Die 5 größten Herausforderungen in Online-Seminaren (und wie Du sie meisterst)

Wir gehen einfach einmal davon aus, dass Du Trainer*in oder Coach aus ganzem Herzen bist.

Wahrscheinlich hast Du Deine jetzige Tätigkeit ergriffen, weil Dir die Arbeit und der reale Kontakt mit Menschen wirklich wichtig ist.

Dann ist es auch wahrscheinlich, dass Du mit gewissen Eigenheiten von Online-Seminaren nicht ganz glücklich bist und das Gefühl hast, dass Du Deine bewährten Präsenz-Methoden einfach nicht angemessen umsetzen kannst.

Mit diesem Gefühl bist Du sicherlich nicht alleine. Viele angehende Online-Trainer*innen glauben, dass der fehlende persönliche Kontakt ihre üblichen Ziele aus der Präsenz beinahe unmöglich macht.

Denn in vielen Fachgebieten, die beispielsweise Kommunikation, Mediation oder Soziales betreffen, ist die persönliche Ebene unerlässlich.

Die folgenden Punkte nennen Trainer*innen als die 5 größten persönlichen Ziele und gleichzeitig Herausforderungen in ihren Onlinekursen:

  1. Du möchtest eine vertrauensvolle Verbindung Deiner Teilnehmer*innen zu Dir als Trainer*in
  2. Du möchtest Deine Teilnehmer*innen und ihre individuellen Geschichten kennenlernen
  3. Du möchtest als konkreter Ansprechpartner erreichbar sein
  4. Du möchtest den Überblick über den Lernfortschritt behalten und bei Bedarf aktiv unterstützen können
  5. Du möchtest, dass Deine Teilnehmer*innen sich untereinander kennenlernen, fördern und austauschen können

Diese Ziele sind vermutlich auch für Dich so wichtig, da ein Training meist auf einer sehr individuellen Basis stattfindet. Du musst Deine Teilnehmer*innen oder Kund*innen zu einem gewissen Grad persönlich kennenlernen, um mit ihnen arbeiten zu können.

Sprechen wir also über jedes einzelne dieser Ziele und wie Du sie auch in einem Onlinekurs erreichen kannst. Die folgenden Methoden helfen dir, mehr Persönlichkeit und echten Kontakt in Dein Online-Seminar zu integrieren.

1. Persönliche Videos aufnehmen

Viele Trainer*innen greifen sehr gerne auf Videomaterial und Erklärvideos zur Unterstützung ihrer Lerninhalte zurück.

Visuelle Hilfen veranschaulichen die Inhalte sehr gut und helfen bei der Speicherung des Gelernten. Vielleicht holst Du Dir Deine Videos auf YouTube und verlinkst sie für Deine Teilnehmer*innen.

Aber hast Du schon mal darüber nachgedacht, Deine eigenen Videos aufzunehmen?

Als Trainer*in bist Du wahrscheinlich in einer Sache am besten: Deine Inhalte live vermitteln. Auch wenn Dir beim Aufnehmen eigener Videos dann natürlich leider das Live-Feedback fehlt, merkst Du vielleicht, dass die mündliche Vermittlung Dir mehr Spaß macht als nur eine Verschriftlichung.

Außerdem haben Deine Teilnehmer*innen beim Anschauen so das Gefühl, dass Du wirklich ganz persönlich mit ihnen sprichst. Und wie Du aus der Präsenz sicher weißt, baut sich ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Trainer*in und Teilnehmer*in genau auf diesem Gefühl auf.

Falls Du nicht genau weißt, wie Du das technisch umsetzt, kannst Du dir beispielsweise das Programm Loom angucken. Alternativ kannst Du Videos auch immer direkt über Zoom aufnehmen.

2. Wieder mehr kommunizieren

Manchmal geht die zweiseitige Kommunikation in Onlinekursen tatsächlich etwas unter.

Da der aktive Dialog in einem Lernprozess aber sehr wichtig ist, kannst Du mit Hilfe von Umfrage- und Feedback-Tools die Stimmen Deiner Teilnehmer*innen wieder stärker einbinden.

Denn als Trainer*in baust Du schließlich oft auf den individuellen Fall Deiner Kund*innen auf und dafür musst Du wissen, was ihre eigenen aktuellen Ziele und Herausforderungen sind.

Umfrage und Quizzes kannst Du an vielen verschiedenen Stellen einbauen: Als Einstieg, zur Reflexion zwischendurch und als Abfrage des Fortschritts oder zur Evaluation.

Es gibt viele kostenlos nutzbare Umfrage-Tools und Apps. Wenn Du ein Tool suchst, das für Deine Teilnehmer*innen ohne Anmeldung und anonym funktioniert, kannst Du beispielsweise Google Forms verwenden.

Wenn Du eine Lernplattform oder ein Lernmanagement-System verwendest, kannst Du Deine Umfragen und Quizzes eventuell sogar direkt über diese erstellen.

3. Verschiedene Kontaktmöglichkeiten anbieten

Der Kontakt zu Dir als Trainer*in ist für Deine Teilnehmer*innen natürlich äußerst wichtig. Daher solltest Du auch klar kommunizieren, wie sie Dich als Ansprechpartner*in erreichen können.

Insbesondere in Online-Seminaren und -Kursen haben Teilnehmer*innen manchmal das Gefühl, dass sie eine weniger direkte Verbindung zu ihrer Lernbegleitung haben. Vor allem bei Fragen oder Problemen sollten sie daher genau wissen, an welche Adresse sie sich wenden müssen.

Einige der Kontaktmöglichkeiten, die wir auch bei Train The Online Trainer nutzen, umfassen:

  • Mail-Kontakt zu Lernbegleiterin Andrea und dem Team
  • Wöchentliche Zoom Coaching Calls, bei denen die Gruppe zusammenkommt und alle Teilnehmer*innen live ihre Fragen stellen können
  • Kommentarfunktion unter den Lernvideos
  • Facebook-Gruppe zum Austausch mit Andrea und den anderen Teilnehmer*innen

Wie Du siehst, versuchen wir sowohl den Kontakt zur Lernbegleitung als auch den Austausch innerhalb der Lerngruppe aktiv anzuregen. Denn viele Teilnehmer*innen beklagen in Online-Seminaren schließlich auch den mangelnden Kontakt zu anderen Lernenden.

Daher kann eine Facebook-Gruppe beispielsweise eine wichtige Plattform für den Austausch und Dialog sein, durch den sich eine positive Gruppendynamik entwickelt. In unserem Fall ist die Facebook-Gruppe auch direkt an unsere Lernplattform angebunden, sodass die Teilnehmer*innen den Weg dorthin problemlos finden.

Wenn dir eine ständige Erreichbarkeit nicht möglich oder einfach zu viel ist, kannst Du durchaus auch zeitliche Rahmen festlegen. Du kannst etwa über die Woche alle Fragen aus den Mails oder den Kommentaren sammeln und im wöchentlichen Call oder Webinar gesammelt beantworten.

Du kannst auch die Zeiten, in denen Deine Teilnehmer*innen direkte Antworten in einer Gruppe erwarten können, eingrenzen. Egal, was Du als Kontaktmöglichkeiten festlegst, Du solltest es nur deutlich kommunizieren.

4. Lernfortschritt im Blick behalten

Auf Distanz kann es für Dich als Trainer*in manchmal schwieriger sein, den Lernfortschritt Deiner Teilnehmer*innen zu kontrollieren.

Da Du in der Präsenz oft ein direkteres Feedback erhältst und Deine Lernenden mehr beobachten kannst, entgehen Dir online vielleicht ab und zu kleine und große Lernhindernisse.

Vielleicht möchtest Du auch ganz individuell wissen, wie einzelne Lernende mit den Inhalten vorankommen, damit Du sie bei Bedarf unterstützen kannst.

Wenn Dir diese Dinge auch online besonders wichtig sind, bietet sich die Integration einer Lernplattform oder eines Lernmanagement-Systems an.

Als Kurs-Admin kannst Du dann bei den meisten Anbietern auch den Lernfortschritt überprüfen. So sieht das beispielsweise auf unserer Plattform Coachy aus:

Ein solches Feature kann Dir dabei helfen, den Lernstand Deiner Teilnehmer*innen zu einzelnen Kapiteln oder Modulen zu kontrollieren. Wenn Du dann bemerkst, dass einzelne Lernende inhaltlich zurückliegen, kannst Du sie kontaktieren und bei Bedarf Unterstützung anbieten.

Bei vielen Plattformen kannst Du zusätzlich auch noch Tests zu verschiedenen Abschnitten einbinden. Auf diese Weise können sowohl Du als auch Deine Lernenden selbst ihren Lernfortschritt und -erfolg überprüfen.

5. Online gemeinsam arbeiten

Wir haben eben bereits darüber gesprochen, wie Du den grundsätzlichen Kontakt unter den Lerngruppenmitgliedern herstellen und anregen kannst.

Aber auch bei den Inhalten solltest Du darauf achten, dass sie online so interaktiv wie möglich gestaltet sind. Kollaboratives Lernen bringt Deine Teilnehmer*innen auch digital zusammen.

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Online-Tools, die Gruppenarbeiten mühelos ermöglichen. Dabei ist es aber immer ratsam, nicht für jede einzelne Methode ein neues Tool zu suchen.

Es ist für Dich und Deine Teilnehmer*innen angenehmer, wenn Du eine Handvoll gute Allround-Tools findest. Insbesondere wenn Du es mit Lernenden zu tun hast, die über weniger digitale Kompetenz verfügen.

An das Level der digitalen Kompetenz Deiner konkreten Lerngruppen kannst Du dann auch dein methodisches Vorgehen anpassen. Aber insgesamt sollte es Dich nicht davon abhalten, in Deinen Online-Seminaren kollaborativ zu lernen.

Wenn Du eine gute, praxiserprobte Auswahl an Tools für Einsteiger in Online-Seminare brauchst, kannst Du diese auch in unserem Starterkit: Methodenkoffer finden!

Nahbarkeit oder Autorität – Was brauchen Lernende wirklich?

Als Person in einer lehrenden Funktion legt man sich früher oder später wohl eine bestimmte Herangehensweise zu.

Diese basiert vielleicht auf der individuellen Persönlichkeit oder aber auch auf Erfahrungswerten aus der Vergangenheit oder ist auf dem Vorbild des früheren Lieblingslehrers aufgebaut.

Als Lehrende*r findet man sich häufig in einer gewissen Autoritätsfunktion wieder – ob man nun möchte oder nicht. Denn Autorität beruht oftmals auch auf einem Wissensvorsprung und den hältst Du als Trainer*in oder Coach ja vermutlich auch inne.

Jedoch kannst Du natürlich Deine Rolle als Trainer*in ganz individuell ausgestalten und frei entscheiden, wie viele Stufen und Grenzen es zwischen Dir und Deinen Lernenden gibt.

Als Trainer*in bist Du gewissermaßen eine Führungskraft, die ein Team leitet und dirigiert. Dabei kann es also verschiedene Ansätze geben auf einer Skala von „Kumpelhaft“ bis „Autoritär“.

Welche Vor- und Nachteile haben die unterschiedlichen Trainingsstile und welches Arbeits- und Lernklima erzeugen sie?

Brauchen Erwachsene überhaupt Autorität?

Der Faktor Alter spielt bei der Betrachtung sicherlich eine Rolle. Wenn Du mit Kindern und Jugendlichen arbeitest, hast Du vermutlich eine andere Position als ein*e Trainer*in in der Erwachsenenbildung.

Durch den Altersunterschied ergibt sich fast automatisch eine Hierarchie basierend auf dem vollkommen verschiedenen Stand im Leben. Das heißt natürlich keinesfalls, dass Kinder immer eine harte Hand brauchen und nur durch Autorität lernen können.

Aber wir sprechen an dieser Stelle immer mehr über Erwachsenenbildung und wie dieser Faktor das Lernen mit beeinflusst.

