

Zunächst zieht man die Schultern hoch in Richtung Ohren und hält sie dort für einige Sekunden.

Anschließend lässt man sie langsam und bewusst wieder sinken und atmet dabei aus.

2. Ausklopfen

Auch diese Übung lockert den Körper und entspannt gleichzeitig auch kurz den Geist.

Man klopft den Körper mit den Handinnenflächen ab.

Angefangen bei den Schultern, über die Arme, weiter über den Bauch und die Beine bis hinunter zu den Füßen. Anschließend nimmt man den Rückweg über die Füße in Richtung Gesäß und landet über den Rücken wieder in der Ausgangsposition.

Eine Wiederholung wird hier empfohlen.

3. Die Korken-Übung

Diese Übung kommt aus dem Stimmtraining und fühlt sich anfangs vielleicht etwas seltsam an, ist aber sehr effektiv.

Normalerweise braucht man wie der Name bereits verrät für diese Übung einen Korken, aber es reicht auch der eigene Daumen. Dieser kann sich sogar besser eignen, da man so sehr schnell schmerzhaft erfährt, wann man die Kiefermuskeln doch zu stark anstrengt.

Zunächst sagt man einmal einen Satz, vielleicht etwas wie „Hallo, mein Name ist … und ich begrüße Sie herzlich zu diesem Seminar“, oder eine andere Willkommensfloskel, die man häufig verwendet.

Mit dem Korken oder Daumen im Mund wiederholt man anschließend diesen Satz.

Zu guter Letzt entfernt man den Gegenstand wieder aus dem Mund und wiederholt den Satz erneut.

Man sollte sofort ein Ergebnis feststellen und eventuell fällt einem auf, wie verkrampft Mund und Kiefer im normalen Zustand beim Sprechen sind. Durch eine solche Übung wird der Kiefer gelockert und der Weg frei für eine besonders klare Artikulation.

Ein klein wenig mehr Show ist erlaubt

Insgesamt lassen sich also mehr Gemeinsamkeiten zwischen Trainern und Schauspielern finden als man vielleicht denken würde.

Da wir als Ausbilder häufig auf die Vermittlung von Informationen spezialisiert sind, kann dabei manchmal der Unterhaltungsfaktor in den Hintergrund geraten. Dabei wollen wir doch am Ende nicht nur die Köpfe der Lernenden anzapfen, sondern sie wirklich erreichen.

Die Schauspielerei als Hobby aufzunehmen, kann also tatsächlich auch dem Dozentenberuf dienlich sein. Dabei ist die Devise natürlich nicht, während eines Seminars ein wortwörtliches Feuerwerk abzubrennen. Aber Lernen darf immer auch Spaß machen.

Unsere eigene Stimme als Werkzeug beachten wir dabei meist viel zu wenig. Die Korrelation zwischen Körper und Stimme wird ebenfalls häufig unterschätzt – dabei beeinflusst praktisch die kleinste Verspannung den Klang unserer Stimme. Daher können Lockerungsübungen auf Dauer wirklich eine spürbare Verbesserung der Stimmqualität bewirken.

Alternativ bieten sich solche und ähnliche kleinen Übungen übrigens auch als Energizer in Online-Seminaren an. Etwas körperliche Betätigung und Ablenkung unterbricht kurz den Informationsfluss und macht alle Beteiligten wieder wach.

Digitale Kompetenz – Schlüsselfaktor und Wegblockade

Wir leben in einer digitalisierten Welt.

Der Umgang mit Technologie ist für viele von uns so alltäglich, dass wir uns ein Leben ohne unsere digitalen Geräte kaum vorstellen können.

Was tun wir also, wenn uns in einem Lernkontext Menschen begegnen, deren digitale Kompetenz praktisch nicht vorhanden ist?

Erst vor einigen Wochen habe ich in einem Präsenzseminar erlebt, dass eine Frau mittleren Alters tatsächlich noch niemals einen Computer auch nur angeschaltet hatte.

Wie kann man Teilnehmer*innen helfen, die in ihrer medialen Kompetenz so weit zurückliegen?

In diesem Kontext sprechen wir hauptsächlich über die digitale Kompetenz in Präsenzveranstaltungen. Natürlich existiert und äußert sich diese Barriere auch im Rahmen von Online-Seminaren – jedoch ist davon auszugehen, dass in vielen Fällen Menschen mit niedriger digitaler Affinität erst gar nicht zu Teilnehmer*innen einer (freiwilligen) Online-Veranstaltung werden.

Wie entstehen digitale Mangelerscheinungen?

Einer der faszinierendsten Faktoren der digitalen Sphäre ist die exponentielle Entwicklungskurve. Für uns als Nutzer wird diese Geschwindigkeit und Flüchtigkeit von Wissen aber auch schnell zum Problem.

Mein Vater arbeitet seit den 80er-Jahren in der IT-Branche. Abgesehen von medienhistorischer Bedeutsamkeit sind die Lerninhalte seines Studiums heute weitgehend veraltet. Und man muss keineswegs so weit zurückgehen, um diese Beobachtung anzustellen: Da sich die Technologie und das Internet in einem solch rapiden Tempo verändern, kann selbst das Wissen von heute morgen schon überholt sein.

Natürlich geht es aber immer um die wertvolle Ausbildung einer digitalen Grundkompetenz als Basis. Denn wenn diese fehlt, wird die Einarbeitung in neue digitale Wissensbereiche besonders schwierig.

Letzten Endes kann man die Ausbildung digitaler Kompetenz auch immer zu einem Teil in die Verantwortung von Unternehmern und Arbeitgebern legen. Das Angebot und die Förderung von Weiterbildungen sind aber natürlich längst noch nicht überall Teil der Unternehmensphilosophie.

Was sind digitale Kompetenzen überhaupt konkret?

Digitale Kompetenzen lassen sich in drei wesentliche Bereiche einteilen:

Diese drei Grundbausteine umfassen die wichtigsten Kompetenzen im Umgang mit Digitalität. So werden einerseits theoretisches Basiswissen über die Funktionsweise von Geräten und Softwares vermittelt, andererseits aber auch Bewertungs- und Handlungskompetenzen ausgebildet.

Insbesondere die kritische Bewertung von Medieninhalten wird als Kompetenz häufig vernachlässigt. Man muss aber durchaus auch den kompetenten Umgang mit Inhalten bewusst anleiten.

Wie kann man diese Kompetenzen didaktisch fördern?

Wobei informatische Grundkenntnisse durchaus hilfreich für ein generelles Verständnis sein können, so halte ich die anderen zwei Bereiche für wesentlich fundamentaler für methodische Ansätze.

1. Medienkompetenz

Medienkompetenz entsteht vor allem durch Reflexion.

Menschen, die mit dem Internet und sozialen Medien nicht vertraut sind, können in Bezug auf die Validität digitaler Inhalte zu Naivität neigen. Daher gilt es, ihnen Bewertungskriterien für den Umgang mit Medieninhalten an die Hand zu geben. Insbesondere Inhalte auf sozialen Medien müssen hinsichtlich ihrer potentiellen Risiken für die reale Lebenswelt thematisiert werden.

Idealerweise entstehen Medienkompetenzen durch praktische Übungen, in denen Teilnehmer*innen Inhalte reflektieren und diskutieren können. Dies kann beispielsweise im Rahmen einer Übungseinheit zum Thema „Fake News“ geschehen, in der die Lernenden Inhalte recherchieren und auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen müssen.

Ein wichtiger Teil des Prozesses ist damit auch die Reflexion der eigenen Arbeitsergebnisse bezüglich ihres ihrer Stichhaltigkeit und Aktualität. Durch diese Verifizierung der Seriosität und des Informationsgehaltes können Teilnehmer*innen ein natürliches Bewertungssystem entwickeln.

2. Anwendungswissen

Zum Anwendungs-Know-how zählt im Zusammenhang mit digitaler Kompetenz vor allem die Sicherheit im Umgang mit Software-Programmen. Oftmals liegen die grundlegenden Bausteine in Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationsprogrammen und Bildbearbeitung.

In diesen Bereich fällt ebenfalls die Anwendung der kollaborativen Softwares, die im Seminar für die gemeinschaftliche Bearbeitung der Übungen genutzt werden, sowie die Methoden der Informationsbeschaffung im Internet.

Je nach Lernkontext zählen hierzu selbstverständlich auch fachspezifische Programme, die im jeweiligen beruflichen Umfeld gebraucht werden.

Wie der Name bereits nahelegt, entsteht Anwendungswissen am sinnvollsten durch Anwendung. In einem Lernumfeld verspricht ein hoher Praxisanteil daher den nachhaltigsten Lernerfolg. Wenn der Trainer der eigenständigen Erschließung möglichst viel Raum gibt, können Lernende auch ihre Selbstständigkeit ausbauen.

Wie kann man einzelnen Lernenden helfen?

Manchmal muss man die Lernenden einfach dort abholen, wo sie stehen. Unterschiede in der digitalen Kompetenz sind in vielen Lerngruppen vorhanden und sind nicht notwendigerweise ein Stolperstein.

Grundsätzlich möchten wir als Trainer natürlich niemanden aus dem Lernprozess ausschließen. Daher beanspruchen einzelne Gruppenmitglieder manchmal einfach mehr Zeit und eine intensivere Betreuung.

Den Ablauf des Seminars nicht allzu starr zu gestalten, ist generell ein guter Ansatz. Auf diese Weise hat man an jeder Stelle die Möglichkeit, Aufgabenstellungen abhängig vom Leistungsstand differenziert zu stellen.

Lernende mit mangelnder digitaler Kompetenz haben häufig die Sorge, dass sie nicht mit dem Rest der modernen Welt Schritt halten können. Dieser Eindruck kann große Unsicherheit und auch Zukunftsängste auslösen.

Daher ist es wichtig, dass man stets versucht, allen Lernenden das Gefühl zu vermittelt, dass sie für den Lernprozess wertvoll sind. Selbstverständlich haben auch diese Gruppenmitglieder Erfahrungen und Kompetenzen in vielen anderen Bereichen. Wenn man einen Weg findet, ihnen von diesen eine Brücke zu digitalen Wissensbereichen zu bauen, kann sich jeder Lernende eingebunden fühlen.

Insgesamt können auch bei unterschiedlicher digitaler Kompetenz innerhalb einer Gruppe dieselben Grundsätze wie beim Umgang mit heterogenen Lerngruppen hilfreich sein. Falls Dich dieses Thema weitergehend interessiert, so kannst Du in diesem Artikel mehr darüber lesen:

Das Lernen in heterogenen Teilnehmergruppen

Digitale Kompetenz ist Handlungskompetenz

All die besprochenen Aspekte laufen vor allem auf eine Schlussfolgerung hinaus: Medienkompetenzen müssen handlungsorientiert vermittelt werden.