Denn wenn Du mit Erwachsenen arbeitest, stehen Deine Lernenden häufig an einer sehr ähnlichen Stelle im Leben wie Du selbst. Dadurch ergeben sich einige interessante Dynamiken.

Zunächst einmal sind Erwachsene in den meisten Fällen freiwillig Deine Lernenden. Daher kannst Du in der Erwachsenenbildung auch grundsätzlich von einer höheren Eigenständigkeit ausgehen. Diese ist auch Grundvoraussetzung, denn man kann schließlich sowieso niemanden zum Lernen zwingen.

Sehr überspitzt gesagt, kann es Dir also egal sein, ob jemand etwas lernt oder nicht. Natürlich ist es Dir aber nicht egal, sonst wärest Du ja nicht Dozent*in, Trainer*in oder Coach.

Die meisten Trainer*innen, mit denen man so spricht, sind sogar eher empathisch veranlagt und geben gerne sehr viel von sich aus.

Die richtige Balance zwischen professionellem Arbeitsverhältnis und Nahbarkeit zu finden, ist also nicht immer einfach und führt manchmal zu einer Schwierigkeit.

Brauchen erwachsene Lernende Grenzen?

Da man nicht aus einem leeren Gefäß schöpfen kann, muss auch der empathischste Coach ab und zu auch mal an sich selbst denken.

Vielleicht bist Du nämlich auch jemand, der sich mit dem Nein sagen schwer tut und immer versucht alles möglich zu machen. Wahrscheinlich möchtest Du als Pädagog*in auch einfach ehrlich Dein Wissen weitergeben.

So oder so, an manchen Stellen musst Du vermutlich trotzdem eine Grenze ziehen. Denn ein nahbares Auftreten verleitet andere eben oft auch dazu, die Grenzen der Machbarkeit zu überschreiten.

Abgesehen davon kannst Du als Trainer*in natürlich auch den Ablauf eines Seminars mit mehr oder weniger strikten Richtlinien leiten. Vielleicht merkst Du beispielsweise, dass zu offen und locker gestaltete Seminare nicht zum entsprechenden Lernerfolg führen.

Wenn Du Deine Seminare am liebsten auf einer eher persönlichen Basis leitest, ist das vollkommen in Ordnung. Aber Du musst Dir bewusst sein, dass Du so immer einige (auch private) Türen öffnest, die sich nachher nur noch schwerlich schließen lassen.

Heterogenität erfordert Individualität

Oft geht es aber gar nicht anders, denn ein weiteres klassisches Merkmal der Erwachsenenbildung ist die Heterogenität der Lerngruppen.

Jede*r Lernende bringt seine individuelle berufliche Hintergrundgeschichte mit, die oft sehr vielfältig ist. Anders als in einer Schulklasse kannst Du also praktisch gar nichts an gemeinsamem Wissen voraussetzen.

Das Resultat ist häufig, dass Du Dich als Trainer*in sehr persönlich mit einzelnen Teilnehmer*innen auseinandersetzen musst. Das fällt den meisten leichter, wenn man sich auf dieselbe Ebene begibt.

Daher bevorzugen viele Trainer*innen beispielsweise das persönliche Duzen innerhalb einer Lerngruppe. Auf diese Weise egalisierst Du von Anfang an die Beziehung zwischen der vermeintlichen Autoritätsperson und den Lernenden.

Wie wichtig Dir eine persönliche Note in Deinen Seminaren ist, entscheidest Du natürlich selbst. Viel wichtiger ist sowieso immer, dass sich Deine Teilnehmer*innen respektiert fühlen. Denn dadurch, dass sie selbst vermutlich erfahrene Profis auf ihrem Gebiet sind, haben sie gleichzeitig auch immer etwas zu bieten.

Deine Teilnehmer*innen sind keine Kinder oder Jugendlichen und daher in vielen Fällen das bewusste Lernen an sich nicht mehr gewöhnt. Lebenslanges Lernen hat mittlerweile zwar einen größeren Fokus erfahren, aber trotzdem brauchen Erwachsene manchmal mehr Unterstützung im Lernprozess.

Zugegeben könnten sicherlich auch Schüler von mehr individueller Betreuung profitieren, aber Lehrer können dies meist im Rahmen der klassischen Schulbildung gar nicht leisten.

Welches Lernklima ist produktiv?

Die Art und Weise wie ein*e Trainer*in den Lernprozess gestaltet, hat sicherlich großen Einfluss auf das Arbeits- und Lernklima.

Wir hatten früher vermutlich alle einen Lehrer, der für seine Strenge fast schon gefürchtet wurde. Allein der Gedanke an meine frühere Latein-Lehrerin erzeugt bei mir immer noch ein kleines Stechen in der Magengrube.

Habe ich für dieses Fach fleißig Vokabeln gelernt und gewissenhaft Hausaufgaben erledigt? Auf jeden Fall. Denn jeder wusste, wie unangenehm die Situation wurde, wenn man es nicht tat.

Auch wenn Angst vor strengen Konsequenzen also durchaus ein Katalysator für Lernfortschritt sein kann, ist die Verknüpfung von negativen Emotionen mit dem Lerninhalt natürlich nicht dauerhaft förderlich.

Selbstverständlich müssen sich klare Regeln und Richtlinien auch nicht in einer solchen Form äußern: Du kannst als Trainer*in das Zepter in die Hand nehmen und Deine Teilnehmer*innen klarer führen, ohne Angst und Schrecken zu verbreiten.

Manche erwachsene Lernende profitieren vielleicht sogar noch mehr von stärkerer Anleitung und genaueren Vorgaben durch eine Lehrperson.

Dennoch ist allein die Tatsache, dass Erwachsenenbildung häufig auf freiwilliger Basis geschieht, meistens ein gutes Fundament für Trainer*innen als gleichberechtigte Lernbegleiter*innen.

Dein Wissensvorsprung und Deine Expertise verleihen Dir natürlich weiterhin einen besonderen Status, aber eine grundsätzliche Gleichberechtigung ist oft besonders produktiv in der Arbeit mit Erwachsenen.

Als nahbarer Mensch und Trainer*in gestaltest Du ein entspanntes Lernklima, in dem Deine Teilnehmer*innen sich trauen Fragen zu stellen und in der Gruppe frei zu interagieren.

Das mag wie eine Selbstverständlichkeit für Dich klingen, aber strengere Führungsstile bieten oftmals einfach nicht den richtigen Nährboden für diese positiven Effekte.

Wieviel Führung ist also nötig?

Es gibt natürlich nie den einen richtigen Weg. Es gibt sicherlich auch gute Argumente für strengere Regeln und klare Grenzen.

Erwachsene hinterfragen grundsätzlich viel mehr und fordern meist mehr Respekt und Gleichberechtigung für sich ein als Kinder oder Jugendliche.

Wie sehr Du die Grenzen aufweichst, liegt letztlich bei Dir und hängt sicherlich auch von Deinem jeweiligen Themengebiet ab.

Wenn Du Wert auf ein Gemeinschaftsgefühl und kollaboratives Lernen legst, ist eine gewisse persönliche Beteiligung vermutlich von Nöten.

In vielen Lernkontexten der Erwachsenenbildung bist Du als Trainer*in auch eher Moderator*in als Lehrer*in. Das heißt, Du eröffnest den Lernraum für eine Lerngruppe und sorgst dafür, dass alle Beteiligten sich darin zurecht finden.

Da insbesondere Online-Seminare kollaborative Elemente benötigen, um die Motivation langfristig aufrecht zu erhalten, ist ein positives Lernklima unbedingt nötig.

Da sich ein solches Klima meist nur auf Basis einer persönlichen Verbindung zu Trainer*innen und innerhalb der Lerngruppe entwickelt, ist der informelle Austausch sogar noch wichtiger.

Online-Seminar zum Anfassen – 3D-Effekte

Einer der Faktoren, die für das Gefühl von weniger Lebendigkeit im Online-Seminar sorgen können, ist die anhaltende Zweidimensionalität.

Wir schauen ständig auf einen Bildschirm und da sich die Menschen darin selten bewegen, verbleiben sie auch meist im selben Abstand zur Kamera und wir bekommen nicht wirklich ein echtes Gefühl für den Raum.

Das Resultat der fehlenden Tiefe ist, dass sich die Menschen und Inhalte für uns oftmals flach und weniger real anfühlen.

Denn Dreidimensionalität ist für die menschliche Wahrnehmung unheimlich wichtig. Natürlich sind wir mittlerweile alle an die zweidimensionale Darstellung in medialen Kontexten gewöhnt, aber das Problem offenbart sich dennoch bei längerer Nutzung häufig in Form von Konzentrationsstörungen oder mangelnder Vorstellungskraft im Bezug auf die Inhalte.

Wie bringst Du das Gefühl von 3D in 2D?

Es ist davon auszugehen, dass Du als Trainer*in nicht unbedingt Zugang zu VR-Brillen hast und voll ausgeformte Simulationen mit Deinen Teilnehmer*innen unternehmen kannst.

Aber auch mit weniger technologisch ausgefeilten Mitteln kannst Du ein Online-Seminar lebendiger und dreidimensionaler gestalten.

Eine relativ einfache, aber effektvolle Möglichkeit, ist der Einsatz von aufklappbaren Materialien oder Leporellos.

Diese Methode ist vor allem für alle unter Euch geeignet, die gerne kreative Flipcharts und ähnliches anfertigen und denen diese Möglichkeit im Online-Seminar oft fehlt.

Flipcharts im Präsenzunterricht werden gerne auch dazu genutzt, um einzelne Teile nach und nach aufzudecken. Diesen Effekt kannst Du übrigens auch digital über ein virtuelles Whiteboard und Klebezettel nachempfinden.

Aber wenn Du es trotzdem lieber ein wenig haptischer möchtest, kannst Du Deine echten Flipcharts und Plakate entsprechend vorbereiten.

Du kannst etwa ein Leporello einzeln anfertigen, oder es auf einem Plakat zum Aufklappen anbringen. Alternativ kannst Du auf Deinem Plakat oder Flipchart auch kleine Türchen oder Klappen einbauen. All diese kleinen Tricks erschaffen die Illusion von Dreidimensionalität und erzeugen interessante visuelle Reize.

Den Input häppchenweise darzustellen hat auch einige Vorteile: Zum einen wird der Inhalt so für die Teilnehmenden besser verdaulich und sie haben mehr Zeit, um sich gemeinsam und gleichzeitig auf einzelne Teilstücke zu konzentrieren und Details wahrzunehmen.

Lego im Online-Seminar?

In vielen Trainingsgebieten setzen Trainer*innen auf modellhafte Darstellungen mit Figuren und Szenarien, die für die jeweiligen Inhalte und Prozesse relevant sind. Kleine Figürchen vermenschlichen und visualisieren den Input ein wenig und werden daher oftmals in sozialen Fachgebieten eingesetzt.

Es muss nicht gleich ein professioneller Schaukasten sein, aber hier kannst Du je nach Gebiet kreativ werden.

Vielleicht haben ja sogar Deine Kinder bereits das passende Lego- oder Playmobil-Set und lassen es Dich einmal ausleihen (Du hast es schließlich bezahlt, oder nicht?).

Diese Methode der Inhaltsvermittlung ist auch ganz sicher nicht nur für die Arbeit mit Kindern oder Jugendlichen geeignet. Teilnehmer*innen aller Altersklassen können von einer anschaulichen Darstellung profitieren und die unerwartete Umsetzung lockert gleichzeitig auch noch die Stimmung auf.

Auch wenn in der Arbeit mit Kindern viel häufiger mit Materialien zum Anfassen gearbeitet wird, gibt es keinen Grund auch nicht in der Erwachsenenbildung davon Gebrauch zu machen. Denn Inhalte für Erwachsene neigen häufig dazu, sehr vertextlicht und weniger anschaulich zu sein.