Informatische Grundkenntnisse sind wie Latein – als Verbindungsstück kann es manchmal hilfreich sein, es ist aber nicht unbedingt erforderlich. Am Ende des Tages muss der durchschnittliche Anwender digitaler Medien nicht im Detail wissen, wie ein Computer im Innern aufgebaut ist und wie Software programmiert wird. Es ist essentiell, dass wir wissen – und vermitteln – wie man diese digitalen Tools im beruflichen Alltag effizient anwendet.

Insbesondere ist die Förderung einer digitalen Grundkompetenz wichtig. Es fällt uns wesentlich leichter, uns in neue Dinge einzuarbeiten, wenn wir das neue Wissen mit bereits vorhandenen Wissensbeständen verknüpfen können.

Denn auch wenn sich die digitale Welt weiterhin schnelllebig entwickeln wird, können wir so verhindern, dass einige Lernende vollständig den Anschluss verlieren. Da die Entwicklung einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft auch immer mehr Arbeitsplätze in diesen Bereichen schaffen wird, können Menschen mit mangelnden Kompetenzen große Nachteile auf dem Arbeitsmarkt erfahren.

Das ist vor allem für weniger qualifizierte Arbeitskräfte problematisch, da diese Segmente des Arbeitsmarktes mit größerer Wahrscheinlichkeit wegfallen. Daher ist die Implementierung von digitalen Kompetenzen von besonderer Wichtigkeit.

Zudem haben wir in diesem Jahr kollektiv erfahren, dass unvorhergesehene Entwicklungen jederzeit geschehen können. Viele Menschen, die auf die Digitalität nicht vorbereitet waren, wurden von den Geschehnissen kalt erwischt und mussten in kurzer Zeit sehr viel digitales Wissen aufholen. Wenn wir uns also um eine bessere digitale Kompetenz bemühen, können wir hoffentlich auch gemeinsam besser auf die Zukunft vorbereitet sein.

Kritikfähigkeit – eine theoretisch sehr schöne Kunst

Niederlagen sind im Leben unvermeidbar.

Jeder von uns erhält von Zeit zu Zeit negatives Feedback oder muss eine persönliche Niederlage einstecken. Negative Rückmeldungen spuken uns oft wesentlich länger im Kopf herum, als wir zugeben möchten.

Denn selbst wenn es sich um berufliche Dinge handelt, können wir manchmal einfach nicht anders, als es persönlich zu nehmen. Gerade wenn wir an einem Projekt lange gearbeitet haben und wirklich unser Herzblut investiert haben.

Vor allem wenn negatives Feedback von Menschen kommt, die wir besonders schätzen – ob fachlich oder persönlich – kann es insgeheim schmerzen.

Wie wir damit umgehen, ist natürlich individuell verschieden. Es ist leichter gesagt als getan, Feedback neutral anzunehmen und einfach daraus zu lernen. Denn auch die konstruktivste Kritik greift unter Umständen unser natürliches Bedürfnis nach Anerkennung und unser Selbstwertgefühl an.

Ich möchte nicht vorgeben, hier eine Patent-Lösung zu präsentieren, mit deren Hilfe uns negatives Feedback nicht mehr persönlich tangiert. Sondern ich möchte vielmehr meine eigenen Erfahrungen teilen. Dabei geht es vor allem um die Theorie im Konflikt mit der Praxis.

Als Trainer oder Kommunikationsexperte befasst man sich oft auch damit, anderen die Grundätze des Feedback-Gebens zu vermitteln. Doch wie sieht es mit der eigenen Kritikfähigkeit wirklich aus?

Gerade für Selbstständige ist die Akzeptanz von Kritik von außen wohl manchmal schwierig. Denn wenn man für alles allein verantwortlich ist, dann fallen eben nicht nur Erfolge, sondern auch Niederlagen nur auf einen selbst zurück. Der psychologische Luxus, negative Rückmeldungen auf ein Team oder ein Unternehmen abwälzen zu können, entfällt in einer One-Person-Show.

Natürlich bin ich mir auch bewusst, dass der objektive Ansatz ist, Kritik an der Arbeit nicht auf die eigene Person zu beziehen. Da ich mit der praktischen Umsetzung dieser Grundsätze aber häufig an meine Grenzen stoße, möchte ich diese Theorien gemeinsam mit Euch einmal genauer diskutieren.

Wie geht man laut Experten am besten mit Feedback um?

Sprechen wir also erst einmal über die Theorie – die ideale Realität, in der wir berufliches Feedback aller Art ohne jede Wertung für uns akzeptieren und umsetzen. Ich habe einige Grundregeln zusammengetragen, die dabei helfen sollen, den Softskill Kritikfähigkeit besser umzusetzen.

1. „Ruhig bleiben“

Der erste Experten-Tipp klingt beinahe lächerlich offensichtlich.

Doch die erste Reaktion kann entscheidend sein und ist mit den meisten Emotionen behaftet. Und unsere Gefühle sind nicht gerade dafür bekannt, sonderlich konstruktiv zu sein.

In vielen Fällen ist eine natürliche Reaktion auf Kritik eine defensive innere Haltung einzunehmen, um sich davon abzuschirmen. Wir möchten uns rechtfertigen und verwickeln uns so meistens nur in unnötig emotional aufgeladene Diskussionen.

Daher empfiehlt es sich, zunächst einmal tief durchzuatmen und innerlich einen Schritt zurück zu treten.

2. Nachfragen und Nachdenken

Nachdem man kurz etwas Abstand von der geäußerten Kritik genommen hat, sollte man um Konkretisierung bitten – manchmal liegen auch einfach Missverständnisse vor. Zudem gewinnt man auf diese Weise weitere Zeit, um seine Reaktionen emotional zu ordnen.

Außerdem fällt es wesentlich leichter, das Feedback auf bestimmte inhaltliche Aspekte zu beziehen und so den Standpunkt des Feedback-Gebers nachzuvollziehen. Des Weiteren kann man so eventuell konkrete Verbesserungsvorschläge einholen. So kann Feedback auch immer zu einer Chance auf Weiterentwicklung werden.

Es gibt sicherlich auch Fälle, in denen Menschen einfach nur das Haar in der Suppe suchen – oder der Kritik eine weitere persönliche Ebene zu Grunde liegt. Ein solches Feedback hat gar nicht die Intention konstruktiv zu sein. Man kann dieses häufig daran erkennen, dass die Aussagen sehr verallgemeinert und wenig differenziert sind. Daher kann man durch gezielte Nachfragen in Erfahrung bringen, ob das Feedback tatsächlich auf konkreten Aspekten basiert.

Anschließend sollte man sich einen Moment nehmen, um wirklich über die Rückmeldung nachzudenken und mit sich selbst ehrlich ins Gericht zu gehen. Unter Umständen muss man sich eigene Fehler eingestehen – das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen eines persönlichen Lernerfolgs.

3. Respekt – nicht zwingend Zustimmung

Grundsätzlich sollte man jede Kritik ernst nehmen und auch tatsächlich über die Rückmeldung nachdenken – und sie nicht einfach abtun, da sie von einer Person ausgeht, deren Meinung wir vielleicht nicht sonderlich schätzen. Jeder Standpunkt von außen bietet eine einzigartige Perspektive, die prinzipiell wertvoll sein kann.

Es kann hilfreich sein, grundsätzlich Kooperationsbereitschaft zu signalisieren. Wenn man zunächst ausdrückt, dass man die Meinung des Gegenübers respektiert, kann sich die Situation direkt entspannen.

Es ist möglich, die andere Seite zu respektieren und nachzuvollziehen, ohne zwangsläufig allen Aussagen zuzustimmen. Es kann Gelassenheit bringen, die Meinung anderer Menschen als genau das anzusehen – als eine Seite der Geschichte von mindestens zweien. Es kann also auch eine Option sein, kritisches Feedback wahrzunehmen, aber es als Meinung einer Einzelperson zu verstehen.

4. Selbstbild überprüfen

Es gibt viele Menschen, die mit Unsicherheit und mangelndem Selbstwertgefühl kämpfen. Dann wirkt jede kritische Äußerung besonders schnell verletzend.

Verletzt und gekränkt reagieren wir meist dann, wenn unser innerer Kritiker uns schon vorher unbewusst verurteilt hat.

Business-Coach Anja Gerber-Oehlmann

Um Kritik gelassener und souveräner zu begegnen, muss man eventuell sein generelles Selbstbild reflektieren und festigen. Wenn negativ gefärbtes Feedback das eigene Selbstwertgefühl über ein gesundes Maß hinaus ankratzt, kann es nötig werden, die Ansichten und Einstellungen zu überdenken.

Denn grundsätzlich ist es keine schlechte Eigenschaft, selbstkritisch zu sein. Aber auch hier ist das richtige Maß ausschlaggebend.

5. Feedback aktiv einfordern

Da konstruktive Kritik unsere persönliche Entwicklung befördern kann, sollten wir uns daran gewöhnen, regelmäßig Feedback einzufordern.

In einem Arbeitsumfeld können Kollegen und Vorgesetzte sich durch einen kontinuierlichen Austausch gegenseitig fördern.

Daher kann es auch förderlich sein, Feedback bewusst in (Online-)Seminare einzubinden. Indem man auch die Teilnehmer*innen an Feedback-Runden gewöhnt, fördert man das Äußern und Annehmen von Rückmeldungen zu Leistungen. So kann auf Dauer die Barriere der Angst vor Kritik abgebaut werden.

Was tun, wenn die Theorie versagt?

Die gute Nachricht scheint zu sein, dass man Kritikfähigkeit lernen kann.

Der erste Schritt ist wie in vielen Fällen, in denen wir eigenes Verhalten anpassen möchten, sich des Problembereichs bewusst zu werden.

Der zweite Schritt ist die Erkenntnis, dass unsere Person und unser Verhalten tatsächlich zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Verhalten lässt sich stets erlernen und anpassen. Wenn wir unsere Persönlichkeit und unsere Arbeit als zwei verschiedene Einheiten begreifen, fällt es leichter, Feedback anzunehmen. Grundsätzlich geht es darum, eine gewisse emotionale Distanz zu beruflichen Leistungen einzunehmen.

Kritikfähigkeit scheint eine Kunst zu sein, die am besten funktioniert, wenn man Selbst- und Fremdbild in einen Ausgleich bringt.

Ich neige – wie vermutlich viele Menschen – dazu, selbst mein größter Kritiker zu sein. Wenn man selbst zu Perfektionismus neigt, findet man immer Kritikpunkte an der eigenen Arbeit, bevor jemals ein anderer Mensch Feedback geübt hat. Wenn dann kritisches Feedback kommt, bestätigt das im Grunde nur die innere Stimme.

Eine wichtige Erkenntnis ist für mich auch, dass man kritische Meinungen nicht unbedingt teilen muss. Jeder Mensch verfügt über ein individuelles Empfinden und manchmal sind Menschen einfach verschiedener Meinung. Das heißt nicht, dass man sofort das Gesamtkonstrukt seines Selbstbilds in Frage stellen muss.

Die eigene Intuition kann schlussendlich doch der beste Wegweiser sein und man sollte sich durch kritische Einzelstimmen nicht unbedingt von diesem Weg abbringen lassen. Der Mensch an sich hat ein natürliches Bedürfnis gemocht und gelobt zu werden – daher gehen uns negative Rückmeldungen auch oft so an die Nieren.