Selbst das Wort Modell hat wohl für die meisten Erwachsenen oft eine theoretische Konnotation. Dabei kann eine praktische, dreidimensionale Ausgestaltung wesentlich effektiver sein.

Denke beispielsweise einmal daran, wie komplex die Erklärung eines DNA-Stranges in Worten wäre. Das Helix-Modell, das wahrscheinlich auch in Deinem Biologie-Klassenzimmer stand, unterstützt die Erklärung sicherlich ungemein.

Mit Hilfe von Modellen kannst Du also Zusammenhänge sehr plastisch darstellen. Insbesondere auch wenn es um Menschen und ihre (räumliche) Beziehung zueinander geht, kann eine solche Methode viele Worte schnell ersetzen.

Was brauchst Du an Equipment?

Vielleicht fragst Du Dich jetzt noch, wie genau Du Deine 3D-Materialien technisch am besten zeigen kannst.

Wenn Du gerne mit kreativen Kamera-Perspektiven arbeiten möchtest, empfiehlt sich eine Dokumentenkamera. Diese Kameras sind praktisch in ein Stativ eingebaut und sehr flexibel in viele Winkel drehbar.

Diese Kameras sind außerdem darauf spezialisiert, Objekte und Text in Nahaufnahme zu zeigen.

Wenn Du eine solche Investition nicht direkt machen möchtest, kannst Du aber auch erstmal Dein Smartphone und ein möglichst flexibles Stativ verwenden. Wenn Du Dein Smartphone nicht direkt mit Deiner Konferenzsoftware als zweite Kameraperspektive nutzen kannst, brauchst Du eventuell eine App (z.B. manycam).

Natürlich erzeugen diese Tricks nicht wirklich ein dreidimensionales Bild, aber Deine Teilnehmer*innen bekommen so wesentlich mehr geboten, an dem sich ihr Raumgefühl orientieren kann.

Zudem kann diese Variation in der Darstellung einfach den Trott eines Online-Seminars ein wenig aufbrechen und etwas mehr Praxis-Gefühl vermitteln.

Die hier besprochenen Tipps erfordern eventuell ein klein wenig mehr Bastelei von Deiner Seite, als Du normalerweise an den Tag legen würdest. Diese Methoden sind daher besonders für Trainer*innen geeignet, die ähnliche Dinge gerne in ihren Präsenz-Trainings anwenden und nicht alles auf virtuelle Optionen umstellen möchten.

Gamification – Spielerisch zum Lernerfolg

Das Schlagwort Gamification hast Du als Trainer*in sicherlich schon einmal gehört. Doch was beinhaltet dieser Ansatz überhaupt genau?

Nichts tötet die Motivation zum Lernen schneller ab als Langeweile und Monotonie. Daher soll die Integration spielerischer Elemente Abhilfe schaffen und den Lernprozess auflockern.

Selbst wenn Du in Deinen Lernkontexten keine eigentlichen Prüfungen oder Tests eingebaut hast, kannst Du dennoch durch Gamification gezielte Lernreize setzen und so für mehr Ansporn sorgen.

Denn der Spieltrieb schlummert ins uns allen und kann durch verschiedene methodische Faktoren angesprochen werden, um zu einer positiven Gestaltung des Lernerlebnisses beizutragen.

Gamification ist ein so beliebter Ansatz, weil er meistens keinen großen Aufwand erfordert und mit ein paar minimalen Anpassungen des Konzepts umzusetzen ist.

Hier findest Du einige Tipps, wie Du auch in Deinen Online-Seminaren durch Gamification den Spaß am Lernen erweckst:

1. Klare Lernziele schaffen greifbare Herausforderungen

Auch wenn beim Lernen natürlich immer der Weg das Ziel ist, kann es Deinen Teilnehmer*innen helfen, ein konkretes Lernziel vor Augen zu haben.

Denn messbare Ziele schaffen ein längerfristigeres Erfolgserlebnis und geben den Teilnehmer*innen klare Vorgaben, welche Fähigkeiten sie entwickeln sollen und werden. Je deutlicher Du also die Lernziele formulierst, desto mehr erschaffst Du einen transparenten und motivierenden Lernprozess.

Transparenz ist bei Gamification immer eine wichtige Grundregel: Die Voraussetzungen und „Spielregeln“ sollten immer für alle Beteiligten klar und vergleichbar sein, damit Deine Teilnehmer*innen genau wissen, wie sie sich verbessern können. Klare Strukturen sorgen dafür, dass die Form nicht vom Inhalt ablenkt.

Gleichzeitig helfen klar abgesteckte Lernziele auch Dir bei der Konzeption der einzelnen Elemente.

2. Weniger ist mehr

Neben Deutlichkeit ist auch Einfachheit ratsam. Denn wenn die Spielregeln zu komplex sind, erschwert es den Lernenden unter Umständen den Zugang zu den Inhalten.

Vielleicht erinnerst Du Dich noch an eine Situation, in der Du zum ersten Mal ein Gesellschaftsspiel gespielt hast und die vielen Regeln sehr undurchsichtig und verwirrend waren. Daher sollte der Einstieg in Gamification-Elemente trotzdem niedrigschwellig konzipiert werden, um auch neuen „Mitspielern“ kein zu großes Lernhindernis zu bauen.

3. Den natürlichen Ehrgeiz nutzen

Der Mensch an sich misst sich gerne mit anderen. Diesen natürlichen Ehrgeiz kannst Du Dir als Trainer*in zu Nutze machen.

Mit Hilfe von (eventuell anonymisierten) Rankings wird der Wettbewerb angeregt und Deine Lernenden zu guten Leistungen und aktiver Beteiligung angespornt. Unter Umständen erzeugt man auf diese Weise sogar eine Art positiven Gruppenzwang.

Du kannst in eher unerfahrenen Teilnehmerfeldern auch Tests oder Aufgaben in Gruppen gegeneinander spielen lassen – so fühlen sich die Einzelnen weniger unter Druck gesetzt und es entstehen gleichzeitig gruppendynamische Prozesse.

Und natürlich zählt am Ende schließlich doch nur der olympische Gedanke und alle haben gewonnen, wenn sie etwas gelernt haben.

Natürlich kann es auch Themenbereiche oder Lernsituationen geben, in denen Ranglisten eher kontraproduktiv sein können. Wenn es etwa um individuelle Persönlichkeitsmerkmale oder ein eigenes Lerntempo geht, sind Rankings wohl nicht lernförderlich.

4. Belohnungen ausstellen

Die Motivation durch den reinen Wettbewerb ist eine Sache, aber wenn auch noch Belohnungen ausstehen, kann der Lernerfolg sich gleich doppelt lohnen.

Spiele sprechen unsere Belohnungsmechanismen an und sind daher so attraktiv und unterhaltsam. Dabei muss die Belohnung überhaupt nicht groß oder greifbar sein:

Alleine die Nachricht „Test bestanden“ mit einem kleinen Pokal-Symbol daneben wird von unserem Gehirn als Erfolgserlebnis verbucht. Wenn Du also abgeschlossene Lernschritte auch visuell positiv markierst, fühlen sich selbst kleine Fortschritte für die Teilnehmer*innen größer an. Da wir diese erzeugten Emotionen gerne immer wieder erleben möchten, werden wir so automatisch zu mehr motiviert.

Du kannst selbstverständlich auch größere Preise ausloben, die gute Leistungen mit gewissen Boni belohnen.

Den Lernfortschritt über Deine Lernplattform zu visualisieren, kann also einen sehr positiven Effekt auf die Motivation haben. Dazu können etwa der prozentuale Lernfortschritt, bestandene Tests oder Zertifikate zählen. So sieht das beispielsweise in unserem Kurs Train The Online Trainer auf der Plattform Coachy aus:

Wie Du siehst, handelt es sich wirklich nur um kleine Marker, die den Lernfortschritt und ein kleines Erfolgserlebnis visualisieren können.

5. Interaktionsflächen visuell aufpeppen

Deine Inhalte und Unterlagen visuell anzureichern ist immer eine gute Idee, da es einerseits das Abspeichern der Informationen erleichtert und andererseits die Aufmerksamkeit länger hochhält.

Daher sollte diese Grundregel auch auf Tests und Abfragen angewandt werden. Indem Du gleichzeitig die Oberflächen mit Illustrationen ansprechender gestaltest und die Abfragemechaniken variierst, motivierst Du Deine Lernenden langfristiger.

Das bedeutet, anstatt einfach immer nur Fragen nach demselben Muster beantworten zu lassen, solltest Du zwischen möglichst vielen verschiedenen Abfragemechaniken wechseln. Das können beispielsweise zeitliche Countdowns, Zuteilung per Drag&Drop, Timelines, Puzzle oder Fehlersuchen sein.

Auf diese Weise fühlt sich ein Test tatsächlich eher wie ein Spiel an, das Deine Teilnehmer*innen auch in ihrer Freizeit auf dem Smartphone spielen würden. Dadurch entsteht unter Umständen sogar weniger Leistungsdruck als in einem klassischen Testformat.

In Online-Seminaren ist dieses Ziel sogar noch einfacher umzusetzen, da es viele Apps und Programme gibt, die auf Quizze und Abfragen spezialisiert sind. Hier siehst Du ein kleines Beispiel, wie Du mit Hilfe der App Mentimeter Abfragen individualisieren kannst:

Quelle

6. Storytelling

Richtig eingesetzt kann Gamification Deine Lernenden besonders persönlich und emotional ansprechen und motivieren.

Test neigen oft dazu, einfach nur Faktenwissen abzufragen. Dabei merken wir uns größere Zusammenhänge und Geschichten wesentlich besser, da unser Gehirn eine breitere Fläche vernetzen kann.

Mit Hilfe von Gamification kannst Du Deine Teilnehmer*innen praktisch auf eine Reise mitnehmen, auf der sie verschiedene Etappen erreichen und schrittweise auf ein Ziel hinarbeiten. Wenn Du Dir Deinen Kurs als Storyboard konzipierst, kann es Dir auch bei der Erarbeitung der einzelnen Teilstücke und Spielelemente helfen.

Wenn Du also die Möglichkeit hast, Deine Inhalte in eine übergreifende Geschichte einzuordnen, können sich die Lernenden besser damit identifizieren und dem roten Faden folgen. Auch in Test-Situationen sind echte Szenarien immer besser als etwa eine reine Rechenaufgabe, da wir so unser Wissen kontextualisieren können.

Ist Gamification für mein Seminar geeignet?

Grundsätzlich lässt sich Gamification auf fast alle Lernszenarien anwenden. Da generell oftmals die Variation im Vordergrund steht, profitieren die meisten Formate von den positiven Effekten eines spielerischen Ansatzes.

Das Ziel von Gamification ist nicht, Deine Teilnehmer*innen durch Wettbewerb unter Druck zu setzen oder einen ungesunden Konkurrenzdruck zu fördern. Im Gegenteil: Wenn Du Gamification gezielt einsetzt, kann es sogar das Zugehörigkeitsgefühl innerhalb von Gruppen stärken.

Denn am Ende geht es weniger um Wettbewerb, sondern um die positive Verstärkung und Anerkennung von guten Leistungen, die sowohl jeden Einzelnen als auch das Kollektiv zu mehr motivieren sollen.

Du kannst Deine Teilnehmergruppen selbst am besten einschätzen und entscheiden, ob spielerische Elemente menschlich und inhaltlich passend sind. Selbst, wenn Du also die Wettbewerbs-Aspekte von Gamification nicht einsetzen möchtest, können Deine Inhalte trotzdem im Lernprozess durch mehr Aktivität bereichert werden.

Hybride Veranstaltungen – So gelingt der Spagat zwischen Online und Präsenz

Hybride Meetings sind eine besondere Herausforderung für jede Veranstalter*in. Die gleichzeitige Anwesenheit von Präsenz- und Online-Teilnehmer*innen erfordert besonders viel Planung und Feingefühl, um dafür zu sorgen, dass sich alle Beteiligten eingebunden fühlen.

Ein Host oder Moderator*in ist hier noch viel mehr in der Verantwortung, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Gerade wenn Du noch nicht lange in der Online-Sphäre unterwegs bist, kann es passieren, dass die eine oder andere Seite der Veranstaltung vernachlässigt wird.

Denn manchmal neigt man dazu, die Präsenz-Teilnehmer*innen als „mehr anwesend“ einzustufen und widmet folglich den virtuellen Gästen nicht genügend Zeit. Umgekehrt kann es durch mangelnde Planung oder technische Störungen leicht dazu kommen, dass die Online-Seite eines hybriden Meetings zu viel Raum in Anspruch nimmt.

Zunächst einmal ist also die Grundhaltung entscheidend: Alle Teilnehmer*innen – ob nun im selben Raum physisch anwesend oder virtuell zugeschaltet – sind gleichwertige Teile der Veranstaltung und erfordern dasselbe Maß an Respekt und Aufmerksamkeit.

Darauf aufbauend kannst Du einige Maßnahmen treffen, um den Ablauf eines hybriden Seminars erfolgreich zu gestalten:

1. Technik rechtzeitig einrichten

Auch wenn hybride Meetings nicht unbedingt das komplexeste Setup benötigen, muss für eine funktionierende technische Grundlage gesorgt sein. Häufig gehören dabei zur Ausstattung Laptops auf beiden Seiten, Beamer und Leinwand, Lautsprecher und Mikrofone.

Insbesondere die Tonqualität kann bei einer hybriden Veranstaltung zum Hindernis werden, da mehrere Menschen gleichzeitig für eventuelle Nebengeräusche sorgen und in unterschiedlicher Distanz zum Mikrofon sitzen. Daher solltest Du mindestens ein qualitativ hochwertiges, großes Mikrofon für den realen Meetingraum haben. Alternativ können aber auch individuelle Ansteck-Mikrofone für bessere Audio-Übertragung sorgen.

Zudem kann es Dir als Moderator*in im virtuellen Raum leichter fallen, alles über einen zweiten Monitor im Blick zu behalten – in einem hybriden Seminar geht es praktisch nicht ohne. Denn wenn im realen Raum über einen Beamer gearbeitet wird, hättest Du von vorne oft die virtuellen Teilnehmer*innen im Rücken.

Wenn Du zum ersten Mal eine hybride Veranstaltung leitest, solltest Du die technische Seite nicht dem Zufall überlassen – teste im Vorfeld immer alles, was Du kannst. Das gilt ebenfalls für weitere Tools, die zum kollaborativen Arbeiten zum Einsatz kommen sollen.

2. Den (virtuellen) Meetingraum frühzeitig öffnen

Wenn das eigentliche Meeting ansteht, sollte nicht nur der Raum der Präsenzseite frühzeitig geöffnet werden.

Auch die virtuellen Teilnehmer*innen sollten die Möglichkeit bekommen, etwa 10 oder 20 Minuten vor Beginn den Raum betreten zu können. Auf diese Weise kann außerdem noch ein wenig informeller Austausch vor der eigentlichen Veranstaltung stattfinden.

3. Orientierung geben

Als Leiter*in einer hybriden Veranstaltung hast Du viel Verantwortung – vor allem für den strukturierten Ablauf.

Es kann hier ratsam sein, einer besonders geordneten Agenda zu folgen und diese auch den Teilnehmer*innen zu Beginn und/oder in regelmäßigen Abständen etwa in Form einer Folie vor Augen zu halten.

So können alle Beteiligten sich besser orientieren und gemeinsam den thematischen Ablauf einhalten.

4. Delegieren ist ratsam

Die angesprochene Verantwortung für eine hybride Veranstaltung kann durchaus zu viel für eine Person sein und sollte daher besser auf verschiedene Schultern verteilt werden.

Es kann Dir das Leben sehr erleichtern, wenn Du beispielsweise die technischen Aspekte oder die Beobachtung des Chats der virtuellen Seite delegierst. Denn tatsächlich ist es für eine einzelne Person beinahe unmöglich, sowohl die Anwesenden als auch die Zugeschalteten und ihre jeweiligen Anliegen gleichzeitig zu betreuen.

Dafür benötigst Du also hier nicht unbedingt einen designierten Co-Moderator, sondern kannst zu Beginn eines Meetings einen der anwesenden Teilnehmer*innen damit betrauen. Indem einige genau definierte Rollen verteilt werden, fällt es Dir leichter die allgemeine Dynamik und Struktur im Auge zu behalten.

Alternativ bietet sich auch ein Buddy-System an, bei dem jeweils ein Teilnehmender der anwesenden und der zugeschalteten Seite ein Team bilden und darauf achten, dass keiner von beiden den Anschluss verliert oder übersehen wird.

5. Persönlich ansprechen

Denn das Ziel ein jeder Veranstaltung ist natürlich, dass sich alle Teilnehmer*innen gehört und einbezogen fühlen. Da es in einem hybriden Meeting aber sogar noch schwieriger sein kann, dass alle zu Wort kommen, kannst Du die Kommunikation gezielt anregen.

Sprich beispielsweise bewusst einzelne Teilnehmer*innen mit Namen an und erfrage ihre Meinung oder Einschätzung. Das ist insgesamt ein guter Tipp für Online-Veranstaltungen, da in einem solchen Setting viele Menschen seltener das Wort ergreifen. Du kannst auch um einen Freiwilligen bitten, der im Anschluss an seinen Beitrag das Wort an eine weitere Teilnehmer*in weitergibt.

6. Nicht zu weit ins Virtuelle abdriften

Natürlich bietet es sich an, dass auch die im Raum anwesenden Teilnehmer*innen einen Laptop zur Verfügung haben. Auf diese Weise kann gemeinsam an Dokumenten, Umfragen oder Whiteboards gearbeitet werden.

Es kann dann aber in einem hybriden Setting auch schnell passieren, dass auf beiden Seiten alle Teilnehmer*innen nur noch den Laptop vor sich im Blick haben.

Daher kannst Du zum Beispiel die Anwesenden darum bitten, nur während der kollaborativen Arbeitsphasen den Laptop zu nutzen und ihn andererseits zur Seite zu stellen.

7. Auflockerung schadet nicht

Ob virtuell oder anwesend: Früher oder später brauchen alle mal eine Pause. Du solltest Deinen Teilnehmer*innen also genug Möglichkeiten geben, um sich kurz einen frischen Kaffee zu holen und sich ein wenig informell untereinander auszutauschen.

Die Pausen können auch immer gut für gemeinsame Bewegungseinheiten genutzt werden – das steigert die Konzentration wieder und hebt die allgemeine Stimmung. Hast Du beispielsweise schon einmal eine kleine Qigong-Einheit eingestreut? Passende Videos findest Du auf YouTube und so können alle Teilnehmer*innen zusammen der Anleitung folgen.

8. Gruppenarbeiten – gerne gemischt!

In hybriden Settings mag man dazu neigen, die Gruppenarbeitsphasen in analoge und digitale Teams aufzuteilen. Tatsächlich verhindert dieser technisch einfachere Weg aber die echte Integration der virtuellen Teilnehmer*innen.

Eine Option kann sein, verschiedene  Kleingruppen von Anwesenden mit einem Tablet räumlich aufzuteilen. Die virtuellen Teilnehmer*innen werden wie gehabt in Breakout Rooms eingeteilt und so entstehen reale und zugehörige virtuelle Gruppenräume. Die Lautsprecher und Mikrofone eines Tablets sind für eine Kleingruppe in einem geschlossenen Raum und unmittelbarer Nähe normalerweise ausreichend.

An dieser Stelle wird deutlich, dass hybride Veranstaltung besonders viel Planung erfordern können: Denn für eine solche Variante muss natürlich dafür gesorgt werden, dass genügend Tablets zur Verfügung stehen und diese auch entsprechend bezeichnet an der Online-Session teilnehmen können – etwa Gruppe 1, Gruppe 2. Die Tablets sollten idealerweise auch mit einem Ständer oder Stativ ausgestattet sein, um sie komfortabel auf die richtige Höhe einstellen zu können und sie nicht in der Hand gehalten werden müssen.

9. Feedback einholen

Vor allem, wenn Du in Bezug auf hybride Meetings noch nicht viel Erfahrung hast: Plane immer etwas Zeit für eine kurze Feedback-Runde am Ende ein. So erfährst Du schnell, was besonders gut gelaufen ist und wo es bei der Planung noch Verbesserungspotential gibt.

Auch hier hilft es, die Teilnehmer*innen direkt anzusprechen und dafür zu sorgen, dass sich jeder äußern kann. Denn einfach in den Raum hineinzufragen bringt vermutlich nicht viele wertvolle Ergebnisse zu Tage.

Sind hybride Veranstaltungen komplizierter?

Hybride Veranstaltungen sind zwar nicht neu, aber haben seit dem letzten Jahr sicherlich einen Boom erfahren. Durch ständig wechselnde Vorschriften blieb vielen Teams oft nur diese Möglichkeit. Daher kann es nicht schaden als Trainer*in einen guten Plan für diese Gelegenheiten zu haben oder diese Variante anbieten zu können.

Insgesamt scheint für hybride Veranstaltungen zu gelten: Je mehr Bildschirme und Geräte Dir zur Verfügung stehen, desto kreativer kannst Du auch die Umsetzung gestalten. Es gibt beispielsweise die Möglichkeit für die virtuellen Teilnehmer*innen mehrere Kamerawinkel anzubieten (eventuell mit eigenem/r Kameramann/frau) oder für die Anwesenden die zugeschalteten Teilnehmer*innen auf einzelnen Tablets zu visualisieren.

Daher gilt allgemein durchaus die Richtlinie: Hybride Seminare stehen und fallen mit der Technik. Du musst auf jeden Fall dafür sorgen, dass alle technischen Elemente funktionieren. Es gibt in vielen Fällen die Möglichkeit, einen in der Gruppe vor der eigentlichen Veranstaltung einen Technik-Test als Warmup durchzuführen.

Als Moderator*in bist Du im hybriden Setting Regisseur*in und Deine Teilnehmer*innen profitieren besonders von klaren Anweisungen und einem durchdachten Plan. Insgesamt solltest Du bei der Planung einer hybriden Veranstaltung besonderes Augenmerk auf alle Details legen: Je weniger Du in einem solch komplexen Setting improvisieren musst, desto entspannter wird der Ablauf.

Teams – So verirrst Du Dich nicht in Microsofts Konferenzräumen

Microsoft Teams ist neben Zoom die wohl am häufigsten verwendete Konferenzsoftware. Gerade wenn Du als Trainer*in freiberuflich tätig bist, wirst Du häufig mit Teams arbeiten müssen, da die Software in vielen Unternehmen zum Einsatz kommt.

Das liegt unter anderem daran, dass Teams eine besonders geordnete Oberfläche anbietet, die sich gut für unterschiedliche Teilgruppen innerhalb eines größeren Ganzen eignet:

Die linke Leiste zeigt hier unterschiedliche Teams und die jeweiligen Unterkanäle darunter. Mit Hilfe dieser Strukturen lassen sich einzelne Räume anlegen und organisieren, die alle über einen eigenen Link verfügen.

Dabei ist Teams eigentlich noch viel mehr als nur ein Meetingraum. Die Software ist als zentrale Anlaufstelle für alle organisatorischen und inhaltlichen Belange einer Arbeits- oder Lerngruppe konzipiert. Das bedeutet auch, dass dieses Tool deutlich umfangreicher ist und daher manchmal unübersichtlich und – insbesondere für digitale Anfänger – überfordernd werden kann.

In den Grundzügen verfügt Teams als Besprechungsplattform aber über ähnliche Features wie etwa Zoom: Du musst also nicht auf das Whiteboard, die Funktion Bildschirm teilen oder virtuelle Hintergründe verzichten.