Auch wenn die Grundsätze der Kritikfähigkeit wohl inhaltlich kaum jemanden überraschen werden, so kann sich eine bewusste Auseinandersetzung damit lohnen. Für mich ganz persönlich manifestiere ich diese Tipps daher in Form dieses Artikels, mit dem Ziel diese in Zukunft besser umzusetzen.

Warum man Methodenschlachten meistens verliert

Die Aufgabe, ein Präsenzseminar in eine Online-Veranstaltung umzuwandeln, hat dieses Jahr viele Lehrende vor neue Herausforderungen gestellt. Und dabei stand oft eine zentrale Sorge im Vordergrund: wie erzeuge ich in einem Online-Seminar Interaktion?

Das ist wohl auch der größte Wermutstropfen, über den im Zusammenhang mit E-Learning gesprochen wird. Es gäbe keine echte Community, keine Seele.

Viele erfahrene und versierte Präsenz-Trainer haben sich die Frage gestellt, wie sie ihre gewohnt vielfältigen Methoden online abbilden können. Das Ergebnis dieser Frage endet häufig in einer Methodenschlacht. Denn der erste Instinkt sagt einem vielleicht, dass man für viele Methoden auch viele Programme und Tools braucht.

Dabei ist auch in diesem Falle – wie so häufig im Leben – weniger doch mehr. Und zwar nicht weniger Interaktion, weniger Vielfalt oder weniger Expertise. Sondern weniger Methodenchaos.

Es ist vollkommen verständlich, dass Du dich eventuell mit dem Gefühl innerhalb kurzer Zeit viele neue Dinge in dein Repertoire aufnehmen zu müssen, überfordert fühlst. Daher plädieren wir für etwas mehr Leichtigkeit des Lernens.

Weniger Breite, mehr Tiefe

Das Internet ist unheimlich groß und vollgepackt mit mehr oder weniger nützlichen Apps und Programmen. Am Ende deiner Planung hast Du also wahrscheinlich eine ganze Menge an Online-Tools in Deinem neuen Methodenarsenal.

Doch man muss sich bei der Auswahl einer Methode und eines Tools immer fragen:

Dient dies wirklich dem Lerninhalt? Oder will man einfach nur zwanghaft an den Formen des Präsenzunterrichts und den eigenen Lehrgewohnheiten festhalten?

Indem wir möglichst viele verschiedene Tools in den Lehrplan integrieren wollen, belasten wir unter Umständen nicht nur uns selbst, sondern auch die Lernenden. Denn wenn wir uns als angebliche Experten schon mit der Vielfalt an Programmen überfordert fühlen, können wir wohl kaum anderes von unseren Teilnehmer*innen erwarten.

Es ist natürlich unrealistisch zu verlangen, dass ein Trainer jedes einzelne Programm in- und auswendig kennt. Daher kann es stattdessen ratsam sein, sich ein vielseitiges Tool zu suchen und dieses bis ins Detail zu beherrschen.

Die Allzweckwaffe Zoom

Die Konferenzsoftware Zoom ist mittlerweile fast jedem ein Begriff. Die Chancen sind groß, dass du bereits damit gearbeitet hast, oder in Zukunft damit arbeiten wirst.

Viele Trainer verwenden Zoom vielleicht als Ausgangspunkt und möchten es im Seminar um viele weitere Apps ergänzen. Dabei bietet die Software selbst bereits einige integrierte Funktionen, die sich vielseitig einsetzen lassen.

Zoom hat drei wesentliche Features, die Dir in einem Online-Seminar methodisch besonders hilfreich sein können. Dabei sei erwähnt, dass darauf geachtet werden sollte, dass alle Teilnehmer*innen stets die neueste Version der Software verwenden, um Unregelmäßigkeiten zwischen den Versionen zu vermeiden. Zudem lassen sich einige Funktionen, wie etwa die Umfragen, ausschließlich in der lizensierten Version verwenden.

1. Whiteboard + Kommentieren

Das Whiteboard-Feature lässt sich über die Bildschirmteilung nutzen. Es bietet die Möglichkeit zum kollaborativen Zeichnen, Skizzieren und Visualisieren in Echtzeit.

Öffnet man das Whiteboard, erscheinen die Optionen zum Annotieren für alle Teilnehmer*innen des Meetings. Die Zeichentools sind bei Zoom zwar eher auf der schlichten Seite, erfüllen aber viele grundlegende Zwecke. In vielen Szenarios reichen Textfelder und verschiedenfarbige Zeichnungen sicherlich aus. Zusätzlich ist das Stempel-Feature immer eine beliebte Weise einzelne Bereiche zu markieren.

Der aktuelle Status des Whiteboards lässt sich jederzeit als PNG-Screenshot abspeichern. Die Kommentieren-Funktion lässt sich im Übrigen nicht nur im Zusammenhang mit dem Whiteboard verwenden, sondern auch bei der allgemeinen Bildschirmteilung.

Auf diese Weise können Teilnehmer*innen alles annotieren, was auf dem Bildschirm freigegeben wird. So kann man auch als Trainer etwa vorbereitete Grafiken teilen und bearbeiten lassen.

Auch bei der Bildschirmfreigabe lohnt es sich, die Möglichkeiten unter den Reitern „Erweitert“ und „Dateien“ durchzusehen – so kann man beispielsweise auch nur einen frei wählbaren Ausschnitt des eigenen Bildschirms oder Dateien direkt aus Google Drive freigeben.