Gerade wenn Du aber ansonsten eher mit Zoom arbeitest, fällt dir der Überblick über die verschiedenen Features vielleicht noch etwas schwer. Daher klären wir Dich hier über die häufigsten Stolperfallen in Teams auf und zeigen, wie Du sie umgehen kannst:

1. Der Kanalbesitzer hat die Macht

Einer der häufigsten Ursachen für Frust beim Gebrauch von Teams entsteht, wenn Du nicht der Besitzer und Administrator des jeweiligen Kanals bist.

Denn wenn Du nicht Lizenznehmer bist, sind Deine Rechte sehr eingeschränkt und viele wichtige Einstellungen und Funktionen kannst Du nicht selbst kontrollieren. Wenn Du an gewisse Grenzen bei der Einrichtung oder Gestaltung stößt, liegt der Grund häufig in fehlenden Rechten begraben.

Daher solltest Du Deine Auftraggeber immer darum bitten, Dich zum Kanalbesitzer zu machen und Dir damit Admin-Rechte einzuräumen. Alternativ kannst Du darum bitten, Deinen eigenen Kanal nutzen zu können.

2. Geräteeinstellungen beachten

Bevor eine Besprechung über Teams beginnt, bekommst Du immer die Möglichkeit Deine Einstellungen zu überprüfen und eine Vorschau einzusehen.

Überprüfe insbesondere Deinen Hintergrund erneut und achte darauf, dass die richtigen Ein- und Ausgangsgeräte – also Deine qualitativ hochwertigsten – eingestellt sind.

Falls Du keinen gesonderten virtuellen Hintergrund vorbereitet hast, kannst Du bei Teams alternativ auf die Funktion Hintergrund verwischen zurückgreifen: So wird ein eventuell unaufgeräumtes Homeoffice ziemlich effektiv weichgezeichnet.

3. Der Chat in Teams – sogar noch nützlicher

Die Chatfunktion ist in Microsoft Teams sogar noch um einiges ausgeklügelter als bei Zoom. Unter anderem hast Du hier die Möglichkeit, einzelne Chatnachrichten visuell als „Wichtig“ zu markieren, wodurch auch dem Host der Überblick über Fragen oder neue Termine leichter fällt.

Da Teams aus der Microsoft-Familie stammt, hast Du zudem auch im Chat einige Funktionen zur Textverarbeitung, die an die Grundzüge von Word angelehnt sind. Man kann Tabellen erstellen und die geschriebenen Nachrichten bearbeiten. Auf diese Weise kann der Chat eventuell bereits einige externe Tools ersetzen.

Auch der Chat abseits der Live-Besprechungen innerhalb eines Teams hat übrigens viele nützliche Funktionen, wie etwa das Planen und direkte Versenden eines neuen Meeting-Termins an alle Mitglieder.

4. Ordnung im Kanal-Chaos schaffen

Die Teams-App vereint viele Daten, Dokumente und Kanäle an einem Ort. Je nach Größe und Schichtung eines Unternehmens kann eine Teams-Plattform durchaus schnell an Übersichtlichkeit verlieren.

Insgesamt solltest Du sowieso versuchen, nicht für jede Kleinigkeit neue Teams und Kanäle anzulegen. Das mag zwar dem ersten Gefühl nach die Dinge besser zuordnen, aber stellt Dir Deine Teams-Oberfläche auch immer weiter zu.

Teams hat auch die Möglichkeit, Ad-Hoc-Teams mit einem Verfallsdatum einzurichten. Diese Funktion kann beispielsweise für kurzfristige Projekte genutzt werden und verhindert die weitere Ausdehnung der Benutzeroberfläche.

Du kannst für etwas Ordnung sorgen, indem Du einerseits Kanäle als Favoriten markierst, wodurch sie in einem eigenen Bereich am oberen Rand angezeigt werden.

Du kannst aber auch alle einzelnen Kanäle beliebig ordnen – ganz einfach per Drag&Drop. Auf diese Weise kannst Du eine für Dich persönlich sinnvolle Ordnung und Priorisierung schaffen.

5. Gruppenräume

Ende letzten Jahres hat Microsoft auch Teams endlich mit Breakout-Rooms ausgestattet. Zunächst konnte man jedoch als Host die einzelnen Teilräume nicht besuchen – doch auch das ist mittlerweile möglich!

Das heißt, es steht Dir nichts mehr im Wege auch über Teams kollaborativ in Gruppenarbeitsphasen zu arbeiten. Du kannst die Teilnehmer*innen entweder automatisch oder manuell zuweisen.

6. Tags nutzen

Teams kann nicht nur die Live Meetings abdecken, sondern auch die E-Mail-Kommunikation in Form von Team-Chats ersetzen.

Diese lassen sich besser strukturieren, wenn man einzelne Teilgruppen mit Tags versieht. Auf diese Weise kannst Du so schnell Nachrichten an bestimmte Teile des Teams versenden.

Durch @-Erwähnungen lassen sich dann nicht nur einzelne Mitglieder benachrichtigen, sondern auch Gruppen, die einem Tag zugeordnet wurden. Auf diese Weise kannst Du etwa länger bestehende Gruppen einteilen und diese über Teams mit dem entsprechenden Tag (z.B. @GruppeA) schnell kontaktieren.

Die Tags kannst Du für jeden Kanal über das zugehörige Menü mit den drei Punkten managen.

7. Externe Tools integrieren

Teams versteht sich selbst ganz gerne als Universal-Tool, aber es arbeitet auch relativ nahtlos mit externen Tools zusammen. So kannst Du etwa das Projektmanagement-Programm Trello oder die Notizbuch-Software Evernote integrieren.

Die jeweiligen Anwendungen lassen sich über die Schaltfläche Apps in der linken Leiste hinzufügen und kontrollieren.

8. Benutzerdefinierte Registerkarten

Standardmäßig ist jeder Kanal mit zwei Registerkarten ausgestattet: Konversationen und Dateien.

Du kannst jedoch weitere Register hinzufügen, um Dir einen direkten Zugang zu anderen Microsoft-Tools sowie externen Anwendungen und Webseiten anzulegen. Auf diese Weise kannst Du viele Dinge direkt aus Teams heraus einsehen ohne in andere Tabs oder Fenster wechseln zu müssen.

9. Rauschunterdrückung

Teams hat seit Ende des vergangenen Jahres ebenfalls Rauschunterdrückung als ein neues Feature für die Desktop-App.

Die KI-gestützte Rauschunterdrückung soll effektiv Hintergrundgeräusche herausfiltern können. Wenn Du die neueste Version von Teams installiert hast, ist dieser Effekt standardmäßig aktiviert.

Falls Du also mit einem besonders geräuschvollen Arbeitsumfeld zu kämpfen hast, kann diese Funktion eventuell hilfreich sein.

10. Der Together-Modus

Neuestens kannst Du Dir alle Teilnehmer*innen einer Besprechung auf einem gemeinsamen virtuellen Hintergrund anzeigen lassen.

Das kann Dir eventuell bei der Visualisierung Deines Teilnehmerfeldes in einem natürlicheren Umfeld helfen:

Quelle

Teams oder Zoom?

Microsoft Teams ist eine Allround-Plattform, die das Ziel hat, sowohl alle Dokumente und Materialien als auch die dazugehörige Kommunikation an einem Ort zu vereinen. Daher ist Teams insbesondere für Unternehmen geeignet.

Wenn Du nur auf der Suche nach einer stabilen Plattform für Live Calls bist, kann Zoom daher unter Umständen eine übersichtlichere Variante für Dich sein.

Die verschiedenen Lernstile – Kann man sie auch im Online-Seminar fördern?

Wir fragen uns oft, wie wir den Lernerfolg unserer Teilnehmer*innen befördern können.

Sicherlich hat auch jeder von uns einmal gemerkt, dass er mit verschiedenen Sinneskanälen auf unterschiedlich effektive Weise Informationen verarbeitet und speichert.

Allgemein spricht man hier oft von Lerntypen, auch wenn eine solche Klassifizierung nicht unbedingt wissenschaftlich unterstützt wird. Eventuell wäre es hier passender von Lernstilen zu sprechen, denn einen persönlichen Lernstil kann man durch Reflexion des Lernprozesses durchaus identifizieren.

Ich war schon zu meiner Schulzeit jemand, der sich die Dinge am besten merken konnte, wenn ich sie einmal selbst zu Papier gebracht hatte. Die Anfertigung des berühmten Spickzettels (von denen ich zugegeben einige angefertigt habe) übernimmt damit bereits die eigentliche Funktion des Memorierens.

Natürlich möchten wir in der Erwachsenenbildung aber normalerweise kein Auswendig-Lernen erzeugen, sondern Handlungswissen vermitteln. In Online-Seminaren müssen wir unsere Methoden noch einmal neu betrachten und überlegen, wie wir die Lernziele effektiv umsetzen können.

Ist es überhaupt möglich, die verschiedenen Sinne über einen Bildschirm auf dieselbe Weise anzusprechen wie in Präsenz?

Den eigenen Lernstil zu kennen ist besonders für das Selbstlernen wichtig. Denn wenn ich meine bevorzugten Wahrnehmungskanäle kenne, kann ich meinen Lernprozess daran anpassen und den langfristigen Lernerfolg erhöhen.

Daher fassen wir die vier grundsätzlichen Lernstile und wie Du sie fördern kannst hier noch einmal zusammen:

1. Visuell

Der visuelle Lernstil zeichnet sich dadurch aus, dass man besonders viel Informationen aus verschriftlichten und bildlichen Quellen ziehen kann. Lernmaterialien sind für diese Lernenden also von großer Wichtigkeit.

Grundsätzlich gilt aber wohl für die meisten Menschen: Veranschaulichung hilft enorm beim Abspeichern von Zusammenhängen. Daher ist es immer empfehlenswert, Präsentationen visuell anzureichern und nicht nur reinen Text anzubieten.

Indem man Bilder und auch Videos einbindet, lassen sich auch komplexere Sachverhalte darstellen und veranschaulichen. Das gilt sowohl für die eigentliche Präsentation als auch die bereitgestellten Lernmaterialien. Es gibt eine unendliche Menge an Videos, etwa auf YouTube, auf die Du verweisen kannst – oder Du erstellst selber Erklärvideos. Durch einen solchen Anstoß können die Lernenden dann selbst entscheiden, ob sie dieses weiterführende visuelle Angebot brauchen oder nicht.

Wenn Du selbst den visuellen Lernstil bevorzugst, kann es Dir helfen, wenn Du beim Lernen unterschiedliche Quellen einbeziehst, um die Informationen zusammenzutragen. In reinen Vorlesungen oder Webinaren kann es hilfreich sein, Dir eigene Notizen zu machen und das Gehörte für Dich beispielsweise als Mindmap zu visualisieren. Dabei muss man nur aufpassen, dass man nicht ganz den Anschluss an die Live Veranstaltung verliert.

Der visuelle Lernstil ist im Online-Seminar also unter Beachtung dieser grundsätzlichen Regeln relativ einfach zu unterstützen. Wenn man darauf achtet, die eigenen Materialien visuell ansprechend zu gestalten, tut man sicherlich auch allen anderen Teilnehmer*innen einen Gefallen.

2. Auditiv

Lernende, die besonders von einer auditiven Lernerfahrung profitieren, können am meisten Wissen aus einem reinen Input wie einem Webinar gewinnen.

Diese Lernenden fühlen sich allerdings durch Störquellen wie Musik oder Nebengeräusche sehr schnell abgelenkt. Da in einem Online-Seminar an jeder Ecke solche Audio-Störquellen lauern, ist eine gute Klangqualität für diesen Lerntyp entscheidend.

Für Online-Trainer*innen ist ein qualitativ hochwertiges Mikrofon ohnehin unerlässlich. Auf diese Weise wird Deine Stimme klar und deutlich übertragen. Eine gute Tonqualität ist insgesamt immer wichtiger als die Bildqualität!