Falls Dir die Funktionen des Zoom-Whiteboards aber tatsächlich nicht reichen sollten, kannst Du natürlich auf eine zusätzliche App zurückgreifen. Ich habe im Rahmen dieses Artikels insgesamt 10 verschiedene Whiteboards für Browser und mobile Geräte getestet:

Die Tafel 3.0 – Virtuelle Whiteboards im Test

2. Der Chat

Auch der in Zoom integrierte Chatroom kann für vielfältige Zwecke genutzt werden. Als Host hast Du stets die Kontrolle über den Chat: Du kannst in den Einstellungen festlegen, wer mit wem chatten darf oder ob die Funktion überhaupt genutzt werden kann.

Einige Trainer und Vortragende haben wohl Sorge, dass der Chat die störenden, halblauten Nebengespräche aus den Präsenzveranstaltungen zu ersetzen droht. Denn sofern es der Host erlaubt, können die Teilnehmer*innen wahlweise Nachrichten nicht nur an alle anderen, sondern auch an einzelne Mitglieder senden.

Die gezielte Nutzung des Chats kann aber durchaus ratsam sein, denn auf diese Weise lassen sich einige methodische Knoten lösen. So kann man beispielsweise über den Chat nicht nur Textnachrichten und Links verteilen, sondern auch Dateien verschicken.

Die Chat-Funktion kann außerdem in solchen Situationen als Ausweich-Methode verwendet werden, in denen die Mikrofone technische Schwierigkeiten bereiten – und wir alle wissen, dass diese häufiger auftreten, als uns lieb wäre.

Der Chatverlauf lässt sich zudem auch über das Meeting hinaus sichern und so können wichtige Ergebnisse später nachvollzogen werden.

3. Umfragen

Die Umfrage-Funktion ist ein oft übersehenes Feature der Konferenzsoftware. Dabei können die Umfragen als Tool ebenfalls in verschiedenen methodischen Kontexten von Nutzen sein.

Hierbei ist zu erwähnen, dass Umfragen aktuell nur in einem geplanten Meeting genutzt werden können. Zudem muss der Host selbst den Desktop-Client von Zoom verwenden – die Teilnehmer*innen können auf Umfragen aber auch von mobilen Endgeräten zugreifen. Sie können nur vom ursprünglichen Host gestartet werden und nicht nach Übertragung der Host-Steuerung beliebig von anderen Mitgliedern genutzt werden.

Mit der Umfragen-Funktion lassen sich vor einem Meeting Fragen mit mehreren Auswahlmöglichkeiten erstellen. Dabei kann eingestellt werden, ob die Teilnehmer*innen eine oder mehrere Antworten auswählen können. Eine Umfrage kann maximal 10 einzelne Fragen enthalten und man kann pro Meeting bis zu 25 Umfragen erstellen.

Es besteht neben der vorherigen Planung von Umfragen auch die Möglichkeit, während eines Calls über die Schaltfläche „Abfrage“ in der Menüleiste eine Umfrage zu erstellen. Je nach Umfang und Komplexität der Fragen kann es natürlich sinnvoller sein, eine Umfrage im Vorfeld zu planen – etwa bei einer abschließenden Feedbackrunde. Jedoch kann diese Funktion auch zu spontanen Abfragen genutzt werden.

Die Ergebnisse der Abstimmung können später auch als Bericht gesichert werden – bei Bedarf auch vollkommen anonym.

Die Tatsache, dass Umfragen als Feature relativ unbekannt sind, hängt unter anderem damit zusammen, dass man dieses erst in den Kontoeinstellungen freischalten muss. Falls Du eine detaillierte Anleitung hierzu benötigst, findest Du diese im Help Center von Zoom.

Es lohnt sich bei Zoom wirklich die Einstellungen und Funktionsmöglichkeiten einmal genau zu studieren, denn das Programm ist vielseitiger als es zunächst scheinen mag. Hier verbergen sich unter anderem auch die Breakout-Rooms, auf deren Nützlichkeit wir im Zusammenhang mit Zoom immer wieder gerne hinweisen, da sie in Lernveranstaltungen insbesondere Gruppenarbeitsphasen ermöglichen.

Finde Deine persönliche Allzweckwaffe

Wir haben hier Zoom als Schweizer Taschenmesser unter den Tools vorgestellt, aber derselbe Gedanke lässt sich auch auf andere Programme übertragen. Es gibt viele Apps, die sich für den vielfältigen Einsatz anbieten. Es ist sicher nicht nötig, für jede methodische Kleinigkeit ein designiertes Programm zu nutzen.

Es ist die Anstrengung auch eigentlich gar nicht wert, Zeit und Mühe zu investieren um für jede Methode eine spezialisierte Software zu finden – oder sogar zu kaufen. Stattdessen sollte man sich Programme vielleicht lieber etwas mehr im Detail ansehen und ihre vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten entdecken.

Denn am Beispiel von Zoom erkennt man schnell, dass viele Tools mehr können, als sie auf den ersten Blick offenbaren. Außerdem werden die meisten Online-Tools stetig mit Updates und neuen Features versorgt – es lohnt sich auch hier die neuen Entwicklungen zu verfolgen und auszutesten.

Nur weil Dein Seminar eventuell derzeit online stattfindet, heißt das nicht, dass damit alles aufwändiger und anstrengender werden muss. Und es ist anstrengend, während eines Seminars 25 verschiedene Tabs offen zu haben und 10 verschiedene Programme kompetent bedienen zu müssen.