Wenn Du Dich selbst dem auditiven Lernstil zuordnest, sind für Dich Podcasts, Vorlesungen und aufgezeichnete Gespräche empfehlenswert. Du kannst Dir auch antrainieren, durch lautes Vorlesen auf Deine eigene Stimme zu hören. Indem Du dabei wichtige Dinge besonders betonst, kannst Du sie effektiver abspeichern.

3. Kommunikativ

Der kommunikative Lerntyp leidet am stärksten unter dem klassischen Frontalunterricht. Da unerfahrene Online-Trainer*innen ein Online-Seminar oft zu einem Webinar werden lassen, wird dieser Lernstil in einem solchen Format kaum unterstützt.

Diese Lernenden brauchen unbedingt den Austausch mit anderen und sind daher häufig die Initiatoren einer privaten Lerngruppe. Wenn Du den kommunikativen Lernstil bevorzugst, lernst Du am besten durch Argumente und Diskussionen in Gruppen.

Daher blüht ein kommunikativer Lerntyp in Gruppenarbeitsphasen besonders auf. Da Gruppenarbeiten in Online-Seminaren aber immer noch als schwierig umzusetzen gelten, fallen diese Phasen häufig weg. Das nimmt dem kommunikativen Lernstil gänzlich die Grundlage.

Dabei kannst und solltest Du auch online Gruppenarbeiten abbilden. Das kooperative Lernen lässt sich in der Verbindung aus Breakout-Rooms und kollaborativen Online-Tools sehr gut umsetzen.

Wenn Dir persönlich die Möglichkeit fehlt, in einer Gruppe zu lernen, dann kannst Du über Kanäle wie Facebook, YouTube und Foren neue Lerngruppen finden. Es kann für Dich sehr hilfreich sein, einer entsprechenden Facebook-Gruppe beizutreten und Dich an den Diskussionen zum jeweiligen Thema zu beteiligen.

4. Haptisch

Der haptisch veranlagte Lernstil ist dem Menschen zuzuordnen, der die Phrase „Learning by doing“ erfunden hat. Die konkrete Anwendung des Gelernten macht das Wissen für diese Menschen erst (be)greifbar. Der haptische Lernstil basiert weniger auf Einzelteilen, sondern eher auf einem größeren Zusammenhang oder Prozess.

Bewegung und Körperlichkeit unterstützen diesen Lernstil besonders effektiv. Damit steht der haptische Lernstil also scheinbar in großem Konflikt zur Natur des Online-Seminars. Und ehrlicherweise muss man sagen: Haptische Aspekte sind in einem Online-Kontext nicht unbedingt vorgesehen und erfordern daher unter Umständen etwas mehr Planung.

Da haptisch veranlagte Lernende so aktiv wie möglich in den Lernprozess eingebunden werden wollen, ist hier auch Gamification ein guter Ansatz. Lernspiele und Wissensabfragen in spielerischer Form fühlen sich aktiver an und halten die Aufmerksamkeit höher.

Falls Du die Möglichkeit hast es thematisch einzubinden, können Augmented Reality oder Simulationen ein interessanter Ansatz sein. Du kannst auch zu Deinem jeweiligen Thema 360°-Videos heraussuchen und gemeinsam mit Deinen Teilnehmer*innen erkunden – diese Videos vermitteln einen wesentlich interaktiveres Gefühl als durch die reine Rezeption erzeugt wird.

Je nach Themenbereich kann die Einsatzmöglichkeit dieser Elemente selbstverständlich variieren, aber Du kannst Dich auf jeden Fall auf die Suche nach kreativen digitalen Lösungen begeben. Natürlich wäre Virtual Reality die nächstbeste Option zum realen Erlebnis, das ist allerdings mit dem aktuellen Stand der Technik wohl kaum im Rahmen eines Online-Seminars umzusetzen.

Wenn Du das praktische Erleben und Anfassen nicht nur simulieren möchtest, bleibt Dir noch die Möglichkeit, tatsächliche Gegenstände zu verschicken oder besorgen zu lassen. Ob Du diesen zusätzlichen Aufwand betreiben kannst oder möchtest, kannst natürlich nur Du entscheiden.

Es sei abschließend erwähnt, dass die meisten Menschen an sich natürlich nicht zu 100% einem Lernstil zuzuordnen sind. Wir alle nehmen Informationen gleichzeitig mit unseren verschiedenen Sinneskanälen auf – dennoch gibt es bei vielen die Tendenz zu einem dominanten Sinn, auf dem sich der individuelle Lernstil aufbaut.

Auch die Tests zur Bestimmung des eigenen Lernstils sind eher zur Annäherung dessen geeignet. Am besten lässt sich der individuelle Lernstil wohl durch Introspektion und Reflexion des Lernprozesses bestimmen. Falls Du dennoch einen solchen Test machen möchtest, findest Du hier einen Link.

So geht man davon aus, dass etwa 50% der Menschen besonders von einem haptischen Lernstil profitieren, ungefähr 30% von einem visuellen und rund 20% von einem auditiven.

Wenn Du die oben zusammengefassten Tipps umsetzt, begünstigst Du den Lernerfolg für alle Teilnehmer*innen. Selbst wenn sich ein individueller Mensch nicht unbedingt dem auditiven Lernstil zuordnen würde, weiß er sicherlich eine gute Audio-Qualität zu schätzen.

Natürlich ist die Möglichkeit der Einbindung verschiedener Sinneskanäle auch stark vom Gegenstand des Online-Seminars abhängig. Insgesamt lässt sich aber immer festhalten: Variation ist im Rahmen eines Online-Seminars besonders wichtig.

Denn auch in unseren Online-Seminaren können wir dafür sorgen, dass wir unterschiedliche Lernstile unterstützen. In den meisten Lernszenarien empfiehlt sich ein guter Methodenmix, der möglichst viele Sinne einbezieht und dafür sorgt, dass sich alle Lernenden wiederfinden.

Die Umsetzung von methodischer Vielfalt ist im Online-Seminar jedoch vermeintlich schwieriger. Insbesondere die haptischen Elemente des Lernprozesses scheinen fast unmöglich umzusetzen. Doch mit etwas Kreativität – und zugegeben auch mit etwas mehr Aufwand – kannst Du auch praktische Elemente einbinden.

Wie verhält man sich in einer Zoom-Konferenz am gruppendienlichsten? – 10 Tipps

Wir kennen sie alle und vermutlich haben wir sie auch schon ungewollt selbst verursacht: Die Störungen im Zoom Call.

Dabei ist dies natürlich selten böse Absicht, sondern eher auf mangelnde Vertrautheit mit dem Medium zurückzuführen.

Gewisse Grundregeln lassen sich schon aus der Präsenz ableiten, müssen aber in einem Online-Kontext teilweise noch genauer beachtet werden, um den strukturierten Ablauf einer Veranstaltung zu gewährleisten.

Als Basis für alle Live Calls gilt natürlich: Die Technik sollte funktionieren. Doch selbst wenn die Technik keine Probleme macht, können Kommunikationshürden die Online-Arbeit erschweren.

Daher hier nun 10 Tipps, wie man sich als regelmäßige Teilnehmer*in von Live Calls am gruppendienlichsten verhält:

1. Pünktlichkeit

Die erste Grundregel versteht sich natürlich eigentlich von selbst und gilt für Host und Teilnehmer*innen gleichermaßen.

Unpünktlichkeit ist so unhöflich, weil man damit gewissermaßen ohne es zu wollen aussagt: Meine Zeit ist wichtiger als die aller anderen.

2. Falls man verspätet ist, kein Aufsehen erregen

Sollte man die goldene Regel der Pünktlichkeit einmal aus einem unerfindlichen Grund brechen müssen, empfiehlt es sich auf lange Erklärungen zu verzichten. Denn das interessiert die anderen Teilnehmer*innen im Prinzip auch nicht wirklich und unterbricht nur den Flow der Veranstaltung.

Falls man sich wirklich dringend erklären möchte, reicht ein kurzes Statement im Chat.

3. Stummschalten ist Gold

Egal ob der Schuldige der Hund, die Partner*in oder eine Mitbewohner*in ist: Laute Nebengeräusche stören die Konzentration aller Lernenden.

In der Regel empfiehlt es sich sowieso, wenn man gerade nicht spricht, das Mikrofon stumm zu schalten – das schafft insbesondere bei großen Veranstaltungen mehr Ruhe und erlaubt den Fokus auf die Redenden.

Man kann übrigens auch ganz viele einfache Fragen sehr gut nonverbal beantworten. Ein Nicken können die anderen schnell als Zustimmung interpretieren und sorgt nicht für unnötiges Audio-Chaos.

Das Stummschalten verhindert gleichzeitig auch unschöne akustische Phänomene wie Rückkopplungen, die durch die Interferenz von verschiedenen technischen Geräten entstehen.

4. Chat nutzen

Der Chat ist eine gute Allround-Lösung für viele Zwischenfragen und Bemerkungen. Hier kannst Du auch gut Rückfragen an einzelne Teilnehmer*innen stellen, auch wenn die Veranstaltung bereits thematisch zum nächsten Punkt übergegangen ist.

Dabei gilt natürlich: Der Chat ist nicht die Hauptattraktion und sollte eher unterstützend zur eigentlichen Unterhaltung genutzt werden. Es ist genauso unhöflich, ständig in privaten Chats die murmelnden Nebengespräche der Präsenz zu simulieren.

Man kann dem Host einen Gefallen tun, wenn man aktuelle Fragen mit einem Hashtag – wie etwa #Frage – versieht, denn so sind sie wesentlich leichter zu finden. Zudem kann der Host dann entscheiden, auf welche Dinge er nochmal im Plenum eingehen möchte.

5. Still und leise vorzeitig verabschieden

Den Chat kann man durchaus auch für eine kurze Verabschiedung nutzen, wenn man den Call einmal vorzeitig verlassen muss. Auch zu diesem Zweck ist es nicht immer nötig, den Fluss der Veranstaltung für alle zu unterbrechen.

Eine freundliche Verabschiedung im Chat reicht vor allem bei größeren Teilnehmerfeldern völlig aus.

6. Nicht jede Störung kommentieren

Technische Probleme kommen vor, das wissen wir alle. Einfach eine Sekunde Geduld haben, die Dinge auf der eigenen Seite zuerst überprüfen.

Oftmals hat man schließlich einfach selbst aus Versehen eine Einstellung geändert. Falls sich nichts ändert, neu einwählen oder Browser wechseln. Im Zweifelsfall den vorhandenen Co-Moderator kontaktieren und die Störung im 1:1-Chat beheben.

7. Sprecherdisziplin

Auch wenn wir alle schon längst aus der Schule raus sind: Melden ist wieder im Trend.

Die Nutzung der Funktion „Hand heben“ wird meistens gerne gesehen. Dann kann man warten, bis man vom Host zum Sprechen aufgefordert wird. Das erfordert unter Umständen ein wenig Training, erhöht aber die Struktur und Ordnung einer Veranstaltung enorm.

So verhindert man auch den Wortsalat, der häufig durch die leichte Audio-Verzögerung entsteht.

8. Werbelinks sind tabu

Die Veranstaltung anderer ist der falsche Raum, um sich selbst zu promoten.

Im Zweifelsfall immer kurz privat beim Host nachfragen, bevor man externes Material teilt.

9. Homeoffice ist nicht Zuhause

Auch wenn viele von uns aktuell von Zuhause arbeiten: Wenn es um Meetings oder Seminare geht, sollte man sich genauso kleiden, wie man es in Präsenz machen würde. Es mag manchmal verlockend sein, im Homeoffice die üblichen Regeln schleifen zu lassen, aber das kommt nicht bei allen Gesprächspartner*innen gut an.

Je nach Anlass sind hier natürlich unterschiedliche Rahmenbedingungen gegeben, aber es kann unter Umständen peinlich werden, wenn die anderen Teilnehmer*innen feststellen, dass man sich nur von der Taille aufwärts angemessen gekleidet hat.