Auf diese Weise verstrickt man sich lediglich in methodischen und technischen Feinheiten und verliert das eigentliche Ziel der Interaktion doch wieder aus den Augen. Daher ist es eine Überlegung wert, das Online-Lernen nicht komplexer als nötig zu gestalten.

Denn mit etwas weniger Komplexität tun wir wohl nicht nur uns selbst einen Gefallen, sondern auch den Lernenden.

YouTube als Lernplattform – Viel mehr als nur Katzenvideos

Jede Minute werden auf YouTube 400 Stunden Videomaterial hochgeladen und insgesamt wird pro Tag weltweit über eine Milliarde Stunden Videos angesehen – das ist mehr als auf Netflix und Facebook zusammen. Diese Zahlen sind kaum vorstellbar und unterstreichen den Stellenwert der Plattform als Unterhaltungs- und Informationsmedium.

Das allererste Video, das jemals auf YouTube hochgeladen wurde, trug übrigens den Titel „Me at the zoo“ und war ein 19-sekündiger Clip eines der Gründer vor dem Elefantengehege des San Diego Zoos.

Das war im Jahr 2005 – das Thema Tiere ist bis zum heutigen Tag in der YouTube-Landschaft eines der populärsten. Neben den obligatorischen Katzenvideos sind vor allem auch Videos aus den Bereichen Gaming, Beauty und Lifestyle beliebt.

Doch die Video-Plattform hat noch so viel mehr zu bieten –

YouTube ist ein wahrer Abenteuerspielplatz und gleichzeitig eine schier unendliche Quelle des global geteilten Wissens. Dieses Wissen kann man sich auch als Trainer zu Nutze machen.

Man muss tatsächlich nicht unbedingt zu jedem Thema eigene Erklärvideos aufnehmen – dazu fehlt sicherlich auch oft die Zeit. Es kann sich durchaus lohnen, im Vorfeld eines Online-Seminars auf YouTube ein gezieltes Tutorial zu einem verwendeten Tool zu suchen und den Teilnehmer*innen zur Verfügung zu stellen.

Auf diese Weise kann bereits vor Beginn des Seminars oder einzelnen Einheiten eine eigenständige Vorbereitung der Lernenden erfolgen. Dies kann unter Umständen für einen reibungsloseren Ablauf sorgen und Wissenslücken zwischen den Teilnehmer*innen schließen.

YouTube ist seit 2006 auch eine Google-Tochter, man braucht für die grundsätzliche Nutzung der Inhalte aber kein Google-Konto. Dieses benötigt man lediglich zum Kommentieren, Bewerten und Hochladen.

Denn auch wenn man selbst Lehrvideos erstellen möchte, kann man diese auf YouTube hosten. Falls Dich dieses Thema näher interessiert, kann ich Dir diesen Blogartikel ans Herz legen:

Lernen bewegt – Erklärvideos im Online-Seminar

Was macht YouTube als Lernmedium so effektiv?

Auch aus der Perspektive des Lernenden ist YouTube eine wahre Goldgrube. Denn es gibt im Prinzip keine Grenzen bei dem, was man so alles lernen kann. Vom Kochrezept, über amerikanische Geschichte, bis hin zur Quantenphysik. Für beinahe jede Wissens- und Interessensnische bietet YouTube ausgewiesene Experten und eine eigene Community gleich mit dazu. Denn YouTube ist nicht nur eine Video-Plattform, sondern gleichzeitig auch das zweitgrößte soziale Netzwerk mit knapp 2 Milliarden aktiven Nutzern.

Ja, Milliarden. Das ist kein Tippfehler – YouTube wird tatsächlich von einem guten Viertel der Erdbevölkerung genutzt.

Ich persönlich schätze an YouTube vor allem seine Koch-Community. Denn wie die meisten Menschen lerne ich besonders gut audio-visuell. Die Verbindung von Bild, Ton und Text erschafft eine Informationsdichte, die verschiedene Sinne anspricht und eine besonders effektive Wissensvertiefung ermöglicht. Insbesondere komplexe Zusammenhänge lassen sich oftmals wesentlich einfacher demonstrieren als ausschweifend erklären. Die Dreidimensionalität eines Videos kann Verhältnisse abbilden, die allein mit Bildern oder Texten kaum zu greifen wären.

Natürlich kann man ein Rezept für Käsekuchen auch in rein geschriebener Form finden. Jedoch ist es wesentlich leichter zu verfolgen, wenn man tatsächlich sämtliche Einzelschritte in der Entstehung beobachten kann. Ich kann beispielsweise immer wieder nur vermuten, was genau der Autor eines Rezepts nun unter „flüssig“ oder „sirup-artig“ verstehen mag.

In einem YouTube-Video kann ich die zu erzielende Konsistenz live in Aktion sehen und so wesentlich erfolgsversprechender meine eigenen Unternehmungen daran ausrichten. Denn wer gerne backt, weiß, dass Sieg und Niederlage in der Küche manchmal nur 15 Sekunden quirlen auseinander liegen.

In Form von YouTube steht dem Lernenden nicht nur der Trainer der jeweiligen Disziplin zur Verfügung, sondern immer auch die Weisheit der Masse in den Kommentaren. Hier finde ich unter Umständen Menschen, die dieses Rezept bereits ausprobiert haben, oder Antworten auf Nachfragen, die ich mir auch gestellt hatte. Kann ich zum Beispiel statt Quark auch Frischkäse verwenden? Im Kommentarbereich kann man sich mit anderen Hobbyköchen austauschen und sich deren Meinung und Erfahrungen zu Nutze machen.