Und grundsätzlich gilt auch: Das Video sollte anbleiben. Nichts ist schlimmer für einen Host, als wenn er versuchen muss eine Verbindung zu schwarzen Kacheln herzustellen. Auch auf die Mimik sollte man achten – Gähnen und schweifende Augen fallen online sogar noch unangenehmer auf.

Auch den Hintergrund sollte man immer berücksichtigen – aufgeräumt sollte es mindestens sein. Falls dazu mal die Zeit fehlt, oder man allgemein den anderen Teilnehmer*innen keinen Einblick in die privaten Räume gewähren möchte, empfiehlt sich ein virtueller Hintergrund.

In diesem Artikel findest Du alle Infos und viele Tipps, was es bei virtuellen Hintergründen zu beachten gibt:

Virtuelle Hintergründe

10. Vorbereitet sein

Am besten ist es, wenn man trotz kürzerer Wege Zuhause ideal vorbereitet ist und alle benötigten Materialien griffbereit hat, sodass keine unnötigen Unterbrechungen entstehen.

Fragen oder Programmpunkte, die man ansprechen möchte, sollte man sich notiert haben – man tut dem Host auch immer einen Gefallen, wenn man diese im Vorfeld beispielsweise per Mail ankündigt.

Auch für Teilnehmer*innen kann ein zweiter Bildschirm übrigens die Arbeit sehr erleichtern, um verschiedene Programme gleichzeitig im Blick halten zu können und das Kramen in digitalen Unterlagen zu minimieren.

Ein zweiter Bildschirm eignet sich gleichzeitig auch für Notizen. Alternativ tut es natürlich auch die analoge Variante von Stift und Zettel.

Man sollte auch immer auf das Teilen des eigenen Bildschirms vorbereitet sein. Desktop-Messies sollten daher unter Umständen vorher Ordnung auf dem Desktop und in den Browser-Tabs schaffen.

Diese 10 Regeln sind sicherlich nur ein grundsätzliches Gerüst. Es gibt einige klare Dos und Don’ts bei Online Sessions, aber manche Dinge sind vielleicht auch situationsabhängig.

Da Online-Seminare generell anstrengender sein können, profitieren alle Teilnehmer*innen von der Einhaltung gewisser Regeln, um den Austausch effektiver zu gestalten.

Grundsätzlich gilt: Je größer das Teilnehmerfeld, desto wichtiger ist die Einhaltung eines geordneten Ablaufs. Wenn es nicht die eigene Veranstaltung ist, sollte man versuchen der vorgegebenen Struktur des Host zu folgen.

Falls Du 10 Grundregeln für Hosts benötigst, kannst Du sie im Artikel der letzten Woche finden:

Host bedeutet Gastgeber*in – 10 goldene Regeln

Host bedeutet Gastgeber*in – 10 goldene Regeln

Der Trainer hat im Zoom-Zeitalter eine neue Identität bekommen – er ist der Host.

Die Rolle eines Host ist zugegeben nicht immer einfach: Du musst gleichzeitig Dozent*in, Moderator*in und Technik-Support in einer Person vereinen.

Natürlich spielen wir auch in Präsenzveranstaltungen eine oder mehrere dieser Rollen gleichzeitig, jedoch ist die Umsetzung auf Distanz unter Umständen noch etwas komplexer oder einfach weniger vertraut.

Host bedeutet wörtlich übersetzt einfach nur Gastgeber*in. Genau das wollen wir idealerweise sein – derjenige, der dafür sorgt, dass sich alle Teilnehmer*innen wohlfühlen und in unserem virtuellen Raum zurechtfinden.

Egal, ob Du noch Novize in der Online-Sphäre bist, oder Dich schon besser auskennst: Als Host einer Online-Veranstaltung kannst Du verschiedene Maßnahmen ergreifen, um den Ablauf optimal zu gestalten und zu steuern.

Hier daher 10 Tipps, mit denen Du sofort zu einem souveränen Host wirst:

1. Ein freundliches Wartezimmer

Wir machen uns gerne Gedanken um unseren (virtuellen) Hintergrund, aber dabei ist der erste Eindruck unseres Meetingraumes schon vor dem Eintritt in eine Session sichtbar.

Es empfiehlt sich daher, einen Warteraum einzurichten, der mit einer personalisierten Nachricht oder auch mit einem netten Bild Deine Teilnehmer*innen gleich zu Beginn freundlich empfängt.

Außerdem behältst Du mit einem Warteraum auch die Kontrolle darüber, wer Deinem Meeting beitritt und verhinderst die Situation, dass Deine Teilnehmer*innen bereits vor Dir im Meetingraum sind. Denn als Online-Gastgeber*in solltest Du in den meisten Fällen wohl auch die Veranstaltung offiziell einläuten.

Dabei versteht sich Pünktlichkeit natürlich von selbst – am besten planst Du sogar immer ein paar Minuten zusätzlich ein, um Dein Setting in Ruhe aufzubauen.

Wie so viele extra Funktionen muss der Warteraum bei Zoom übrigens im Web-Portal aktiviert werden, bevor man ihn nutzen kann.

2. Der Host macht das Licht aus

Als Kapitän verlässt man immer als Letzter das Schiff. Denn wenn die Session an sich positiv verlaufen ist, möchtest Du Deine Gäste doch nicht mit der Nachricht „Der Host hat das Meeting beendet“ abrupt rauskehren.

Das fühlt sich nicht gut an und beendet einen produktiven Seminartag auf eine etwas plötzliche Weise. Lasse Deine Teilnehmer*innen lieber im Anschluss an eine herzliche Verabschiedung eigenständig den Raum verlassen.

Denn genauso wie die offizielle Einleitung obliegt dem Host als Gastgeber auch die Beendigung eines Tages. Denn man knallt ja seinen Gästen nach einem schönen Abend auch nicht einfach so die Haustür vor der Nase zu.

3. Moderation

Als Leiter einer Zoom-Session findet man sich oft in der Rolle des Moderators wieder. Dabei bedeutet Moderator*in auch nicht immer Redeführer. Es kann sich anbieten, den Teilnehmer*innen selbst so viele Redebeiträge wie möglich einzuräumen und sich den Verlauf einer Session ganz natürlich entwickeln zu lassen.

Dabei sorgst Du dafür, dass die Unterhaltung sich nicht allzu weit vom inhaltlichen Schwerpunkt entfernt, lässt aber auch genügend Raum für kleine Umwege.

4. Co-Moderation

Falls möglich und umsetzbar, ist ein Co-Moderator bei größeren Online-Veranstaltungen durchaus ratsam. Auf diese Weise kannst Du dich erst wirklich auf die Rolle des Hosts konzentrieren und wirst nicht ständig von individuellen Kleinigkeiten abgelenkt.

Auch wenn Du als Host also weiterhin das Zepter in der Hand behältst, kann das Delegieren einiger technischer oder organisatorischer Aufgaben an einen Co-Host Dir das Leben sehr erleichtern.

Dabei sind eine gute Einweisung und Kommunikation mit dem Co-Moderator entscheidend. Sollen beispielsweise Links oder Dateien in den Chat gestellt werden, sollte dies im Vorfeld besprochen werden, damit sich auch der Assistent entsprechend vorbereiten und Dir optimal zuarbeiten kann.

5. Voreinstellungen sinnvoll treffen

Wenn Du als Host ein Meeting planst, beachte ruhig bereits dann die Einstellungen. Bei Konferenztools wie Zoom kannst Du sehr viele Dinge im Vorfeld einstellen und so einen optimalen Start in den Live Call begünstigen. Je nach Kontext und Gruppengröße kann es beispielsweise sinnvoll sein, die Mikrofone aller Teilnehmer*innen erst einmal standardmäßig stumm zu schalten.

Es lohnt sich auch allgemein immer, die Einstellungen des jeweiligen Tools genau zu studieren. Denn oftmals verbergen sich hier praktische Extra-Features oder Gründe für technische Probleme. Du kannst hier etwa bewusst kontrollieren, welche Teilnehmer*innen ihren Bildschirm teilen dürfen oder wie der Chat genutzt werden kann.

In Zoom kannst Du ein Meeting auch beispielsweise wiederkehrend stattfinden lassen und die jeweils getroffenen Voreinstellungen und der Link bleiben dann für dieses Meeting immer gleich.

6. Testen was geht

Wenn Du Dich mit einem Konferenz-Tool noch nicht besonders gut auskennst, kann es Dir helfen, den Ernstfall zu proben.

Erstelle einfach einmal ein Test-Meeting und probiere die verschiedenen Möglichkeiten und Funktionen mit einem Freund oder Kollegen durch. Auf diese Weise wirst Du Dich im richtigen Online-Seminar wesentlich souveräner fühlen!

7. Du bist das Vorbild

Als Host gehst Du immer mit gutem Beispiel voran. Insbesondere, wenn Du mit Kunden oder Teilnehmer*innen zu tun hast, solltest Du daher sicherstellen, dass Deine technische Ausstattung funktioniert und qualitativ angemessen ist.

Wenn Du regelmäßig Online-Meetings oder -Seminare hältst, lohnt sich die Investition in eine externe Kamera und ein Mikrofon also auf jeden Fall. So machst Du gleich einen professionellen Eindruck.

Du solltest auch immer dafür sorgen, dass im Hintergrund keine unnötigen Ablenkungen oder Geräuschquellen zu sehen und zu hören sind. Für vorbeifahrende Züge kannst Du natürlich nichts, aber ständiges Smartphone-Klingeln stört die Konzentration aller Teilnehmer*innen.

Falls Du in einer Flugschneise oder an Bahngleisen leben solltest und daher wenig Einfluss auf die Geräuschkulisse hast, solltest Du Dir eventuell überlegen, Deinen Arbeitsbereich mit Schalldämmplatten auszukleiden.

8. Sei vorbereitet – und bleib‘ ruhig

Gute Vorbereitung versteht sich für Dich wahrscheinlich von selbst.

Natürlich können aber bei Live Calls immer unvorhergesehene Dinge passieren oder die Technik nicht mitspielen. Auch dieses Phänomen ist Dir aus der Präsenz vermutlich bekannt – also nicht die Fassung verlieren.

Es kann zusätzlich eine gute Idee sein, immer ein Glas Wasser bereit stehen zu haben – falls mal die Stimme versagt.

Außerdem kannst Du immer flexible Pausen einstreuen, wenn sich ein bestimmtes Problem einmal als hartnäckiger herausstellen sollte.

9. Klar kommunizieren

In manchen Fällen mag es für Dich oder im Sinne der Veranstaltung nützlich sein, die aktuelle Live Session aufzuzeichnen.

In solchen Fällen solltest Du immer sicherstellen, dass Du Deinen Teilnehmer*innen die Aufnahme und deren Zweck sowie weitere Verwendung deutlich kommunizierst. Eventuell möchten einige Anwesende dann lieber nicht mit eingeschalteter Kamera erscheinen und diese Entscheidung musst Du ihnen auch zugestehen.

10. Noch ein Geheimtipp – Tastenkürzel verwenden!

Zoom bietet in seinen Einstellungen die Möglichkeit, Tastatur-Shortcuts zu nutzen. Dabei sind einige sehr nützliche Funktionen, die Dir während einer Live Session viel Zeit sparen können.

Es empfiehlt sich, insbesondere die Shortcuts für „Alle Teilnehmer stumm schalten“ oder „Bildschirm teilen“ im Kopf zu behalten.

Als Host bist Du dafür zuständig, dass Deine Veranstaltung strukturiert abläuft. Du eröffnest und schließt ein Online-Seminar und sorgst dafür, dass sich Deine Teilnehmer*innen wohlfühlen.

Im Prinzip bist Du mit dieser Rolle also aus der Präsenz schon sehr vertraut – nur das Medium ist eventuell neu oder hat andere Voraussetzungen. Wenn Du Dich immer noch unsicher fühlst, empfiehlt sich besonders Tipp Nummer 6: Teste einfach in Ruhe alle Funktionen und mache Dich in einem geschützten Umfeld mit der Technik vertraut.

Auch für alte Hasen unter den Online-Trainer*innen gilt aber, dass man auf der Höhe bleiben sollte. Denn Dienste wie Zoom tüfteln ständig an neuen Updates und Funktionen, die man leicht übersehen kann, wenn man sich nicht auf dem Laufenden hält.

Digitale Ermüdung – Ein neues Volksleiden?

Mittlerweile sind den meisten von uns wohl die Gegebenheiten der Online-Kultur zur zweiten Natur geworden. Nachdem sich viele Menschen im Jahr 2020 auch zwangsweise mit Konferenzsoftwares wie Zoom anfreunden mussten, haben viele neue Nutzer im Verlauf des Jahres ihre Kenntnisse und Fähigkeiten an die Online-Sphäre angepasst.

Unter Umständen hast Du inzwischen auch durchaus die Vorzüge der digitalen Arbeit kennen und schätzen gelernt. Doch von einer anhaltenden Begleiterscheinung berichten Teilnehmer*innen und Trainer*innen gleichermaßen: Digitale Ermüdung.

Der Ausdruck bezeichnet im Prinzip die Tatsache, dass wir dazu neigen bei längerer Arbeit am Bildschirm schwere Augenlider oder sogar Kopfschmerzen zu bekommen.

Aber warum entsteht digitale Ermüdung überhaupt? Oder ist es etwa tatsächlich nur Einbildung, dass uns die digitale Arbeit besonders anstrengt, wenn wir sie nicht in diesem Maße gewohnt sind?

Vielleicht bist Du auch schon einmal über den Begriff „Zoom Fatigue“ gestolpert. Dieser bezeichnet vor allem auch die mentale Ermüdung, die wir verspüren, da seit dem letzten Jahr beinahe alle Bereiche des Arbeitslebens online stattfinden müssen. Gefühlt sind Meetings und Konferenzen noch ein weiteres Stück anstrengender geworden.

Auch Trainer*innen kämpfen online verstärkt mit Ermüdungserscheinungen ihrer Teilnehmer*innen. Diese beklagen immer häufiger, dass sie sich nur schwerlich über längere Strecken konzentrieren und effektiv online arbeiten können.

Gibt es also Mittel und Wege, wie wir der digitalen Ermüdung aktiv und präventiv entgegenwirken können?

Digitale Ermüdung beginnt im Kopf

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, wo in vielen Fällen die Ursprünge der digitalen Ermüdung liegen.

Wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt, ständig und überall von technischen Geräten umgeben zu sein. In vielerlei Hinsicht erleichtern sie uns die tägliche Arbeit und ermöglichen viele moderne Kommunikations- und Arbeitsformen.

Doch ein Faktor der digitalen Technik kann auf Dauer zu unserem Unwohlsein beitragen: Unsere mobilen Geräte begleiten uns immer und überall hin und gönnen uns somit nur selten eine Pause. Ständige Erreichbarkeit hat zwar durchaus seine Vorzüge, aber kann auch zu dem Gefühl der digitalen Erschöpfung führen.

Dieser Umstand führt unter anderem auch dazu, dass sich unsere Arbeits-, Lern- und privaten Umfelder immer stärker überlappen. Die zuvor eher vom Privatleben abgetrennten Arbeitsinhalte werden zunehmend in unsere persönlichen Räume integriert und erschweren uns die Differenzierung der Work-Life-Balance.

Durch den starken Anstieg der Arbeit im Homeoffice seit dem letzten Jahr verbringen viele Menschen wesentlich mehr Zeit an einem Bildschirm als zuvor. Dasselbe gilt natürlich auch für den Bildungssektor, der über weite Strecken nur noch digital stattfindet.

Ein Hauptproblem teilen wir zusätzlich schon seit geraumer Zeit alle: Uns fehlt der Ausgleich.

Durch den Wegfall vieler sozialer, kultureller oder sportlicher Aktivitäten kommen wir uns oft wie in den eigenen vier Wänden gefangen vor. Die fehlende Abwechslung wirkt sich auch insbesondere auf unsere mentale Verfassung aus – Konzentrationsprobleme sind daher ein weit verbreiteter Nebeneffekt.

Auch einige Eigenheiten typischer Videokonferenzen können zu mangelnder Konzentration beitragen:

  • Wir sehen uns permanent selbst

Das klingt nicht dramatisch, lenkt uns aber tatsächlich häufig ab und lenkt den Fokus weg von unserer Umwelt, also den anderen Teilnehmer*innen, der Lehrperson und den Inhalten.

  • Nonverbale Kommunikation ist stark eingeschränkt

Wir strengen uns zwar sehr an den fehlenden Blickkontakt virtuell zu simulieren, doch es hat zugegeben nicht ganz denselben Effekt. Der Mangel an nonverbalen Signalen macht unsere Kommunikation auf Dauer anstrengend.

  • Die Diskrepanz zwischen der realen und virtuellen Situation

Auch diese Beobachtung mag sehr banal klingen, aber wenn man Experten wie dem Psychologen Prof. Dr. Johannes Moskaliuk Glauben schenkt, beeinflusst es uns mehr, als wir denken.

Insbesondere der letztgenannte Aspekt scheint sich auf Dauer negativ auf unsere mentale Verfassung auszuwirken. Da wir uns physisch in einem Raum befinden und geistig ständig in einer virtuellen Sphäre agieren, ermüden wir schneller. Und Ermüdung führt in einem Lernkontext früher oder später zu Demotivation.

Was Du als Trainer aktiv gegen Ermüdung tun kannst

Der beste Weg ist, als Trainer*in der digitalen Ermüdung von Beginn an bewusst vorzubeugen. So entsteht im Idealfall erst gar nicht das Problem der Konzentrationsschwäche. Hier sind einige Tipps, wie Du Deine Teilnehmer*innen auch online mental bei der Stange hältst:

1. Vielfalt bei Methoden und Medien

Der wichtigste Leitsatz ist wohl, dass man online noch mehr Variation braucht als in Präsenz. Je mehr Abwechslung man den Lernenden bieten kann, desto weniger bemerken sie die Grenzen des Online-Modus.

Am effektivsten hält man die Konzentration der Teilnehmer*innen hoch, indem man ihnen eine breite Vielfalt an Medien und Formaten bietet. Eine bunte Mischung aus Videos, Texten, Bildern und verschiedenen Arbeitsphasen garantiert, dass die Lernenden Dir nicht wegschlafen.

Zudem kannst Du immer von den eingebauten Tools der jeweiligen Plattform Gebrauch machen – streue zwischendurch immer mal wieder Arbeitsaufträge ein, die Deine Teilnehmer*innen aktivieren, wie etwa eine kurze Umfrage. Wenn Du gleichzeitig noch Wege findest, wie Du haptische Reize abseits des Bildschirms – etwa Stift und Papier – einbinden kannst, gibst Du den Lernenden eine zusätzliche Pause von der Digitalität.

Also insgesamt weniger Webinar, mehr Online-Seminar.

2. Microlearning

Das Prinzip des Microlearnings lässt sich so zusammenfassen: Halte die einzelnen Lerneinheiten so kurz wie möglich.

Es ist bekannt, dass ausgedehnter und komplizierter Input die Teilnehmer*innen nicht lange fesselt – im Online-Seminar ist die Aufmerksamkeitsspanne sogar noch wesentlich kürzer. Wenn Du also insbesondere komplexe Themengebiete in inhaltlich sinnvolle Teileinheiten aufbrichst, kannst Du die Motivation länger hoch halten.

Zusätzlich lassen sich kleine Häppchen leichter verdauen, wodurch auch eine langfristige Transfersicherung des neuen Wissens erleichtert wird.

3. Gamification

Das Gamification-Prinzip zielt immer auf den natürlichen Spieltrieb des Menschen ab – und diesen haben auch Erwachsene!

Wann immer Du die Möglichkeit hast, einen Inhalt auf eine praktische und spielerische Art zu vermitteln, solltest Du diese ergreifen. Denn ein Spiel zeichnet sich durch Unterhaltsamkeit aus und wenn wir ein Lernerlebnis mit diesem positiven Gefühl verknüpfen können, bleibt das Gelernte besser haften.

Gamification eignet sich daher auch sehr gut für die Transfersicherung. So kannst Du die jeweiligen Inhalte beispielsweise mit Hilfe eines Quiz abfragen und eventuell mit einem kleinen Belohnungssystem einen zusätzlichen Anreiz schaffen.

Trotz der besten Planung kann es aber natürlich passieren, dass Du bemerkst wie die Konzentrationsfähigkeit Deiner Teilnehmer*innen schwindet. Mit Hilfe des letzten Tipps kannst Du in einer solchen Situation gegensteuern:

4. Flexibel bleiben

Grundsätzlich gilt beim Online-Seminar: Flexibilität zahlt sich aus!

Wenn die Motivation der Teilnehmer*innen spürbar abflaut, ist es Zeit für einen Richtungswechsel. Auch die Taktung der Pausen kannst Du flexibel an die aktuelle Konzentrationskurve anpassen und auf diese Weise auf die Stimmung der Lerngruppe reagieren.

Es bietet sich auch immer an, bei längeren Seminaren regelmäßig Energizer einzustreuen – insbesondere solche, die mit etwas körperlicher Bewegung zu tun haben. So können alle für kurze Zeit die Augen vom Bildschirm nehmen und der mentalen Verfassung einen Frischekick geben.

Die Aufgaben eines Online-Trainers liegen auch durchaus in einer gewissen Vorbildfunktion: Erinnere Deine Teilnehmer*innen ruhig regelmäßig durch gutes Beispiel daran, dass sie Zuhause etwas frische Luft reinlassen, sich strecken oder ein Glas Wasser trinken.

Ist ein Digital Detox wirklich möglich und nötig?

Insgesamt scheinen viele Menschen zurzeit darunter zu leiden, dass die Online-Offline-Balance sehr stark zur Online-Seite ausschlägt – die Folge ist oftmals eine gewisse digitale Erschöpfung. Wenn wir also auch in unseren Online-Seminaren darauf achten, dass zwischendurch immer ein wenig Ausgleich geschieht, können wir dieses Gefühl abmildern.

So viele Vorzüge die digitale Kommunikation auch bietet, so scheint die ständige Erreichbarkeit die Grenzen zwischen Privat- und Arbeitsumfeld immer weiter zu verwischen. Die Tatsache, dass unsere technischen Geräte uns zunehmend zu hetzen scheinen, hat in den letzten Jahren auch Ideen wie den Digital Detox hervorgebracht.

Der Begriff bezeichnet die bewusste „Entgiftung“ von digitaler Technik als Ausgleich zum digitalisierten Arbeitsalltag. Da unsere Smartphones uns auch im Privatleben ständig begleiten, kann es hilfreich sein, sich zu gewissen Zeiten von den digitalen Geräten zu distanzieren.

Doch wie realistisch ist das für uns wirklich?

Denn die meisten Menschen würden trotz allem wohl der Aussage zustimmen, dass digitale Medien unser Leben erleichtern können. Insgesamt kann es aber unserer mentalen Gesundheit zuträglich sein, wenn wir versuchen etwas mehr Achtsamkeit im Umgang mit unseren Medien anzuwenden.

Denn die Schnelllebigkeit auf Social Media und Co. hat uns gewissermaßen für eine relativ kurze Aufmerksamkeitsspanne konditioniert und in der Folge haben viele Menschen digitale Konzentrationsprobleme.

Auch in Zeiten wie diesen, wenn wir in vielen Fällen auf Online-Lösungen angewiesen sind, können wir die digitale Arbeit positiver gestalten. Insgesamt kann es für uns vor allem hilfreich sein, wenn wir einen bewussteren Rahmen schaffen – und uns auch selbst Grenzen setzen, etwa am Wochenende oder am freien Tag.