Viele Menschen, die YouTube regelmäßig als Unterhaltungs- oder Informationsmedium nutzen, stellen zudem fest, dass die Einbindung in bestimmte Communities und die Interaktion mit anderen Abonnenten und den Kanalbetreibern einen Mehrwert bietet. Die dargestellten Informationen können einfach viel lebendiger wirken, wenn sie mit einer sympathischen Persönlichkeit verknüpft werden.

Natürlich gilt auf YouTube dieselbe Grundregel wie im Internet allgemein: Informationen sind mit Vorsicht zu genießen. Ein gesundes Maß an Skeptizismus ist im Umgang mit Online-Material fast immer angebracht. Daher sollte man sich im Falle von im Rahmen eines Seminars zu verwendenden Videos auf jeden Fall der Qualität versichern.

Wieso sollte ich YouTube konkret als Tool im Seminar nutzen?

Viele Menschen nutzen die Plattform YouTube im alltäglichen Leben als Lernplattform. Zudem haben wir die Möglichkeit angesprochen, YouTube-Videos als vorbereitende Maßnahme im Vorfeld eines Seminars oder einer einzelnen Einheit zu nutzen.

Doch gibt es noch weitere Gründe die Video-Plattform als didaktisches Hilfsmittel zu nutzen. Im Folgenden möchte ich Euch daher zwei Anwendungsszenarien vorstellen, in denen der Trainer YouTube als Tool einbinden kann.

Show, don’t tell

In vielen Vorlesungen und Seminaren hören Lernende von großen Poeten, Wissenschaftlern oder Geschäftsleuten. Als Trainer kann man den ganzen Tag über die vortrefflichen Präsentationstechniken des Steve Jobs berichten. Dabei ist es doch so viel aussagekräftiger, den Teilnehmer*innen einen kurzen Videoclip des Apple-Gründers höchstpersönlich zu zeigen. Eine YouTube-Suche liefert in Sekunden tausende von Videos, mit Hilfe derer sich die eigenen Aussagen anschaulich untermalen lassen.

Natürlich hängt die Anwendung dieser Methode immer vom jeweiligen Themengebiet ab und sollte wohl auch gut dosiert sein, aber insgesamt kann etwas mehr Anschaulichkeit wohl den wenigsten Veranstaltungen schaden. Zudem durchbricht ein kurzer Wechsel des Input-Mediums an der richtigen Stelle stets gut eventuelle Monotonie und verhindert die kognitive Ermüdung der Teilnehmer*innen.

Wichtig ist daher aber auch immer, dass man diese nicht zu lange mit Videos berieselt, denn sonst kommen schnell Flashbacks zum „Film gucken“ in der Schule auf – damals war der Film öfters ein Zeichen, dass der Lehrer an dem Tag einfach keine Lust hatte. Kurze Clips eignen sich daher deutlich besser an bewusst gewählten Stellen zur Akzentuierung eines bestimmten Aspektes.

Und auch bei der Arbeit mit YouTube sind die Voraussetzungen gegeben um das Tool sowohl in Online- als auch in Präsenzveranstaltungen zu nutzen. Wie so oft ist die Funktion der Bildschirmteilung eine praktische Online-Variante, aber man kann auch Links über den Chat oder eine E-Mail zur Verfügung stellen.

YouTube als Recherche-Tool

Wir reden immer wieder davon, wie Lernende in Einzel- und Gruppenarbeiten zur eigenständigen Erarbeitung eines Themenbereichs geführt werden können. Die Vorteile dieser Herangehensweise liegen vor allem darin, dass die Teilnehmer*innen sich aktiv am Lernprozess beteiligt fühlen und das Gelernte auch wesentlich nachhaltiger abspeichern.

YouTube bietet sich als Recherche-Tool insbesondere für Einzelarbeitsphasen an. Wenn man also im Rahmen dieser Phasen verschiedene Themengebiete erarbeiten lässt, können sich die die Teilnehmer*innen auch im selben Raum mit unterschiedlichen Dingen befassen ohne einander in die Quere zu kommen – vorausgesetzt sind in einer Präsenzveranstaltung natürlich Kopfhörer!

Die Vorteile einer multimedialen Erarbeitung des Themas über Videos im Vergleich zu etwa Texten haben wir bereits erörtert. Zusätzlich ist es sinnvoll, die Präsentation der Ergebnisse in die Verantwortung der Lernenden zu legen. Auf diese Weise werden die Lernergebnisse besonders gut konserviert.

YouTube als Lernmedium – auf jeden Fall!

Insgesamt lässt sich festhalten, dass YouTube als Lernplattform zwei wesentliche Vorzüge bietet: Multisensualität und Selbstständigkeit.

Die Einbindung verschiedener Sinneskanäle ist für den Lernerfolg besonders förderlich und erlaubt auch den Zugang zu komplexeren Themenbereichen. Zudem ist der Lernende besonders selbstständig: er kann gezielt Informationen zu einzelnen Inhalten suchen und den Lernprozess selbstbestimmt steuern. Das Lerntempo kann an die individuellen Bedürfnisse angepasst und einzelne Passagen beliebig oft angesehen werden. Darüber hinaus stellt der Community-Aspekt eines sozialen Netzwerks wie YouTube einen zusätzlichen Mehrwert dar.

Und man sollte sich auch nicht davor scheuen, YouTube-Inhalte als visualisierendes Element gezielt in der eigenen Veranstaltung einzusetzen. Und übrigens hier noch ein kleiner Geheimtipp: YouTube bietet auch eine barrierefreie Live-Streaming-Funktion inklusive Chat über einen generierten Link. Die Plattform kann also durchaus auch als kostenfreier Hosting-Service für Webinare & Co. in Betracht gezogen werden.